Superfans, exklusive Gruppen-Broadcasts und bessere Desktop-Unterstützung für Periscope

Während Twitters Kurz-Videoplattform Vine vor der Einstellung steht, bekommt Twitters Livestream-Plattform Periscope gleich eine ganze Reihe neuer Funktionen. Wie der Dienst bekanntgab, hilft Periscope seinen Broadcastern in Zukunft, ihre “Superfans” zu identifizieren. Ein Algorithmus zählt und gewichtet, wie oft sich die einzelnen Nutzer die Streams eines Broadcasters ansehen, bewerten und kommentieren. Die bis zu zehn engagiertesten Fans weist Periscope dann als Superfans aus.

Diese Superfans, wahlweise aber auch nach anderen Kriterien zusammengestellte Gruppen, können Periscope-Broadcaster künftig mit exklusiven Streams erreichen. Damit gibt Periscope Nutzern die Möglichkeit, Streams auf enge Freunde oder auf Follower mit speziellen Interessen zu beschränken.

Dritte Neuerung: Wer Streams lieber am Desktop verfolgt als auf seinem Mobilgerät, kann sich ab sofort mit seinen Zugangsdaten auf der Website Periscope.tv anmelden, und Livestreams dann nicht nur ansehen, sondern auch bewerten und kommentieren.

Ungepatchte Joomla-Websites unter Beschuss: Lücke jetzt schließen

Dringender Handlungsbedarf für Betreiber von Joomla-Websites: Zwei seit dem 25. Oktober bekannte Sicherheitslücken im beliebten Content Management System Joomla sind Ziele massiver Angriffe. Das melden die Experten des Sicherheitsunternehmens Sucuri. Über die Lücken können Angreifer auf den verwundbaren Websites Nutzerkonten mit weitreichenden Berechtigungen einrichten und sie darüber anschließend nach Belieben manipulieren.

Wie es in der Meldung heißt, sei es den Experten – und wohl auch böswilligen Zeitgenossen – gelungen, die am 25. Oktober veröffentlichte gepatchte Version zu analysieren und mit Hilfe des Codes die Sicherheitslücken zu identifizieren. Danach sei es den Angreifern ein Leichtes gewesen, Schadprogramme zu schreiben, die diese Sicherheitslücken ausnutzen. Sucuri habe bereits innerhalb von drei Tagen nach Veröffentlichung der Aktualisierung eine exponentielle Zunahme an solchen Angriffen in freier Wildbahn verzeichnet. Die Experten gehen davon aus, das alle noch nicht abgesicherten Joomla-Websites akut gefährdet sind.

WOT spioniert seine Nutzer aus: Personalisierbare Daten an Händler verkauft

WOT spioniert: Der Dienst Web of Trust, kurz WOT, überträgt nach einem Bericht des NDR Daten über das Surfverhalten seiner Nutzer an Datenhändler – offenbar, ohne die Daten ernsthaft zu anonymisieren.

Das jedenfalls ergab die Recherche der NDR-Reporter, die dazu eine “kostenlose Probe”, erhalten von einem der Datenhändler, ausgewertet haben. In Stichproben konnten die Journalisten mehr als 50 Nutzerinnen und Nutzer persönlich identifizieren, zum Beispiel über E-Mail-Adressen, in denen der Name steht, Anmeldenamen oder andere Bestandteile der aufgerufenen URLs. Insgesamt umfassten die ausgewerteten Daten mehr als zehn Milliarden Web-Adressen, aufgerufen von rund drei Millionen Usern aus Deutschland.

Zwar erhalten Nutzer bei der Einrichtung der WOT-Browsererweiterung einen Hinweis auf die Datennutzung. Wie eindeutig die Daten personalisierbar sind, dürfte aber den wenigsten bewusst gewesen sein. Die Ironie: WOT-Nutzer versprachen sich vom Einsatz der Browsererweiterung mehr Sicherheit beim Surfen. Über ein Ampelsystem zeigt die Erweiterung an, für wie vertrauenswürdig die Nutzerschaft die jeweils besuchte Website hält, bei als gefährlich eingestuften Websites erhält der Nutzer einen Warnhinweis, noch bevor er die Seite betreten kann.

Drehschluss: Twitter schließt seine Videoplattform Vine

Sekunden-Videos statt abendfüllender Spielfilme sind der Markenkern der Videoplattform Vine. Unter diesem Aspekt hätte er sich gut in das Portfolio des Mutterunternehmens Twitter eingefügt.

https://vine.co/v/h1O5gam52A3

Doch Twitter wird den 2012 übernommenen Dienst aller Voraussicht nach einstellen: In einer Mitteilung auf der Plattform Medium heißt es, die mobile App werde in den nächsten Monaten eingestellt, eine längerfristige Fortführung des gesamten Dienstes scheint deshalb ebenfalls unwahrscheinlich.

Die Website bleibt der Mitteilung zufolge vorerst online, und Nutzer sollen die Gelegenheit erhalten, ihre Werke auf ihren lokalen Rechner herunter zu laden. Details, etwa einen genauen Zeitplan, verrät die Mitteilung nicht, die Betreiber versprechen jedoch, die Nutzer zeitnah über die Entwicklung auf dem laufenden zu halten.

Facebook startet Online-Kurse für Journalisten

Facebook hat für seine E-Learning-Plattform Blueprint eine Reihe kostenloser Online-Kurse angekündigt, die sich speziell an Journalisten richten. Das soziale Netzwerk will Journalisten auf diese Art vermitteln, wie sie mit Hilfe der Produkte des Unternehmens interessante Inhalte entdecken, Geschichten erzählen und ihre Leserschaft vergrößern können. Neben Handlungsempfehlungen und Anleitungen sollen Fallstudien erfolgreicher Journalisten im Fokus der Online-Kurse stehen.

Die angebotenen Webinare sollen sich an neuen Produkten und Funktionen orientieren, am individuellen Erfahrungshorizont des Lernenden und seiner Rolle als Journalist – etwa als Rechercheur, Autor oder als Verantwortlicher für die Kommunikation mit der Öffentlichkeit.

Die Videoreihe zum Buch “Journalistische Genres”

Im Frühjahr 2016 hat der Deutsche Fachjournalisten-Verband das Fachbuch Journalistische Genres veröffentlicht. Nach und nach stellt der Verband nun einzelne der in dem Sammelband genannten Genres in einer Videoreihe vor.

Die Genres in Einzelbeiträgen:

Advocacy Journalism

Advocacy Journalism

Non-profit Journalism

Non-profit Journalism

Backpack Journalism

Backpack Journalism

Preventive Journalism

Preventive Journalism

Comics Journalism

Comics Journalism

Robot Journalism

Robot Journalism

Interactive Journalism

Interactive Journalism

Open Source Journalism

Open Source Journalism

Embedded Journalism

Embedded Journalism

Solutions Journalism

Solutions Journalism

Immersive Journalism

Immersive Journalism

Positive Journalism

Positive Journalism

Alle bisherigen Beiträge in einer Playlist

https://www.youtube.com/playlist?list=PL7Gb3QsknHt7NEjtDckWeoOJl6XJhyBaQ

15.000 Euro für eine Auskunft? Innenministerium verliert Prozess gegen Journalisten

Fast 15.000 Euro Gebühren und Auslagen hat das Bundesinnenministerium von zwei Journalisten für eine Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz verlangt – und muss ihnen jetzt den größten Teil davon erstatten. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden.

Die Reporter hatten im Umfeld des Olympiasportverbandes recherchiert und Einsicht in rund 100 Akten nehmen wollen, in denen es um die Sportförderung durch den Bund ging. Das Ministerium hatte den Antrag in mehr als 60 Einzelfälle zerlegt und dafür Gebühren von mehr als 12.000 € sowie Auslagen von mehr als 2.000 € erhoben. Die Richter entschieden, das Ministerium habe damit gegen das Verbot einer abschreckenden Wirkung der Gebührenbemessung verstoßen. “Betrifft ein auf Informationszugang gerichteter Antrag einen einheitlichen Lebenssachverhalt, so stellt seine Bescheidung – unabhängig von der Zahl der ergangenen Verwaltungsakte – gebührenrechtlich eine einheitliche Amtshandlung dar, die eine Gebühr von höchstens 500 € auslöst”, heißt es in dem Urteil.

Jetzt kann Ihre Instagram Stories jeder sehen!

Als Instagram im August den Klon der gleichnamigen Snapchat-Funktion vorgestellt hat, konnten zunächst nur diejenigen die Stories eines Nutzers ansehen, die ihm bei Instagram folgten. Das ist ab sofort anders: Die Instagram Stories, deren Urheber öffentliche Profile nutzen, erscheinen jetzt auch im Bereich Explore. Nutzer, die zuvor ähnliche Bilder und Videos angesehen, kommentiert oder für gut befunden haben, oder Nutzern mit ähnlichen Profilen folgen, finden oberhalb der vorgeschlagenen Fotos und Videos jetzt auch eine Reihe passender Instagram Stories.

Aus der Vogelperspektive: CNN setzt Drohnen für die Berichterstattung ein

Pilotprojekt Drohnenjournalismus: CNN AIR nennt die CNN ihr neues journalistisches Programm, bei dem Drohnenbilder wesentliche Elemente der Berichterstattung bilden. AIR steht dabei für Aerial Imagery and Reporting, CNN hat dazu eine Sonderlizenz der Luftsicherheitsbehörde FAA erhalten. Das Nachrichtenunternehmen wird künftig eine eigens dieser Aufgabe gewidmete Drohne einsetzen, die von zwei in Vollzeit beschäftigten Operatoren gelenkt wird. Im vergangenen Jahr hatte die FAA als eine von drei industriellen “Pfadfinder”-Unternehmen ausgewählt, um den sicheren Einsatz von unbemannten Flugsystemen in der Berichterstattung zu erproben.

Regionalzeitungen auch online wichtigste Quelle für lokale News

Mehr als jeder vierte Internetnutzer informiert sich über das lokale Geschehen aus den Online-Ablegern von Regionalzeitungen. Einer von fünf nutzt dazu aber auch lokale oder hyperlokale Blogs. Das geht aus einer repräsentativen Studie von Bitkom Research hervor, für die das Unternehmen 1.023 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt hat.

Lokalnachrichten

Erstaunlichstes Ergebnis der Befragung dürfte die Zahl der Nutzer sein, die sich über lokales Geschehen überhaupt nicht online informieren: Mehr als vier von zehn Internetnutzern beschäftigen sich online nicht mit örtlichen Nachrichten. Auch deshalb sehen sich lokale Angebote großen wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber.

120 Zeitungen bitten (einige) ihre(r) Online-Leser zur Kasse

120 deutsche Zeitungen haben der Kostenloskultur im Internet – zumindest teilweise – abgeschworen. Nach einer Zählung des BDZV setzt diese Zahl von Zeitungen bei ihren Internetangeboten auf mehr oder weniger strenge Bezahlschranken. Nur jede zwanzigste dieser Publikationen versteckt allerdings das gesamte Angebot hinter einer Paywall:

Infografik Paywall

Die verbreitetsten Typen von Paywall sind das Freemium- und das Metered Model. Bei der Freemium-Variante steht dem Leser ein großer Teil des Angebots kostenlos zur Verfügung, ausgewählte Beiträge bleiben aber zahlenden Kunden vorbehalten. Spiegel Online und Bild Online vermarkten so ihre “Plus”-Artikel. Beim Metered Model darf der Leser pro Zeitraum eine begrenzte Anzahl von Artikeln kostenlos lesen, danach wird er zur Kasse gebeten. Aus dem Online-Angebot der Welt etwa darf ein Nutzer pro Monat kostenlos zwanzig Beiträge lesen, will er mehr, zahlt er dafür ab 4,49 € pro Monat.

Lesestoff zur Radiosendung: Daniel Fiene und Herr Pähler verschicken jetzt Newsletter

Allwöchentlich plaudern Daniel Fiene und Herr Pähler mit illustren Studiogästen auf DRadio Wissen über Medien-Themen. Eine Stunde Was mit Medien heißt die Sendung, die sich auch als Podcast abonnieren lässt. Schon der Name macht deutlich, wo die Krux liegt:

Eine Stunde Muße zu finden, ist für viele nicht leicht, auch wenn sie grundsätzliches Interesse an den angesprochenen Themen haben. Außerdem meint Daniel Fiene: “Es gibt halt Hörtypen und Lesetypen.” Letzteren wollen die beiden Medienmacher jetzt ein Stück weit entgegen kommen: Mit einem Newsletter zur Sendung. Daniel Fiene verspricht “ein kleines Protokoll mit den wichtigsten Erkenntnissen und Zitaten des Abends”, räumt aber ein, dass der Newsletter zunächst ein Experiment ist. Nach ein paar Wochen “schauen wir mal, ob der Newsletter in Serie geht.”

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