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BGH-Urteil: “Frag den Staat” darf Glyphosat-Gutachten öffentlich machen

Mit der Veröffentlichung des Glyphosat-Gutachtens hat die Initiative Frag den Staat nicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden und damit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Absage erteilt, das die Veröffentlichung des Gutachtens unter Verweis auf den Urheberrechtschutz untersagen wollte.

Wie die Initiative heute mitteilte, wiesen die BGH-Richter eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision eines vorgehenden Urteils zurück. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Oberlandesgericht Köln entschieden, Frag den Staat, respektive die hinter der Plattform stehende Open Knowledge Foundation habe das Glyphosat-Gutachten öffentlich machen dürfen.

Diese hatte das Gutachten zu Krebsrisiken beim Einsatz von Glyphosat zunächst unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz beim Bundesinstitut angefordert und anschließend veröffentlicht. Daraufhin hatte das BfR den Verein abgemahnt und aufgefordert, das Glyphosat-Gutachten offline zu nehmen. Die Betreiber von Frag den Staat hatten sich dem zunächst gebeugt, aber Widerspruch eingelegt, der in einen mehrjährigen Rechtsstreit umschlug.

Bei der Open Knowledge Foundation zeigt man sich einerseits zufrieden mit dem Urteil, andererseits, so die Verantwortlichen, sei es jetzt an der Zeit für eine Gesetzesänderung. “Wir brauchen jetzt eine gesetzliche Klarstellung, dass die Veröffentlichung behördlicher Dokumente urheberrechtlich immer zulässig ist”, ist auf der Website der Initiative zu lesen. Denn “immer wieder versuchen Behörden, mit Berufung auf das Urheberrecht die Veröffentlichung von Dokumenten zu verhindern.” Zumindest ist jetzt das Glyphosat-Gutachten öffentlich – endgültig.

Zu viele Enten: Wikipedia stuft Daily Mail nicht mehr als zuverlässige Quelle ein

Die Daily Mail ist keine zuverlässige Quelle. Das ist das Ergebnis einer Diskussion, die die Autoren der englischsprachigen Wikipedia seit Anfang Januar geführt haben. Als Konsequenz daraus sollen in künftigen Artikeln Quellenhinweise oder Links zu Daily Mail-Inhalten nur noch in begründeten Ausnahmen erlaubt sein. Bereits existierende Artikel, in denen die Daily Mail als Quelle dient, wollen die Autoren überarbeiten und die Links durch Verweise zu verlässlicheren Quellen ersetzen.

Der Schritt, eine Publikation pauschal als unzuverlässig einzustufen, ist ein Novum in der Geschichte der Wikipedia. Eine Liste verbotener Quellen existiert bislang nicht. Entsprechend kontrovers wurde die Diskussion geführt. Letztlich trugen vor allem drei Faktoren zur Entscheidung der Wikipedia-Autoren bei: Die Daily Mail hat den Ruf, Fakten nur unzureichend zu prüfen, Tatsachen sensationsheischend zu überzeichnen und mitunter Geschichten komplett frei zu erfinden. Diskussionsteilnehmer konnten etliche Beispiele nennen, die diesen schlechten Ruf untermauern.

Die Daily Mail könnte neben dem Imageschaden dadurch auch einen Verlust an Reichweite erleiden. Backlinks – insbesondere solche aus Wikipedia-Artikeln – sind wertvolle Faktoren für das Suchmaschinen-Ranking. Deren Wegfall dürfte also durchaus zu einem Abrutschen der Daily-Mail-Artikel bei Google und Co. führen.

CrossCheck: Google News Lab und First Draft gründen Faktencheck-Partnerschaft

CrossCheck heißt die Initiative, die das Google News Lab gemeinsam mit dem Non-Profit-Projekt First Draft ins Leben gerufen hat. Ziel der Inititiative ist es, im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen Falschmeldungen, Gerüchte und unwahre Behauptungen zu widerlegen und irreführende oder konfuse Berichte verständlich wiederzugeben. David Dieudonné, der das News Lab in Paris leitet, erklärt, die Initiative wolle den französischen Wählern in den kommenden Monaten helfen, sich darüber klar zu werden, wem und welchen Geschichten sie vertrauen können, wenn sie soziale Medien nutzen, im Web suchen oder Online-Nachrichtenangebote konsumieren.

Die Inititative konnte eine Reihe von Medienpartnern gewinnen. Dazu gehören bislang die AFP, BuzzFeed News, France Médias Monde, France Télévisions, Global Voices, Libération, La Provence, Les Echos, La Voix du Nord, Le Monde, Nice-Matin, Ouest-France, Rue89 Bordeaux, Rue89Lyon, Rue89 Strasbourg, Storyful und StreetPress. Deren Journalisten suchen und überprüfen Fotos, Videos, Memes, Kommentarfolgen und Nachrichten-Websites, die im öffentlichen Raum kursieren. Die Partner verwenden die Rechercheergebnisse dann in eigenen Texten, TV-Beiträgen und Social-Media-Inhalten.

APA entwickelt Tool, um die Herkunft von Nachrichten zu beurteilen

Für Journalisten ist es eine Frage der Arbeitsökonomie, sich nicht lange mit Informationen zu beschäftigen, die aus unzuverlässigen Quellen stammen. Die österreichische Presseagentur Austria Presse Agentur (kurz APA) arbeitet deshalb derzeit an einem Werkzeug, mit dessen Hilfe sich das Zustandekommen von Nachrichtenthemen technisch beurteilen lässt, wie der Standard berichtet.

In die Beurteilung sollen die Quellen einer Nachricht ebenso einfließen wie Informationen darüber, wer diese Nachricht in den sozialen Netzwerken geteilt hat. Über den tatsächlichen Wahrheitsgehalt der Nachricht wird das Tool aber nicht urteilen können. Derzeit debattieren die am Projekt beteiligten, in welcher Form das Tool Hinweise auf die Zuverlässigkeit oder Unzuverlässigkeit einer Nachricht bieten soll. Für die breite Öffentlichkeit will die APA das Werkzeug allerdings nicht zur Verfügung stellen, es soll lediglich innerhalb von Redaktionen zum Einsatz kommen.

Alternative Fakten: Regierung Trump löst globales Umdenken aus

Bei der harschen Kritik an der Berichterstattung zur Amtsübernahme des US-Präsidenten Donald Trump hat Trumps Sprecher Sean Spicer nicht gelogen, und auch keine falschen Tatsachenbehauptungen aufgestellt. Stattdessen hat er, wie Trumps Beraterin Kellyanne Conway erläuterte, “alternative Fakten” präsentiert. Inzwischen hat diese Sicht der Dinge global – nicht zuletzt auch in Deutschland – zu einer radikalen Neubewertung der Faktenlage geführt:

Zu den ersten, die das neue Denken hierzulande verinnerlicht haben, gehörten die Social Media-Beauftragten der viel gescholtenen Deutschen Bahn:

Was die Bahn zu Julian SBs Idee meint, seine persönlichen Transportkosten mit Hilfe alternativer Fakten zu reduzieren, war indes nicht zu erfahren:

Marco Arni nutzt die Trumpsche Denkschule, um das aktuelle Klima für alle unter der Kälte leidenden erträglicher zu gestalten:

Netflix hat sein Bild von seinen als Binge-Watchern verschrienen Zuschauern mit dieser Methode ebenfalls revidieren können:

Frank Überall entledigt sich indessen dauerhaft aller finanziellen Sorgen:

Und Broccolialternative startet dank des neuen Denkens in den Tag wie nie zuvor:

https://twitter.com/SaschaTee/status/823766307778756609

Eines steht in jedem Fall fest: Für Journalisten wird die Recherche in Zukunft erheblich einfacher werden. Von Trump lernen heißt siegen lernen.

Facebook verspricht Kompetenz für Medienmacher, Medienkompetenz für alle

Facebook hat mit dem Facebook Journalism Project ein neues Projekt angestoßen, das auf drei Säulen fußt: Der kollaborativen Entwicklung neuer Produkte, auf Werkzeugen und Trainings für Journalisten sowie auf Werkzeugen und Trainings für alle übrigen Nutzer.

So will Facebook zusammen mit Medienpartnern neue Storytelling-Formate entwickeln und die bestehenden Formate – so etwa die Instant Articles, Live oder 360 – weiter entwickeln. Unter anderem arbeitet Facebook derzeit an einer Möglichkeit, eine Vielzahl von Instant Articles in einem einzigen Post zu teilen.

Mit einer neuen Initiative will Facebook außerdem die Bedeutung lokaler Nachrichten im sozialen Netzwerk stärken. Wie lokale Nachrichten auf Facebook aussehen können, wollen die Entwickler auf Basis des Inputs von Medien und Journalisten entscheiden.

Für die Medien von enormer Bedeutung sind auch Facebooks Bestrebungen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Gemeinsam mit BILD Online experimentiert Facebook derzeit mit der Möglichkeit, Instant Articles mit Bezahlangeboten – hier also speziell Bild plus – zu kombinieren.

Werkzeuge und Training – auch zur Entwicklung von Medienkompetenz

Schon seit einiger Zeit bietet Facebook eine Reihe von Online-Kursen für Journalisten. Die Kurse vermitteln Vorgehensweisen, um mit den Werkzeugen des Netzwerks ein Publikum zu gewinnen, Geschichten zu erzählen und nicht zuletzt interessante Themen und Geschichten aus der Fülle der Inhalte zu schöpfen. Dazu gehören auch Handreichungen zum Umgang mit Inhalten und Medien, die von Augenzeugen aktueller Geschehnisse beigesteuert wurden.

Zu den neuesten Werkzeugen, gehört übrigens der erst kürzlich ins Facebook-Imperium übernommene Dienst CrowdTangle.

Eines der Ziele, die Facebook in der Mitteilung zu seinem Journalism Project nennt, ist auch das Vermitteln von “news literacy”, Medienkompetenz. Nutzer sollen die Informationen erhalten, die sie benötigen, um zu entscheiden, welchen Quellen sie vertrauen können. Kurzfristig will Facebook dem Thema mit Hilfe von öffentlichen Anzeigen begegnen. Langfristig sollen aus der Initiative Projekte und Ideen erwachsen, mit deren Hilfe Nachrichtenorganisationen Medienkompetenz vermitteln können. Wenn nötig, will Facebook dazu auch finanzielle Unterstützung bieten – konkrete Summen enthält die Mitteilung allerdings nicht.

Informationsfreiheit: Wikimedia und Open Knowledge Foundation erstatten Gebühren für Auskünfte

Im Bund und den meisten Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland sollen Informationsfreiheitsgesetze den ungehinderten Zugang zu behördlichen Informationen sicherstellen. Die zur Auskunft verpflichteten Behörden dürfen für den damit verbundenen Aufwand jedoch Gebühren erheben – bis zu einer Höhe von 500 Euro, wie das Bundesverwaltungsgericht kürzlich entschieden hat. Die Wikimedia Deutschland hat gemeinsam mit der Open Knowledge Foundation einen Fördertopf – vorerst gefüllt mit 5.000 Euro – bereitgestellt, um Anfragern solche Gebühren zu erstatten.

Voraussetzung für eine solche Förderung ist, dass die gewonnenen Informationen den Wikimedia-Projekten zugute kommen – sie also öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Initiatoren empfehlen, die Anfrage über FragDenStaat.de an die in Frage kommende Behörde zu richten. Antwortet die Behörde darauf mit einem Gebührenbescheid, kann sich der Antragsteller an die Wikimedia wenden (Link zu den genauen Förderrichtlinien). Kommt von dort grünes Licht, kann er seine Anfrage verbindlich stellen, und sich die entstandenen Kosten innerhalb eines Monats von Wikimedia Deutschland e. V. erstatten lassen.

Selbstlernender Sortier-Algorithmus: Twitter sortiert Suchergebnisse neu

Die Suchfunktion von Twitter liefert Resultate künftig nicht mehr in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, sondern stellt die relevantesten Ergebnisse an den Anfang. Das hat Lisa Huang, Senior Software Engineer, im Blog des Unternehmens angekündigt. Über die Relevanz entscheidet ein selbstlernender Sortier-Algorithmus.

Die neue Ergebnisseite soll auch ein ausgewogeneres Verhältnis von zum Suchbegriff passenden Tweets und Nutzerkonten liefern, außerdem wurde an der Balance zwischen Tweets mit und ohne Medien-Inhalte gefeilt. Die Entwickler versprechen sich von der relevanz-basierten Auflistung der Suchergebnisse ein stärkeres Engagement der Nutzer, eine höhere Bereitschaft, selbst per Tweet in die Diskussion einzusteigen, und insgesamt eine höhere Verweildauer auf Twitter.

App-Tipp Pocket Reporter: Fakten sammeln leicht gemacht

Relevante Fakten sammeln, Gespräche führen, Hintergründe ausleuchten und Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt abklopfen – das sind die Arbeiten, die ein Reporter zu erledigen hat, bevor er seine Story aufschreiben kann. Speziell an Einsteiger und Bürgerjournalisten, die darin (noch) nicht all zu routiniert sind, richtet sich die Android-App Pocket Reporter der Organisation Code for South Africa.

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Die App bietet eine Reihe von Vorlagen, um die Fakten dreizehn unterschiedlicher Arten von Stories zusammen zu tragen. Dazu gehören Biographien, Nachrufe, Berichte über Verbrechen, Brände und Unfälle oder etwa Protestveranstaltungen. Mit Hilfe von passenden Checklisten können der (angehende) Reporter prüfen, ob er alle relevanten Fakten zusammengetragen und geprüft hat.

Mit der App erstellte Faktensammlungen lassen sich einfach per E-Mail übermitteln, beispielsweise, um sie anschließend am PC zu einer Story zu verarbeiten. Daneben liefert die App nützliche Tipps – etwa, zu Protestveranstaltungen, auf denen vielleicht Tränengas zum Einsatz kommt, stets einen Schal und ein Fläschchen Essig mitzunehmen.

Dank der app-internen Übersicht “My Stories” kann der Reporter beliebig viele Materialsammlungen parallel anlegen. Zwei kleine Wermutstropfen: Die App ist nur in englischer Sprache erhältlich, und sie eignet sich nicht, um zu den Stories Dateien von Fotos, Videos oder Tonaufnahmen zu speichern.

Pocket Reporter für Android

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App-Tipp Cogi: Für Sprachnotizen ohne Blabla

Bei Interviews, Hintergrundgesprächen, Pressekonferenzen und ähnlichen Ereignissen hat der Journalist oft die Wahl, mitzuschreiben oder – das Einverständnis seiner Gesprächspartner vorausgesetzt – Sprachnotizen aufzunehmen. So bequem das Mitschneiden während des Gesprächs ist, so umständlich ist es später, aus dem Mitschnitt die Highlights heraus zu schreiben. Eine enorme Arbeitserleichterung bietet die App Cogi, die sowohl für iOS als auch für Android zu bekommen ist.

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Hinweis: Cogi bietet nach einer Registrierung die Möglichkeit, die Aufzeichnungen ‘in der Cloud’ zu sichern – also auf einem Server des Dienstanbieters in den USA. Ohne ausdrückliches Einverständnis aller jeweiligen Gesprächspartner ist das wahrscheinlich ein Verstoß gegen deutsche Datenschutzgesetze.

Auch wer die Sprachnotizen nur auf seinem persönlichen Gerät aufbewahrt, benötigt – bei nicht-öffentlichen Gesprächen – das Einverständnis seiner Gesprächspartner. Es hat sich bewährt, diese Zustimmung vor Beginn der Aufnahme einzuholen und das Okay bei laufender Aufnahme dann noch einmal bestätigen zu lassen.

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Hat der Reporter eine Session mit Cogi gestartet, hört die App dem Gespräch oder der Rede zunächst nur zu. Sagt einer der Gesprächspartner dann etwas Bedeutungsvolles, tippt der Reporter auf die Schaltfläche im Zentrum der App, um die Aufnahme zu starten. Cogi zeichnet dann das Gespräch auf – und zwar rückwirkend von einem Zeitpunkt an, der bis zu 45 Sekunden vor dem Moment liegen kann, an dem der Reporter die Schaltfläche angetippt hat (in den Settings lassen sich Zeiträume von 5, 15, 30 und 45 Sekunden auswählen). Durch erneutes Antippen hält er die Aufzeichnung wieder an.

Im Lauf eines Gesprächs kann der Reporter auf diese Art beliebig viele Highlights aufzeichnen. Wenn nötig, lassen sich die Highlights aus der App heraus dann auch noch mit schriftlichen Notizen und/oder einem Foto ergänzen – etwa, um die Schreibweise eines Namens zu notieren oder ein Schaubild festzuhalten, dass der Gesprächspartner zeigt. Solche Aufzeichnungen lassen sich später wesentlich einfacher verschriftlichen als ein vollständiger Mitschnitt.

Cogi für iOS

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Cogi für Android

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Internet-Archiv bekommt Backup: Archive.org rüstet sich für die Ära Trump

Die Betreiber des Internet-Archiv Archive.org wollen eine Kopie ihres gesamten Datenbestands nach Kanada auslagern. Das hat Gründer Brewster Kahle im offiziellen Blog des Archivs angekündigt. “Die Geschichte der Bibliotheken ist eine Geschichte des Verlusts”, leitet Kahle seine Ankündigung ein. Von der neuen US-Regierung erwartet Kahle radikale Änderungen – im Hinblick auf Trumps Ankündigungen im Wahlkampf sicher nicht ganz unbegründet.

Das Backup in Kanada erfordert allerdings immense Ressourcen: Die Wayback Machine hält die historischen Daten von 279 Milliarden Websites vor und speichert pro Woche 300 Millionen Seiten. Außerdem umfasst das Internet-Archiv Fotos, Videos, Bücher und Spiele. Seit Januar 2016 gehört zum Archiv außerdem ein Political TV Ad Archive, das unter anderem Journalisten hilft, die Wahlkampfaussagen von Politikern zu prüfen.

15.000 Euro für eine Auskunft? Innenministerium verliert Prozess gegen Journalisten

Fast 15.000 Euro Gebühren und Auslagen hat das Bundesinnenministerium von zwei Journalisten für eine Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz verlangt – und muss ihnen jetzt den größten Teil davon erstatten. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden.

Die Reporter hatten im Umfeld des Olympiasportverbandes recherchiert und Einsicht in rund 100 Akten nehmen wollen, in denen es um die Sportförderung durch den Bund ging. Das Ministerium hatte den Antrag in mehr als 60 Einzelfälle zerlegt und dafür Gebühren von mehr als 12.000 € sowie Auslagen von mehr als 2.000 € erhoben. Die Richter entschieden, das Ministerium habe damit gegen das Verbot einer abschreckenden Wirkung der Gebührenbemessung verstoßen. “Betrifft ein auf Informationszugang gerichteter Antrag einen einheitlichen Lebenssachverhalt, so stellt seine Bescheidung – unabhängig von der Zahl der ergangenen Verwaltungsakte – gebührenrechtlich eine einheitliche Amtshandlung dar, die eine Gebühr von höchstens 500 € auslöst”, heißt es in dem Urteil.