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Mit Uralt-Technik: CCC knackt Videoident-Verfahren

Gängige Videoident-Verfahren lassen sich mit einfachen Mitteln überlisten. Das konnte ein Sicherheitsforscher des Chaos Computer Club nachweisen: Er verschaffte sich dazu unter falscher Identität Zugriff auf die Patientenakte einer Testperson.

Bei Videoident-Verfahren erscheinen Antragsteller gewöhnlich samt Ausweisdokument vor einer Videokamera. Auf der Gegenseite prüfen Mitarbeiter, unterstützt von Algorithmen, die Identität der Person im Video. Die Verfahren werden unter anderem von Krankenversicherungen, aber zum Beispiel auch von vielen Banken eingesetzt.

Wie der CCC in seiner aktuellen Pressemitteilung erklärt, konnte Sicherheitsforscher Martin Tschirsich nur mit Open-Source-Software und etwas Aquarell-Farbe sechs Videoident-Lösungen überlisten. In dem in seinem Bericht beschriebenen Fall hat Tschirsich Zugriff auf die Gesundheitsdaten einer eingeweihten Testperson erlangt, „darunter eingelöste Rezepte, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, ärztliche Diagnosen sowie Original-Behandlungsunterlagen“.

In der Pressemitteilung heißt es weiter, der Angriff sei von einem interessierten Hobbyisten und erst recht von motivierten Kriminellen in kurzer Zeit und mit geringem Aufwand ausführbar. Daher sei das Risiko des weiteren Missbrauchs als hoch einzuschätzen.

Eine erste Konsequenz hat die Veröffentlichung des CCC bereits gezeitigt: Die Gesundheitsagentur Gematik hat den Krankenkassen die weitere Nutzung von Videoident-Verfahren untersagt. Künftig müssen Patienten wieder vor Ort erscheinen, etwa, um das Anlegen einer elektronischen Patientenakte zu beantragen. Ein endgültiges Aus bedeutet das jedoch nicht: “Über die Wiederzulassung von Videoident-Verfahren kann erst entschieden werden, wenn die Anbieter konkrete Nachweise erbracht haben, dass ihre Verfahren nicht mehr für die gezeigten Schwachstellen anfällig sind”, ließ die Gematik verlauten.

Fotos auf Smartphones: Schnell geschossen, schnell vergessen

Nur gut jeder Zweite schaut Fotos auf Smartphones nach der Aufnahme noch regelmäßig an. Das ergab eine Umfrage von Bitkom Research. Noch einmal deutlich niedriger lag der Anteil der Nutzer, die ihre Fotos (und Videos) später bearbeiten – oder zumindest überschüssiges Bildmaterial löschen.

Auflösungen von über 100 Megapixeln sind auf modernen Smartphones keine Seltenheit mehr, die Geräte von der Mittelklasse an aufwärts sind immer gleich mit mehreren Kameras ausgestattet, bieten optische Bildstabilisierung und unterschiedlichste Aufnahmemodi. Der Siegeszug der Kamera im Smartphone hat den Markt für Standalone-Kompaktkameras in den vergangenen Jahren extrem ausgedünnt. Alles nur für Fotos, die sich nach dem Druck auf den Auslöser keiner mehr ansieht?

Der Eindruck drängt sich beim Lesen der Ergebnisse einer Umfrage auf, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. 44 Prozent der 1002 Befragten gaben an, sich später kaum noch mit ihren Aufnahmen zu beschäftigen. Lediglich 16 Prozent bearbeiten ihre Fotos oder Videos im Nachhinein. Aber: Nur 9 Prozent löschen Fotos oder Videos regelmäßig.

Den Smartphone-Herstellern dürften diese Ergebnisse ganz recht sein, führt ein sich stetig weiter füllender Smartphone-Speicher doch ganz natürlich zu immer träger reagierenden Geräten. Die wiederum lassen den Wunsch nach neuen Geräten reifen – mit mehr Speicher, aber, versteht sich, auch mit einer besseren und höher auflösenden Kamera.

Ein gewachsenes Bewusstsein für Nachhaltigkeit steht dem allerdings entgegen. Nach einer Studie von Euler Hermes ist die Nutzungsdauer von Smartphones in Europa auf rund 40 Monate gestiegen, das ist ein Anstieg von rund 24 Prozent gegenüber 2016. Dass viele Fotos auf Smartphones keines zweiten Blickes gewürdigt werden, ist trotzdem schade. Zumindest regelmäßiges Löschen könnte die Zeitspanne, bis sich ein Smartphone langsam anfühlt, noch einmal verlängern.

Nach Drohnen-Rückruf im November: Die GoPro Karma soll bald wieder in die Luft

Erst im November sah sich Actioncam-Hersteller GoPro gezwungen, seine Kameradrohne GoPro Karma zurück zu rufen. Bei einer Anzahl dieser Drohnen war die Stromversorgung durch ein mechanisches Problem unterbrochen worden. Wie der Hersteller jetzt bekanntgab, soll die Karma bald wieder aufsteigen können.

[aesop_image imgwidth=”40%” img=”https://netknowhow.de/wp-content/uploads/2017/01/gopro-karma.jpg” alt=”GoPro Karma” align=”right” lightbox=”on” caption=”Foto: GoPro” captionposition=”right” revealfx=”inplace”]

Wie es in der Mitteilung heißt, laufen derzeit noch letzte Tests. Für den Februar hat GoPro weitere Details angekündigt. Wann genau die GoPro Karma wieder in den Verkauf gehen soll, steht offenbar noch nicht fest, vorerst ist nur vom Jahr 2017 die Rede. In einem Interview mit The Verge kündigte GoPro-CEO Nick Woodman außerdem die Entwicklung weiterer Kameradrohnen-Modelle an.

Fotojournalisten und Dokumentarfilmer fordern In-Kamera-Verschlüsselung

Hersteller sollen für eine In-Kamera-Verschlüsselung von Aufnahmen sorgen. Das fordert die Freedom of Press Foundation in einem offenen Brief, der annähernd wortgleich an Canon, Sony, Nikon, Fujifilm und Olympus gegangen ist. Mehr als 150 Fotojournalisten und Dokumentarfilmer haben den offenen Brief unterzeichnet.

Fotoreporter und Dokumentarfilmer sind bei ihrer Arbeit oft einem hohen Risiko ausgesetzt. Wird ihre Ausrüstung gestohlen oder beschlagnahmt, haben sie in der Regel keine Chance mehr, ihre Aufnahmen vor Missbrauch zu schützen. Nach Angaben des Committee to Protect Journalists ist die Praxis, Kameras zu konfiszieren, derart verbreitet, dass es schier unmöglich ist, allen derartigen Vorkommnissen nachzugehen.

Nach Auffassung der Freedom of Press Foundation sind Kamerahersteller nicht mehr auf der Höhe der Zeit, was den Schutz der Aufnahmen betrifft. Während bei Instant Messengern Verschlüsselung die Regel ist, und gängige PC- und Mobilbetriebssysteme ebenfalls umfassende Verschlüsselungsmöglichkeiten bieten, seien Aufnahmen auf den Speicherkarten moderner Kameras nach wie vor nicht vor fremdem Zugriff sicher. Die Initiatoren des offenen Briefes hoffen auf eine ebenso öffentliche Reaktion der angeschriebenen Kamerahersteller, und haben die Bereitschaft angekündigt, Herstellern bei der konkreten Umsetzung ihrer Forderung beratend zur Seite zu stehen.