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Medien-Trendmonitor 2017: Journalisten sorgen sich um Glaubwürdigkeit und ignorante Pressesprecher

Die Haltung von Journalisten zu ihrer Arbeit stand im März 2017 im Mittelpunkt einer Online-Befragung, für die news aktuell und Faktenkontor insgesamt 1.740 Journalisten gewinnen konnten. Jetzt haben die Initiatoren die Ergebnisse im Medien-Trendmonitor 2017 vorgestellt.

Eine absolute Mehrheit von 57 Prozent zählte den Faktor Glaubwürdigkeit zu den drei größten Herausforderungen des gegenwärtigen Journalismus, gefolgt von Fake News und der Sorge um die journalistische Unabhängigkeit, die je 29 Prozent der Befragten nannten. Genervt sind Journalisten aber nicht nur von Lügenpresse-Rufen: Mehr als die Hälfte der befragten Medienmacher ärgern sich am meisten, wenn Kommunikationschefs auf Anfragen nicht reagieren. Deutlich weniger Kopfzerbrechen bereitet Journalisten gegenwärtig der Roboter-Journalismus: Von acht Prozent der Befragten genannt, nimmt er den vorletzten Platz unter den Herausforderungen ein.

Im guten Mittelfeld rangiert die Sorge um digitale Erlöse, die immerhin jeder vierte Journalist nannte. Rund 42 Prozent der Befragten favorisieren ein Freemium-Modell, bei dem die Leser nur für einen Teil der Beiträge zur Kasse gebeten werden. Allerdings sind 18 Prozent inzwischen der Meinung, mit Paid Content seien keine maßgeblichen Gewinne zu erwirtschaften.

Ein gespaltenes Verhältnis bescheinigt der Medien-Trendmonitor den Journalisten beim Einsatz von Social Media: Noch immer verzichten neun Prozent gänzlich auf soziale Netzwerke, 55 Prozent setzen sie hauptsächlich zur Recherche ein, und jeweils knapp die Hälfte der Befragten gab an, dort andere Journalisten (49 Prozent) und Politiker (48 Prozent) zu beobachten. Kaum eine Bedeutung für Journalisten hat Snapchat: Während nur zwei Prozent angaben, Snapchat regelmäßig bei der Arbeit zu nutzen, nannten satte 68 Prozent Facebook. Auch nur noch jeder vierte Journalist nutzt das Business-Netzwerk Xing regelmäßig.

Die Plattform geht, die App bleibt: Aus Vine wird Vine Camera

Anders als ursprünglich angekündigt, nimmt Twitter die Kurz-Video-App Vine nicht komplett aus dem Netz: Ab Januar wird die App Vine Camera heißen. Das geht aus einem Blog-Eintrag der beteiligten Teams hervor. Unter der Adresse Vine.co soll der Zugriff auf alle bis dahin veröffentlichten Kurz-Videos erhalten bleiben – das soziale Netzwerk Vine wird dann allerdings Geschichte sein.

Mit Vine Camera haben Nutzer weiterhin die Möglichkeit, Videos von maximal sechs Sekunden Dauer aufzunehmen. Die lassen sich dann lokal auf dem Smartphone des Nutzers speichern oder direkt auf Twitter teilen. In der Mitteilung heißt es weiter, Vine-Nutzer würden in den nächsten Tagen eine einfache Möglichkeit erhalten, den Nutzern, denen sie bisher auf Vine folgen, künftig auf Twitter zu folgen. Ihre eigenen älteren Werke können Nutzer inzwischen via App oder Website auf ihre Geräte herunterladen.

Vine für iOS

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Vine für Android

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Earing: Soziales Netzwerk für das gesprochene Wort

Noch im Dezember will Entwickler Hyuck Jae Lee in seiner Heimat Korea mit dem sozialen Netzwerk Earing an den Start gehen, bald darauf soll es auch international nutzbar sein. Im Zentrum des sozialen Netzwerks stehen gesprochene Nachrichten, auf die die Nutzer ihrerseits mit gesprochenen Kommentaren reagieren können.

Die Nutzer des Netzwerks können zunächst verschiedene Nachrichten und Inhalte abonnieren. Sobald diese Kopfhörer ins Handy stecken, werden die News automatisch abgespielt, wodurch sich die App auch beim Autofahren oder Sport nutzen lässt. Eine gesprochene Aufnahme ist auf 27 Sekunden limitiert. “Nach zahllosen Tests haben wir herausgefunden, dass 27 Sekunden die ideale Zeitspanne für User ist, um Inhalte zusammenfassen und zu erzählen und auch für die Personen, die sich diese Inhalte anhören, gut geeignet sind”, meint Lee. Die koreanischen Versionen der zugehörigen Apps für iOS und für Android sind bereits erhältlich.