Jeeves hat schon lange keiner mehr gefragt – oder? Jetzt geht der alte Internet-Lotse endgültig von Bord.
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I Feel You
Studien zeigen: KI, die Empathie zeigt, macht mehr Fehler.
Erfolg messen auf Social Media: Dein Praxisleitfaden für die wichtigsten KPIs
Wenn sich dein Content anfühlt, als würde er im digitalen Nirvana verpuffen, fehlt dir wahrscheinlich nicht die Kreativität, sondern das Cockpit: klare Social Media KPIs, mit denen du deine Wirkung misst und steuerst.
Social Media ohne Erfolgsmessung ist wie Autofahren mit verbundenen Augen – möglich, aber selten eine gute Idee.
Likes und Herzchen sind nett, aber sie sind nur die Oberfläche. In diesem Leitfaden schauen wir tiefer: Wir gehen Plattform für Plattform durch und klären, welche Social Media KPIs wirklich zählen – und wie du sie sinnvoll interpretierst.
1. LinkedIn: Business-Parkett statt Katzencontent
Auf LinkedIn geht es um B2B-Leads, Employer Branding und Thought Leadership. Reichweite ist wichtig, aber Qualität der Kontakte und Interaktionen ist hier oft entscheidender als bloße Masse.
Wichtige Social Media KPIs auf LinkedIn
- Interaktionsrate (Engagement Rate)
Formel: (Likes+Kommentare+Shares+Klicks)÷Impressionen×100(Likes + Kommentare + Shares + Klicks) ÷ Impressionen × 100(Likes+Kommentare+Shares+Klicks)÷Impressionen×100.
Als grober Richtwert gelten 2–5 % für Unternehmensseiten und teils 3–6 % für aktive Personal Brands als „gesund“, je nach Branche und Followerzahl.
Kommentare und geteilte Beiträge senden stärkere Relevanzsignale als reine Likes, was sich in besseren Reichweiten niederschlägt. - Impressionen vs. Reichweite
Impressionen = wie oft dein Beitrag insgesamt im Feed angezeigt wurde, Reichweite = wie viele einzelne Personen ihn gesehen haben.
Spannend wird es, wenn du Spitzen in den Impressionen mit Profilbesuchen und Kontaktanfragen abgleichst – dann siehst du, ob Interesse über den Feed hinausgeht. - Klickrate (CTR)
Zeigt, wie viele Menschen auf Links in deinem Beitrag klicken, etwa zum Blog oder zur Landingpage.
Verwende UTM-Parameter, damit du in Analytics genau verfolgen kannst, ob LinkedIn-Traffic auch Leads oder Umsätze bringt. - Profilbesuche
Profilansichten sind ein direktes Signal für Interesse – bei Unternehmensseiten relevant für Employer Branding, bei persönlichen Profilen für dein Personal Branding. - Follower-Wachstum (inkl. Demografie)
Wachstum ist nur dann sinnvoll, wenn neue Follower zu deiner Zielgruppe passen.
Prüfe regelmäßig Jobtitel, Branchen und Regionen deiner neuen Kontakte.
Tools
- Plattform: LinkedIn Page Analytics (Unternehmensseiten), LinkedIn Creator Analytics (Profile).
- Extern: Shield (stark für Personal Brands), Sprout Social, Hootsuite für umfassendes B2B-Reporting.
2. Facebook: „Dino“ mit enormer Reichweite
Facebook ist zwar nicht mehr hip, aber für Zielgruppen 35+ und lokale Businesses weiterhin extrem relevant. Gruppen, Communities und geteilte Inhalte spielen eine große Rolle.
Wichtige Social Media KPIs auf Facebook
- Organische Reichweite
Wie viele Personen haben deinen Post ohne Werbung gesehen?
Praktisch ist der Anteil deiner Follower, die du organisch erreichst. Viele Seiten liegen heute im niedrigen einstelligen Prozentbereich; Werte um 5 % und mehr gelten in vielen Branchen bereits als sehr gut. - Shares (Share of Voice durch Teilungen)
Geteilte Beiträge verlassen deine eigene „Blase“ und erschließen neue Zielgruppen.
Analysiere, welche Inhalte besonders häufig geteilt werden (z. B. Infografiken oder emotionale Videos). - Link-Klicks und CTR
Facebook eignet sich weiterhin, um Traffic auf Website, Blog oder Shop zu lenken.
Messe Klicks immer im Verhältnis zur Reichweite (CTR), um oberflächliche Klickbait-Erfolge zu entlarven. - Video-Retention (Zuschauerbindung)
Wie lange bleiben Nutzer in deinen Videos?
Ein starker Einbruch in den ersten Sekunden deutet auf einen schwachen Einstieg hin – optimiere Hook, Thumbnail und erste Sätze. - Reaktions-Typen
Neben „Gefällt mir“ gibt es Reaktionen wie „Haha“, „Wow“ oder „Traurig“.
Analysen legen nahe, dass starke emotionale Reaktionen wertvollere Signale als ein neutrales Like sind – beobachte also nicht nur die Menge, sondern auch die Tonalität.
Tools
- Plattform: Meta Business Suite (Insights).
- Extern: Fanpage Karma, Agorapulse, Buffer.
3. Instagram: Visuelles Schaufenster mit drei Ebenen
Instagram besteht grob aus drei Spielfeldern: Reels für neue Reichweite, Feed-Posts für Brand und Information, Stories für Nähe und Verkauf.
Wichtige Social Media KPIs auf Instagram
- Reichweite (Follower vs. Non-Follower)
Instagram zeigt an, welcher Anteil deiner Reichweite nicht aus deinen Followern stammt.
Für Wachstum sind Inhalte wichtig, die viele Nicht-Follower erreichen – etwa Reels, die auf der Explore-Page landen. - Saves & Shares
Speicherungen signalisieren hohen Nutzwert (Checklisten, How-tos), Shares eher Identifikation und soziale Teilbarkeit.
Viele Analysen betrachten Saves und Shares als besonders aussagekräftige Interaktionen, die stark mit Reichweite und Ranking korrelieren. - Story-Abschlussrate (Completion Rate)
Formel: Zuschauer letzter Story-Slide ÷ Zuschauer erster Slide.hootsuite+1
Hohe Abschlussraten (z. B. ab ca. 70 %, je nach Länge) deuten auf stringentes, spannendes Storytelling hin. - Interaktionsrate nach Format
Vergleiche die Engagement Rate getrennt für Karussells, einzelne Bilder und Reels.
So erkennst du, welche Formate bei deiner Community wirklich performen. - Profilaufrufe & Link-Klicks
Virale Reichweite ist nur dann sinnvoll, wenn Menschen im nächsten Schritt auf dein Profil gehen und auf deinen Link klicken.
Achte deshalb auf das Zusammenspiel aus Post-Leistung und Profil- / Linkinteraktionen.
Tools
- Plattform: Instagram Insights (App) und Meta Business Suite.
- Extern: Iconosquare, Metricool, Later.
4. YouTube: Content-Archiv mit Langzeiteffekt
YouTube ist weniger „klassisches Social Media“ als eine Suchmaschine und ein riesiges Video-Archiv. Inhalte können noch Jahre nach Upload Aufrufe, Abos und Umsätze bringen.
Wichtige Social Media KPIs auf YouTube
- Zuschauerbindung (Audience Retention)
Zeigt, welcher Anteil der Zuschauer wie lange dranbleibt.
Relativ hohe Retention über die Laufzeit hinweg ist ein Schlüssel-Signal für den Algorithmus – Werte jenseits von 40–50 % bis zum Ende gelten in vielen Nischen als sehr stark. - CTR der Impressionen (Click-Through-Rate)
Wie oft ein angezeigtes Thumbnail auch angeklickt wird.
Plattformweite Durchschnittswerte liegen häufig im Bereich von etwa 4–5 % CTR; grob 4–7 % gelten vielerorts als „solide bis gut“, wobei Nische und Trafficquelle (Suche vs. Startseite) eine große Rolle spielen.thumbmagic+2
Liegt deine CTR deutlich unter deinem bisherigen Durchschnitt, lohnt es sich, Titel und Thumbnail zu testen. - Watch Time (Wiedergabezeit)
Nicht die Anzahl Views, sondern die gesamte Wiedergabezeit ist für YouTube ein entscheidender Erfolgsfaktor.
Ein Video mit weniger Aufrufen, aber deutlich längerer durchschnittlicher Wiedergabe kann dem Kanal langfristig mehr bringen. - Traffic-Quellen
YouTube unterscheidet u. a. Suche, vorgeschlagene Videos, Startseite, externe Quellen.
Für Such- und Evergreen-Inhalte ist ein hoher Anteil aus YouTube-Suche spannend, für Reichweite oft vorgeschlagene Videos und Startseite. - Abonnenten-Gewinn pro Video
Analysiere, welche Videos besonders viele Abos generieren – das sind oft deine strategischen „Anker-Videos“, von denen aus du Content-Serien entwickeln kannst.
Tools
- Plattform: YouTube Studio Analytics.
- Extern: TubeBuddy, VidIQ, Social Blade.
5. X (ehemals Twitter): Echtzeit-Ticker für Debatten
X ist die Plattform für schnelle Diskussionen, News, PR und Tech-Themen. Inhalte leben oft nur Stunden, können aber enormen Impact haben.
Wichtige Social Media KPIs auf X
- Impressionen pro Post
Wie oft dein Beitrag im Feed angezeigt wurde.
Vergleiche Impressionen nach Tageszeit und Wochentag, um deinen Posting-Rhythmus zu optimieren. - Interaktionsrate
Formel: (Likes+Reposts+Antworten+Klicks)÷Impressionen×100(Likes + Reposts + Antworten + Klicks) ÷ Impressionen × 100(Likes+Reposts+Antworten+Klicks)÷Impressionen×100.xpoz+2
Antworten (Replies) und Zitat-Posts (Quote Tweets) gelten als besonders wertvoll, weil sie Konversation erzeugen und so oft zu mehr Reichweite führen. - Profilbesuche
Wenn Profilansichten nach bestimmten Threads oder kontroversen Posts steigen, hast du offensichtlich einen Nerv getroffen – und solltest diese Themen vertiefen. - Link-Klicks
Gerade bei Threads bietet es sich an, den Call-to-Action-Link bewusst zu setzen, statt ihn zu früh zu platzieren und Nutzer direkt von der Plattform wegzuführen. - Lesezeichen (Bookmarks)
Bookmarks werden oft für hochwertige, wiederverwendbare Inhalte genutzt – Tool-Listen, Checklisten, tiefe Threads.
Eine hohe Bookmark-Zahl deutet auf dauerhaften Nutzwert hin.
Tools
- Plattform: X Analytics.
- Extern: TweetBinder (Hashtags, Kampagnen), Typefully (Thread-Erstellung mit Analytics).
6. TikTok: Content-Graph statt Social-Graph
Auf TikTok zählt in erster Linie, wie gut dein Video performt – nicht, wie groß dein bestehendes Netzwerk ist. Der Algorithmus verteilt Clips an Nutzer, deren Verhalten zum Content passt.
Wichtige Social Media KPIs auf TikTok
- Video-Abschlussrate (Completion Rate)
Wie viele Nutzer schauen dein Video bis zum Ende?
Eine hohe Abschlussrate ist ein zentrales Signal für den Algorithmus und häufig die Basis für Reichweite auf der „For You“-Page. - Durchschnittliche Wiedergabezeit
Bleiben Nutzer bei einem 15-Sekunden-Clip z. B. im Schnitt 12 Sekunden dran, ist das ein starkes Signal – in der Praxis korreliert hohe Watch Time deutlich mit Viralität. - FYP-Anteil (For You Page)
TikTok-Analytics zeigen, wie viele Views von der For You Page vs. von deinem Profil oder deinen Followern kommen.
Für Wachstum ist ein hoher FYP-Anteil wichtig, aber konkrete Prozentzielwerte hängen stark von Account-Typ und Community ab. - Interaktions-Mix (Shares & Saves)
Likes sind die Basis, aber Shares und Favoriten gelten als besonders wertvolle Signale: Menschen teilen oder speichern Inhalte, die sie wirklich weiterempfehlen oder wiederfinden wollen. - Täglicher Follower-Zuwachs
TikTok-Wachstum passiert oft in Sprüngen: Ein einzelnes Video kann einen deutlichen Spike erzeugen.
Ordne Follower-Peaks konkreten Videos zu und produziere direkt Varianten, Fortsetzungen oder Q&A-Videos dazu.
Tools
- Plattform: TikTok Analytics (Creator Tools) und TikTok Business Center.
- Extern: Pentos, TrendTok, Metricool.
Fazit: KPI-Routine statt Zahlenpanik
Du musst nicht jeden Tag jede Zahl verfolgen. Entscheide pro Kanal, welche eine Hauptrolle deine Präsenz spielen soll – z. B. Traffic über Facebook, Brand Awareness über TikTok / Reels, B2B-Leads über LinkedIn – und fokussiere dich zuerst auf die dazu passenden Social Media KPIs.
Richte dir fixe Reporting-Termine ein (z. B. monatlich) und halte deine wichtigsten Kennzahlen in einem übersichtlichen Dashboard fest – Excel, Notion oder Looker Studio reichen völlig.
So siehst du Trends, kannst Experimente sauber auswerten und deinen Social-Media-Auftritt Schritt für Schritt skalieren – statt dich von spontanen Likes oder einem einzelnen viralen Post verrückt machen zu lassen.
Prompt Engineering 101: Ein Leitfaden für die Kunst der perfekten KI-Anweisung
Das Zeitalter der generativen Künstlichen Intelligenz hat eine völlig neue Disziplin hervorgebracht: das Prompt Engineering. Aber was genau ist das eigentlich? Ein Prompt ist im Wesentlichen die Textanweisung, die an ein großes Sprachmodell (LLM) gesendet wird, um eine spezifische Antwort oder Aufgabe zu generieren.
Um wirklich brillante und präzise Ergebnisse aus der KI heraus zu kitzeln, reicht eine simple Google-artige Suchanfrage oft nicht aus. Man kann sich den Prozess des Prompt Engineering am besten wie das Briefing eines extrem talentierten und willigen, aber Praktikanten vorstellen, der sich bei dir aber überhaupt noch nicht auskennt: Je genauer man die Aufgabe, den Kontext und die Rahmenbedingungen beschreibt, desto eher entspricht das Ergebnis der eigenen Vision.
Die Grundpfeiler: Was macht einen guten Prompt aus?
Exzellentes Prompt Engineering zeichnet sich primär durch drei Merkmale aus: Klarheit, Präzision und Spezifität. Vage Formulierungen oder unnötiger Fachjargon sollten unbedingt vermieden werden, da sie die KI schlichtweg verwirren und zu unzusammenhängenden Antworten führen können.
Ein strukturierter Profi-Prompt besteht idealerweise aus vier Kernkomponenten:
- Anweisung: Die spezifische Aufgabe, die das Modell ausführen soll.
- Kontext: Hintergrundinformationen, die dem Modell helfen, den Rahmen der Aufgabe zu verstehen.
- Eingabedaten: Der konkrete Text oder die Daten, die verarbeitet werden sollen.
- Ausgabe-Indikatoren: Vorgaben zum gewünschten Format oder Stil der Antwort.
Aller Anfang ist leicht: Zero-Shot und Few-Shot Prompting
Die Qualität der KI-Antworten hängt massiv davon ab, wie viel Führung man dem Modell durch Beispiele und Kontext bietet.
Zero-Shot Prompting Hierbei wird eine direkte Anweisung ohne zusätzliche Muster oder Beispiele gegeben. Das Modell verlässt sich rein auf sein vorab trainiertes Wissen. Das ist ideal für einfache, alltägliche Aufgaben oder Abfragen von Allgemeinwissen, erfordert jedoch eine extrem klare Aufgabenstellung. Beispiel: “Erkläre das Konzept von ‘Prompt Engineering’ in 3 Sätzen.”
One-Shot & Few-Shot Prompting Wenn die Aufgabe komplexer wird, helfen Beispiele. Diese Techniken liefern dem Modell ein oder mehrere Muster, denen es folgen kann. Während ein einziges Beispiel (One-Shot) bereits hilft, ein Format zu klären, verbessert die Bereitstellung mehrerer Beispiele (Few-Shot) die Leistung bei komplexen oder spezialisierten Aufgaben erheblich. Beispiele demonstrieren die gewünschte Input-Output-Beziehung und helfen der KI, spezifische Anforderungen exakt einzuhalten.
Schlüpf in eine Rolle: Role Prompting & System Prompts
Warum sollte die KI wie ein emotionsloser Roboter klingen, wenn sie auch ein Star-Autor sein kann? Indem man der KI eine Identität oder Persona zuweist – zum Beispiel „Du bist ein erfahrener Videodrehbuchautor“ –, lassen sich Tonfall und Fachgehalt der Antwort gezielt steuern. Dies ermöglicht dem Modell den Zugriff auf spezifische Teilbereiche seiner Wissensbasis und führt zu kontextgerechteren und autoritäreren Antworten. Aber Achtung: Studien zu Prompt Engineering haben gezeigt, dass Rollenprompting sehr wohl den Tonfall der Antwort in die gewünschte Richtung lenkt, aber das Reasoning – also die Fähigkeit der KI, Schlussfolgerungen zu ziehen, eher negativ beeinflusst.
Es ist zudem wichtig, zwischen zwei Arten von Prompts zu unterscheiden:
- System Prompt: Dieser wird oft vordefiniert und setzt den grundlegenden Rahmen (z.B. “Du bist ein sachkundiger SEO-Berater”). Er bleibt meist über alle Konversationen gleich.
- User Prompt: Das ist die Eingabe von dir als Nutzer, die die konkrete Anfrage oder Aufgabe für das System enthält.
Die Meisterklasse: Komplexe Techniken für echte Profis
Wenn du die KI zu Höchstleistungen antreiben willst, brauchst du schwereres Geschütz.
Chain-of-Thought (Schritt-für-Schritt-Denken) Besonders bei logischen, mathematischen oder komplexen schlussfolgernden Aufgaben ist diese Aufforderung äußerst effektiv. Sie animiert das Modell dazu, ein Problem in logische Zwischenschritte zu zerlegen, was die Fehleranfälligkeit deutlich reduziert. Die populärste Variante ist die magische Phrase: “Lass uns Schritt für Schritt denken.”
Tree of Thought (Verzweigtes Denken) Diese Technik erweitert Chain-of-Thought: Statt linear vorzugehen, erkundet die KI mehrere Gedankenpfade parallel. Sie generiert mehrere mögliche Lösungen, bewertet diese kritisch und verfolgt die vielversprechendsten weiter. Das ist besonders wertvoll bei komplexen Problemen, bei denen es mehrere valide Ansätze gibt. Prompt Engineering Profis kombinieren Tree of Thought oft mit Role Prompting, sodass die KI parallel aus ganz unterschiedlichen Perspektiven auf ein Problem blicken kann.
Prompt Chaining & Reflection Prompting Bei sehr komplexen Aufgaben ist es oft effektiver, das Problem in mehrere kleinere Prompts zu zerlegen und die Ausgabe eines Prompts als Eingabe für den nächsten zu nutzen (Prompt Chaining). Wer mit Automatisierungs-Tools wie n8n arbeitet, schaltet dazu einfach in seinen Workflows mehrere AI-Nodes hintereinander. Mit dem Reflection Prompting forderst du die KI zudem auf, ihre eigene Antwort zu überprüfen, bevor sie das Endergebnis liefert – extrem wertvoll, wenn Genauigkeit kritisch ist.
Negative Prompting Ein guter Prompt definiert nicht nur, was gemacht werden soll, sondern auch klar, was nicht gemacht werden soll. Verwende explizite Negationen wie „Vermeiden Sie…“, „Schließen Sie aus…“ oder „Nennen Sie nicht…“, um unerwünschte Ausgaben zu verhindern.
Spickzettel gefällig? Strukturierte Frameworks
Um sicherzustellen, dass im Eifer des Gefechts kein wichtiges Element vergessen wird, haben sich praktische Merkhilfen etabliert:
- CARE-Framework: Context (Was ist die Situation?), Ask (Was soll gemacht werden?), Rules (Welche Grenzen gibt es?), Examples (Muster für Outputs).
- CREATE-Framework: Character (Rolle), Request (Anfrage), Examples (Beispiele), Adjust (Anpassung), Type (Format), Extras (Zusätze).
Eine Reihe weiterer Merkhilfen und Bots, die dir bei der Entwicklung guter Prompts helfen, findest du unter diesem Link.
Ein Blick unter die Motorhaube: Parameter-Steuerung
Wer direkt mit APIs oder in Entwickler-Studios arbeitet, kann die Antworten auch technisch steuern. Die sogenannte “Temperature” (meist 0-2) kontrolliert den Grad der Zufälligkeit.
- Niedrig (0-0.3): Deterministisch, fokussiert. Ideal für Fakten, Code und formale Texte.
- Mittel (0.7): Balanciert und für die meisten Aufgaben geeignet.
- Hoch (1.0+): Kreativ, variabel, überraschend. Ideal für Brainstorming.
Bilder im Kopf: Besonderheiten beim Text-zu-Bild-Prompting
Während das Prompting für Sprachmodelle stark auf logischen Anweisungen basiert, folgt das Text-zu-Image-Prompting (für KIs wie Midjourney) anderen Regeln. Bild-KIs verstehen beschreibende Substantive und Adjektive besser als imperative Handlungsanweisungen.
Ein Bild-Prompt sollte visuelle Zutaten enthalten: Hauptobjekt, Licht und Atmosphäre, Medium (z.B. Ölgemälde), Kameraperspektive und Stil. Zudem nutzen Profis “Magic Words” wie “4K”, “Hyperrealistisch” oder “Studio-Beleuchtung”, um der KI mitzuteilen, dass sie ein bestimmtes Qualitätsniveau anstreben soll.
Fazit: Die goldene Regel des Prompting
Die wichtigste Lektion zum Schluss: Es gibt keine universelle “Geheimformel”. Prompt-Engineering ist kein statisches Auswendiglernen von Regeln, sondern ein iterativer Prozess. Der erste Entwurf ist selten perfekt. Erst durch wiederholte Rückfragen, das Hinzufügen von Kontext, systematisches Experimentieren und das Kombinieren von Techniken (wie Role Prompting plus Few-Shot plus Chain-of-Thought) nähert man sich dem absoluten Wunschergebnis an.
Viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren!
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