Kategoriearchiv: Nachrichten

Deutsche entdecken Podcasts für sich

Mehr als jeder fünfte Bundesbürger hört Podcasts. Das hat eine repräsentative Umfrage des BITKOM ergeben, für die die Meinungsforscher des Verbandes 1006 Personen zu diesem Thema befragten.

Podcasts, per Feed abonnierbare Audio- oder audiovisuelle Medien, gibt es bereits seit dem Jahr 2000, diesen Namen (angelehnt an Apples Medienplayer iPod) tragen sie seit dem Jahr 2004. Während Podcasts in den USA bereits früh relativ populär wurden, sind sie in Deutschland erst in den letzten paar Jahren auf allgemeines Interesse gestoßen.

Podcasts
Ergebnisse einer Studie von Bitkom Research im Auftrag des Branchenverbandes BITKOM (Grafik: BITKOM)

So dürften sich viele Hörer erstmals näher mit Podcasts beschäftigt haben, nachdem die regelmäßige Radiosendung Sanft und Sorgfältig mit Olli Schulz und Jan Böhmermann eingestellt worden war, und unter dem Titel Fest und Flauschig ihre Fortsetzung als Podcast bei Spotify fand.

Breites Themenspektrum in Podcasts

Inzwischen betreiben etliche Online-Medien Podcasts als Teil ihres Angebots. So etwa die Zeit mit

und noch einigen Serien mehr.

Bei Spiegel Online sind die Titel

oder der Podcast von

als Hörstücke abonnierbar.

Eine von solchen Leitmedien unabhängige Podcastschmiede ist Viertausendhertz. Dort finden sich unter anderem

oder

  • Systemfehler

Der nach wie vor international wichtigste Katalog ist die Podcast-Rubrik im iTunes-Store. Wer nicht ausschließlich in Walled Gardens wie Spotify publiziert, kann über diesen Katalog ein riesiges Publikum erreichen.

Dass dieses Format hierzulande erst in den letzten Jahren den Durchbruch geschafft hat, könnte der Studie zufolge auch etwas mit der Verbreitung von Smartphones zu tun haben: Drei von vier Nutzern hören die Audio-on-Demand-Angebote auf ihren Mobiltelefonen.

Thematisch liegen Nachrichten und Politik ganz vorn in der Gunst der Podcast-Hörer. Mehr als jeder dritte hört Comedy als Podcasts, und immerhin noch fast jeder fünfte unter den Hörern informiert sich über damit über Technologie- und Gesundheitsthemen. Mit der wachsenden Zahl von Podcast-Hörern haben aber auch Nischenthemen – seit jeher bei Podcast-Machern beliebt – eine Chance, auf einige offene Ohren zu stoßen.

Podcasts: Bei Hörern beliebte Themen
(Grafik: Statista, Daten: Bitkom Research)

Bessere Übersetzungen jetzt auch offline: Google Übersetzer bringt KI aufs Smartphone

Die mobile App für den Google Übersetzer (für iOS/Android) setzt künftig auch bei der Offline-Nutzung KI-Algorithmen ein. Das hat Produktmanagerin Julie Cattiau in einer aktuellen Mitteilung im Blog des Unternehmens angekündigt.

Das KI-gestützte Übersetzungswerkzeug übersetzt ganze Sätze auf einmal, statt wie früher Wort für Wort. Dabei berücksichtigt es den Kontext, und passt das Ergebnis anschließend noch einmal an, sodass die Übersetzung eher nach den Worten einer realen Person klingt, die mit korrekter Grammatik spricht. Bei der Online-Übersetzung nutzt Google bereits seit ungefähr zwei Jahren das “neural machine translation” (kurz NMT) genannte Verfahren.

Die schon länger in der mobilen App mögliche Offline-Übersetzung arbeitet künftig ebenfalls mit NMT. Damit das funktioniert, müssen Nutzer aus dem Google Übersetzer heraus aktualisierte Wörterbücher für die benötigten Sprachen herunterladen. Die ersten davon stehen bereit, in den nächsten Tagen will Google aktualisierte Wörterbücher für insgesamt 59 Sprachen zur Verfügung stellen. Nützlich ist die Funktion nicht zuletzt zur Verständigung auf Reisen, wo Datenverbindungen mitunter sehr teuer werden können.

🌐 Diese Übersetzer-App kann hören 👂 und sprechen 🗣

Kuratier-Werkzeug Storify vor dem Aus

Eigentümer Adobe zieht beim beliebten Kuratier-Werkzeug Storify den Stecker. Seit gestern erlaubt Storify keine Neu-Registrierungen mehr. Neue Storifys lassen sich derzeit noch anlegen, damit wird am 1. Mai 2018 Schluss sein. Gut zwei Wochen später, am 16. Mai 2019, geht Storify dann endgültig vom Netz.

Storify war 2013 von der Kommentarplattform Livefyre übernommen worden, Adobe hatte Livefyre dann im Mai 2016 geschluckt. Die Funktionen von Storify hat Adobe inzwischen seinem kostenpflichtigen Adobe Experience Manager einverleibt.

Nutzer der kostenlosen Plattform, die auf ihre dort erstellten Geschichten nicht verzichten wollen, können die Daten im HTML-, XML- oder JSON-Format sichern und bei Bedarf selbst hosten. Wie der Export funktioniert, verrät das folgende Video:

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Deutscher Reporterpreis 2017: Preisträger stehen fest

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Das Reporter-Forum hat am 11.12.2017 die diesjährigen Preisträger bekannt gegeben. Aus 1612 eingereichten Arbeiten haben die 95 Vorjuroren in den zwölf Kategorien insgesamt 112 Texte und Projekte für den Reporterpreis 2017 nominiert. Hier sind die Sieger.

Direkt zu den Reportagen:

Die Jury der jährlich vergebenen Preise ist zu gleichen Teilen mit preisgekrönten Reportern und prominenten Publizisten und Autoren besetzt; erklärtes Ziel der Initiative ist es, den Qualitätsjournalismus zu stärken.

Story Spheres: Einfacher Einstieg in das Virtual Reality Storytelling

Es müssen nicht immer Videos sein: Auf der von Google gemeinsam mit der Kreativagentur Grumpy Sailor geschaffenen experimentellen Plattform Story Spheres kann ein Nutzer VR-Geschichten mit Hilfe von 360-Grad-Fotos und Audiodateien erstellen.

Die hier eingebettete Story Sphere basiert auf einem 360-Grad-Foto, das ich mit einem Android-Smartphone, mit der App Cardboard Camera, aufgenommen habe, sowie einigen unter freier Lizenz nutzbaren Audiodateien:

Audiodateien lassen sich frei in einem 360-Grad-Foto platzieren. Deshalb erklingt das Kinderlachen aus Richtung der spielenden Kinder, der Bach plätschert von da, wo das Gewässer zu sehen ist, und das Vogelgezwitscher kommt aus dem Baum. Auf dem gegenüberliegenden Hügel habe ich dann noch eine Melodie platziert, fertig war der kleine Rundblick. In diesem Beispiel habe ich für alle Audiodateien den Typ “Background” gewählt. Wer anklickbare Audiodateien benötigt – etwa eine Erzählstimme, die Erläuterungen zu den visuellen Inhalten liefert – wählt dafür den Typ “Hotspot”. In Story Spheres lassen sich zudem mehrere 360-Grad-Fotos miteinander verlinken, sodass der Betrachter innerhalb der selben Story verschiedene miteinander verbundene Schauplätze besuchen kann.

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Instant Articles: Facebook kündigt Versuche mit Bezahlinhalten an

Von Oktober an will Facebook im Rahmen der Instant Articles erste Versuche mit bezahlten Abonnements durchführen. Das berichtet unter anderem die Adweek, nachdem ein Sprecher von Facebook die Paid Content-Initiative auf dem Digital Publishing Innovation Summit angekündigt hat. Dem Bericht zufolge plant Facebook zunächst eine Paywall nach dem “metered model”: Nutzer sollen erst zur Abo-Anmeldeseite eines Content-Anbieters weitergeleitet werden, nachdem sie zehn von dessen Instant Articles kostenlos angesehen haben. Daneben will Facebook dem Bericht zufolge ein Freemium-Modell schaffen, das es Publishern erlaubt, kostenlose und kostenpflichtige Inhalte parallel anzubieten.

Facebooks Instant Article-Modell ist in den letzten Wochen unter Druck geraten, nachdem namhafte Medien, darunter die New York Times, der Guardian und die Welt angekündigt haben, dort künftig keine Inhalte mehr bereitzustellen. Medien, die ihre Inhalte als Instant Articles direkt auf Facebook veröffentlichen, erhalten 70 oder 100 Prozent der Erlöse aus der Werbung, die im Umfeld dieser Artikel angezeigt wird, und können ihre Inhalte dank Facebooks technischer Infrastruktur speziell auf Mobilgeräten deutlich schneller bereitstellen als über die eigenen Websites. Allerdings halten sich die erzielten Werbeeinnahmen bislang in Grenzen, während die Medien an Sichtbarkeit und Reichweite der eigenen Internetauftritte einbüßen.

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Was geht, was nicht geht, und wer’s am besten macht: Medienmagazin journalist wertet Facebook-Posts aus

Im Rahmen einer Facebook-Datenanalyse haben Mitarbeiter des journalist über 160.000 Facebook-Beiträge aus acht Medienhäusern ausgewertet. Im Zentrum stand,

  • welche Inhalte besonders häufig geteilt werden,
  • welche die größte Resonanz hervorrufen,
  • und wie sich die Social Media-Strategien der Medienhäuser unterscheiden.

Unter den Viel-Postern nahm Focus Online mit rund 80 Beiträgen pro Tag den Spitzenplatz ein. Was Kommentare und das Teilen der Posts betrifft, hatte BILD – mit “nur” rund 42 Posts am Tag – den Daten zufolge aber die Nase vorn. “Zu Spitzenzeiten hinterlassen Facebook-User unter den Beiträgen des Bild-Hauptaccounts etwa 20.000 Kommentare am Tag”, heißt es in der Mitteilung des journalist.

Bilder und Videos werden häufiger geteilt als Texte, inhaltlich liegen Nachrichten, Politik und regionale Meldungen vorn, während Mitteilungen aus dem Ressort Sport im Vergleich extrem selten geteilt werden.

Ausgewertet hat der journalist die Daten mit Hilfe eines selbstgeschriebenen Scripts, das die Graph API von Facebook nutzt. Analysiert haben die Redakteure Beiträge der Facebook-Hauptaccounts von Bild, T-Online, Spiegel Online, Focus Online, Welt, Zeit Online, Faz.net und Süddeutscher Zeitung aus dem Zeitraum Anfang Januar 2016 bis Ende Mai 2017. In seiner Juli-Ausgabe finden Interessierte eine ausführliche Auswertung.

Totale Zensur – weil eine Million Rüpel zuviel sind!

Eine Kommentarfunktion wird es auf NetKnowHow.de vorläufig nicht geben. Nach einer Befragung der Leser, von denen die Hälfte für, die andere gegen eine solche Funktion war, habe ich mich (widerruflich) dagegen entschieden. Schweren Herzens, aber aus guten Gründen:

Wie der ARD-ZDF-Onlinestudie 2016 zu entnehmen ist, nutzen hierzulande rund 58 Millionen Menschen das Internet. Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesmedienanstalt NRW gaben ein Prozent der deutschen Internetnutzer an, bereits selbst einen Hasskommentar verfasst zu haben, und zwei Prozent bekannten sich dazu, auf einen Hasskommentar geantwortet zu haben, um diesen zu unterstützen. Es gibt also allein in Deutschland mindestens 1.160.000 verbale Gewalttäter – und das sind nur die Einsichtsfähigen.

Und: Praktisch jedes Thema kann verbale Gewaltorgien auslösen. Es reicht schon ein Kommentar zu erwachsenen Skateboardfahrern, um sich übelste Beleidigungen, bis hin zu Mord- und Vergewaltigungsaufrufen, einzuhandeln. Ganz so üble eigene Erfahrungen habe ich noch nicht gemacht (okay, ich habe mal eine Gruppe von Fans einer Rechtsrock-Band gefragt, warum sie, bei aller Vaterlandsliebe, so verächtlich mit der deutschen Rechtschreibung umgehen – das Echo war wie zu erwarten, verhallte aber schnell wieder), aber ich lege auch nicht wirklich Wert darauf.

Dazu kommt: NetKnowHow.de ist eine Ein-Mann-Show. Wenn ich im Urlaub bin oder tief in anderen Projekten stecke, oder schlicht keine Lust habe, blieben die Kommentare unmoderiert. Das hieße, sie entweder für diese Zeit in der Warteschleife zu belassen, oder das Risiko verbaler Gewaltakte einzugehen. Das erstere wäre für die anständigen Kommentatoren frustrierend, das letztere könnten Rüpel als Einladung verstehen.

Letzter und egoistischster Grund: Ich will diese Arbeit nicht leisten. Kommentare zu moderieren heißt eben nicht nur, einen sachlichen Diskurs zu begleiten. Sachlicher Diskurs braucht nur sehr wenig Moderation. Aber Beleidigungen, Bedrohungen, Hetze und andere verbale Gewalt sind Dinge, von denen ich so wenig wie möglich in meinem Leben haben möchte. 98 Prozent der Internetnutzer sind zu sachlichem Diskurs fähig. Leider reicht das nicht.

Ihre Meinung:

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Data Journalism Handbook erscheint 2018 in neuer Version

Das 2011 erstmals veröffentlichte Data Journalism Handbook soll im kommenden Jahr in neuer Fassung erscheinen. Das hat Adam Thomas vom European Journalism Centre in einem Blogeintrag angekündigt. Das EJC erarbeitet die neue Ausgabe in Kooperation mit dem Google News Lab.

Das Data Journalism Handbook gilt inzwischen als Standardwerk zum Thema Datenjournalismus. Beigetragen zu dem stark praxisorientierten Werk haben unter anderem Redakteure der New York Times, der Deutschen Welle, des Guardian und einer ganzen Reihe weiterer namhafter Publikationen. Eine breite Auswahl an Beiträgen aus der Praxis versprechen das EJC und Google auch für die kommende Ausgabe: Vom 31. Juli dieses Jahres an werden die Teams Teilnehmer rekrutieren, die dann 2018 im Rahmen eines “Handbook Hack” die Inhalte erarbeiten sollen. Die einzelnen Kapitel sollen online gehen, sobald sie fertiggestellt sind. Wie bereits bereits die erste Ausgabe soll auch die Neuauflage unter einer Open Source-Lizenz frei genutzt werden können.

Medien-Trendmonitor 2017: Journalisten sorgen sich um Glaubwürdigkeit und ignorante Pressesprecher

Die Haltung von Journalisten zu ihrer Arbeit stand im März 2017 im Mittelpunkt einer Online-Befragung, für die news aktuell und Faktenkontor insgesamt 1.740 Journalisten gewinnen konnten. Jetzt haben die Initiatoren die Ergebnisse im Medien-Trendmonitor 2017 vorgestellt.

Eine absolute Mehrheit von 57 Prozent zählte den Faktor Glaubwürdigkeit zu den drei größten Herausforderungen des gegenwärtigen Journalismus, gefolgt von Fake News und der Sorge um die journalistische Unabhängigkeit, die je 29 Prozent der Befragten nannten. Genervt sind Journalisten aber nicht nur von Lügenpresse-Rufen: Mehr als die Hälfte der befragten Medienmacher ärgern sich am meisten, wenn Kommunikationschefs auf Anfragen nicht reagieren. Deutlich weniger Kopfzerbrechen bereitet Journalisten gegenwärtig der Roboter-Journalismus: Von acht Prozent der Befragten genannt, nimmt er den vorletzten Platz unter den Herausforderungen ein.

Im guten Mittelfeld rangiert die Sorge um digitale Erlöse, die immerhin jeder vierte Journalist nannte. Rund 42 Prozent der Befragten favorisieren ein Freemium-Modell, bei dem die Leser nur für einen Teil der Beiträge zur Kasse gebeten werden. Allerdings sind 18 Prozent inzwischen der Meinung, mit Paid Content seien keine maßgeblichen Gewinne zu erwirtschaften.

Ein gespaltenes Verhältnis bescheinigt der Medien-Trendmonitor den Journalisten beim Einsatz von Social Media: Noch immer verzichten neun Prozent gänzlich auf soziale Netzwerke, 55 Prozent setzen sie hauptsächlich zur Recherche ein, und jeweils knapp die Hälfte der Befragten gab an, dort andere Journalisten (49 Prozent) und Politiker (48 Prozent) zu beobachten. Kaum eine Bedeutung für Journalisten hat Snapchat: Während nur zwei Prozent angaben, Snapchat regelmäßig bei der Arbeit zu nutzen, nannten satte 68 Prozent Facebook. Auch nur noch jeder vierte Journalist nutzt das Business-Netzwerk Xing regelmäßig.

European Journalism Center erarbeitet Facebook Safety Guide für Journalisten

Das European Journalism Center hat gemeinsam mit Facebook einen “Safety Guide”, einen Sicherheitsleitfaden für Journalisten entwickelt. Neben schriftlichen Informationen umfasst der Leitfaden auch drei kurze Videos, die erläutern, wie Journalisten ihre Konten vor Missbrauch schützen, die Privatsphäre-Optionen nutzen oder sich gegen Verbalattacken und Hacks zur Wehr setzen können. Derzeit steht der Safety Guide nur in englischer Sprache zur Verfügung, weitere Sprachen – darunter auch deutsch – sollen folgen.

Obwohl der Sicherheitsleitfaden sich in erster Linie mit Risiken beschäftigt, die mit der Nutzung von Facebook verbunden sein können, lassen sich viele Informationen daraus auf andere Bereiche des Internet übertragen – etwa die Empfehlung, bei der Nutzung personalisierter Dienste auf eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zu setzen, wo immer das möglich ist. Ein Report der Unesco aus 2015 listet zwölf Bedrohungen auf, denen sich Journalisten in der digitalen Sphäre ausgesetzt sehen, und hält fest, dass 54 Prozent der dafür befragten Journalisten kein entsprechendes Sicherheitstraining erhalten hätten.