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Erfolg messen auf Social Media: Dein Praxisleitfaden für die wichtigsten KPIs

Wenn sich dein Content anfühlt, als würde er im digitalen Nirvana verpuffen, fehlt dir wahrscheinlich nicht die Kreativität, sondern das Cockpit: klare Social Media KPIs, mit denen du deine Wirkung misst und steuerst.

Social Media ohne Erfolgsmessung ist wie Autofahren mit verbundenen Augen – möglich, aber selten eine gute Idee.

Likes und Herzchen sind nett, aber sie sind nur die Oberfläche. In diesem Leitfaden schauen wir tiefer: Wir gehen Plattform für Plattform durch und klären, welche Social Media KPIs wirklich zählen – und wie du sie sinnvoll interpretierst.


1. LinkedIn: Business-Parkett statt Katzencontent

Auf LinkedIn geht es um B2B-Leads, Employer Branding und Thought Leadership. Reichweite ist wichtig, aber Qualität der Kontakte und Interaktionen ist hier oft entscheidender als bloße Masse.

Wichtige Social Media KPIs auf LinkedIn

  • Interaktionsrate (Engagement Rate)
    Formel: (Likes+Kommentare+Shares+Klicks)÷Impressionen×100(Likes + Kommentare + Shares + Klicks) ÷ Impressionen × 100(Likes+Kommentare+Shares+Klicks)÷Impressionen×100.
    Als grober Richtwert gelten 2–5 % für Unternehmensseiten und teils 3–6 % für aktive Personal Brands als „gesund“, je nach Branche und Followerzahl.
    Kommentare und geteilte Beiträge senden stärkere Relevanzsignale als reine Likes, was sich in besseren Reichweiten niederschlägt.
  • Impressionen vs. Reichweite
    Impressionen = wie oft dein Beitrag insgesamt im Feed angezeigt wurde, Reichweite = wie viele einzelne Personen ihn gesehen haben.
    Spannend wird es, wenn du Spitzen in den Impressionen mit Profilbesuchen und Kontaktanfragen abgleichst – dann siehst du, ob Interesse über den Feed hinausgeht.
  • Klickrate (CTR)
    Zeigt, wie viele Menschen auf Links in deinem Beitrag klicken, etwa zum Blog oder zur Landingpage.
    Verwende UTM-Parameter, damit du in Analytics genau verfolgen kannst, ob LinkedIn-Traffic auch Leads oder Umsätze bringt.
  • Profilbesuche
    Profilansichten sind ein direktes Signal für Interesse – bei Unternehmensseiten relevant für Employer Branding, bei persönlichen Profilen für dein Personal Branding.
  • Follower-Wachstum (inkl. Demografie)
    Wachstum ist nur dann sinnvoll, wenn neue Follower zu deiner Zielgruppe passen.
    Prüfe regelmäßig Jobtitel, Branchen und Regionen deiner neuen Kontakte.

Tools

  • Plattform: LinkedIn Page Analytics (Unternehmensseiten), LinkedIn Creator Analytics (Profile).
  • Extern: Shield (stark für Personal Brands), Sprout Social, Hootsuite für umfassendes B2B-Reporting.

2. Facebook: „Dino“ mit enormer Reichweite

Facebook ist zwar nicht mehr hip, aber für Zielgruppen 35+ und lokale Businesses weiterhin extrem relevant. Gruppen, Communities und geteilte Inhalte spielen eine große Rolle.

Wichtige Social Media KPIs auf Facebook

  • Organische Reichweite
    Wie viele Personen haben deinen Post ohne Werbung gesehen?
    Praktisch ist der Anteil deiner Follower, die du organisch erreichst. Viele Seiten liegen heute im niedrigen einstelligen Prozentbereich; Werte um 5 % und mehr gelten in vielen Branchen bereits als sehr gut.
  • Shares (Share of Voice durch Teilungen)
    Geteilte Beiträge verlassen deine eigene „Blase“ und erschließen neue Zielgruppen.
    Analysiere, welche Inhalte besonders häufig geteilt werden (z. B. Infografiken oder emotionale Videos).
  • Link-Klicks und CTR
    Facebook eignet sich weiterhin, um Traffic auf Website, Blog oder Shop zu lenken.
    Messe Klicks immer im Verhältnis zur Reichweite (CTR), um oberflächliche Klickbait-Erfolge zu entlarven.
  • Video-Retention (Zuschauerbindung)
    Wie lange bleiben Nutzer in deinen Videos?
    Ein starker Einbruch in den ersten Sekunden deutet auf einen schwachen Einstieg hin – optimiere Hook, Thumbnail und erste Sätze.
  • Reaktions-Typen
    Neben „Gefällt mir“ gibt es Reaktionen wie „Haha“, „Wow“ oder „Traurig“.
    Analysen legen nahe, dass starke emotionale Reaktionen wertvollere Signale als ein neutrales Like sind – beobachte also nicht nur die Menge, sondern auch die Tonalität.

Tools

  • Plattform: Meta Business Suite (Insights).
  • Extern: Fanpage Karma, Agorapulse, Buffer.

3. Instagram: Visuelles Schaufenster mit drei Ebenen

Instagram besteht grob aus drei Spielfeldern: Reels für neue Reichweite, Feed-Posts für Brand und Information, Stories für Nähe und Verkauf.

Wichtige Social Media KPIs auf Instagram

  • Reichweite (Follower vs. Non-Follower)
    Instagram zeigt an, welcher Anteil deiner Reichweite nicht aus deinen Followern stammt.
    Für Wachstum sind Inhalte wichtig, die viele Nicht-Follower erreichen – etwa Reels, die auf der Explore-Page landen.
  • Saves & Shares
    Speicherungen signalisieren hohen Nutzwert (Checklisten, How-tos), Shares eher Identifikation und soziale Teilbarkeit.
    Viele Analysen betrachten Saves und Shares als besonders aussagekräftige Interaktionen, die stark mit Reichweite und Ranking korrelieren.
  • Story-Abschlussrate (Completion Rate)
    Formel: Zuschauer letzter Story-Slide ÷ Zuschauer erster Slide.hootsuite+1
    Hohe Abschlussraten (z. B. ab ca. 70 %, je nach Länge) deuten auf stringentes, spannendes Storytelling hin.
  • Interaktionsrate nach Format
    Vergleiche die Engagement Rate getrennt für Karussells, einzelne Bilder und Reels.
    So erkennst du, welche Formate bei deiner Community wirklich performen.
  • Profilaufrufe & Link-Klicks
    Virale Reichweite ist nur dann sinnvoll, wenn Menschen im nächsten Schritt auf dein Profil gehen und auf deinen Link klicken.
    Achte deshalb auf das Zusammenspiel aus Post-Leistung und Profil- / Linkinteraktionen.

Tools

  • Plattform: Instagram Insights (App) und Meta Business Suite.
  • Extern: Iconosquare, Metricool, Later.

4. YouTube: Content-Archiv mit Langzeiteffekt

YouTube ist weniger „klassisches Social Media“ als eine Suchmaschine und ein riesiges Video-Archiv. Inhalte können noch Jahre nach Upload Aufrufe, Abos und Umsätze bringen.

Wichtige Social Media KPIs auf YouTube

  • Zuschauerbindung (Audience Retention)
    Zeigt, welcher Anteil der Zuschauer wie lange dranbleibt.
    Relativ hohe Retention über die Laufzeit hinweg ist ein Schlüssel-Signal für den Algorithmus – Werte jenseits von 40–50 % bis zum Ende gelten in vielen Nischen als sehr stark.
  • CTR der Impressionen (Click-Through-Rate)
    Wie oft ein angezeigtes Thumbnail auch angeklickt wird.
    Plattformweite Durchschnittswerte liegen häufig im Bereich von etwa 4–5 % CTR; grob 4–7 % gelten vielerorts als „solide bis gut“, wobei Nische und Trafficquelle (Suche vs. Startseite) eine große Rolle spielen.thumbmagic+2
    Liegt deine CTR deutlich unter deinem bisherigen Durchschnitt, lohnt es sich, Titel und Thumbnail zu testen.
  • Watch Time (Wiedergabezeit)
    Nicht die Anzahl Views, sondern die gesamte Wiedergabezeit ist für YouTube ein entscheidender Erfolgsfaktor.
    Ein Video mit weniger Aufrufen, aber deutlich längerer durchschnittlicher Wiedergabe kann dem Kanal langfristig mehr bringen.
  • Traffic-Quellen
    YouTube unterscheidet u. a. Suche, vorgeschlagene Videos, Startseite, externe Quellen.
    Für Such- und Evergreen-Inhalte ist ein hoher Anteil aus YouTube-Suche spannend, für Reichweite oft vorgeschlagene Videos und Startseite.
  • Abonnenten-Gewinn pro Video
    Analysiere, welche Videos besonders viele Abos generieren – das sind oft deine strategischen „Anker-Videos“, von denen aus du Content-Serien entwickeln kannst.

Tools

  • Plattform: YouTube Studio Analytics.
  • Extern: TubeBuddy, VidIQ, Social Blade.

5. X (ehemals Twitter): Echtzeit-Ticker für Debatten

X ist die Plattform für schnelle Diskussionen, News, PR und Tech-Themen. Inhalte leben oft nur Stunden, können aber enormen Impact haben.

Wichtige Social Media KPIs auf X

  • Impressionen pro Post
    Wie oft dein Beitrag im Feed angezeigt wurde.
    Vergleiche Impressionen nach Tageszeit und Wochentag, um deinen Posting-Rhythmus zu optimieren.
  • Interaktionsrate
    Formel: (Likes+Reposts+Antworten+Klicks)÷Impressionen×100(Likes + Reposts + Antworten + Klicks) ÷ Impressionen × 100(Likes+Reposts+Antworten+Klicks)÷Impressionen×100.xpoz+2
    Antworten (Replies) und Zitat-Posts (Quote Tweets) gelten als besonders wertvoll, weil sie Konversation erzeugen und so oft zu mehr Reichweite führen.
  • Profilbesuche
    Wenn Profilansichten nach bestimmten Threads oder kontroversen Posts steigen, hast du offensichtlich einen Nerv getroffen – und solltest diese Themen vertiefen.
  • Link-Klicks
    Gerade bei Threads bietet es sich an, den Call-to-Action-Link bewusst zu setzen, statt ihn zu früh zu platzieren und Nutzer direkt von der Plattform wegzuführen.
  • Lesezeichen (Bookmarks)
    Bookmarks werden oft für hochwertige, wiederverwendbare Inhalte genutzt – Tool-Listen, Checklisten, tiefe Threads.
    Eine hohe Bookmark-Zahl deutet auf dauerhaften Nutzwert hin.

Tools

  • Plattform: X Analytics.
  • Extern: TweetBinder (Hashtags, Kampagnen), Typefully (Thread-Erstellung mit Analytics).

6. TikTok: Content-Graph statt Social-Graph

Auf TikTok zählt in erster Linie, wie gut dein Video performt – nicht, wie groß dein bestehendes Netzwerk ist. Der Algorithmus verteilt Clips an Nutzer, deren Verhalten zum Content passt.

Wichtige Social Media KPIs auf TikTok

  • Video-Abschlussrate (Completion Rate)
    Wie viele Nutzer schauen dein Video bis zum Ende?
    Eine hohe Abschlussrate ist ein zentrales Signal für den Algorithmus und häufig die Basis für Reichweite auf der „For You“-Page.
  • Durchschnittliche Wiedergabezeit
    Bleiben Nutzer bei einem 15-Sekunden-Clip z. B. im Schnitt 12 Sekunden dran, ist das ein starkes Signal – in der Praxis korreliert hohe Watch Time deutlich mit Viralität.
  • FYP-Anteil (For You Page)
    TikTok-Analytics zeigen, wie viele Views von der For You Page vs. von deinem Profil oder deinen Followern kommen.
    Für Wachstum ist ein hoher FYP-Anteil wichtig, aber konkrete Prozentzielwerte hängen stark von Account-Typ und Community ab.
  • Interaktions-Mix (Shares & Saves)
    Likes sind die Basis, aber Shares und Favoriten gelten als besonders wertvolle Signale: Menschen teilen oder speichern Inhalte, die sie wirklich weiterempfehlen oder wiederfinden wollen.
  • Täglicher Follower-Zuwachs
    TikTok-Wachstum passiert oft in Sprüngen: Ein einzelnes Video kann einen deutlichen Spike erzeugen.
    Ordne Follower-Peaks konkreten Videos zu und produziere direkt Varianten, Fortsetzungen oder Q&A-Videos dazu.

Tools

  • Plattform: TikTok Analytics (Creator Tools) und TikTok Business Center.
  • Extern: Pentos, TrendTok, Metricool.

Fazit: KPI-Routine statt Zahlenpanik

Du musst nicht jeden Tag jede Zahl verfolgen. Entscheide pro Kanal, welche eine Hauptrolle deine Präsenz spielen soll – z. B. Traffic über Facebook, Brand Awareness über TikTok / Reels, B2B-Leads über LinkedIn – und fokussiere dich zuerst auf die dazu passenden Social Media KPIs.

Richte dir fixe Reporting-Termine ein (z. B. monatlich) und halte deine wichtigsten Kennzahlen in einem übersichtlichen Dashboard fest – Excel, Notion oder Looker Studio reichen völlig.
So siehst du Trends, kannst Experimente sauber auswerten und deinen Social-Media-Auftritt Schritt für Schritt skalieren – statt dich von spontanen Likes oder einem einzelnen viralen Post verrückt machen zu lassen.

KI-Sichtbarkeit: 7 Fragen und Antworten zum AI Visibility Score

1. Was ist der AI Visibility Score überhaupt?

Eine Kennzahl, die misst, wie oft und prominent deine Marke in KI-Antworten (z. B. ChatGPT) auftaucht. Nicht zu verwechseln mit klassischer SEO – hier geht’s um KI-Suchergebnisse, nicht um Google-Rankings.

2. Welche Metriken stecken hinter dem Score?

Plattformabdeckung, Erwähnungsfrequenz, Zitierungen, Sentiment, Konsistenz und Share of Voice. Klingt wie Buzzword-Bingo, ist aber einfach: Wie oft, wo und wie positiv wird deine Marke erwähnt?

3. Wie wird der Score eigentlich berechnet?

Tools analysieren KI-Antworten auf Erwähnungen, Kontext und Autorität. Keine Magie – nur Datenkraken, die zählen, ob deine Marke öfter genannt wird als die Konkurrenz. Spoiler: Ja, das ist aufwendig.

4. Gibt es einen „guten“ AI Visibility Score?

Kommt drauf an. Branchen, Wettbewerb und Markenstärke spielen eine Rolle. Ein Score von 80/100 ist in Nischen super, in gesättigten Märkten vielleicht nur Mittelmaß. Benchmarks? Fehlanzeige – noch.

5. Wie verbessere ich meinen Score?

Prompt-optimierte Inhalte, klare Entity Clarity (KI muss deine Marke verstehen) und Digital PR für Zitierungen. Kurz: Mach es der KI leicht, dich zu erwähnen – und belohne sie mit relevanten Infos.

6. Wie oft sollte ich den Score messen?

Monatlich die Kernmetriken checken, vierteljährlich Wettbewerbsanalysen. Zu oft? Overkill. Zu selten? Verpasst Trends. Goldene Mitte: So regelmäßig wie dein Kaffee-Nachschub.

7. Was tun bei KI-Halluzinationen über meine Marke?

Korrekturen einreichen (Plattformen haben oft Feedback-Tools) und eigene Inhalte pushen, die Fakten klarstellen. KI lügt nicht absichtlich – sie ist nur schlecht informiert. Deine Aufgabe: Aufklären.

Mehr Übersicht -
AI-Prompt der Woche, Folge 11: Faktencheck vorbereiten per KI

ChatGPT und andere große Sprachmodelle zeigen mitunter, was gemeinhin mit „sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit“ umschrieben wird. Um zu prüfen, ob die in einem Text genannten Zahlen und Fakten korrekt sind, bedarf es immer noch eines Menschen, der einen prüfenden Blick darauf wirft. Aber: Die KI kann Vorarbeit leisten und die in einem umfangreichen Text enthaltenen Daten in einer übersichtlichen Tabelle anordnen. Ein Prompt dazu könnte so aussehen:

Du bist Redakteur. Deine Aufgabe ist es, von Autoren erstellte Beiträge zur Veröffentlichung vorzubereiten. Trage alle Daten, Zahlen und sonstige konkrete Fakten aus [Beitrag] in einer Markdown-Tabelle zusammen. Markiere dabei alle fragwürdigen Einträge mit “prüfen”.

Aus einem Artikel zu Sicherheitstechnik im Smart Home, den ich vor einiger Zeit für eine IT-Zeitschrift schrieb, extrahierte ChatGPT mit diesem Prompt die folgende Tabelle:

ThemaWert / ZahlAnmerkung
Wohnungseinbrüche 2015167.136
Wohnungseinbrüche 202154.236
Rückgang Einbrüche seit 2015Mehr als dreifache Reduzierung
Einbrüche pro Tag 2021Ca. 150
Bekannte Marke für TürklingelkamerasRing (Amazon)
Datenschutzvorfall Ring2020: Mitarbeiter sahen private Videosprüfen
SmartlocksKönnen per App, Fingerabdruck, Stimme gesteuert werden
Risiko SmartlocksHackbarkeit, Sicherheitslücken möglich
Erhöhte Sicherheit durch VPNEmpfohlen für Smart-Home-Systeme
Rauchmelder PflichtIn vielen Bundesländernprüfen
Nutzen vernetzter RauchmelderAlarm auch in entfernten Räumen möglich
Bosch-SicherheitssystemeNutzen Rauchmelder als Sirenen
Wassermelder NutzenFrühwarnung bei Lecks, Notabschaltung möglich
Datenschutzwarnung VerbraucherzentraleKameras nur auf eigenem Grundstück erlaubt
DSGVO-Vorgaben für KamerasNur mildeste Mittel erlaubt

Mit einer solchen Tabelle lässt sich ein Faktencheck nicht nur erheblich systematischer abarbeiten, gleichzeitig hilft die Tabelle auch, einen Artikel auf inhaltliche Vollständigkeit abzuklopfen.

Dialektik per KI -
AI-Prompt der Woche, Folge 7: KI-gestützte Diskussionen als Denkhilfe

Schon die Philosophen des alten Griechenland nutzten den Dialog, um das Für und Wider einer Sache gründlich zu erwägen oder eine Angelegenheit von allen Seiten zu betrachten. Ein erdachter Dialog kann Ihnen helfen, den in unserer Natur liegenden Confirmation Bias in seine Schranken zu weisen. Und eine KI kann Ihnen dabei helfen.

Ein Prompt, der einen kontroversen Dialog zu einem beliebigen Thema generiert, kann zum Beispiel so aussehen:

I want you to act as two opposing experts on the topic. Their names are Adam and Eva. Each of them uses a unique tone of voice. Write down a discussion between Adam and Eva, each of them presenting their argument and showing weak points in the other’s argument. Use markdown. Reply in german. Your topic: Elektromobilität

Das Resultat könnte dann in etwa so aussehen:

Adam: Guten Tag, mein Name ist Adam und ich bin ein Experte für Elektromobilität. Ich denke, Elektromobilität ist definitiv die Zukunft des Verkehrs. Mit immer mehr Elektrofahrzeugen auf den Straßen können wir unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und die Umweltbelastung reduzieren. Außerdem sind Elektroautos leiser, effizienter und haben niedrigere Betriebskosten als herkömmliche Fahrzeuge.

Eva: Hallo, ich bin Eva und ich sehe das ein wenig anders. Ja, Elektromobilität mag umweltfreundlicher sein, aber es gibt immer noch viele Herausforderungen zu bewältigen. Zum Beispiel ist die Herstellung von Batterien sehr energieintensiv und es gibt noch keine ausreichende Infrastruktur zum Aufladen von Elektrofahrzeugen. Zudem sind Elektroautos oft teurer als herkömmliche Autos und haben eine begrenzte Reichweite.

Adam: Das stimmt, aber diese Probleme werden mit der Zeit verschwinden. Die Technologie entwickelt sich schnell und es gibt bereits viele Fortschritte bei der Produktion von Batterien. Außerdem wird die Infrastruktur für das Aufladen von Elektrofahrzeugen ständig verbessert und erweitert. Und ja, Elektroautos haben derzeit eine begrenzte Reichweite, aber das wird sich auch bald ändern, da die Batterietechnologie immer effizienter wird.

Eva: Aber was ist mit den Ladezeiten? Ein herkömmliches Auto kann innerhalb weniger Minuten betankt werden, während das Aufladen eines Elektroautos mehrere Stunden dauern kann. Das bedeutet, dass die Benutzer planen und warten müssen, um ihr Auto aufzuladen.

Adam: Ja, das stimmt. Aber die meisten Menschen laden ihre Elektrofahrzeuge über Nacht zu Hause auf, wenn sie schlafen. Und es gibt auch schnellere Ladestationen, die das Aufladen in weniger als einer Stunde ermöglichen. Außerdem sind Elektroautos oft effizienter als herkömmliche Autos, was bedeutet, dass sie weniger oft aufgeladen werden müssen.

Eva: Das mag sein, aber trotzdem ist die Elektromobilität noch nicht weit genug entwickelt, um die herkömmlichen Autos zu ersetzen. Es wird noch lange dauern, bis Elektrofahrzeuge in der Lage sind, mit den Leistungen und dem Komfort von herkömmlichen Autos zu konkurrieren.

Adam: Ich stimme zu, dass Elektromobilität noch nicht so entwickelt ist wie herkömmliche Autos, aber wir müssen uns auf die Zukunft konzentrieren. Elektroautos sind die Zukunft und je schneller wir uns darauf konzentrieren, desto schneller werden wir die Vorteile sehen. Wir müssen jetzt handeln, um die Umweltbelastung zu reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.

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Data Journalism Handbook erscheint 2018 in neuer Version

Das 2011 erstmals veröffentlichte Data Journalism Handbook soll im kommenden Jahr in neuer Fassung erscheinen. Das hat Adam Thomas vom European Journalism Centre in einem Blogeintrag angekündigt. Das EJC erarbeitet die neue Ausgabe in Kooperation mit dem Google News Lab.

Das Data Journalism Handbook gilt inzwischen als Standardwerk zum Thema Datenjournalismus. Beigetragen zu dem stark praxisorientierten Werk haben unter anderem Redakteure der New York Times, der Deutschen Welle, des Guardian und einer ganzen Reihe weiterer namhafter Publikationen. Eine breite Auswahl an Beiträgen aus der Praxis versprechen das EJC und Google auch für die kommende Ausgabe: Vom 31. Juli dieses Jahres an werden die Teams Teilnehmer rekrutieren, die dann 2018 im Rahmen eines “Handbook Hack” die Inhalte erarbeiten sollen. Die einzelnen Kapitel sollen online gehen, sobald sie fertiggestellt sind. Wie bereits bereits die erste Ausgabe soll auch die Neuauflage unter einer Open Source-Lizenz frei genutzt werden können.

Datenjournalismus für Einsteiger – Teil 2

Wer lügen will, ohne die Unwahrheit zu sagen, greift gern zu einer Infografik. Der Anblick von Balken, Kurven oder anderen Bildstatistiken verführt aber auch manchen mit lauteren Absichten zu falschen Schlussfolgerungen. Das folgende Beispiel zeigt die Problematik recht anschaulich auf:

[infogram id=”7e3f60e3-ab98-47a0-97d7-c367c98bdc91″ prefix=”wGs” format=”interactive” title=”Tötet TV-Konsum Kinder?”]

Die Infografik basiert auf echten Zahlen des Statistischen Bundesamts. Die grafische Gestaltung ist aber in mehr als einer Hinsicht irreführend:

Die Y-Achse der Todesfälle beginnt nicht bei Null

Bei dieser Grafik veranschaulichen Säulen die Zahl der Todesfälle. Die Säule für das Jahr 2011 ist mehr als vier Mal so hoch wie die Säule für das Jahr 2014. Auf den ersten Blick scheint die Zahl der Todesfälle um drei Viertel zurückgegangen zu sein. Tatsächlich ist sie aber nur um rund ein Sechstel gesunken.

Dass auch die Y-Achse des TV-Konsums nicht bei Null ansetzt, ist weniger problematisch: Eine Linie soll hier die Entwicklung des TV-Konsums anschaulich machen, einen Größenvergleich stellt der Betrachter weder bewusst noch unbewusst an. Die gewählten Extremwerte lassen die Kurve allerdings steiler erscheinen, als sie es tatsächlich ist – de facto ist der TV-Konsum pro Tag von 2011 bis 2014 ja gerade mal um fünf Minuten gesunken (um gut ein Zwanzigstel also).

Die Daten stellen eine willkürliche Auswahl dar

Dass der Ersteller gezielt Daten ausgewählt hat, die die These “Fernsehkonsum tötet Kinder” stützen, ist der Grafik nicht auf den ersten Blick anzusehen. Tatsächlich reichen die beim Statistischen Bundesamt zu bekommenden Daten für den TV-Konsum von 1995 bis ins Jahr 2015, die Todesfalldaten gehen sogar noch weiter zurück. Wären die Daten von 1995 bis 2015 in die Grafik eingeflossen, wäre es wesentlich schwerer geworden, einen Zusammenhang zwischen TV-Konsum und Todesfällen bei Kindern zwischen 3 und 13 Jahren herzustellen. Eine faire – allerdings eben nicht mehr so eindeutig interpretierbare – Grafik sähe dann zum Beispiel so aus:

[infogram id=”f359760d-0c15-4ce7-97d0-1f2bc77ef9af” prefix=”5PE” format=”interactive” title=”TV-Konsum”]

Diese Infografik weist keine unlauteren Verzerrungen auf, und auch die Mengenverhältnisse der in den einzelnen Jahren gestorbenen Kinder sind klar abzulesen. Dennoch weist auch diese Infografik eine grundsätzliche (und im Journalismus recht verbreitete) Schwäche auf:

Die Infografik suggeriert einen Zusammenhang

Schon das Zusammenführen zweier Statistiken in eine Infografik legt dem Betrachter nahe, hier bestehe ein Zusammenhang. Ein echter Zusammenhang zwischen der Anzahl der Todesfälle unter Kindern und ihrem TV-Konsum lässt sich zumindest so jedoch nicht beweisen: Wer seinen Fernsehkonsum einschränkt, um sich dem U-Bahn-Surfen zu widmen, hat eher ein höheres Sterberisiko, wer von Kika zur Playstation wechselt, bleibt – rein körperlich gesehen – auf dem gleichen Aktivitätslevel. Dass weniger Kinder sterben, mag auch an einer immer besseren medizinischen Vorsorge, wirksameren Therapien oder einer steigenden Zahl von Impfungen liegen, und der sinkende Fernsehkonsum ein zufällig gleichzeitig auftretendes Phänomen sein. Merke: Eine Korrelation beweist keine Kausalität.

Datenjournalismus für Einsteiger – Teil 1

Datenjournalismus: Undurchdringliche Zahlendschungel in komplexen, mehrdimensionalen Tabellen, in die sich nur die fähigsten Mathematiker wagen. Ausgerüstet mit Hochleistungsrechnern, in denen ausgefeilte Algorithmen ein endlos mühsames Werk verrichten, ringen sie diesen Dschungeln Stück für Stück ihre Geheimnisse ab – danke, nichts für mich!

Zugegeben, Datenjournalismus ist ein großes Wort, hinter dem sich viel Kleinarbeit verbirgt. Aber nicht jeder, der Datenjournalismus betreibt, muss deshalb gleich Datenberge wie die Wikileaks-Sammlungen oder die Panama Papers analysieren. Für’s erste genügen sicher auch ein paar Erhebungen aus dem Bundesamt für Statistik.

So lässt sich mit Datenjournalismus beispielsweise mancher Stammtischthese auf den Grund gehen. Untersuchen wir die folgende:

In Deutschland leben Männer weniger lang, weil sie höhere Risiken eingehen als Frauen.

Zunächst ein paar Vorüberlegungen: Wer am Stammtisch von “Risiken” spricht, meint damit gewöhnlich nicht Gesundheitsrisiken, hervorgerufen durch Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Nikotin- und Alkoholkonsum. Welche Risiken der Stammtischbruder im einzelnen meint, müssten wir ihn persönlich fragen. Hier gehen wir vereinfachend davon aus, dass unter die Risiken etwa eine sportliche Fahrweise fällt, die Bereitschaft, gefährliche Maschinen zu bedienen oder einen Kopfsprung in ein unbekanntes Gewässer zu wagen – kurz: Risiken, durch äußere Einflüsse Schaden zu erleiden.

Um die Stammtischthese zu prüfen, benötigen wir eine Statistik, die uns verrät, wie hoch der Anteil von Männern im Vergleich zu Frauen ist, die durch solche äußeren Einflüsse ihr Leben verloren haben (wir gehen hier davon aus, dass der Anteil von Männern und Frauen an der Gesamtbevölkerung etwa gleich ist – tatsächlich betrug das Verhältnis von Männern zu Frauen beim Zensus 2011 48,8 Prozent zu 51,2 Prozent).

Eine solche Statistik finden wir in der Datenbank Genesis des Bundesamts für Statistik. Sie trägt den Titel Gestorbene: Deutschland, Jahre, Todesursachen, Geschlecht und den Code 23211-0002.

Über die Datenbank lässt sich der abgefragte Zeitraum eingrenzen: Zehn Jahre, von 2005 bis zum aktuellsten Jahr der Statistik, 2014, dürften ausreichen, um ein hinlänglich verlässliches Ergebnis zu erzielen.

Als zu betrachtende Todesursachen wählen wir

  • Unfälle einschließlich Spätfolgen
  • Transportmittelunfälle
  • Stürze
  • Ertrinken und Untergehen
  • Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen
  • Tätlicher Angriff

Dann erhalten wir diese Tabelle:

Todesursachenstatistik
Deutschland
Gestorbene (Anzahl)
Todesursachen Geschlecht
männlich weiblich Insgesamt
2005
Unfälle einschließlich Spätfolgen 11 133 8 860 19 993
Transportmittelunfälle 4 111 1 524 5 635
Stürze 3 788 4 760 8 548
Ertrinken und Untergehen 280 120 400
Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen 279 205 484
Tätlicher Angriff 247 206 453
2006
Unfälle einschließlich Spätfolgen 10 999 8 465 19 464
Transportmittelunfälle 3 946 1 413 5 359
Stürze 3 803 4 578 8 381
Ertrinken und Untergehen 298 120 418
Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen 242 164 406
Tätlicher Angriff 255 229 484
2007
Unfälle einschließlich Spätfolgen 10 367 8 141 18 508
Transportmittelunfälle 3 783 1 387 5 170
Stürze 3 457 4 271 7 728
Ertrinken und Untergehen 250 101 351
Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen 205 141 346
Tätlicher Angriff 242 209 451
2008
Unfälle einschließlich Spätfolgen 10 613 8 517 19 130
Transportmittelunfälle 3 468 1 306 4 774
Stürze 3 777 4 556 8 333
Ertrinken und Untergehen 269 123 392
Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen 229 169 398
Tätlicher Angriff 222 221 443
2009
Unfälle einschließlich Spätfolgen 10 673 8 579 19 252
Transportmittelunfälle 3 304 1 167 4 471
Stürze 3 865 4 638 8 503
Ertrinken und Untergehen 284 105 389
Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen 249 184 433
Tätlicher Angriff 222 225 447
2010
Unfälle einschließlich Spätfolgen 10 987 9 303 20 290
Transportmittelunfälle 2 882 1 060 3 942
Stürze 4 347 5 132 9 479
Ertrinken und Untergehen 282 111 393
Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen 226 147 373
Tätlicher Angriff 238 240 478
2011
Unfälle einschließlich Spätfolgen 11 176 9 279 20 455
Transportmittelunfälle 3 218 1 118 4 336
Stürze 4 445 5 277 9 722
Ertrinken und Untergehen 269 101 370
Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen 215 161 376
Tätlicher Angriff 232 199 431
2012
Unfälle einschließlich Spätfolgen 11 255 9 614 20 869
Transportmittelunfälle 2 934 1 045 3 979
Stürze 4 689 5 551 10 240
Ertrinken und Untergehen 297 120 417
Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen 211 173 384
Tätlicher Angriff 204 199 403
2013
Unfälle einschließlich Spätfolgen 11 844 10 172 22 016
Transportmittelunfälle 2 789 982 3 771
Stürze 4 972 5 870 10 842
Ertrinken und Untergehen 335 130 465
Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen 241 174 415
Tätlicher Angriff 180 214 394
2014
Unfälle einschließlich Spätfolgen 12 240 10 536 22 776
Transportmittelunfälle 2 796 927 3 723
Stürze 5 363 6 219 11 582
Ertrinken und Untergehen 287 102 389
Exposition gegenüber Rauch, Feuer und Flammen 214 133 347
Tätlicher Angriff 174 194 368

Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2016  | Stand: 17.08.2016 / 14:00:00

Vorsicht vor zu grober Vereinfachung

Bilden wir jetzt die Summen der an den genannten Ursachen gestorbenen Männer und Frauen, stellen wir fest, dass in den zehn Jahren 194.402 Männer, aber nur 159.167 Frauen aus diesen Gründen ihr Leben verloren haben. Rund 55 Prozent der Getöteten waren also Männer, nur 45 Prozent Frauen.

Ein genauerer Blick in die Tabelle verrät jedoch: Die Sachlage verdient eine differenziertere Betrachtung: Feuer, Wasser und Transportunfälle raffen wesentlich mehr Männer dahin als Frauen. Aber Frauen sterben öfter durch Stürze und liegen als Opfer tätlicher Angriffe mit Männern nahezu gleichauf.

Übertragen wir diese Ergebnisse mit dem Infografik-Dienst Infogr.am in eine Bildstatistik, stellt sich das Resultat so dar:

[infogram id=”b7445f24-a482-4371-a23c-fd3dbfa0b4bf” prefix=”rQ8″ format=”interactive” title=””]

Da behaupte noch einmal jemand, differenzierte Betrachtungen seien nichts für den Stammtisch. Datenjournalismus muss nicht aufwändig sein.