Alle Beiträge von Dirk Bongardt

Seit 1998 Journalist, habe ich alle bisherigen Phasen des digitalen Wandels in unserer Branche miterlebt. Von der Art, wie wir recherchieren, über unsere Möglichkeiten und Werkzeuge, Geschichten zu erzählen bis hin zu der Art, wie unsere Rezipienten unsere Inhalte aufnehmen, ist nichts davon unberührt geblieben. Als Dozent helfe ich angehenden Online-Redakteuren, das Wissen um diese Möglichkeiten und Fakten für ihre Arbeit zu nutzen.

Fünf Bücher für bessere Kommunikation, erfolgreicheres Marketing, produktiveres Arbeiten

(Disclaimer: Bei den Links in diesem Beitrag handelt es sich um Affiliate Links. Wenn Sie ein Buch darüber kaufen, erhalte ich eine kleine Provision. Für Sie ändert sich der Preis jedoch nicht.)

‘Deep Work’, Cal Newport

Kernthese: Deep Work, konzentriertes, fokussiertes Arbeiten über einen längeren Zeitraum bringt außerordentliche Resultate, ist aber eine rare Fähigkeit. Der Autor empfiehlt deshalb

  • feste Orte und Rituale für Deep Work
  • strikte Trennung von Arbeit und Freizeit,
  • zu lernen, Langeweile auszuhalten,
  • Social Media aufzugeben,
  • Shallow Work (Routineaufgaben, die keine hohe Aufmerksamkeit beanspruchen) auf das Notwendigste zu beschränken.

Der Autor rät außerdem dazu, jede Minute des Arbeitstages den verschiedenen Aufgaben zuzuweisen.

‘The black Swan’, Nassim Nicholas Taleb

Kernthese: Es gibt Dinge, die wir nicht wissen, und Dinge, von denen wir nicht einmal wissen, dass wir sie nicht wissen – schwarze Schwäne, die Europäer bis zur Entdeckung Australiens ausnahmslos für weiß gehalten haben. Schwarze Schwäne sind

  1. Ausreißer,
  2. mit extremen Auswirkungen,
  3. die erst in der Rückschau erklärt werden können.

Es gibt Gebiete, auf denen schwarze Schwäne mit größerer Wahrscheinlichkeit auftreten als auf anderen – sogenannte skalierbare Geschäftsfelder gehören dazu. Wer auf positive schwarze Schwäne setzt, benötigt Durchhaltevermögen.

‘Contagious’, Jonah Berger

Kernthese: Virale Verbreitung basiert auf einem oder mehreren von insgesamt sechs Faktoren:

  1. Die Inhalte dienen als soziale Währung;
  2. Die Inhalte sind mit Triggern in der Umwelt der Rezipienten verknüpft;
  3. Die Inhalte lösen Emotionen aus;
  4. Die Inhalte oder Produkte stehen in der Öffentlichkeit;
  5. Die Informationen haben praktischen Nutzen;
  6. Die Inhalte sind in Geschichten eingewoben.

‘Think Again’, Adam Grant

Kernthese: Bei jeder Kommunikation nehmen wir die Rolle eines Predigers (will überzeugen), eines Staatsanwalts (will Recht behalten) oder eines Politikers (will gefallen) ein. Der Autor empfiehlt stattdessen die Rolle eines Wissenschaftlers, der an der Wahrheit oder der besten Lösung interessiert ist.

‘Start with Why’ , Simon Sinek

Kernthese: Der Autor rät, sein Unternehmen um das Warum herum aufzubauen. Er beschreibt einen Golden Circle aus drei konzentrischen Kreisen, die von innen nach außen Warum, Wie und Was (die eigentlichen Produkte des Unternehmens) heißen. Kunden kaufen seiner Ansicht nach wegen des Warum. Er belegt das mit Dell, die ihr Unternehmen auf das Was aufgebaut haben (Computer) und deshalb ihr Angebot nicht erfolgreich auf andere Elektronik erweitern könnten – anders als Apple, die (‘think different’) im Kern ihr Warum verkörpern.

Hier gibt’s weitere Buchtipps.

Videokonferenzen schlecht für kreatives Teamwork

Die Zusammenarbeit per Videokonferenz ist seit dem Coronajahr 2020 von der Ausnahme zur Regel geworden. Für kreatives Teamwork hat diese Art der Zusammenarbeit aber deutliche Nachteile. Das zeigt eine Studie von Melanie S. Brucks (Columbia University) und Jonathan Levav (Stanford University).

Die beiden Forscher haben ihre These zunächst in einem Laborexperiment mit 602 Probanden auf den Prüfstand gestellt. Die Probanden wurden nach dem Zufallsprinzip zu zweiköpfigen Teams zusammengestellt. Sie hatten die Aufgabe, innerhalb von fünf Minuten möglichst viele kreative Ideen zu einem Produkt zu entwickeln, und dann eine weitere Minute, um die beste dieser Ideen auszuwählen. Etwa die Hälfte der Teams arbeiteten in Präsenz an der Aufgabe, die andere Hälfte waren per Videokonferenz miteinander verbunden.

Dabei, und bei einem nachfolgenden Experiment mit 1.490 Probanden, zeigte sich, dass die virtuellen Teams im Durchschnitt deutlich weniger Ideen hervorbrachten als jene, die sich physisch im selben Raum befanden. Die Forscher sehen als einen Grund, dass der gemeinsame Raum in Videokonferenzen auf die Breite des Bildschirms begrenzt ist. Das führe zu einer stärkeren mentalen Fokussierung, die speziell für kreatives Teamwork nicht förderlich sei, so die Annahme. Die weiteren Ergebnisse scheinen den Forschern recht zu geben: Sie konnten keine Unterschiede in der Qualität der Ergebnisse feststellen, wenn es um die Auswahl der jeweils besten Ideen ging. Für Entscheidungsprozesse scheint ein enger Fokus nicht von Nachteil zu sein.

Umfrage: Gedruckte Bücher weiter deutlich beliebter als E-Books

Ressourcenverbrauch hin, Gewicht und Platzbedarf her, das E-Book fasst hierzulande nur schwer Fuß. Das zeigt eine gemeinsame Umfrage von YouGov und Statista. Die Marktforscher befragten dazu im April 2022 insgesamt 2.035 Personen ab 18 Jahren nach ihren Lesegewohnheiten. Klarer Sieger: Gedruckte Bücher.

Gefragt wurden die Teilnehmer, ob sie eher gedrückte Bücher oder eher E-Books lesen würden. Für die gedruckten Bücher entschieden sich 52 Prozent der Befragten, während nur 14 Prozent E-Books den Vorzug gaben. Zwanzig Prozent – immerhin also jeder Fünfte – gaben an, überhaupt keine Bücher zu lesen.

Die Ergebnisse der Umfrage spiegeln sich auch in den Verkaufszahlen wieder. Der Börsenverein des deutschen Buchhandels beziffert den Anteil von E-Book-Verkäufen am Gesamtumsatz auf rund sechs Prozent im Jahr 2021.

Infografik: Print schlägt Digital | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Einen Ausreißer lieferte lediglich das erste Quartal des Jahres 2021. Der Absatz von E-Books kletterte Anfang 2021 um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bemerkenswert: Die Zahl der Käufer ging in diesem Zeitraum sogar leicht zurück. Eine sinkende Zahl von Kunden kauften – im Lockdown – also eine größere Zahl von E-Books.

E-Books bleiben vorerst also in der Nische, die “Holzmedien”, gedruckte Bücher sind für die große Mehrzahl der Leser erste Wahl – trotz ihres Gewichts und der zu ihrer Herstellung benötigten Ressourcen.

Smartphonestudie: Weniger Smartphone, bessere Laune

Dass die permanente Nutzung von Smartphones nicht nur positive Auswirkungen hat, ist keine neue Erkenntnis. In einer aktuellen Smartphonestudie wollten Forscher der Ruhr Universität Bochum herausfinden, wie viel Smartphone guttut.

Sie gewannen für die Untersuchung 619 Probanden. Die teilten sie in drei Gruppen auf: 200 verzichteten für eine Woche komplett auf ihr Smartphone. 226 reduzierten stattdessen die Nutzungsdauer pro Tag um eine Stunde. Und eine Kontrollgruppe von 193 Personen nutzten ihre Smartphones in diesem Zeitraum unverändert.

„Wir konnten zeigen, dass sowohl der komplette Verzicht auf das Smartphone, aber auch die einstündige Reduktion seiner täglichen Nutzung positive Effekte auf den Lebensstil und das Wohlbefinden der Teilnehmenden hatte“, fasst Privatdozentin Dr. Julia Brailovskaia zusammen, unter deren Leitung die Studie stattfand. Die Forscher hatten die Probanden unmittelbar nach der Maßnahme, sowie einen und vier Monate später zu ihren Lebensgewohnheiten und ihrem Wohlbefinden befragt.

Smartphonestudie zeigt: Nutzungsdauer und Gesundheit der Nutzer hängen zusammen.
Und wie lange nutzen Sie Ihr Smartphone pro Tag?

Den nachhaltigsten Effekt zeigte in der Studie nicht der Totalverzicht: Die Gruppe derer, die im Experiment täglich eine Stunde weniger mit dem Smartphone verbracht hatten, nutzten es nach vier Monaten 45 Minuten weniger pro Tag als zuvor. Sie berichteten von einer gesteigerten Lebenszufriedenheit und mehr Zeit körperlicher Aktivität. Depressions- und Angstsymptome sowie der Nikotinkonsum gingen zurück.

Die Smartphonestudie ist nicht repräsentativ. Die Ergebnisse legen jedoch die Vermutung nahe, dass es so etwas wie eine optimale tägliche Nutzungsdauer geben könnte – und dass Totalverzicht nicht immer die beste Lösung ist.

Live-Audio-Streaming jetzt auch bei Spotify

Seit dem anfänglichen Erfolg von Clubhouse sind etliche Dienste entstanden, bei denen Live-Audio eine Rolle spielt, von den Spaces bei Twitter bis zu Amazon Amp. Spotify ist über die separate App Greenroom schon länger dabei. Jetzt nimmt Spotify Live-Audio auch in sein Hauptangebot auf.

Wie das Unternehmen gestern mitteilte, bekommt Greenroom zunächst den neuen Namen Spotify Live. Dieses Angebot wird vorerst als separate App weitergeführt werden. Parallel dazu integriert Spotify ein Live-Audio-Angebot in seine Standard-App. Hörer können sich über die Künstler- oder Podcast-Seite in einen gerade laufenden Livestream schalten. Wer über das reine Hören hinaus in die Konversation einsteigen möchte, kann von da aus zur Spotify Live-App wechseln.

Derzeit können nur ausgewählte Creator direkt auf Spotify live veröffentlichen. Alle übrigen können dazu weiter die frisch in Spotify Live umbenannte App Greenroom nutzen. Der Rollout ist im Gange, die ersten Live-Audio-Events sollen bereits heute stattfinden.

Suche nach Texten und Bildern gleichzeitig: Google stellt Multisearch vor

Bislang lässt Google seinen riesigen Datenbestand wahlweise mit Hilfe von Suchbegriffen in Schriftform oder mit Hilfe von Bildern (über die Rückwärtssuchfunktion in der Google-Bildersuche) durchforsten. Google Multisearch kombiniert jetzt die beiden Methoden.

Manches lässt sich besser zeigen als beschreiben. Über die mobile Google-App lässt sich deshalb nicht nur nach eingetippten Wörtern suchen, sondern auch nach gespeicherten oder über die Kamera erfassten Fotos.

In einem nächsten Schritt kombiniert Google diese Suchmöglichkeiten: Auf dem hauseigenen Blog stellt Produktmanagerin Belinda Zeng Google Multisearch vor. Bislang steht die Funktion nur Android- oder iOS-Nutzern in den USA, und auch nur als Beta-Version zur Verfügung, in dem o. g. Blogbeitrag lässt sich aber schon gut erkennen, wie nützlich diese Suchfunktion werden könnte:

In der mobilen Google-App tippt der Nutzer zunächst auf das Bild-Symbol im Suchfeld, und wählt anschließend ein Foto von seinem Smartphone oder richtet seine Kamera auf ein gesuchtes Motiv in seiner Umgebung. Nachdem er ein Bild ausgewählt oder aufgenommen hat, wischt er nach oben, tippt auf eine Schaltfläche “+ Add to your search”, und ergänzt die Aufnahme um eine Texteingabe.

Als Anwendungsbeispiele nennt Zeng unter anderem das Foto eines orangenfarbenen Kleides, begleitet von der Texteingabe “grün”, um ein ähnlich geschnittenes Kleid in grüner Farbe aufzuspüren, oder das Foto einer Zimmerpflanze, ergänzt um die Textsuche “Pflegeanleitung”. Wann die Funktion das Beta-Stadium verlässt und international bereitgestellt wird, war noch nicht in Erfahrung zu bringen.

Elon Musk startet Umfrage: Kommt jetzt der Edit-Button für Twitter?

Einen Edit-Button für Twitter fordern Nutzer seit Bestehen des Microblogging-Dienstes. Der könnte vielleicht bald Wirklichkeit werden. Darauf deutet zumindest eine Umfrage hin, die Elon Musk heute auf Twitter gestartet hat.

In der vergangenen Woche hatte Elon Musk überraschend rund 9 Prozent der Anteile an dem Kurznachrichtendienst erworben. Das Ergebnis der Umfrage könnte daher mehr als nur ein aktuelles Stimmungsbild liefern. Bei Abfassung dieser Meldung votierten knapp drei Viertel aller Umfrageteilnehmer für einen Edit-Button für Twitter.

Erst einige Tage zuvor hatte es auf dem offiziellen Twitter-Kanal des Netzwerks selbst eine solche Meldung gegeben:

https://twitter.com/Twitter/status/1509951255388504066

Die sorgte allerdings bei den meisten Nutzern nur kurz für Aufsehen, bis sie das Veröffentlichungsdatum, den 1. April, realisierten.

Die Forderung nach einem Edit-Button hatten die Verantwortlichen im Hause Twitter bis dato mit der Begründung abgelehnt, damit ließe sich die Aussage eines Tweets nachträglich in ihr Gegenteil verkehren. So ließe sich auf Twitter nicht mehr sinnvoll diskutieren und auch Retweets seien dann nicht mehr möglich, ohne befürchten zu müssen, dass die Twitterer die so gewonnene Reichweite nutzten, um später eine ganz andere Botschaft zu twittern. Bislang ist die einzige Möglichkeit, einen bereits gesendeten Tweet zu korrigieren, die, ihn komplett zu löschen.

Das ist auch Gegenstand der Diskussion unter dem Tweet mit der Umfrage. Im Gespräch ist dort unter anderem ein Edit-Button, der sich nur einige Minuten nach dem Absenden des Tweets nutzen lässt. Immerhin Rechtschreibfehler ließen sich so korrigieren, ohne einen neuen Tweet abzusetzen.

BGH-Urteil: “Frag den Staat” darf Glyphosat-Gutachten öffentlich machen

Mit der Veröffentlichung des Glyphosat-Gutachtens hat die Initiative Frag den Staat nicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden und damit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Absage erteilt, das die Veröffentlichung des Gutachtens unter Verweis auf den Urheberrechtschutz untersagen wollte.

Wie die Initiative heute mitteilte, wiesen die BGH-Richter eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision eines vorgehenden Urteils zurück. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Oberlandesgericht Köln entschieden, Frag den Staat, respektive die hinter der Plattform stehende Open Knowledge Foundation habe das Glyphosat-Gutachten öffentlich machen dürfen.

Diese hatte das Gutachten zu Krebsrisiken beim Einsatz von Glyphosat zunächst unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz beim Bundesinstitut angefordert und anschließend veröffentlicht. Daraufhin hatte das BfR den Verein abgemahnt und aufgefordert, das Glyphosat-Gutachten offline zu nehmen. Die Betreiber von Frag den Staat hatten sich dem zunächst gebeugt, aber Widerspruch eingelegt, der in einen mehrjährigen Rechtsstreit umschlug.

Bei der Open Knowledge Foundation zeigt man sich einerseits zufrieden mit dem Urteil, andererseits, so die Verantwortlichen, sei es jetzt an der Zeit für eine Gesetzesänderung. “Wir brauchen jetzt eine gesetzliche Klarstellung, dass die Veröffentlichung behördlicher Dokumente urheberrechtlich immer zulässig ist”, ist auf der Website der Initiative zu lesen. Denn “immer wieder versuchen Behörden, mit Berufung auf das Urheberrecht die Veröffentlichung von Dokumenten zu verhindern.” Zumindest ist jetzt das Glyphosat-Gutachten öffentlich – endgültig.

Lantern: App gegen Medienzensur legt in Russland signifikant zu

Russland macht dicht. Die russische Regierung hat nicht nur die freie Berichterstattung innerhalb des Landes drastisch eingeschränkt. Russische Bürger haben es auch zunehmend schwerer, sich aus unabhängigen Quellen zu informieren: Twitter, Facebook, Instagram, die Google News sind nicht mehr erreichbar. Das erklärt den Aufschwung der App Lantern: Die App gegen Medienzensur ermöglicht den Zugriff auf zensierte Websites. Demnächst wohl auch den Informationsaustausch über ein Peer-to-Peer-Netz.

Beobachter befürchten, Russland könne sein Netz demnächst vom globalen Internet abkoppeln, um unliebsame Informationen zur Invasion in die Ukraine zu unterdrücken. Gerade vor diesem Hintergrund wäre ein Peer-to-Peer-Netz innerhalb Russlands ein wirksames Werkzeug, um freie Informationen zu verbreiten. Wie das Online-Magazin Vice berichtet, soll die Netzwerk-Funktionalität innerhalb der nächsten Woche voll funktionstüchtig sein. Der Traffic auf den Servern des Unternehmens ist nach Angaben des Unternehmens in den letzten vier Wochen um 100.000 Prozent gestiegen. Die Angabe kann – wie so vieles dieser Tage – nicht unabhängig überprüft werden. Zudem nennen die Betreiber dieser App gegen Medienzensur auch keine Datenmengen in absoluten Zahlen. Das erschwert es, den prozentualen Zuwachs zu bewerten.

Instagram: Der chronologische Feed ist wieder eine Option (oder zwei, um genau zu sein)

Der neueste Post ganz oben, dann der nächst ältere – und so weiter: Das war einmal. Inzwischen entscheidet ein Algorithmus, welche Posts ein Instagram-Nutzer in welcher Reihenfolge zu sehen bekommt. Wer will, dass Posts in Instagram chronologisch erscheinen, hat jetzt wieder die Wahl – sogar gleich aus zwei Optionen.

Soll weiterhin der Algorithmus festlegen, welche Posts im Instagram-Feed erscheinen, kann der Nutzer einfach alles so lassen, wie es ist. Die Reihung auf Basis des in steter Entwicklung begriffenen Algorithmus bleibt also Standard.

Wer die Beiträge derer, denen er auf Instagram folgt, in umgekehrt chronologischer Reihung zu sehen bekommen will, tippt, ausgehend von der Startseite, auf den Instagram-Schriftzug oben links in der App. Jetzt erscheinen die beiden Optionen “gefolgt” und “Favoriten”. Per Fingertipp auf “gefolgt” ändert sich die Ansicht: Hier entscheidet nicht mehr der Algorithmus, sondern nur noch der Veröffentlichungszeitpunkt über die Reihenfolge der gezeigten Posts.

Eine echte Neuerung stellt die Option “Favoriten” dar. Ein Nutzer kann bis zu 50 Instagram-Accounts zu Favoriten erklären. Deren Inhalte zeigt Instagram dann chronologisch an. Die Instagrammer, deren Konten in die Favoriten aufgenommen wurden, erfahren davon übrigens (zumindest derzeit) nichts.

Die neuen Funktionen sollen in den nächsten Tagen auf allen Smartphones verfügbar sein.

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Zweifel an “authentischer Handlungsfähigkeit” – BSI warnt vor Kaspersky

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI, warnt vor dem Einsatz von Virenschutzsoftware des russischen Herstellers Kaspersky. Konkrete Anhaltspunkte für Spionage- oder Sabotageaktionen mit Hilfe der Schutzsoftware gibt es indessen nicht.

Das BSI begründet seine aktuelle Warnung mit “von russischer Seite ausgesprochenen Drohungen gegen die EU, die NATO und die Bundesrepublik Deutschland”, die sich nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine eindeutig gegen Russland positioniert haben.

In der Meldung des BSI heißt es unter anderem:

Ein russischer IT-Hersteller kann selbst offensive Operationen durchführen, gegen seinen Willen gezwungen werden, Zielsysteme anzugreifen, oder selbst als Opfer einer Cyber-Operation ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden.

Gleichzeitig warnt das BSI aber auch vor übereilten Aktionen (Anmerkung des Autors: Angesichts einer solchen Warnung drei Wochen nach Kriegsausbruch hat man beim BSI wohl eine sehr spezielle Definition von “übereilt”): “Würden IT-Sicherheitsprodukte und insbesondere Virenschutzsoftware ohne Vorbereitung abgeschaltet, wäre man Angriffen aus dem Internet möglicherweise schutzlos ausgeliefert.”

Angesichts der sehr weitreichenden Berechtigungen, die Virenschutzsoftware generell benötigt, ist das Potenzial, den Zweck dieser Software in ihr Gegenteil zu verkehren, unbestritten. Konkrete Anhaltspunkte, dass Kaspersky-Software für Spionage- oder Sabotageakte missbraucht würde, gibt es allerdings derzeit nicht.

Amazon Amp: Nicht noch ein Clubhouse-Klon! Oder doch?

Jetzt springt auch Amazon auf den Live-Audio-Zug auf: Mit “Amp” testet der Online-Versender in den USA einen entsprechenden Dienst – vorerst, auch das eine Parallele zu den frühen Tagen von Clubhouse – nur für iOS und nur per Einladung nutzbar. Nostalgie dürfte aber aus anderen Gründen aufkommen.

Amazon beschreibt seinen neuen Dienst als Neuerfindung des Radios: Die Hosts, also die Studiomoderatoren können abwechselnd plaudern, Höreranrufe entgegen nehmen und Musik auflegen. Dabei haben nach Angaben von Amazon die freie Wahl aus einer Bibliothek von mehreren Millionen Songs.

Amazon Amp soll für Hörer wie für Hosts kostenlos sein. Der Dienst ist aber noch in Entwicklung. Nach Angaben der Verantwortlichen soll die Invite-Only-Lösung Amazon helfen, ihn noch besser auf die Bedürfnisse von Hosts und Hörern zuzuschneiden. Zu den ersten, deren Radioshows dort zu hören sein werden, gehören Künstler und Künstlerinnen wie Nicki Minaj, Pusha T, Tinashe, Lindsey Stirling, Travis Barker, Lil Yachty oder Big Boi.

Derzeit kann die zugehörige App nur über den iOS-Store in den USA heruntergeladen werden. Nutzer können sich über diese App dann auf die Warteliste setzen lassen. Zur Anmeldung benötigen Nutzer ein Konto bei Amazon.

Introducing Amp. Host your own radio show with the music you love!