Alle Beiträge von Dirk Bongardt

Seit 1998 Journalist, habe ich alle bisherigen Phasen des digitalen Wandels in unserer Branche miterlebt. Von der Art, wie wir recherchieren, über unsere Möglichkeiten und Werkzeuge, Geschichten zu erzählen bis hin zu der Art, wie unsere Rezipienten unsere Inhalte aufnehmen, ist nichts davon unberührt geblieben. Als Dozent helfe ich angehenden Online-Redakteuren, das Wissen um diese Möglichkeiten und Fakten für ihre Arbeit zu nutzen.

Suche nach Texten und Bildern gleichzeitig: Google stellt Multisearch vor

Bislang lässt Google seinen riesigen Datenbestand wahlweise mit Hilfe von Suchbegriffen in Schriftform oder mit Hilfe von Bildern (über die Rückwärtssuchfunktion in der Google-Bildersuche) durchforsten. Google Multisearch kombiniert jetzt die beiden Methoden.

Manches lässt sich besser zeigen als beschreiben. Über die mobile Google-App lässt sich deshalb nicht nur nach eingetippten Wörtern suchen, sondern auch nach gespeicherten oder über die Kamera erfassten Fotos.

In einem nächsten Schritt kombiniert Google diese Suchmöglichkeiten: Auf dem hauseigenen Blog stellt Produktmanagerin Belinda Zeng Google Multisearch vor. Bislang steht die Funktion nur Android- oder iOS-Nutzern in den USA, und auch nur als Beta-Version zur Verfügung, in dem o. g. Blogbeitrag lässt sich aber schon gut erkennen, wie nützlich diese Suchfunktion werden könnte:

In der mobilen Google-App tippt der Nutzer zunächst auf das Bild-Symbol im Suchfeld, und wählt anschließend ein Foto von seinem Smartphone oder richtet seine Kamera auf ein gesuchtes Motiv in seiner Umgebung. Nachdem er ein Bild ausgewählt oder aufgenommen hat, wischt er nach oben, tippt auf eine Schaltfläche “+ Add to your search”, und ergänzt die Aufnahme um eine Texteingabe.

Als Anwendungsbeispiele nennt Zeng unter anderem das Foto eines orangenfarbenen Kleides, begleitet von der Texteingabe “grün”, um ein ähnlich geschnittenes Kleid in grüner Farbe aufzuspüren, oder das Foto einer Zimmerpflanze, ergänzt um die Textsuche “Pflegeanleitung”. Wann die Funktion das Beta-Stadium verlässt und international bereitgestellt wird, war noch nicht in Erfahrung zu bringen.

Elon Musk startet Umfrage: Kommt jetzt der Edit-Button für Twitter?

Einen Edit-Button für Twitter fordern Nutzer seit Bestehen des Microblogging-Dienstes. Der könnte vielleicht bald Wirklichkeit werden. Darauf deutet zumindest eine Umfrage hin, die Elon Musk heute auf Twitter gestartet hat.

In der vergangenen Woche hatte Elon Musk überraschend rund 9 Prozent der Anteile an dem Kurznachrichtendienst erworben. Das Ergebnis der Umfrage könnte daher mehr als nur ein aktuelles Stimmungsbild liefern. Bei Abfassung dieser Meldung votierten knapp drei Viertel aller Umfrageteilnehmer für einen Edit-Button für Twitter.

Erst einige Tage zuvor hatte es auf dem offiziellen Twitter-Kanal des Netzwerks selbst eine solche Meldung gegeben:

https://twitter.com/Twitter/status/1509951255388504066

Die sorgte allerdings bei den meisten Nutzern nur kurz für Aufsehen, bis sie das Veröffentlichungsdatum, den 1. April, realisierten.

Die Forderung nach einem Edit-Button hatten die Verantwortlichen im Hause Twitter bis dato mit der Begründung abgelehnt, damit ließe sich die Aussage eines Tweets nachträglich in ihr Gegenteil verkehren. So ließe sich auf Twitter nicht mehr sinnvoll diskutieren und auch Retweets seien dann nicht mehr möglich, ohne befürchten zu müssen, dass die Twitterer die so gewonnene Reichweite nutzten, um später eine ganz andere Botschaft zu twittern. Bislang ist die einzige Möglichkeit, einen bereits gesendeten Tweet zu korrigieren, die, ihn komplett zu löschen.

Das ist auch Gegenstand der Diskussion unter dem Tweet mit der Umfrage. Im Gespräch ist dort unter anderem ein Edit-Button, der sich nur einige Minuten nach dem Absenden des Tweets nutzen lässt. Immerhin Rechtschreibfehler ließen sich so korrigieren, ohne einen neuen Tweet abzusetzen.

BGH-Urteil: “Frag den Staat” darf Glyphosat-Gutachten öffentlich machen

Mit der Veröffentlichung des Glyphosat-Gutachtens hat die Initiative Frag den Staat nicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden und damit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Absage erteilt, das die Veröffentlichung des Gutachtens unter Verweis auf den Urheberrechtschutz untersagen wollte.

Wie die Initiative heute mitteilte, wiesen die BGH-Richter eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision eines vorgehenden Urteils zurück. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Oberlandesgericht Köln entschieden, Frag den Staat, respektive die hinter der Plattform stehende Open Knowledge Foundation habe das Glyphosat-Gutachten öffentlich machen dürfen.

Diese hatte das Gutachten zu Krebsrisiken beim Einsatz von Glyphosat zunächst unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz beim Bundesinstitut angefordert und anschließend veröffentlicht. Daraufhin hatte das BfR den Verein abgemahnt und aufgefordert, das Glyphosat-Gutachten offline zu nehmen. Die Betreiber von Frag den Staat hatten sich dem zunächst gebeugt, aber Widerspruch eingelegt, der in einen mehrjährigen Rechtsstreit umschlug.

Bei der Open Knowledge Foundation zeigt man sich einerseits zufrieden mit dem Urteil, andererseits, so die Verantwortlichen, sei es jetzt an der Zeit für eine Gesetzesänderung. “Wir brauchen jetzt eine gesetzliche Klarstellung, dass die Veröffentlichung behördlicher Dokumente urheberrechtlich immer zulässig ist”, ist auf der Website der Initiative zu lesen. Denn “immer wieder versuchen Behörden, mit Berufung auf das Urheberrecht die Veröffentlichung von Dokumenten zu verhindern.” Zumindest ist jetzt das Glyphosat-Gutachten öffentlich – endgültig.

Lantern: App gegen Medienzensur legt in Russland signifikant zu

Russland macht dicht. Die russische Regierung hat nicht nur die freie Berichterstattung innerhalb des Landes drastisch eingeschränkt. Russische Bürger haben es auch zunehmend schwerer, sich aus unabhängigen Quellen zu informieren: Twitter, Facebook, Instagram, die Google News sind nicht mehr erreichbar. Das erklärt den Aufschwung der App Lantern: Die App gegen Medienzensur ermöglicht den Zugriff auf zensierte Websites. Demnächst wohl auch den Informationsaustausch über ein Peer-to-Peer-Netz.

Beobachter befürchten, Russland könne sein Netz demnächst vom globalen Internet abkoppeln, um unliebsame Informationen zur Invasion in die Ukraine zu unterdrücken. Gerade vor diesem Hintergrund wäre ein Peer-to-Peer-Netz innerhalb Russlands ein wirksames Werkzeug, um freie Informationen zu verbreiten. Wie das Online-Magazin Vice berichtet, soll die Netzwerk-Funktionalität innerhalb der nächsten Woche voll funktionstüchtig sein. Der Traffic auf den Servern des Unternehmens ist nach Angaben des Unternehmens in den letzten vier Wochen um 100.000 Prozent gestiegen. Die Angabe kann – wie so vieles dieser Tage – nicht unabhängig überprüft werden. Zudem nennen die Betreiber dieser App gegen Medienzensur auch keine Datenmengen in absoluten Zahlen. Das erschwert es, den prozentualen Zuwachs zu bewerten.

Instagram: Der chronologische Feed ist wieder eine Option (oder zwei, um genau zu sein)

Der neueste Post ganz oben, dann der nächst ältere – und so weiter: Das war einmal. Inzwischen entscheidet ein Algorithmus, welche Posts ein Instagram-Nutzer in welcher Reihenfolge zu sehen bekommt. Wer will, dass Posts in Instagram chronologisch erscheinen, hat jetzt wieder die Wahl – sogar gleich aus zwei Optionen.

Soll weiterhin der Algorithmus festlegen, welche Posts im Instagram-Feed erscheinen, kann der Nutzer einfach alles so lassen, wie es ist. Die Reihung auf Basis des in steter Entwicklung begriffenen Algorithmus bleibt also Standard.

Wer die Beiträge derer, denen er auf Instagram folgt, in umgekehrt chronologischer Reihung zu sehen bekommen will, tippt, ausgehend von der Startseite, auf den Instagram-Schriftzug oben links in der App. Jetzt erscheinen die beiden Optionen “gefolgt” und “Favoriten”. Per Fingertipp auf “gefolgt” ändert sich die Ansicht: Hier entscheidet nicht mehr der Algorithmus, sondern nur noch der Veröffentlichungszeitpunkt über die Reihenfolge der gezeigten Posts.

Eine echte Neuerung stellt die Option “Favoriten” dar. Ein Nutzer kann bis zu 50 Instagram-Accounts zu Favoriten erklären. Deren Inhalte zeigt Instagram dann chronologisch an. Die Instagrammer, deren Konten in die Favoriten aufgenommen wurden, erfahren davon übrigens (zumindest derzeit) nichts.

Die neuen Funktionen sollen in den nächsten Tagen auf allen Smartphones verfügbar sein.

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Zweifel an “authentischer Handlungsfähigkeit” – BSI warnt vor Kaspersky

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI, warnt vor dem Einsatz von Virenschutzsoftware des russischen Herstellers Kaspersky. Konkrete Anhaltspunkte für Spionage- oder Sabotageaktionen mit Hilfe der Schutzsoftware gibt es indessen nicht.

Das BSI begründet seine aktuelle Warnung mit “von russischer Seite ausgesprochenen Drohungen gegen die EU, die NATO und die Bundesrepublik Deutschland”, die sich nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine eindeutig gegen Russland positioniert haben.

In der Meldung des BSI heißt es unter anderem:

Ein russischer IT-Hersteller kann selbst offensive Operationen durchführen, gegen seinen Willen gezwungen werden, Zielsysteme anzugreifen, oder selbst als Opfer einer Cyber-Operation ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden.

Gleichzeitig warnt das BSI aber auch vor übereilten Aktionen (Anmerkung des Autors: Angesichts einer solchen Warnung drei Wochen nach Kriegsausbruch hat man beim BSI wohl eine sehr spezielle Definition von “übereilt”): “Würden IT-Sicherheitsprodukte und insbesondere Virenschutzsoftware ohne Vorbereitung abgeschaltet, wäre man Angriffen aus dem Internet möglicherweise schutzlos ausgeliefert.”

Angesichts der sehr weitreichenden Berechtigungen, die Virenschutzsoftware generell benötigt, ist das Potenzial, den Zweck dieser Software in ihr Gegenteil zu verkehren, unbestritten. Konkrete Anhaltspunkte, dass Kaspersky-Software für Spionage- oder Sabotageakte missbraucht würde, gibt es allerdings derzeit nicht.

Amazon Amp: Nicht noch ein Clubhouse-Klon! Oder doch?

Jetzt springt auch Amazon auf den Live-Audio-Zug auf: Mit “Amp” testet der Online-Versender in den USA einen entsprechenden Dienst – vorerst, auch das eine Parallele zu den frühen Tagen von Clubhouse – nur für iOS und nur per Einladung nutzbar. Nostalgie dürfte aber aus anderen Gründen aufkommen.

Amazon beschreibt seinen neuen Dienst als Neuerfindung des Radios: Die Hosts, also die Studiomoderatoren können abwechselnd plaudern, Höreranrufe entgegen nehmen und Musik auflegen. Dabei haben nach Angaben von Amazon die freie Wahl aus einer Bibliothek von mehreren Millionen Songs.

Amazon Amp soll für Hörer wie für Hosts kostenlos sein. Der Dienst ist aber noch in Entwicklung. Nach Angaben der Verantwortlichen soll die Invite-Only-Lösung Amazon helfen, ihn noch besser auf die Bedürfnisse von Hosts und Hörern zuzuschneiden. Zu den ersten, deren Radioshows dort zu hören sein werden, gehören Künstler und Künstlerinnen wie Nicki Minaj, Pusha T, Tinashe, Lindsey Stirling, Travis Barker, Lil Yachty oder Big Boi.

Derzeit kann die zugehörige App nur über den iOS-Store in den USA heruntergeladen werden. Nutzer können sich über diese App dann auf die Warteliste setzen lassen. Zur Anmeldung benötigen Nutzer ein Konto bei Amazon.

Introducing Amp. Host your own radio show with the music you love!

Google zeigt in Russland keine Anzeigen mehr

Google-Mutterkonzern Alphabet hat entschieden, das Anzeigengeschäft in Russland vorerst auszusetzen. Die Entscheidung betrifft Anzeigen im Umfeld von Suchergebnissen ebenso wie solche auf YouTube und auf den Websites externer Partner.

Wie Reuters und zahlreiche andere Medien berichten, hat Google in Russland, den Anzeigenverkauf komplett eingestellt. Zuvor waren bereits Twitter und Snapchat diesen Schritt gegangen. Bei Google begründet man diesen Schritt mit “außergewöhnlichen Umständen in einer sich rasch entwickelnden Situation”. Google hatte bereits zuvor russische Staatsmedien von ihrem Anzeigengeschäft ausgeschlossen.

Die russische Medienaufsicht Roskomnadzor hatte Google zuvor aufgefordert, Anzeigen zu entfernen, die “irreführende” Informationen über gefallene russische Soldaten oder bei russischen Angriffen getötete Zivilisten in der Ukraine enthielten. Google hatte in Russland bereits im letzten Jahr mehr als 32 Millionen Rubel an Strafzahlungen für das Verbreiten missliebiger Informationen zahlen müssen.

Google dürfte diesen Schritt aber nicht aus rein finanziellen Erwägungen gegangen sein. Schon in der Vergangenheit hatte die russische Regierung gedroht, einzelne Mitarbeiter von Unternehmen für Regelverstöße zur Verantwortung zu ziehen.

Instagram contra TikTok: Videoplattformen auf Gegenkurs

Mit den Reels hat Instagram ein wesentliches Erfolgsrezept der Videoplattform TikTok kopiert. Doch inzwischen deutet sich an, dass die beiden Plattformen sich entgegengesetzte Richtungen entwickeln.

Einige Zeit sah es so aus, als kopiere Instagram jeweils die erfolgreichsten Funktionen konkurrierender Plattformen. Die Stories ließen sich unschwer als Klon der gleichnamigen Snapchat-Funktion erkennen. Mit IGTV, so sah es jedenfalls für einige Zeit aus, sollte ein Gegenangebot zum Platzhirschen YouTube aufgebaut werden, Die Reels schließlich waren Instagrams Antwort auf den enormen Erfolg von TikTok.

Stop für lange Videos bei Instagram, Go bei TikTok

Doch die Entwicklung bleibt nicht stehen: TikTok, so erfuhren etliche Nutzer per Kurznachricht, erlaubt künftig den Upload von Videos in einer Länge von bis zu zehn Minuten und bewegt sich damit in Richtung YouTube. Instagram scheint indessen IGTV, sein Format für längere Videos, aufzugeben: Die eigenständige IGTV-App wird bald nicht mehr unterstützt, und die Plattform stellt auch die Monetarisierung für IGTV-Videos ein. Reels mit einer Minute Länge soll die Zukunft gehören.

Ob sich TikTok mit langen, oder Instagram mit kurzen Videos über kurz oder lang durchsetzt, lässt sich derzeit nicht absehen. YouTube, wo seit einiger Zeit Shorts als kurzes Hochkantformat Zuschauer binden sollen, bedient auch weiterhin Zuschauer, die an wirklich langen Formaten Gefallen finden.

Signal vorn, WhatsApp im Mittelfeld, Telegram außen vor: Stiftung Warentest prüft Instant Messenger

Die Stiftung Warentest hat 15 Instant Messenger-Dienste, jeweils für iOS und Android, näher unter die Lupe genommen. Platzhirsch WhatsApp hat dabei schlechter abgeschnitten, als es seine Beliebtheit vermuten ließe.

Im guten Mittelfeld sehen die Tester der Stiftung Warentest den Instant Messenger WhatsApp vor allem auf Grund seiner intransparenten Angaben zum Datenschutz. Dabei wussten sie allerdings auch seine Stärken zu würdigen, namentlich die Möglichkeit, auch bei schlechter Verbindung damit zu telefonieren.

Im Gesamtpaket schnitt Signal am besten ab, auch wenn die Tester hier ebenfalls problematische Formulierungen in der Datenschutzerklärung bemängelten. Für viele überraschen, hatte es dagegen Telegram erst garnicht in die Übersicht geschafft: Die Stiftung Warentest schloss sich der Auffassung des Justizministeriums an, es handle sich um ein soziales Netzwerk. Damit verbot sich der direkte Vergleich mit anderen Instant Messengern.

Vermutet werden darf allerdings, dass Telegram auch als Messenger nicht auf einem vorderen Platz gelegen hätte: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gewährleistet Telegram nämlich nicht durchgängig.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist eine Sicherheitsmethode, bei der Informationen so verschlüsselt werden, dass nur die beteiligten Personen sie entschlüsseln und lesen können. Selbst der Dienstleister kann den Inhalt nicht einsehen.

So präsentierst du YouTube Shorts im Kanal

Video-Creator können jetzt ihre YouTube Shorts im Kanal prominent hervorheben. YouTube bietet in der Kanalansicht dazu jetzt einen Short Shelf. Das zeigt die neuesten Kurz-Videos des entsprechenden Kanals an.

Ruft ein Nutzer den Kanal auf, sieht er die YouTube Shorts im Kanal in einer separaten Übersicht, dem sogenannten Short Shelf.
Das Short Shelf des Kanals technisch gesehen, direkt an zweiter Stelle der “Kanalabschnittsempfehlungen”

Nachdem erst TikTok und in der Folge auch Instagram mit kurzen Hochkant-Videos einen Trend gesetzt haben, pusht auch YouTube seit einiger Zeit dieses Format. Creator können direkt aus Smartphone-App heraus Shorts aufnehmen, vertonen und auf ihren Kanal hochladen.

Grundsätzlich lassen sich die Shorts im Kanal Seite an Seite mit längeren Videos im Querformat zu Playlists anordnen. Um YouTube Shorts im Kanal hervorzuheben, ist es auch möglich, sie in einer separaten Playlist zu sammeln. Letzteres ist dank Short Shelf jetzt überflüssig geworden.

YouTuber, die bereits Shorts auf ihrem Kanal veröffentlicht haben, finden das Short Shelf auf der Kanalseite ganz unten. Über die Funktion “Kanal anpassen” (am Desktop) können die YouTuber die Position des Short Shelf variieren – auf Wunsch auch ganz nach oben.

YouTube schiebt Shorts energisch an

Dass Shorts für YouTube von enormer Bedeutung sind, lässt sich auch an einem Tweet von YouTubes Chief Product Officer Neal Mohan ablesen:

So arbeitet das Unternehmen an Möglichkeiten für die Creator, mit ihren Shorts Geld zu verdienen. Bald soll YouTube-Nutzer auch mit eigenen Shorts auf andere Shorts antworten können. Mohan kündigt daneben umfangreichere Bearbeitungsmöglichkeiten, Filter und Effekte an.

Von dem Dreikampf zwischen TikTok, Instagram und YouTube profitieren nicht zuletzt die Creator und die Marketer, die damit bisher unerreichbar geglaubte Reichweiten erzielen können.

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Search Chips: Suche im Google Drive wird effizienter

Nutzer des Cloud-Speicherdienstes Google Drive können ihre Datenbestände in Zukunft noch effizienter durchsuchen. Die “Search Chips”, die Google im November einzelnen Nutzern in einer Beta-Version präsentiert hat, stehen demnächst allen Nutzern zur Verfügung. Die Suche im Google Drive wird damit deutlich effizienter – vor allem in umfangreichen Datensammlungen.

Für die Suche im Google Drive stehen jetzt "Search Chips" zur Verfügung. Mit Hilfe einer Leiste oberhalb der Suchergebnisse kann der Anwender die Resultate filtern.
“Search Chips” nennt Google die Schaltflächen oberhalb der Resultate.

Search Chips nennt Google die Schaltflächen, die nach der Eingabe eines Suchbegriffs im Drive oberhalb der Suchergebnisse erscheinen. Damit kann der Nutzer die Resultate nach verschiedenen Kriterien filtern. So lassen sich die Ergebnisse nach Speicherort und Dateityp eingrenzen, nach Personen filtern, mit denen der Inhalt geteilt wurde, oder nach dem Zeitpunkt der letzten Bearbeitung.

Insbesondere Nutzer, die im Google Drive umfangreiche Datenbestände lagern, finden so wahrscheinlich erheblich schneller ein gesuchtes Dokument. Google hat mit dem Freischalten der neuen Funktion am 15. Februar begonnen. Es kann, wie es in der Mitteilung des Unternehmens heißt, aber noch bis zu zwei Wochen dauern, bis die Search Chips bei allen Nutzern sichtbar werden. Ein Zutun der Anwender ist aber nicht erforderlich.

Wer testen möchte, ob sein Cloud-Speicher bereits die neue Funktion bietet, kann in die Suche im Google Drive einfach einen Suchbegriff eingeben und die Eingabetaste drücken. Sind die Search Chips verfügbar, erscheinen sie dann automatisch.