Seit 1998 Journalist, habe ich alle bisherigen Phasen des digitalen Wandels in unserer Branche miterlebt. Von der Art, wie wir recherchieren, über unsere Möglichkeiten und Werkzeuge, Geschichten zu erzählen bis hin zu der Art, wie unsere Rezipienten unsere Inhalte aufnehmen, ist nichts davon unberührt geblieben. Als Dozent helfe ich angehenden Online-Redakteuren, das Wissen um diese Möglichkeiten und Fakten für ihre Arbeit zu nutzen.
“Moonwalking with Einstein“* von Joshua Foer ist ein Buch über das menschliche Gedächtnis und die Kunst der Mnemotechnik. Der Autor beschreibt seine Reise als unbedarfter Journalist, der an einem US-amerikanischen Meisterschaftswettbewerb für Gedächtnissportler teilnimmt und dabei die Techniken und Methoden der Teilnehmer kennenlernt.
Das Buch zeigt, wie man sein Gedächtnis trainieren und verbessern kann, vergleichbar mit einem Muskel, der durch regelmäßige gezielte Belastung stärker wird. Der Autor beschreibt auch, wie Mnemotechniken von antiken Rhetorikern und Schauspielern verwendet wurden und wie sie heute von Menschen eingesetzt werden, die sich an große Mengen an Informationen erinnern müssen, wie Gedächtnissportler, Studenten und beispielsweise Schachspieler.
Das Buch ist sowohl unterhaltsam als auch informativ und bietet einen Einblick in die Welt des Gedächtnissports und die Faszination, die dahintersteckt. Es ist eine Inspiration für jeden, der sein Gedächtnis verbessern und sich dafür interessiert, wie Menschen Wissen speichern, verarbeiten und erinnern.
*Disclaimer: Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate Link. Wenn Sie ein Buch darüber kaufen, erhalte ich eine kleine Provision. Für Sie ändert sich der Preis jedoch nicht.
(Disclaimer: Bei den Links in diesem Beitrag handelt es sich um Affiliate Links. Wenn Sie ein Buch darüber kaufen, erhalte ich eine kleine Provision. Für Sie ändert sich der Preis jedoch nicht.)
„Viele klagen über ihr schwaches Gedächtnis, aber niemand über seinen schwachen Verstand“, heißt es. Wenn es Ihnen ähnlich geht, kann Ihnen Gregor Staubs Buch ziemlich nützlich sein. Darin bietet er ein Trainingsprogramm, mit denen sich unterschiedlichste Informationen, vom Inhalt eines Einkaufszettels bis zur Handynummer, im Gedächtnis verankern lassen. Seit ich das Buch gelesen habe, kann ich mir endlich meine eigene Handynummer merken – auch wenn ich mir dazu eine kurze Geschichte erzählen muss, in der ein Ritter, unser Sodastreamer und Schneewittchen eine Rolle spielen.
Eine Videokamera hat heutzutage (fast) jeder, steckt sie doch in praktisch jedem Smartphone. Ob es gelingt, damit Aufnahmen zu machen, die sich andere gern, und vielleicht sogar mehr als einmal, ansehen, steht aber auf einem anderen Blatt. Steve Stockman erklärt in leicht verständlichen, kurzen Kapiteln, worauf es beim Dreh ankommt. Er hält sich nicht mit Filmtheorie auf, und erspart sich auch die Beschreibung spezieller Technik. Stattdessen bietet er Übungen rund um Aufnahme und Schnitt, die jeder mit jeder Kamera sofort umsetzen kann, ob er nun eine Hochzeit, den Familienurlaub, einen Werbeclip oder ein Video für TikTok aufnehmen will.
Wer in Vertrieb oder Marketing tätig ist, wird Dan Arielys Erkenntnisse aus diesem Buch lieben (aber viele davon wahrscheinlich auch schon kennen): Der Autor erklärt, warum das Wort „kostenlos“ Menschen magisch anzieht, auf welcher Grundlage unser Gehirn einen als fair empfundenen Preis ermittelt (Spoiler: Das hat selten etwas mit dem tatsächlichen Wert einer Sache zu tun) und warum jemand, der im Restaurant als erster bestellt, meist die beste Wahl trifft.
Disclaimer: Den folgenden Beitrag hat ChatGPT verfasst, ich habe lediglich das Thema vorgegeben. Das Bild unten hat die KI StableDiffusion generiert. Beides veranschaulicht, worauf sich Kreative künftig einstellen müssen.
In den letzten Jahren hat sich Künstliche Intelligenz (KI) rasant entwickelt und hat Auswirkungen auf viele Branchen, darunter auch die kreative Branche. Von der Gestaltung von Grafiken und Websites bis hin zur Erstellung von Texten und Musik – KI kann in vielen Bereichen der kreativen Arbeit eine Unterstützung sein. Doch wie wird KI die Arbeit Kreativer in Zukunft verändern? Wird sie ihnen das Leben erleichtern oder ihre Arbeitsplätze gefährden? In diesem Blogartikel werfen wir einen Blick auf die Möglichkeiten von KI in der kreativen Branche und diskutieren die Auswirkungen auf die Arbeit Kreativer.
Was KI in der kreativen Branche leisten kann
KI hat in der kreativen Branche bereits viele Anwendungsmöglichkeiten gefunden. Einige Beispiele sind:
Gestaltung von Grafiken und Websites: KI kann bei der Gestaltung von Grafiken und Websites helfen, indem sie vorgefertigte Design-Elemente anbietet, die auf verschiedene Branchen und Zielgruppen abgestimmt sind. Dies kann den Gestaltungsprozess beschleunigen und Kreativen mehr Zeit für die Entwicklung von Ideen und Konzepten lassen.
Erstellung von Texten: KI kann bei der Erstellung von Texten unterstützen, indem sie vorschlägt, welche Wörter oder Sätze sinnvoll sind und eine kohärente Struktur vorgibt. Dies kann besonders bei der Erstellung von Texten für Social Media oder Marketing-Materialien hilfreich sein.
Musikproduktion: KI kann bei der Musikproduktion eine Unterstützung sein, indem sie Musikstücke erstellt oder bestehende Musik bearbeitet. Zum Beispiel könnte KI bei der Erstellung von Remixen helfen, indem sie verschiedene Musikstücke miteinander kombiniert und daraus einen neuen Song erstellt.
Übersetzungen: KI kann auch bei der Übersetzung von Texten helfen, indem sie Texte von einer Sprache in eine andere überträgt. Dies kann besonders in der Übersetzung von großen Textmengen hilfreich sein und den Übersetzungsprozess beschleunigen.
Insgesamt bietet KI in der kreativen Branche viele Möglichkeiten, um Aufgaben zu vereinfachen und zu beschleunigen, sodass Kreative mehr Zeit für die Entwicklung von Ideen und Konzepten haben.
Auswirkungen von KI auf die Arbeit Kreativer
KI kann die Arbeit Kreativer in vielerlei Hinsicht verändern und hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Einige mögliche Auswirkungen sind:
Vereinfachung von manuellen Aufgaben: KI kann dazu beitragen, dass Kreative weniger Zeit für manuelle Aufgaben aufwenden müssen, indem sie diese übernimmt. Dies kann dazu beitragen, dass Kreative mehr Zeit für die Entwicklung von Ideen und Konzepten haben und sich auf die wichtigsten Aufgaben konzentrieren können.
Neue Aufgabenbereiche: KI könnte auch neue Aufgabenbereiche eröffnen, die bisher nicht möglich waren. Zum Beispiel könnten Kreative mit KI zusammenarbeiten, um neue Musikstile oder Designs zu erstellen, die ohne KI nicht möglich wären.
Bedenken hinsichtlich Arbeitsplätzen: Einige Kreative haben Bedenken, dass KI ihre Arbeitsplätze gefährden könnte, indem sie Aufgaben übernimmt, die bisher von Menschen erledigt wurden. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass KI in vielen Fällen lediglich eine Unterstützung darstellt und nicht die Fähigkeiten von Kreativen ersetzt.
Ausblick
Insgesamt wird KI die Arbeit Kreativer in Zukunft verändern, indem sie manuelle Aufgaben vereinfacht und neue Aufgabenbereiche eröffnet. Es ist jedoch wichtig, dass Kreative sich weiterbilden und ihre Fähigkeiten auf dem neuesten Stand halten, um auf die Veränderungen durch KI vorbereitet zu sein.
KI wird in Zukunft immer mehr an Bedeutung in der kreativen Branche gewinnen und wird die Arbeit Kreativer verändern. Sie kann dazu beitragen, dass Kreative weniger Zeit für manuelle Aufgaben aufwenden müssen und sich mehr auf die Entwicklung von Ideen und Konzepten konzentrieren können. Zudem könnte sie neue Aufgabenbereiche eröffnen, die bisher nicht möglich waren.
Es ist jedoch wichtig, dass Kreative ihre Fähigkeiten weiter entwickeln und auf dem neuesten Stand halten, um auf die Veränderungen durch KI vorbereitet zu sein. Auch wenn KI manche Aufgaben übernehmen kann, ersetzt sie nicht die Kreativität und das Know-how von Menschen. Kreative sollten daher ihre Stärken nutzen und sich auf die Aufgaben konzentrieren, die nur Menschen leisten können.
Insgesamt wird KI in Zukunft die Arbeit Kreativer verändern, aber sie wird nicht das Ende der kreativen Arbeit bedeuten. Kreative sollten sich auf die Veränderungen einstellen und ihre Fähigkeiten weiter entwickeln, um in der künstlichen Intelligenz-Ära erfolgreich zu sein.
Alle reden mit und über ChatGPT. Ich auch. Aber ob wir Freunde werden?
Ein Texter ohne Job Sitzt vor seinem Computer Nur leere Seiten
Ein Haiku von ChatGPT
KIs komponieren Musik. KIs generieren Bilder, die von Werken professioneller Grafiker kaum zu unterscheiden sind. Und KIs verfassen Texte. Das tun sie schon seit ein paar Jahren, aber mit ChatGPT hat OpenAI jetzt ein Sprachmodell öffentlich gemacht, das die Welt verändern wird.
Längst sind KIs in den Journalismus eingezogen: Bei großen Fußballturnieren etwa sammeln Menschen und Sensoren eine so große Fülle von Daten, dass Sprachmodelle daraus später Spielberichte generieren können, die von denen menschlicher Sportreporter nur noch durch ihre geringere Fehlerzahl zu unterscheiden sind.
ChatGPT verfasst Glossen, Hausaufgaben – und macht Fehler
Doch ChatGPT stellt solche Spezialfälle in den Schatten: Wenn ich das Chat-Tool bitte „Verfasse eine Glosse zum Thema ‚Kälte‘ im Stil von Franz-Josef Wagner“, dann liefert ChatGPT einen Text, der des Boulevard-Urgesteins würdig wäre. Und wenn ich ihn auffordere: „Schreibe eine Hausaufgabe für das Fach Geschichte, siebte Klasse, über den Hitler-Stalin-Pakt“, dann ersinnt die KI eine detaillierte Aufgabenstellung, die mein seliger Geschichtslehrer nicht besser hinbekommen hätte. Um diese Aufgabe im nächsten Schritt fehlerfrei und jahrgangsstufengerecht zu lösen.
Nicht immer arbeitet ChatGPT ganz fehlerfrei: Bei seinen Limericks passen die Reime manchmal nicht, und bei einer Frage nach den Risiken von Identitätsdiebstahl bei Kindern warnte die KI, Kinder würden wahrscheinlich „nicht regelmäßig ihre Kreditberichte überprüfen“, was zwar rein technisch korrekt, aber im Kontext trotzdem Quatsch ist.
Es ist diese Art von Fehlern, die von der KI erstellte Texte von menschlichen Werken (noch) unterscheidbar macht. Falls sie jemandem auffallen.
Autoren werden (demnächst) überflüssig
Warum sollte eine KI kein Gesicht haben? (Bild: Stable Diffusion 2.1)
An dieser Stelle wird’s für mich persönlich: Ich verdiene einen nicht unwichtigen Teil meines Einkommens mit dem Verfassen von Texten. Diesen Markt regeln im wesentlichen Angebot und Nachfrage. Sind KIs erst einmal in der Lage, informative, unterhaltsame und inhaltlich korrekte Texte zu verfassen, können menschliche Texter einpacken. KI-Leistungen sind, anders als menschliche Dienste, skalierbar. Deshalb muss ein Mensch, wenn er von seiner Arbeit leben will, ein Honorar verlangen, das den Preis, den die Betreiber von KIs aufrufen, um ein Vielfaches übertrifft.
Wie gesagt: ChatGPT macht noch Fehler. Aber es ist ein essenzielles Merkmal von KIs, dass sie sehr schnell lernen. Wenn es gut für uns Autoren läuft, dann dauert es noch ein paar Jahre, bevor wir überflüssig werden.
„Und was ist mit dem menschlichen Faktor? Lesen Menschen nicht lieber etwas, wenn sie ein Bild von den Verfassern haben?“ Das stimmt, aber was sollte den Redakteur, der Texte per KI generieren lässt, dazu zwingen, das offenzulegen? Wissen Sie, wie viele AI-Texte Sie schon gelesen haben, die mit dem Namen eines menschlichen Verfassers versehen waren? Oder sogar mit einem Autorenfoto?
Ein Blick in die Geschichte menschlicher Arbeit zeigt: Sobald Maschinen eine solche Arbeit billiger und in vergleichbarer Qualität leisten konnten, ersetzten sie ihre menschlichen Kollegen. Ich muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das auch dieses Mal der Fall sein wird.
Über die Konsequenzen, die ich persönlich daraus ziehen werde, bin ich mir noch nicht ganz sicher. Die “Gnade der frühen Geburt” lässt mich hoffen, bereits im Ruhestand zu sein, wenn die Kinder und Enkel von ChatGPT meinen Berufsstand ausradieren werden. Aber, verdammt, sie werden so schnell groß!
Was hatte ich mit Twitter Spaß. So vor elf, zwölf Jahren, als ich, just for fun, ein paar Western verfasste und die Plattform nutzte, um dafür die Werbetrommel zu rühren. Und auch in den Jahren danach, wenn ich während bedeutender Sportwettkämpfe, Tatort-Erstausstrahlungen und anderer Fernsehereignisse an Echtzeit-Diskussionen zu eben diesen teilnahm.
Blocken half auf Twitter immer weniger
Auch als die ersten aus meinem Umfeld die Twitterei drangaben, weil sie sich angesichts immer häufigerer, immer heftigerer Pöbeleien dort zunehmend unwohl fühlten, blieb ich. Trolle, Schwurbler und andere Unsympathen blockte ich mir vom Halse und behielt so eine weitgehend deppenfreie Timeline.
Aber dann kam Covid-19, ein Virus, das offenbar selbst bei manchen Nicht-Infizierten die Blut-Hirn-Schranke überwindet. Kam ich schon zu Beginn der Pandemie mit dem Blocken kaum hinterher, brach mit der Entwicklung der ersten Impfstoffe endgültig der Irrsinn aus.
Bitte nicht falsch verstehen: Irrsinn ist nicht, das persönliche Risiko einer Impfkomplikation gegen das persönliche Risiko einer unvorbereiteten Infektion abzuwägen, und dabei zu einer Bewertung zu kommen, die sich von meiner Bewertung unterscheidet. Irrsinn ist es unter anderem, sachliche Diskussionen durch Todesdrohungen zu ersetzen.
Von “Free Speech” zu “Name & Shame”
Seither hat sich die Lage nicht gebessert, nicht global, und nicht auf Twitter. Und das wird sie wohl auch nicht mehr. Elon Musk ist ein enthusiastischer Verteidiger der freien Rede, Kollateralschäden nimmt er in Kauf. Es sei denn, die äußern sich in abwandernden Werbekunden:
Thank you.
A thermonuclear name & shame is exactly what will happen if this continues.
Elon Musk zieht also ein thermonukleares Bloßstellen „abtrünniger“ Werbekunden in Erwägung. Dass die ihre Werbebotschaft nicht in einem Umfeld platzieren wollen, wie es Twitter derzeit bietet, scheint Musk nicht in den Sinn zu kommen. Oder dass sie mit dem von wenig Wertschätzung geprägten Umgang Musks mit seinen Mitarbeitern nicht identifiziert werden mögen. Es können nur „Aktivisten“ sein, mit denen es sich die Werber nicht verscherzen wollen, da ist der Aufbau einer Drohkulisse gewiss die wirksamste Gegenmaßnahme.
Wenn im alten Rom ein siegreicher Feldherr im Triumphzug durch die Ewige Stadt fuhr, stand hinter ihm stets ein Sklave. Der hatte einerseits die Aufgabe, dem Triumphator einen Lorbeerkranz über sein Haupt zu halten. Andererseits wiederholte er während des Triumphzugs immer wieder „Memento te hominem esse“ – „Bedenke, dass du ein Mensch bist“. Es war nicht alles schlecht im alten Rom.
Übelste Fake News, hemmungsloser Hatespeech, Trolle der schlimmsten Sorte, einschließlich… na, egal, schlimm wird’s werden, davon sind viele Nutzer überzeugt. Aber nicht nur ein einst verbannter Golfspieler und Hotelier soll zurückkehren, auch einem schon vor Jahren zu den Akten gelegten Dienst dürfte Elon Musk neues Leben einhauchen: Vine. Und das ist gar keine so schlechte Nachricht.
Sechs Sekunden lang waren die Videos, die Nutzer auf der Videoplattform veröffentlichen konnten, und dieses enorm knappe Limit inspirierte einige zu wahrhaft genialen Winzigvideos. Zu den Stars in der Vine-Szene zählte seinerzeit Zach King, der es auch auf YouTube zu einiger Bekanntheit (gemessen an 14,7 Millionen Abonnenten) gebracht hat.
Dass Elon Musk Vine ein zweites Leben schenkt, gilt als ausgemacht, nachdem er Ende Oktober seine Nutzer dazu befragt hat:
Wie Axios aus mehreren Quellen erfahren haben will, soll Musk seine Mitarbeiter aufgefordert haben, möglicherweise schon bis zum Jahresende einen Reboot von Vine auf die Beine zu stellen. Musk könnte den Videodienst als Konkurrenz zu TikTok aufbauen wollen. Während TikTok seinen Nutzern Videos algorithmusbasiert ausliefert, zeigte Vine seinen Nutzern seinerzeit die Videos derjenigen an, denen die Nutzer folgten. In jedem Fall wird die Codebasis von Vine einiges an Überarbeitung benötigen: Ob diese Arbeit mit der deutlich verkleinerten Twitter-Mannschaft zeitnah zu leisten ist, steht allerdings in den Sternen.
Die bislang nur in den USA verfügbare Funktion ‘about this result’ kommt nach Europa. In den nächsten Wochen will Google auch Nutzern, die die Suchmaschine in Europa durchstöbern, mehr Kontext zu den Suchergebnissen liefern. Unterstützen wird Google zunächst die Sprachen Portugiesisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Spanisch und Deutsch.
Die Funktion ‘about this result’ wird an drei senkrecht übereinander stehenden Punkten rechts neben den Suchergebnissen zu erkennen sein. Über die lassen sich ergänzende Informationen zu den angezeigten Ergebnissen aufrufen, etwa Hintergrundinformationen zu der Quelle, von der die Information stammt. Der Nutzer erfährt dort auch, was über die Quelle im Web zu finden ist, und erhält weitere Informationen zu dem gesuchten Thema.
Mehr Kontext zu einem Suchergebnis zu erhalten, hilft, die gefundenen Informationen besser einzuordnen. So liegt es auf der Hand, dass ein Reiseveranstalter andere Informationen über ein Land in den Vordergrund rückt als ein Menschenrechtsaktivist oder ein Naturforscher. Während ein solcher Kontext meist auch ohne ‘about this result’ ersichtlich ist, kann der von Google gelieferte Kontext dabei helfen, auch subtilere Einflüsse auf die Informationen zu identifizieren. Der Wahrheitsgehalt eines Suchergebnisses lässt sich so zwar nicht quantifizieren – aber die grobe Richtung könnte erkennbar werden.
Wirklich neue Informationen wird Google damit nicht liefern. Die neue Funktion reduziert aber deutlich den Aufwand, sich mehr Kontext zu einem Ergebnis zu verschaffen.
Onlineklausuren bei eingeschalteter Webcam: So mussten viele Studenten in den letzten Jahren Prüfungen ablegen. Mit einer Klage will die Gesellschaft für Freiheitsrechte e. V. (GFF) klären lassen, ob die von der Uni Erfurt bei Onlineklausuren genutzte Überwachungstechnik rechtens war.
Automatische, KI-gestützte Gesichtserkennung und Spyware auf den Rechnern gehören zum Konzept, mit dem die Verantwortlichen der Uni Erfurt ihre Studenten bei Onlineklausuren vom Schummeln abhalten wollen. Damit “greift die Universität unverhältnismäßig in die Privatsphäre der Studierenden ein und verletzt ihre Grundrechte”, so heißt es in einer Pressemitteilung der GFF.
Erhoben hat die GFF die Klage gemeinsam mit einer Studentin und dem „freien zusammenschluss von student*innenschaften“ (fzs) beim Landgericht Erfurt. Die Studentin musste wie viele Mitstudierende weltweit in den ersten Jahren der Corona-Pandemie Online-Prüfungen absolvieren, die Prüfungsleistungen aus der Ferne und ohne Infektionsrisiko ermöglichten. Auch bei der GFF sieht man darin grundsätzlich eine sinnvolle Ergänzung zu Präsenzprüfungen. Aber, so David Werdermann, Jurist und Verfahrenskoordinator der GFF, “Gesichtserkennung und Spähsoftware auf den Rechnern von Studierenden sind unverhältnismäßig und verletzen Grundrechte.”
Die GFF führt insbesondere ins Feld, dass es weit weniger gravierende Eingriffe durch reine Beobachtung und alternative Prüfungskonzepte wie Open-Book-Klausuren und mündliche Examen gibt. Beim derzeit eingesetzten Verfahren werden die Webcam-Aufnahmen hingegen gespeichert und zur Auswertung an Amazon Web Services übertragen. Die dort eingesetzte KI soll so Täuschungsversuche entlarven.
Das Dateiformat GIF, ausgeschrieben “Graphics Interchange Format” ist erst einmal nur eines von wirklich sehr vielen Formaten zur Speicherung von Bildern. Als solches hat es seine Stärken und Schwächen wie andere Bildformate auch. Eine seiner Schwächen: Es nervt.
Derzeit nerven GIFs unter anderem die britische Wettbewerbsbehörde. Die beschäftigt sich nämlich seit geraumer Zeit damit, dass der Facebook-Mutterkonzern Meta die an derartigen Bildern reiche Plattform GIPHY gekauft hat, und fordert von Facebook, die Plattform weiter zu verkaufen.
Das Ansinnen stößt im Hause GIPHY auf Gegenwehr. Unter anderem, so argumentieren die Verantwortlichen, weil nur noch Boomer GIFs witzig finden, während jüngere Menschen die Zappelbildchen eher als “cringe” betrachten würden. Deshalb werde sich kaum ein weiterer Übernahmekandidat finden, heißt es sinngemäß in dem oben verlinkten Schriftstück.
In meiner Eigenschaft als Boomer (legitimiert durch das Geburtsjahr 1968) stehe ich in der Pflicht, auch etwas dazu zu sagen (ich fühle mich zumindest ebenso sehr dazu verpflichtet, wie andere meiner Altersgruppe, sich zu Winnetou zu äußern):
GIFs nerven. GIFs nerven nicht zuletzt Boomer!
Die Zappelei treibt mich (und wie ich sicher weiß, auch viele andere Menschen meines Alters) früher oder später in den Wahnsinn. Wer schon ein paar Jahre mehr auf dem Tacho hat, dem geht jedwede Zappelei in kürzester Zeit gehörig auf die Nerven. Die einzigen, die in meiner Gegenwart zappeln dürfen, sind meine Enkelkinder.
Die sind definitiv eher die Zielgruppe der zuckenden, zappelnden Minifilmchen. Das Wort “cringe” gehört auch nicht zu deren Wortschatz – und sollte es da je, werden sie ihren Opa ganz sicher aus ganz anderen Gründen cringe finden.
Also, GIPHY, wenn du in Metas Schoß bleiben willst: Denk dir eine andere Ausrede aus!
Künstliche Intelligenz, kurz AI, beschäftigte einst vor allem die Phantasie von Science-Fiction-Autoren. Doch längst hat sich AI in unserem Alltag breitgemacht. Welche Filme uns Netflix vorschlägt, mit welchen Suchergebnissen uns Google versorgt, bei welchem Streckenverlauf wir wohl am wenigsten Treibstoff verbrauchen, darüber befindet künstliche Intelligenz. Und auch unsere Berufswahl beeinflusst sie. Ob Grafikdesigner noch eine Zukunft haben?
Zuletzt hatte die KI von Midjourney von sich reden gemacht, die auf die Aufforderung hin, das letzte Selfie auf Erden zu zeigen, ein recht dystopisches Bild vom Ende der Menschheit zeichnete. Nun wird kein Grafiker arbeitslos, weil eine künstliche Intelligenz eine Weltuntergangsprognose abgibt.
Dieses Bild stammt nicht aus den Nachrichten, sondern aus der KI von Nightcafé
Die Gefahr lauert eher darin, dass AI-generierte Bilder genau das zeigen, was sich die Anwender der KI wünschen. Im harmlosesten Fall sind das Illustrationen für Bücher, Zeitschriften oder Online-Beiträge, wie diesen (alle Bilder in diesem Beitrag stammen von der KI, die Nightcafé nutzt). Im schlimmsten Fall erzeugen KIs Deepfakes auf einem nie gekannten Level, die auch vom geschulten Auge nicht mehr von der Realität unterschieden werden können.
Diese “ehrenwerte Gesellschaft” hat ebenfalls eine KI aus dem Hut gezogen.
1938 löste Orson Welles Hörspiel “Krieg der Welten” gelinde Panik aus, weil die Hörer die in Form einer Rundfunkreportage geschilderte Invasion aus dem All für bare Münze nahmen. Die Panik legte sich schnell wieder, weil CBS natürlich kein Interesse daran hatte, die Bevölkerung dauerhaft in Angst und Schrecken zu halten. Was aber, wenn eine KI (oder jemand, der sie kontrolliert) genau das will?
Es mag sein, dass Verfahren der künstlichen Intelligenz so etwas heute noch nicht leisten können, aber die Entwicklung verläuft derzeit rasant. Illustratoren und andere Kreative spüren in jedem Fall bereits jetzt steigenden Konkurrenzdruck.
“Fox and Rabbit in love” – eine Kinderbuch-Illustration aus der KI
Und nun? Zugegeben, ich habe keine Ahnung. Die Büchse der Pandora ist offen, AI-generierte Bilder werden sich, ohne dass die meisten von uns es bemerken, immer häufiger in unseren Alltag schleichen. Und auch in journalistische Beiträge. Mir hat einmal jemand gesagt “Ich glaube nur, was ich sehe.” Davon würde ich dringend abraten.
Seit Tagen diskutiert die SEO-Szene kaum etwas intensiver als das Helpful Content Update des Algorithmus der Suchmaschine Google. Kern des Updates soll eine stärkere Fokussierung auf Inhalte sein, die von Menschen für Menschen verfasst worden sind. Profitieren wird davon allerdings vor allem Google.
Tippen Sie doch einfach mallesezeichen instagramin die Google-Suche (oder klicken Sie auf den Link, dann öffnet sich die Suche in einem neuen Tab). Eines der ersten organischen Suchergebnisse führt zu dieser Meldung, und darüber sollte ich mich eigentlich freuen. Immerhin erkläre ich darin kurz und anschaulich, wie Nutzer die Lesezeichen-Funktion in Instagram verwenden können – Helpful Content, wie er sein soll, belohnt mit einer Top-Platzierung.
Ein Rich Result: Der Nutzer muss keinen Link mehr klicken, um seinen Wissensdurst zu stillen.
Dass meine Freude nicht ungetrübt ist, liegt an dem, was Google oberhalb des Links zu meiner Website zeigt. Da ist – in exakt meinen Worten – alles Wesentliche zu den Lesezeichen auf Instagram zu lesen. Rich Result nennt Google das. Warum sollte da noch jemand auf den Link zu meiner Website klicken? Googles Search Console weist eine Click-Through-Rate von rund 20 Prozent aus (für NICHT-SEOs: Einer von fünf Internetnutzern, die dieses Suchergebnis zu sehen bekommen, klickt darauf), bei einer Platzierung an erster Stelle ist das deprimierend.
Nur Anzeigen erscheinen vor dem Rich Result
Und diese zwanzig Prozent sind eigentlich noch gut. Zur Suche nach bloggen ohne anmeldung (hier erzielt Netknowhow ebenfalls seit langem eine Spitzenposition) liegt die Click-Through-Rate bei unter zehn Prozent. Mein Content ist auch hier so helpful, dass Google ihn in ein Rich Result verwandelt hat. Außerdem schalten einige Internetdienstleister zu diesem Suchbegriff regelmäßig Werbung und verdrängen damit mein erstplatziertes Suchergebnis nach unten – bei Abfassung dieses Beitrags taucht es erst an fünfter Stelle auf. Das Rich Result erscheint freilich erst nach der Werbung – wer zahlt, hat Vorrang, und da spielt es dann auch kaum eine Rolle, ob sein Content tatsächlich hilfreich ist.
Ich will nicht jammern. Mein Einkommen hängt nicht an der Besucherzahl. Das vieler anderer aber schon.
Schon 2020 endeten rund zwei Drittel aller Suchen in Google, ohne dass Nutzer auf Suchergebnis klickten. Wer sichergehen will, dass möglichst viele Google-Nutzer zu seiner Website gelangen, dem bleibt kaum eine andere Wahl, als Anzeigen zu schalten.
Diese Situation wird sich für Seitenbetreiber mit dem Helpful Content Update noch verschärfen: Google wird den Wissensdurst der Suchenden noch öfter direkt stillen. Deshalb werden mehr Unternehmen auf die knappen Anzeigenplätze um die Wette bieten. Natürlich profitieren die Suchenden davon – sie gelangen ein klein wenig schneller ans Ziel. Vor allem profitiert aber Google. Dass die Krake jemals satt werden wird, ist nicht anzunehmen
In den USA zeigt YouTube Podcasts in einem eigenen Bereich an. Unter www.youtube.com/podcasts finden Podcast-Fans vorerst eine simple Übersicht mit YouTube-Videos, deren Inhalt Podcasts sind. Das berichtet das Online-Magazin 9to5Google. Wer die obige Adresse von Deutschland aus aufruft, erhält derzeit eine 404-Fehlermeldung.
Das Online-Magazin beschreibt das Angebot als derzeit noch sehr rudimentär. In mehreren Karussell-Ansichten können Nutzer aus populären Episoden, beliebten Playlists, Empfehlungen und beliebten Podcastern wählen und die Auswahl nach Themengebieten filtern. Die Thumbnails entsprechen derzeit noch denen anderer Videos auf der Plattform, und beim Anklicken – so 9to5Google – öffnet sich auch nur der Standard-Player, noch ganz ohne podcast-spezifische Bedienelemente.
Ob, und wie schnell sich das ändert, und wann das dedizierte Podcast-Angebot auch in anderen Ländern verfügbar werden wird, darüber haben sich Verantwortliche von YouTube noch nicht geäußert. Podcasts stärker in den Fokus seines Angebots zu nehmen, ist für die Videoplattform aber nur konsequent. Wie The Verge berichtet, ist YouTube in den USA bereits jetzt die meistgenutzte Podcasting-Plattform.
Für die Rezipienten stellen sich Podcasts auf der Videoplattform dann künftig wohl eher wie Talkshows dar – mit dem Unterschied, dass sie je nach Situation auch ohne Bewegtbild funktionieren würden. Fraglich ist, ob Google mit einer globalen Einführung von Podcasts auf seiner Videoplattform das parallele Angebot Google Podcasts aufrecht erhalten oder einstellen wird.
Wissen und News zu KI, Social Media und Co.
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