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Meinung: Die Krake hat Hunger!

Seit Tagen diskutiert die SEO-Szene kaum etwas intensiver als das Helpful Content Update des Algorithmus der Suchmaschine Google. Kern des Updates soll eine stärkere Fokussierung auf Inhalte sein, die von Menschen für Menschen verfasst worden sind. Profitieren wird davon allerdings vor allem Google.

Tippen Sie doch einfach mal lesezeichen instagram in die Google-Suche (oder klicken Sie auf den Link, dann öffnet sich die Suche in einem neuen Tab). Eines der ersten organischen Suchergebnisse führt zu dieser Meldung, und darüber sollte ich mich eigentlich freuen. Immerhin erkläre ich darin kurz und anschaulich, wie Nutzer die Lesezeichen-Funktion in Instagram verwenden können – Helpful Content, wie er sein soll, belohnt mit einer Top-Platzierung.

Ein Rich Result: Der Nutzer muss keinen Link mehr klicken, um seinen Wissensdurst zu stillen.

Dass meine Freude nicht ungetrübt ist, liegt an dem, was Google oberhalb des Links zu meiner Website zeigt. Da ist – in exakt meinen Worten – alles Wesentliche zu den Lesezeichen auf Instagram zu lesen. Rich Result nennt Google das. Warum sollte da noch jemand auf den Link zu meiner Website klicken? Googles Search Console weist eine Click-Through-Rate von rund 20 Prozent aus (für NICHT-SEOs: Einer von fünf Internetnutzern, die dieses Suchergebnis zu sehen bekommen, klickt darauf), bei einer Platzierung an erster Stelle ist das deprimierend.

Nur Anzeigen erscheinen vor dem Rich Result

Und diese zwanzig Prozent sind eigentlich noch gut. Zur Suche nach bloggen ohne anmeldung (hier erzielt Netknowhow ebenfalls seit langem eine Spitzenposition) liegt die Click-Through-Rate bei unter zehn Prozent. Mein Content ist auch hier so helpful, dass Google ihn in ein Rich Result verwandelt hat. Außerdem schalten einige Internetdienstleister zu diesem Suchbegriff regelmäßig Werbung und verdrängen damit mein erstplatziertes Suchergebnis nach unten – bei Abfassung dieses Beitrags taucht es erst an fünfter Stelle auf. Das Rich Result erscheint freilich erst nach der Werbung – wer zahlt, hat Vorrang, und da spielt es dann auch kaum eine Rolle, ob sein Content tatsächlich hilfreich ist.

Ich will nicht jammern. Mein Einkommen hängt nicht an der Besucherzahl. Das vieler anderer aber schon.

Schon 2020 endeten rund zwei Drittel aller Suchen in Google, ohne dass Nutzer auf Suchergebnis klickten. Wer sichergehen will, dass möglichst viele Google-Nutzer zu seiner Website gelangen, dem bleibt kaum eine andere Wahl, als Anzeigen zu schalten.

Diese Situation wird sich für Seitenbetreiber mit dem Helpful Content Update noch verschärfen: Google wird den Wissensdurst der Suchenden noch öfter direkt stillen. Deshalb werden mehr Unternehmen auf die knappen Anzeigenplätze um die Wette bieten. Natürlich profitieren die Suchenden davon – sie gelangen ein klein wenig schneller ans Ziel. Vor allem profitiert aber Google. Dass die Krake jemals satt werden wird, ist nicht anzunehmen

Adblocker-Software hat (nicht nur) in Deutschland viele Fans

Online-Publikationen mit klassischer Display-Werbung zu finanzieren, wird – nicht zuletzt in Deutschland – zunehmend schwieriger: Fast drei von zehn Internetnutzern hierzulande blenden Banner, Video-Ads und Co. mit Hilfe einer Adblocker-Software aus, heißt es im Global Adblock Report 2017 von Pagefair.

[aesop_image imgwidth=”content” img=”https://netknowhow.de/wp-content/uploads/2017/02/adblocker-weltkarte.jpg” alt=”Einsatz von Adblocker-Software im internationalen Vergleich” align=”center” lightbox=”on” caption=”Einsatz von Adblocker-Software im internationalen Vergleich – Grafik: Statista auf Basis einer Studie von Pagefair” captionposition=”left” revealfx=”off”]

Damit reiht sich Deutschland in die Weltspitze ein: Nur in 5 der insgesamt 110 untersuchten Länder nutzt ein noch höherer Anteil an Nutzern Adblocker. Zu den Gründen, eine solche Software einzusetzen, gehören Sicherheitsbedenken, Unterbrechungen durch Werbung und längere Ladezeiten. Im mobilen Einsatz schonen Adblocker zudem das – meist durch den Mobilfunkvertrag begrenzte – monatliche Datenvolumen. Für die Betreiber werbefinanzierter Online-Angebote wird die Luft hingegen immer dünner.

Videos auf Facebook: Zuckerberg mit Netflix-Ambitionen

“Professionelle episodische Video-Inhalte” – in klassischem Deutsch “gut gemachte Fernsehserien” – spielen in Mark Zuckerbergs Vision für die Zukunft von Facebook eine wichtige Rolle. Darüber sprach der CEO am Mittwoch bei der Präsentation der Quartalsergebnisse, wie Recode meldet.

Zuckerberg formulierte die Idee von Facebook als einer Plattform, die Nutzer aufsuchen, wenn sie sich Videos ansehen wollen, wenn sie sich auf den neuesten Stand zu ihrer Lieblingssendung bringen oder sich aktuelles zu einer Person des öffentlichen Lebens ansehen wollen. “Das sind einigermaßen andere Gründe als die, aus denen Leute heute Facebook aufsuchen”, räumte Zuckerberg ein.

Er erklärte, Facebook müsse ein Geschäftsmodell entwickeln, das Video-Herstellern Anreize bietet, Material für das soziale Netzwerk zu produzieren. Ausdrücklich erwähnte er in diesem Zusammenhang die kürzlich angekündigten Mid-Roll-Ads. “Viele der besten episodischen Inhalte werden pofessionell hergestellt”, erklärte Zuckerberg, “und diese Leute müssen ausreichend Geld verdienen, damit sich ihr Geschäftsmodell trägt.”

Facebook will auch im Messenger Werbung zeigen

Facebook testet derzeit Möglichkeiten, in seinem Messenger Werbung zu platzieren.

[aesop_image imgwidth=”30%” img=”https://netknowhow.de/wp-content/uploads/2017/01/messenger-werbung.png” credit=”Foto: Facebook” alt=”Zeigt Facebook bald im Messenger Werbung?” align=”right” lightbox=”on” captionposition=”left” revealfx=”inplace”]

Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich vorerst um einen eng begrenzten Test in Australien und Thailand. Die Werbeanzeigen sollen auf dem Homescreen des Messengers, unterhalb der letzten Konversation, erscheinen, nicht aber innerhalb von Konversationen selbst. Werbetreibende haben auch nicht die Möglichkeit, von sich aus einen Chat mit einem Nutzer zu startet – Konversationen zwischen Nutzern und werbenden Unternehmen sollen nur auf Initiative der Nutzer hin möglich sein.

Bei Facebook sieht man Potential in dieser Werbeform. Schon jetzt nehmen Nutzer nach Angaben des Unternehmens monatlich eine Milliarde mal per Messenger Kontakt zu Unternehmen auf. Wie es in der Mitteilung heißt, will man sich bei Facebook Zeit lassen, um zu entscheiden, ob und in welcher Form künftig in weiteren Ländern im Messenger Werbung zu sehen sein wird.

Neue Erlösquelle für Publisher: Facebook will Werbung in Videos platzieren

Facebook will Werbung in Videos platzieren und die Video-Publisher an den Werbeeinnahmen beteiligen. Das will unter anderem das Online-Magazin Recode in Erfahrung gebracht haben.

Wenngleich Facebook-Offizielle den Bericht bislang nicht kommentieren wollten, beschreibt Recode das mögliche Werbe- und Erlösmodell sehr detailliert: So sollen für die Werbeplatzierung nur Videos von mindestens 90 Sekunden Länge in Frage kommen, und erst wenn ein Nutzer mindestens 20 Sekunden davon gesehen hat, soll ein Werbespot den Videoclip unterbrechen dürfen. Recode verwendet den Begriff “Mid-Roll Ads” für diese Art von Werbung in Videos – im Unterschied zu den auf anderen Plattformen üblichen “Pre-Roll Ads”, die dem Zuschauer vor den eigentlichen Inhalten gezeigt werden.

Für die Vermarktung der Werbeplätze will dem Bericht zufolge Facebook vorerst selbst sorgen. Publisher sollen einen Anteil von 55 Prozent an den Werbeeinnahmen erhalten, was dem Anteil entspricht, den auch YouTube ausschüttet.