Archiv der Kategorie: Nachrichten

So unverschämt kopiert Instagram seinen schärfsten Konkurrenten

Instagram Stories: Das ist, wenig subtil, der Name einer neuen Funktion, mit der Instagram seinem erstarkenden Konkurrenten Snapchat Paroli bieten will.

Wie die Entwickler erklären, dient die neue Funktion dazu, Augenblicke mit seinen Freunden – oder der ganzen Welt – zu teilen, deren Aufnahmen nicht dauerhaft auf dem Instagram-Profil bleiben sollen. Um eine Instagram Story zu erstellen, reiht der Nutzer beliebig viele Videos und Fotos aneinander, hübscht sie mit Stickern und ähnlichem auf – und 24 Stunden später verschwinden die Inhalte wieder. Instagram Stories sind gewöhnlich für die Nutzer sichtbar, die auch die übrigen Fotos des Urhebers sehen dürfen. Sie lassen sich aber auch gezielt vor einzelnen Nutzern verbergen. Likes oder Kommentare können Nutzer zu den Stories nicht abgeben, aber sie können dem Fotografen/Filmer private Nachrichten senden.

Datendiebe, Dealer, Dissidenten: Was im Darknet wirklich abgeht

Die Waffe, mit der der Attentäter in München am 22.Juli neun unschuldige Menschen und sich selbst tötete, hatte er sich im Darknet beschafft. In nur innerhalb des TOR-Netzwerks erreichbaren Onlineshops sind tatsächlich Waffen, Drogen und Co. zu bekommen. Doch die wesentlichen Inhalte des Darknet sind andere:


Weitere technische Hintergründe zum Darknet liefert ein Beitrag der Deutschen Welle vom 9. Juli 2012, der auch heute, vier Jahre nach Veröffentlichung, die Fakten korrekt zusammenfasst:

So will Instagram den Video-Konsum auf seiner Plattform ankurbeln

Seit gestern zeigt die Instagram-App in den empfohlenen Beiträgen an prominenter Stelle eine Video-Kachel in Displaybreite, beschriftet mit “Videos, die dir gefallen könnten”. Deren Inhalt wird schon in der Vorschau stumm in Endlosschleife abgespielt. Nutzer, die das empfohlene Video aufrufen, gelangen damit in einen Bereich der App, in dem sie durch vertikales Wischen weitere Video-Vorschläge aufrufen können.

Empfohlene Beiträge zeigt Instagram nach Antippen der Lupen-Schaltfläche. In der Vergangenheit waren empfohlene Videos lediglich durch ein kleines Kamerasymbol auf der Vorschau-Kachel kenntlich gemacht worden. US-Nutzer kennen die neuen Video-Empfehlungen schon seit April, aber erst jetzt hat Instagram die Funktion weltweit eingeführt. In den vergangenen sechs Monaten soll sich die Zeit, die Nutzer mit dem Ansehen von Videos auf der Plattform verbringen, um 150 Prozent verlängert haben. Nicht ganz zufällig: Im März diesen Jahres hat die Plattform die maximale Länge von Videos von ursprünglich 15 Sekunden auf eine Minute vervierfacht.

Nur die auf Twitter sahen seine Liveshows. Bis er diese Funktion entdeckte!

Bis gestern waren mit Periscope gedrehte Livestreams nur an zwei Orten im Web zu finden: Auf Twitter und auf Periscope.tv. Das ist seit heute anders: Wie Periscope in einem Blog-Beitrag auf Medium.com mitteilt, können Nutzer Tweets mit Periscope-Streams jetzt in ihre Websites einbetten. Besucher dieser Websites können sich die Livestreams oder deren Aufzeichnungen dann direkt dort ansehen:

In die meisten WordPress-Installationen lassen sich Tweets einfach durch Angabe der Tweet-Url einbetten. Online-Redakteure, deren CMS keine solche Funktion bietet, können den HTML-Code von Twitter verwenden. Nach einem Klick auf die drei Punkte am Fuß des Tweets und den Menüpunkt “Tweet einbetten” erscheint der benötigte Code.

Wer wirklich scharf auf Nachrichtenvideos im Netz ist (die Nutzer schon mal nicht)

Das Angebot an Nachrichtenvideos im Netz ist explosionsartig gewachsen. Anders das Interesse der Konsumenten: Wie eine aktuelle Studie des Reuters Institute ergab, verbringen Nachrichtenkonsumenten im Netz rund 97,5 Prozent ihrer Zeit mit textbasierten Inhalten. Drei von vier Befragten gaben an, sich selten oder nie online mit Nachrichtenvideos zu beschäftigen. Das Interesse an Nachrichtenvideos steigt allerdings sprunghaft an bei erschütternden Ereignissen wie etwa den Terroranschlägen von Paris.

Wenn sich Nutzer dann doch einmal Videos ansehen, profitieren die Verlage davon nur eingeschränkt: Befragte Publisher gaben an, der größere Teil ihrer Videos werde nicht auf der eigenen Website, sondern auf Facebook und Co. konsumiert. Der Reuters-Studie zufolge haben die dort erfolgreichsten Videos einige Eigenschaften gemein:

  • Sie nehmen weniger als eine Minute in Anspruch.
  • Die Videos funktionieren (dank Untertiteln) auch ohne Ton.
  • Die Videos enthalten ein starkes emotionales Element.

Selbst in seriösen Medien sorgen Tiervideos auf Facebook für die meisten Reaktionen.

Verlage wollen in Nachrichtenvideos investieren

Knapp acht von zehn Medienunternehmen, die der Reuters-Bericht als “senior digital news leaders” bezeichnet, wollen im laufenden Jahr 2016 mehr in ihr Video-Angebot investieren. Sorge bereiten den Verantwortlichen die möglicherweise hohen erforderlichen Investionen, die schwierige Skalierbarkeit und unsichere Erlösmodelle. Dennoch sehen sie in einem wachsenden Videoangebot einen möglichen Weg aus der bislang schwierigen Finanzierbarkeit von Online-Angeboten.

Wie die ARD die “Generation Y” auf YouTube und Facebook abholen will

YouTube-Kanal und Facebook-Seite statt Sendeplatz: Unter dem Namen Y-Kollektiv ist seit Donnerstag ein Netzwerk junger Journalisten am Start. Das Angebot der ARD, ins Leben gerufen und geleitet von Dennis Leiffels, soll mit seinen Dokumentationen vor allem die als “Generation Y” bezeichnete Altersgruppe der in den Achtzigern und Neunzigern Geborenen ansprechen.

Die Macher des “Y-Kollektivs” sind davon überzeugt, dass sich junge Leute für Themen wie Politik und Menschenrechte interessieren, die Geschichten darum müssten nur anders, nämlich aus der Perspektive der Generation Y und im Netz, erzählt werden, sagt Dennis Leiffels im Gespräch mit Radio Bremen. Die Macher wollen Geschichten über die großen Themen der Zeit erzählen: Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Umwelt. Leiffels zum Beispiel wird in einer Dokumentation die Eindrücke und Erlebnisse schildern, die er bei einer Flüchtlingsrettungsmission auf dem Mittelmeer gewonnen hat. Den Anfang hat am Donnerstag Hubertus Koch gemacht, der in Bristol das Vertrauen unterschiedlicher Schichten der englischen Bevölkerung in die Politik unter die Lupe genommen hat.

Über den Online-Redakteur, der Pokémon Go ignorierte und deshalb die Rettung des Journalismus verpasste

Die Monster sind los! Und sie werden – jetzt endlich – den Journalismus vor dem Untergang bewahren. Ja, gestern glaubten wir noch, Snapchat löse all unsere Probleme. Davor waren es Facebooks Instant Articles, die endlich das Geld in die Kassen spülen sollten, das wir über unseren eigenen Websites so gern erwirtschaftet hätten.

Pflichtübung für jeden ernsthaften Onliner war bis gerade eben auch das 360-Grad-Video. Oder wenigstens überhaupt ein Video, cross-gepostet auf YouTube, Vimeo und Instagram, mit einem 6-Sekunden-Trailer angekündigt auf Vine – oder auch ganz unangekündigt, live, mit Periscope oder per Facebook Live oder per YouTube Live in die große weite Welt mehr oder weniger broad gecastet.

All das hätte den Journalismus retten sollen, wie zuvor schon das Storytelling auf 140 Zeichen, oder das Scrollytelling von langen Geschichten, die früher mal ganze Bücher gefüllt hätten. Ach ja, Bücher: E-Books waren auch mal der ganz große Renner, besonders zu Preisen, zu denen sie mit Apps… Äh, ja, Apps, die gab’s ja auch, und jede Zeitung, jede Beilage, jeder Autor wollte eine, um dann festzustellen: Gemeinsam geht’s doch besser, man trifft sich im Flipboard, oder auf Feedly, auf jeden Fall wird das die Rettung – äh, nein.

Nein, die Rettung heißt jetzt Pokémon Go. Das ist ein Spiel, Geschichten lassen sich eher darüber erzählen als damit, aber was soll’s? Pokémon Go wird Facebook, Snapchat und Co. das Wasser abgraben. Pokémon Go wird die Pegida-Spaziergänge beenden. Dank Pokémon Go werden Straftäter verhaftet.

Zugegeben, ein ägyptischer islamischer Theologe hält das Spiel für Sünde. Und der ADAC warnt Autofahrer vor dank Pokémon Go geistesabwesenden anderen Verkehrsteilnehmern. Von dem armen Hunden ganz zu schweigen, die jetzt ständig um den Block gezerrt werden, weil Herrchen oder Frauchen auf der Jagd nach Pokémons sind.

Wie Pokémon Go den Journalismus retten soll? Woher soll ich das wissen? Ich habe schon nicht gewusst, wie 360-Grad-Videos den Journalismus retten könnten, und die eignen sich wenigstens, um Geschichten damit zu erzählen, nicht bloß darüber. Immerhin: Im Moment will gefühlt fast jeder praktisch alles über Pokémon Go erfahren. Wer etwas – und sei es so substanzlos wie dieser Artikel – über Pokémon Go zu erzählen hat, schafft es damit vielleicht, die Reichweite seiner Publikation zu vergrößern. Bis demnächst eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird.

Polizei durchsucht Wohnungen in 14 Bundesländern

Bundesweit geht die Polizei am heutigen Mittwoch gegen die Urheber von Hasspostings im Internet vor. In einer konzertierten Aktion durchsuchen Polizeibeamte in 14 Bundesländern von mehr als 25 Polizeidienststellen die Wohnräume von rund 60 Beschuldigten. Das Bundeskriminalamt koordiniert als Teil der im Dezember 2015 eingerichteten Bund-Länder-Projektgruppe “Bekämpfung von Hasspostings” den bundesweiten Einsatztag.

Im Zentrum der Ermittlungen: In einer geheimen Facebook-Gruppe wurden im Zeitraum zwischen Juli und November 2015 bundesweit regelmäßig Straftaten im Sinne der Paragrafen 86a und 130 StGB begangen. Hauptgegenstand der dort stattgefundenen Kommunikation war die Verherrlichung des Nationalsozialismus sowie der Austausch von fremdenfeindlichen, antisemitischen oder sonstigen als rechtsextremistisch zu beurteilenden Inhalten und Kommentierungen.

“Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte sind häufig das Ergebnis einer Radikalisierung, die auch in sozialen Netzwerken beginnt. Wir müssen deshalb einer Verrohung der Sprache Einhalt gebieten und strafbare Inhalte im Netz konsequent verfolgen”, erklärt BKA-Präsident Holger Münch.

Jagd auf Whistleblower bis auf weiteres eingestellt

“Liebe Landesverrat-Quelle „Unbekannt“: Die Ermittlungen gegen dich sind eingestellt!” – mit dieser Schlagzeile verkündet Andre Meister von Netzpolitik.org das vorläufige Ende der veritablen Staatsaffäre, die im vergangenen Jahr den damaligen Generalbundesanwalt Harald Range den Job gekostet hat.

Die Ermittlungen gegen die Redakteure von Netzpolitik.org, Markus Beckedahl und Andre Meister, waren bereits im August 2015 eingestellt worden, die Staatsanwaltschaft Berlin hatte aber wohl bis März 2016 weiter nach dem Whistleblower gesucht, die den beiden Journalisten die als geheim eingestuften Papiere zugespielt hatte. Meister zitiert aus einem Schreiben der Senatsverwaltung der Justiz:

Die Ermittlungen wegen der Weitergabe von Dienstgeheimnissen sind von der hiesigen Staatsanwaltschaft im März nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt worden.

Wenn sich innerhalb der Verjährungsfrist (die beträgt abhängig vom Vorwurf zwischen fünf und zwanzig Jahre) neue Ermittlungsansätze ergeben, könnten die Ermittlungen allerdings jederzeit wieder aufgenommen werden.

“Der Tag” knackt die Viertelmillion

Mehr als 250.000 Nutzer haben “Der Tag”, die mobile App der FAZ, auf ihre Geräte heruntergeladen. Das geht aus einer Mitteilung des Verlags von heute hervor. Die App ist seit Juli 2015 für Android und iOS erhältlich. Sie bietet eine geraffte Übersicht über die aus Redaktionssicht relevantesten Ereignisse der vergangenen 24 Stunden, ergänzt um Kommentare und Analysen der Redakteure.

Einzelne Beiträge lassen sich mit Hilfe eines Lesezeichens über die 24-Stunden-Frist hinaus aufbewahren. Mit Push-Nachrichten weist die FAZ-App außerdem auf Wunsch auf neue Nachrichten hin. Die auch optisch ansprechende App wurde mehrfach ausgezeichnet. So bekam sie unter anderem bei den ADC Awards 2016 drei Preise für das Design.

Der Tag für iOS

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Der Tag für Android

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Jeder dritte Surfer blockiert Werbung – im Durchschnitt jedenfalls

Einer von drei Internetnutzern verwendet einen Adblocker. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Studie von YouGov hervor, für die 8.600 Internetnutzer befragt wurden. Allerdings setzen nur rund die Hälfte dieser Nutzer ihren Adblocker unterschiedslos auf jeder Website ein. Rund ein Drittel der Werbemuffel deaktivieren den Werbeblocker auf ausgewählten Websites. Weitere elf Prozent gehen den umgekehrten Weg und aktivieren die Software gezielt nur für einzelne Websites, deren Werbung sie als unzumutbar aufdringlich empfinden.

Wie sehr auf Werbung angewiesene Publisher unter Werbeblockern leiden, hängt aber nicht nur davon ab, wie aggressiv die eingesetzte Werbung empfunden wird, sondern auch von ihrer angepeilten Zielgruppe: Unter 18- bis 29-Jährigen nutzt mehr als jeder zweite einen Werbeblocker, unter den Surfen in der Altersgruppe ab 55 aufwärts gab nur jeder vierte an, eine solche Software verwenden.

Grafik: YouGov

Sticker sind Twitters neue Hashtags

Wer Fotos per Twitter veröffentlicht, kann diese künftig – aus der Android- oder iOS-App heraus – mit klick- respektive antippbaren Stickern aufhübschen. Wie Produktmanager Sasank Reddy in einem aktuellen Blogbeitrag schreibt, sollen die Sticker Fotos nicht nur unterhaltsam ergänzen, sondern auch eine ganz neue Möglichkeit bieten, in aktuellen Tweets zu stöbern.

Tippt oder klickt ein Twitterer gezielt darauf, erhält er eine Übersicht der Foto-Tweets, die mit dem selben Symbol versehen wurden. Twitterer können durch die Wahl beliebter Sticker künftig wohl die Reichweite ihrer Tweets deutlich verbessern. Die Funktion soll innerhalb der nächsten Wochen weltweit zur Verfügung stehen. Unter dem Hashtag #stickers können Nutzer schon jetzt in solchen Tweets stöbern.

Update 28.07.2016: Die Sticker stehen jetzt weltweit zur Verfügung. Twitter stellt die Funktion in einem Video vor.

https://www.youtube.com/watch?v=ABA15RfDifM