Alle Beiträge von Dirk Bongardt

Seit 1998 Journalist, habe ich alle bisherigen Phasen des digitalen Wandels in unserer Branche miterlebt. Von der Art, wie wir recherchieren, über unsere Möglichkeiten und Werkzeuge, Geschichten zu erzählen bis hin zu der Art, wie unsere Rezipienten unsere Inhalte aufnehmen, ist nichts davon unberührt geblieben. Als Dozent helfe ich angehenden Online-Redakteuren, das Wissen um diese Möglichkeiten und Fakten für ihre Arbeit zu nutzen.

Instagram bekommt Lesezeichen-Funktion

[aesop_image imgwidth=”30%” img=”https://netknowhow.de/wp-content/uploads/2016/12/instagram-lesezeichen.jpg” alt=”Instagram-Lesezeichen” align=”right” lightbox=”on” caption=”Im Gegensatz zu Likes sind Instagram-Lesezeichen nicht öffentlich.” captionposition=”center” revealfx=”fromright”]

Beiträge merken, ohne sie bewerten zu müssen: Instagram-Lesezeichen sind eine nicht-öffentliche Alternative zur Gefällt-mir-Angabe.

Rechts unterhalb jedes Foto oder Videos findet sich seit heute ein Lesezeichen-Symbol. Tippt der Nutzer darauf, übernimmt er den Inhalt in seine Sammlung. Im Profil jedes Nutzers findet sich jetzt auch ein Lesezeichen-Reiter, über den er diese Sammlung aufrufen kann.

Wer bisher Fotos und Videos auf Instagram wiederfinden wollte, konnte entweder – vergleichsweise umständlich – die Urls der Beiträge extern speichern, oder Beiträge durch Antippen des Herzchens positiv bewerten.

Per “Profil/Beiträge, die dir gefallen” findet der Nutzer dann zu einer Übersicht der Beiträge, die er in der Vergangenheit positiv bewertet hat. Solche Gefällt-mir-Angaben sind allerdings öffentlich. Im Gegensatz dazu erfährt weder der Urheber noch sonst jemand von den bei Instagram angelegten Lesezeichen.

Übrigens: Hier erfährst du, wie das Netzwerk es erleichtern will, Trolle auf Instagram zu blockieren.

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Twitter integriert Video-Livestreams in die Standard-App

Wer Video-Livestreams über Twitter verbreiten möchte, ist künftig nicht mehr auf die separate App Periscope angewiesen. Twitter hat die Livestream-Funktion in seine Apps für iOS und Android integriert. Um auf Twitter live zu gehen, genügt es, den Dialog zum Verfassen eines neuen Tweet aufzurufen, auf das Kamerasymbol und dann in der anschließenden Medienübersicht auf “Live” zu tippen. Handhaben lässt sich die in Twitter integrierte Livestream-Funktion so, wie Nutzer es von Periscope gewohnt sind.

Die separate Periscope-App soll dennoch erhalten bleiben, wie Sara Haider, Senior Engineering Manager bei Periscope gegenüber dem Online-Magazin The Verge sagt. Periscope werde weiter entwickelt, neue Funktionen würden als erstes in der Standalone-App verfügbar gemacht. Wie sie anmerkt, verwenden längst nicht alle Periscope-Nutzer regelmäßig Twitter.

Twitter für iOS

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Periscope für iOS

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Twitter für Android

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Periscope für Android

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Mehr Video, weniger Interaktion: Tagesschau-App 2.0 ist da

Die ARD hat Version 2.0 ihrer Tagesschau-App vorgestellt. Ab sofort können Nutzer die App auf Mobilgeräten mit den Betriebssystemen Android oder iOS installieren. Für weniger verbreitete Mobilsysteme wie Windows Mobile oder Blackberry steht die neue Tagesschau-App (noch?) nicht zur Verfügung.

[aesop_image imgwidth=”30%” img=”https://netknowhow.de/wp-content/uploads/2016/12/tagesschau-app-1.png” alt=”Tagesschau-App 2.0″ align=”right” lightbox=”on” caption=”Suchfunktion im Messenger-Stil” captionposition=”center” revealfx=”fromright”]

Die Entwickler haben die App deutlich anders gestaltet als die Vorgängerversion. So startet sie jetzt mit einem Nachrichtenüberblick aus vollflächigen Videos, die der Nutzer wahlweise in horizontaler oder vertikaler Ausrichtung betrachten kann. Dank kurzer Infotexte sind die Nachrichten auch ohne Ton verständlich.

Neu ist eine Suchfunktion, die von der Handhabung und Optik her an Messenger wie WhatsApp erinnert. In den Nachrichtenüberblick kann der Nutzer zudem Regionalnachrichten aus bis zu zwei Bundesländern aufnehmen. Ein zuschaltbarer personalisierter Nachrichtenüberblick zeigt die Nachrichten nicht in chronologischer Reihung an, sondern abhängig von den persönlichen Vorlieben des Nutzers. Wie gut das funktioniert, wird sich erst nach einiger Zeit beurteilen lassen.

Direkten Dialog zwischen Nutzern und Nachrichtenverantwortlichen bietet die neue App allerdings nicht mehr: Eine Funktion, mit der sich die aktuellen Meldungen kommentieren ließen, sucht man vergeblich. Über die Website der Tagesschau können die Rezipienten das aktuelle Geschehen – und die Berichterstattung darüber – weiter wie gehabt kommentieren.

Tagesschau-App 2.0 für iOS

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Tagesschau-App 2.0 für Android

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Gemeinnütziger Journalismus bekommt ein Zuhause: CORRECTIV sucht Grundstück

5000 Quadratmeter Fläche, auf denen bis zu 400 Arbeitsplätze entstehen sollen: Das sind die Eckdaten eines – noch zu findenden – Ortes, an dem die Idee ‘Gemeinnütziger Journalismus’ in Deutschland wachsen kann. Gemeinsam mit einer deutschsprachigen Stiftung sucht das Recherchezentrum CORRECTIV nach einem Grundstück. Auf dem soll ein europäisches Medienzentrum, benannt Haus des gemeinnützigen Journalismus, errichtet werden. Eine Stiftung aus dem deutschsprachigen Raum hab nach Angaben von CORRECTIV Interesse gezeigt, die Finanzierung in Höhe von bis zu 25 Millionen Euro zu garantieren.

“Der gemeinnützige Journalismus existiert in Deutschland erst rudimentär. Wir wollen ihm zum Durchbruch verhelfen”, schreibt David Schraven in einem Beitrag auf CORRECTIV.org. Es solle ein Ort entstehen, “an dem die Fusion von Kreativen aus allen Sparten neue Perspektiven für den Journalismus eröffnet.”

Zu den Voraussetzungen, die ein möglichter Standort erfüllen müsste, zählen die räumliche Nähe zu Softwareunternehmen, Universitäten, Medienhäusern und Verlagen, ebenso wie zu Künstlern, Kreativen aus allen Bereichen und Branchen, von Theatern bis zu Museen. Das Haus des Journalismus verstehe sich als Arbeitshaus und Bildungseinrichtung. Das Haus solle deshalb an einem für Kreative attraktiven Ort entstehen. In Frage komme jeder Standort innerhalb Deutschlands, der diese Voraussetzungen bietet, heißt es in dem Beitrag. Hinweise auf geeignete Standorte erbittet CORRECTIV per E-Mail.

Druck auf Journalisten nimmt international zu

Weltweit sind derzeit mindestens 384 Journalisten im Gefängnis. Nach dem Putschversuch in der Türkei ist allein die Zahl der dort inhaftierten Journalisten auf mehr als 100 angestiegen. Das geht aus der Jahresbilanz der Pressefreiheit hervor, deren Reporter ohne Grenzen heute vorgestellt hat. “Die Hexenjagd gegen Journalisten in der Türkei sprengt alle bekannten Dimensionen”, kommentiert ROG-Vorstandssprecherin Britta Hilpert diese Zahlen.

Neben der Türkei ist China das Land weltweit mit den meisten Medienschaffenden, die wegen ihrer Arbeit im Gefängnis sitzen. Derzeit sind es mindestens 103, darunter 81 Blogger und Bürgerjournalisten.

Entführt sind weltweit derzeit 52 Medienschaffende – und zwar ausnahmslos in Syrien, im Jemen oder im Irak. 21 von ihnen befinden sich in der Gewalt der Dschihadistenmiliz “Islamischer Staat”. Im ostafrikanischen Burundi ist ein Journalist im Lauf des Jahres verschwunden. Als verschwunden zählt Reporter ohne Grenzen Journalisten, wenn es weder hinreichende Belege noch eine glaubwürdige Bekennererklärung für ihren Tod oder ihre Entführung gibt.

[aesop_document type=”pdf” src=”https://www.reporter-ohne-grenzen.de/uploads/tx_lfnews/media/Jahresbilanz_der_Pressefreiheit_2016__Teil_1_.pdf” caption=”Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016, Teil 1″]

Facebook zeigt 360-Grad-Videos ab jetzt auch als Livestream

‘Live 360’ heißt Facebooks neueste Möglichkeit, Bewegtbilder live in die Welt zu senden: Während das mit konventionellen Videos schon länger möglich ist, können Facebook-Nutzer von jetzt an auch 360-Grad-Videos live streamen. Die Zuschauer sollen so die Möglichkeit erhalten, noch tiefer ins Geschehen einzutauchen. Den Anfang macht ein Rundum-Video von der Mars Desert Research Station in Utah, USA, das National Geographic am Dienstagabend aussendet.

Bislang können nur ausgewählte Facebook-Nutzer respektive Betreiber von Facebook-Seiten die Live-API nutzen, um Livestreams mit 360-Grad-Videos zu zeigen. In den kommenden Monaten will Facebook diese Möglichkeit ausweiten, irgendwann im Jahr 2017 soll die Funktion dann für alle Profile und Seiten zur Verfügung stehen.

Die Zeit der Tatsachen ist vorbei! ‘postfaktisch’ ist Wort des Jahres 2016

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat den Begriff postfaktisch zum Wort des Jahres 2016 gekürt. In der Begründung heißt es, das Kunstwort verweise darauf, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht. Immer größere Bevölkerungsschichten seien in ihrem Widerwillen gegen “die da oben” bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren.

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Erst zum zweiten Mal in der Geschichte der Jahreswörterwahl schaffte es 2016 ein Adjektiv auf Platz 1: Als die GfdS 1971 erstmals die Wörter des Jahres kürte, belegte aufmüpfig den ersten Platz.
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Die GfdS wählt alljährlich zehn Wörter und Wendungen aus, “die den öffentlichen Diskurs des Jahres wesentlich geprägt und das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet haben.” Das dokumentieren auch die Wörter, die in diesem Jahr auf den weiteren Plätzen gelandet sind:

  1. Brexit
  2. Silvesternacht
  3. Schmähkritik
  4. Trump-Effekt
  5. Social Bots
  6. schlechtes Blut
  7. Gruselclown
  8. Burkiniverbot
  9. und

  10. Oh, wie schön ist Panama

Wie sehr auch Einzelpersonen den öffentlichen Diskurs bestimmen können, zeigen insbesondere die Wörter Schmähkritik (Jan Böhmermann, der mit seinem Schmähgedicht auf das türkische Staatsoberhaupt die Grenzen der Satire auslotete), Trump-Effekt (Donald Trump, dessen Wahl zum US-Präsidenten Wegbereiter für andere Mehrheitsentscheidungen werden könnte) und schlechtes Blut (Recep Tayyip Erdoğan, der damit türkischstämmige Abgeordnete des deutschen Bundestags brandmarken wollte, die für die Armenien-Resolution gestimmt hatten).

App-Tipp Pocket Reporter: Fakten sammeln leicht gemacht

Relevante Fakten sammeln, Gespräche führen, Hintergründe ausleuchten und Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt abklopfen – das sind die Arbeiten, die ein Reporter zu erledigen hat, bevor er seine Story aufschreiben kann. Speziell an Einsteiger und Bürgerjournalisten, die darin (noch) nicht all zu routiniert sind, richtet sich die Android-App Pocket Reporter der Organisation Code for South Africa.

[aesop_image imgwidth=”30%” img=”https://netknowhow.de/wp-content/uploads/2016/12/pocket-reporter.png” alt=”Pocket Reporter” align=”right” lightbox=”on” captionposition=”left” revealfx=”fromright”]

Die App bietet eine Reihe von Vorlagen, um die Fakten dreizehn unterschiedlicher Arten von Stories zusammen zu tragen. Dazu gehören Biographien, Nachrufe, Berichte über Verbrechen, Brände und Unfälle oder etwa Protestveranstaltungen. Mit Hilfe von passenden Checklisten können der (angehende) Reporter prüfen, ob er alle relevanten Fakten zusammengetragen und geprüft hat.

Mit der App erstellte Faktensammlungen lassen sich einfach per E-Mail übermitteln, beispielsweise, um sie anschließend am PC zu einer Story zu verarbeiten. Daneben liefert die App nützliche Tipps – etwa, zu Protestveranstaltungen, auf denen vielleicht Tränengas zum Einsatz kommt, stets einen Schal und ein Fläschchen Essig mitzunehmen.

Dank der app-internen Übersicht “My Stories” kann der Reporter beliebig viele Materialsammlungen parallel anlegen. Zwei kleine Wermutstropfen: Die App ist nur in englischer Sprache erhältlich, und sie eignet sich nicht, um zu den Stories Dateien von Fotos, Videos oder Tonaufnahmen zu speichern.

Pocket Reporter für Android

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Ein neues Theme, individuelles CSS und viel unter der Haube: WordPress 4.7 ist da!

Die eben erschienene WordPress-Version 4.7 bringt neben dem nagelneuen Standard-Theme Twenty Seventeen eine Reihe von Neuerungen mit. So bietet der Customizer mehr Komfort beim Anpassen eines Themes, und bietet insbesondere die Möglichkeit, eigene CSS-Anweisungen zu hinterlegen. Mehrsprachige Redaktionsteams werden es schätzen, dass sie die Sprache im Backend jetzt auf Benutzerebene festlegen können, und Entwickler finden etliche neue Optionen unter der Haube.

Reporterpreis 2016: Reporter-Forum prämiert exzellenten Journalismus

Harte Arbeit für die Jury des Reporter-Forums: In diesem Jahr erhielt das Forum 1473 Beiträge für den Deutschen Reporterpreis, von denen schließlich 91 nominiert wurden. Hier die Preisträger:

Zwei Reportagen erhalten Reporterpreis für die beste Reportage

Die Auszeichnung als beste Reportage teilen sich gleich zwei Werke – eines aus Guantanamo, eines aus dem syrischen Dorf Tel Goran.

Beste Investigation

Ein Informant, 400 Journalisten: Ausgezeichnet als beste Investigation hat die Jury die Auswertung eines Datenpakets, die wohl noch lange nicht abgeschlossen ist.

Bester Essay

Macht es einen Unterschied, ob Männer oder Frauen im Wahlkampf gegeneinander antreten? In einem erstaunlichen Essay sucht Lara Fritzsche nach der Antwort auf diese Frage.

Beste Lokalreportage

Messer, Pistolen, Schlagstöcke: Ein örtlicher Waffenhändler, dessen Geschäfte immer besser laufen, ist Gegenstand dieser Reportage.

Beste Kulturkritik

Benjamin von Stuckrad-Barre und sein Werk Panikherz mussten sich dieser Kulturkritik stellen.

Zwei Werke erhalten Reporterpreis für die beste Wissenschaftsreportage

Ein Medikamentenhersteller, der ein vielleicht lebensrettendes Medikament nicht liefern will, und das, was sich in einem Körper abspielt, wenn er stirbt: Auch hier hat die Jury zwei Reportagen prämiert.

Bester freier Reporter

Herkunft contra Unterricht: Wie es um die Chancengleichheit im deutschen Schulsystem bestellt ist, beleuchtet Björn Stephan.

Bestes Interview

Die Eltern dreier Schülerinnen, die ihr Leben beim herbeigeführten Absturz der Germanwings-Flug 9525 im März 2015 haben mit Kerstin Herrnkind und Dominik Stawski vom Stern über die Tragödie gesprochen.

Innovation

Ausgezeichnet in dieser Kategorie wurde das erste gemeinnützigen Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum, Correctiv.

Datenjournalismus

An zwei von drei Tagen brannte 2015 ein Flüchtlingsheim. Gefasst oder gar verurteilt wurde kaum einer der Täter. Wie das sein kann, dem ist ein Team von Datenjournalisten auf den Grund gegangen.

Webreportage

Elisabeth Weydt, Jakob Fuhr und Christine Anas sind die Preisträger*innen dieser Kategorie. Ausgezeichnet wurden sie für ihre Reportage Ackerbunt.

“sachor jetzt!” – Snapchat-Projekt zur Shoah

[aesop_image imgwidth=”30%” img=”https://netknowhow.de/wp-content/uploads/2016/12/sachor-jetzt.png” align=”right” lightbox=”on” captionposition=”left” revealfx=”fromright”]Taugt Snapchat für Qualitätsjournalismus? Dieser Frage gehen junge Journalisten der Axel-Springer-Akademie in den nächsten Tagen nach. Vom 5. Dezember an spüren sie dem Holocaust nach: Gespräche mit Zeitzeugen und Überlebenden, Besuche an den entscheidenden Schauplätzen der Shoah und mehr wollen sie, nach journalistischen Qualitätskriterien aufbereitet, über Snapchat-Stories ausspielen. “Die jungen Leute der inzwischen vierten Generation seit dem Holocaust werden die ersten sein, die bald keine Zeitzeugen mehr erleben”, sagt Marc Thomas Spahl, Direktor der Axel Springer Akademie.

Unter dem Titel “sachor jetzt!” geht das Projekt an den Start. Wer es auf Snapchat verfolgen will, fügt seinen dortigen Kontakten den Nutzernamen sachorjetzt hinzu. „Sachor“ ist das hebräische Wort für „Erinnere dich“ – hier setzt das journalistische Projekt an, das sich speziell an 14- bis 16-Jährige richtet.

Sieben Tage lang finden die Leser täglich bis zu drei Geschichten auf Snapchat, die sich alle mit dem Thema Holocaust beschäftigen. Dazu recherchieren und berichten die jungen Reporter der Akademie unter anderem aus Auschwitz, Minsk, Jerusalem, Prag, Berlin, Dachau, Leipzig und Sachsenhausen. Die App „Sachor“ (erhältlich für iOS und Android) wird die Snapchat-Storys in einer internationalen Version mit englischen Untertiteln dauerhaft abrufbar halten.

sachor für iOS

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sachor für Android

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Earing: Soziales Netzwerk für das gesprochene Wort

Noch im Dezember will Entwickler Hyuck Jae Lee in seiner Heimat Korea mit dem sozialen Netzwerk Earing an den Start gehen, bald darauf soll es auch international nutzbar sein. Im Zentrum des sozialen Netzwerks stehen gesprochene Nachrichten, auf die die Nutzer ihrerseits mit gesprochenen Kommentaren reagieren können.

Die Nutzer des Netzwerks können zunächst verschiedene Nachrichten und Inhalte abonnieren. Sobald diese Kopfhörer ins Handy stecken, werden die News automatisch abgespielt, wodurch sich die App auch beim Autofahren oder Sport nutzen lässt. Eine gesprochene Aufnahme ist auf 27 Sekunden limitiert. “Nach zahllosen Tests haben wir herausgefunden, dass 27 Sekunden die ideale Zeitspanne für User ist, um Inhalte zusammenfassen und zu erzählen und auch für die Personen, die sich diese Inhalte anhören, gut geeignet sind”, meint Lee. Die koreanischen Versionen der zugehörigen Apps für iOS und für Android sind bereits erhältlich.