Archiv der Kategorie: Nachrichten

Ungeschützter Datenverkehr: Firefox warnt demnächst noch deutlicher

Mozillas Webbrowser Firefox soll Nutzer demnächst noch deutlicher warnen, wenn diese im Begriff stehen, Daten über eine ungeschützte Verbindung zu übermitteln. Das kündigt Interface-Designer Ryan Feely in einem Tweet an:

Trägt der Nutzer ein Passwort oder andere persönliche Informationen in ein Formularfeld ein, die ohne https-Transportverschlüsselung übermittelt würden, weist Firefox ihn künftig direkt unterhalb dieses Eingabefeldes auf das Risiko hin. Seitenbetreiber, die persönliche Daten ihrer Nutzer verarbeiten, haben damit einen Grund mehr, sich um eine Transportverschlüsselung zu bemühen.

Bislang weist Firefox auf eine ungeschützte Verbindung lediglich per Ausrufezeichen in der Adresszeile hin. Ab wann die deutlicheren Warnhinweise zu sehen sein werden, steht noch nicht fest.

Deutschlandfunk: Tägliches Medienmagazin ab März 2017

Der Deutschlandfunk ersetzt sein wöchentliches Medienmagazin, das derzeit unter dem Titel “Markt und Medien” ausgestrahlt wird, im kommenden Jahr durch ein tägliches. Einen Titel hat das neue Magazin noch nicht, wohl aber einen Sendeplatz: Montag bis Freitag von 15:35 bis 16 Uhr.

“Medien stehen wie nie zuvor im Fokus der Öffentlichkeit. Daher braucht es mehr Orte wie diesen, um zu reflektieren, wie Medien funktionieren, um transparent zu machen, wie wir Journalisten arbeiten”, zitiert Ulrike Simon in ihrem Bericht für das Redaktionsnetzwerk Deutschland den Deutschlandfunk-Kulturchef Matthias Giert. Den Ausschlag dafür, von einem wöchentlichen auf ein wochentägliches Medienmagazin umzusteigen, gab das offenkundig große Interesse der Hörer: Die Hörerzahlen am Sonnabend zwischen 16 und 17 Uhr seien regelmäßig höher als die der Sendung davor und der danach, heißt es in dem Beitrag.

Bloggen ohne Anmeldung: Telegram startet Blogplattform Telegra.ph

Mit der Blogplattform Telegra.ph hat Telegram einen Dienst geschaffen, über den jedermann umfangreiche Blogposts verfassen kann, ohne sich zu registrieren oder anzumelden. Der sehr einfach gehaltene Editor steht direkt nach dem Aufruf der Website parat. Der Verfasser eines Blogposts muss zwar (s)einen Namen angeben, seine Identität aber sonst in keiner Weise verifizieren.

Das Bloggen ohne Anmeldung bietet bislang allerdings nur sehr rudimentäre Möglichkeiten. So kann der Blogger neben Überschrift und Text noch Bilder, Tweets und Videos in seinen Beitrag integrieren, eine Anbindung sozialer Medien fehlt aber ebenso wie eine Kommentarfunktion, über die Leser mit dem Verfasser in Kontakt treten könnten, oder ein RSS-Feed.

In seiner derzeitigen Form bietet Telegra.ph keinerlei Schutz vor Spambots (es gibt nicht einmal eine Capture-Funktion) und ließe sich mühelos nutzen, um Falschmeldungen, Hassbotschaften, jugendgefährdende oder anderweitig rechtswidrige Inhalte zu verbreiten.

Instagram forciert Echtzeit-Kommunikation

Live-Videos und flüchtige Nachrichten, die nach dem Ansehen verschwinden: Die Foto- und Videoplattform Instagram zielt mit neuen Aktualisierungen zugleich auf den Markenkern des Konkurrenten Snapchat und startet einen Angriff auf den zu Twitter gehörenden Dienst Periscope: Künftig können Nutzer in ihren Instagram Stories Live-Videos streamen. Die können bis zu einer Stunde dauern und verschwinden, sobald der Livestream endet. Während der Übertragung können Zuschauer den Stream kommentieren und liken. Von vielen angesehene Livestreams sollen auch im Explore-Bereich erscheinen.

Außerdem will Instagram künftig die Möglichkeit bieten, persönliche Nachrichten zu versenden, die wieder verschwinden, nachdem die Empfänger sie angesehen haben. Wie bei Snapchat erhält der Absender eine Benachrichtigung, wenn ein Empfänger eine solche flüchtige Nachricht per Screenshot gesichert hat.

Falschmeldungen auf Facebook mit mehr Reichweite als Medienberichte

Dass frei erlogene Meldungen, freundlicher Fake-News genannt, auf Facebook den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl beeinflusst hätten, hat Mark Zuckerberg erst kürzlich rigoros bestritten. Eine jetzt von Buzzfeed veröffentlichte Studie scheint die These jedoch zu stützen: In den letzten drei Monaten vor der Wahl wurden die 20 erfolgreichsten erfundenen Wahlkampfmeldungen häufiger geteilt, kommentiert und oder bewertet als die 20 erfolgreichsten Artikel etablierter Nachrichtenmedien.

In Zahlen:

  • 8,711,000 Kommentare, Likes und Shares für virale Fake-News zur Wahl (darunter die Meldung, der Papst habe empfohlen, Donald Trump zu wählen)
  • 7,367,000 Kommentare, Likes und Shares für Wahlkampf-Berichterstattung etablierter Medien

Ein Sprecher von Facebook bemühte sich, diese Zahlen gegenüber Buzzfeed zu relativieren. Die Top-Meldungen machten, wie er sagte, nur einen Bruchteil dessen aus, was auf Facebook diskutiert werde.

Für gleich vier der zehn erfolgreichsten Falschmeldungen zeichnet übrigens die Website Ending The Fed verantwortlich. Die Website, die vordergründig wie eine herkömmliche Nachrichtenwebsite aufgemacht ist, verbreitet neben offensichtlichen Falschmeldungen auch eins zu eins kopierte “Nachrichten” von Satire-Websites. Bei etlichen Beiträgen dort fällt die Vermischung von Nachricht und Meinung ins Auge – bloß, wessen Meinung da zu lesen ist, erfährt der Leser nicht, denn Ending The Fed vermeidet jeden Hinweis auf die Personen, die hinter der Website stehen.

Skype wird die öffentliche Telefonzelle der Internet-Ära

Wer den Messenger- oder Telefonie-Dienst Skype nutzen möchte, muss sich dazu ab sofort nicht mehr registrieren oder anmelden. Es genügt, im Browser Skype.com aufzurufen und auf “Unterhaltung starten” zu klicken. Der Nutzer wird gebeten, einen Namen anzugeben und erhält dann einen Gastzugang zur Webversion von Skype. Dort bekommt er einen Link, den er – mit irgendeinem Messenger oder per E-Mail – an seine Gesprächspartner weitergeben kann.

[aesop_image imgwidth=”content” img=”https://netknowhow.de/wp-content/uploads/2016/11/skype-gast.jpg” alt=”Skype mit Gastzugang” align=”center” lightbox=”on” caption=”Der Gastzugang der Skype-Webanwendung” captionposition=”left” revealfx=”inplaceslow”]

Die Gesprächspartner müssen diesen Link dann nur noch aufrufen, um in die Konversation einzusteigen. Wer will, kann sich aber auch in Zukunft registrieren und anmelden, schon um Zugriff auf die Kontaktliste zu erhalten und selbst für Kontakte erreichbar zu bleiben.

https://www.youtube.com/watch?v=j7SxypblIlw

Endlich Links: Instagram Stories bekommen neue Funktionen

Bei der Veröffentlichung von Instagram Stories können Nutzer eine Reihe neuer Funktionen verwenden. Die optisch auffälligste Neuerung dürfte die Boomerang-Funktion sein: Mit ihr kann der Nutzer Mini-Videos aufzeichnen, die dann in Endlosschleife vorwärts und rückwärts laufen.

Für Medienverantwortliche wichtiger dürften aber zwei andere neue Möglichkeiten sein: Ab sofort ist es innerhalb von Instagram Stories möglich, per @[Benutzername] einzelne Nutzer namentlich zu erwähnen. Rezipienten der Story können dann per Antippen dessen Profil aufrufen.

Lang gewartet haben viele Medienverantwortliche aber wohl vor allem auf die Möglichkeit, von ihren Stories aus auf die eigene Publikation zu verlinken. Das ist jetzt – eingeschränkt – möglich. Bislang können Nutzer mit verifizierten Benutzerkonten Links in ihren Stories verwenden. Die verlinkten Inhalte öffnet Instagram dann allerdings (noch?) nicht im Standard-Browser des Mobilgeräts, sondern in einem App-internen Browser.

Superfans, exklusive Gruppen-Broadcasts und bessere Desktop-Unterstützung für Periscope

Während Twitters Kurz-Videoplattform Vine vor der Einstellung steht, bekommt Twitters Livestream-Plattform Periscope gleich eine ganze Reihe neuer Funktionen. Wie der Dienst bekanntgab, hilft Periscope seinen Broadcastern in Zukunft, ihre “Superfans” zu identifizieren. Ein Algorithmus zählt und gewichtet, wie oft sich die einzelnen Nutzer die Streams eines Broadcasters ansehen, bewerten und kommentieren. Die bis zu zehn engagiertesten Fans weist Periscope dann als Superfans aus.

Diese Superfans, wahlweise aber auch nach anderen Kriterien zusammengestellte Gruppen, können Periscope-Broadcaster künftig mit exklusiven Streams erreichen. Damit gibt Periscope Nutzern die Möglichkeit, Streams auf enge Freunde oder auf Follower mit speziellen Interessen zu beschränken.

Dritte Neuerung: Wer Streams lieber am Desktop verfolgt als auf seinem Mobilgerät, kann sich ab sofort mit seinen Zugangsdaten auf der Website Periscope.tv anmelden, und Livestreams dann nicht nur ansehen, sondern auch bewerten und kommentieren.

Ungepatchte Joomla-Websites unter Beschuss: Lücke jetzt schließen

Dringender Handlungsbedarf für Betreiber von Joomla-Websites: Zwei seit dem 25. Oktober bekannte Sicherheitslücken im beliebten Content Management System Joomla sind Ziele massiver Angriffe. Das melden die Experten des Sicherheitsunternehmens Sucuri. Über die Lücken können Angreifer auf den verwundbaren Websites Nutzerkonten mit weitreichenden Berechtigungen einrichten und sie darüber anschließend nach Belieben manipulieren.

Wie es in der Meldung heißt, sei es den Experten – und wohl auch böswilligen Zeitgenossen – gelungen, die am 25. Oktober veröffentlichte gepatchte Version zu analysieren und mit Hilfe des Codes die Sicherheitslücken zu identifizieren. Danach sei es den Angreifern ein Leichtes gewesen, Schadprogramme zu schreiben, die diese Sicherheitslücken ausnutzen. Sucuri habe bereits innerhalb von drei Tagen nach Veröffentlichung der Aktualisierung eine exponentielle Zunahme an solchen Angriffen in freier Wildbahn verzeichnet. Die Experten gehen davon aus, das alle noch nicht abgesicherten Joomla-Websites akut gefährdet sind.

WOT spioniert seine Nutzer aus: Personalisierbare Daten an Händler verkauft

WOT spioniert: Der Dienst Web of Trust, kurz WOT, überträgt nach einem Bericht des NDR Daten über das Surfverhalten seiner Nutzer an Datenhändler – offenbar, ohne die Daten ernsthaft zu anonymisieren.

Das jedenfalls ergab die Recherche der NDR-Reporter, die dazu eine “kostenlose Probe”, erhalten von einem der Datenhändler, ausgewertet haben. In Stichproben konnten die Journalisten mehr als 50 Nutzerinnen und Nutzer persönlich identifizieren, zum Beispiel über E-Mail-Adressen, in denen der Name steht, Anmeldenamen oder andere Bestandteile der aufgerufenen URLs. Insgesamt umfassten die ausgewerteten Daten mehr als zehn Milliarden Web-Adressen, aufgerufen von rund drei Millionen Usern aus Deutschland.

Zwar erhalten Nutzer bei der Einrichtung der WOT-Browsererweiterung einen Hinweis auf die Datennutzung. Wie eindeutig die Daten personalisierbar sind, dürfte aber den wenigsten bewusst gewesen sein. Die Ironie: WOT-Nutzer versprachen sich vom Einsatz der Browsererweiterung mehr Sicherheit beim Surfen. Über ein Ampelsystem zeigt die Erweiterung an, für wie vertrauenswürdig die Nutzerschaft die jeweils besuchte Website hält, bei als gefährlich eingestuften Websites erhält der Nutzer einen Warnhinweis, noch bevor er die Seite betreten kann.

Drehschluss: Twitter schließt seine Videoplattform Vine

Sekunden-Videos statt abendfüllender Spielfilme sind der Markenkern der Videoplattform Vine. Unter diesem Aspekt hätte er sich gut in das Portfolio des Mutterunternehmens Twitter eingefügt.

https://vine.co/v/h1O5gam52A3

Doch Twitter wird den 2012 übernommenen Dienst aller Voraussicht nach einstellen: In einer Mitteilung auf der Plattform Medium heißt es, die mobile App werde in den nächsten Monaten eingestellt, eine längerfristige Fortführung des gesamten Dienstes scheint deshalb ebenfalls unwahrscheinlich.

Die Website bleibt der Mitteilung zufolge vorerst online, und Nutzer sollen die Gelegenheit erhalten, ihre Werke auf ihren lokalen Rechner herunter zu laden. Details, etwa einen genauen Zeitplan, verrät die Mitteilung nicht, die Betreiber versprechen jedoch, die Nutzer zeitnah über die Entwicklung auf dem laufenden zu halten.

Facebook startet Online-Kurse für Journalisten

Facebook hat für seine E-Learning-Plattform Blueprint eine Reihe kostenloser Online-Kurse angekündigt, die sich speziell an Journalisten richten. Das soziale Netzwerk will Journalisten auf diese Art vermitteln, wie sie mit Hilfe der Produkte des Unternehmens interessante Inhalte entdecken, Geschichten erzählen und ihre Leserschaft vergrößern können. Neben Handlungsempfehlungen und Anleitungen sollen Fallstudien erfolgreicher Journalisten im Fokus der Online-Kurse stehen.

Die angebotenen Webinare sollen sich an neuen Produkten und Funktionen orientieren, am individuellen Erfahrungshorizont des Lernenden und seiner Rolle als Journalist – etwa als Rechercheur, Autor oder als Verantwortlicher für die Kommunikation mit der Öffentlichkeit.