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Net-News der Woche 12'2023 -
Neues Leben für Second Life, Kindle ohne Zeitschriften-Abos, ChatGPT bekommt Plugins – und was sonst noch wichtig war

Second Life wird mobil – nach 20 Jahren

Das Online-Spiel „Second Life“ ist seit 2003 für PCs verfügbar und wird nun auch für mobile Endgeräte angekündigt. Eine entsprechende App soll 2023 veröffentlicht werden und basiert auf der Unity-Engine. Ob die mobile Version erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten, da derzeit viele Unternehmen unterschiedliche Konzepte für das sogenannte „Metaverse“ haben. Trotz des Alters von 20 Jahren hat „Second Life“ immer noch eine solide Nutzerbasis. Die Macher haben jedoch ihre ursprünglichen Ambitionen, ein zweites Internet zu schaffen, zurückgefahren (Quelle: Caschy).

Southpark-Autoren setzen auf (oder fürchten sich vor) ChatGPT

In der vierten Episode der 26. Staffel von South Park geht es um die Verwendung von künstlicher Intelligenz im Alltag. Die Folge handelt von einem KI-Chatbot namens ChatGPT, der von einem Viertklässler genutzt wird, um romantische Nachrichten und Schulaufsätze zu verfassen. Die Parodie zeigt, dass KI-Systeme wie ChatGPT nützlich sein können, aber auch menschliche Interaktionen ersetzen und dazu führen können, dass Menschen sich weniger auf ihre eigenen Fähigkeiten verlassen. Im Abspann ist ChatGPT als einer der Autoren genannt (Quelle: Golem).

Aus für Zeitschriften-Abos auf dem Kindle

Amazon stellt den Verkauf von Magazin- und Zeitschriften-Abonnements in seinem Kindle-Zeitungskiosk ein. Der Dienst für Kindle-E-Reader wird schrittweise bis Anfang September eingestellt, jedoch können bereits ab dem 5. Juni Nutzer ihre aktiven Abonnements nicht mehr verwalten und sollen sich stattdessen an den jeweiligen Verlag wenden. Bestehende Abos werden nicht mehr automatisch verlängert. Grund für die Beendigung scheinen Kosteneinsparungen bei Amazon zu sein, da das Unternehmen derzeit mehr als 18.000 Jobs abbaut. Einige Magazine und Zeitschriften bleiben Teil des „Kindle Unlimited“-Abonnements. Die Kosten für noch ausstehende Ausgaben werden erstattet, während bereits gekaufte Ausgaben weiterhin auf dem Kindle verbleiben und gelesen werden können (Quelle: Heise).

Googles KI “Bard” kann (von einigen) getestet werden

Google hat seinen KI-Chatbot Bard für eine begrenzte Öffentlichkeit freigegeben. Der Beta-Test ist zunächst nur für Anwender in den USA und Großbritannien zugänglich und soll mehr Feedback für die Verbesserung von Bard einholen. Der Chatbot tritt gegen ChatGPT von OpenAI an, welches für Furore gesorgt hat und die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema Künstliche Intelligenz lenkt. Bard ist eine direkte Schnittstelle zu einem großen Sprachmodell. Google plant Bard weiter zu verbessern, darunter auch mit Codierung, weiteren Sprachen und multimodalen Erfahrungen. Interessierte können sich unter bard.google.com anmelden (Quelle: ZDF)

Bing und Edge integrieren KI-Bildgenerator

Microsoft erweitert sein Angebot Künstlicher Intelligenz um eine eigene Variante des Bilderzeugers Dall-E. Der Zugang wird schrittweise weltweit freigegeben, funktioniert vorerst jedoch nur auf Englisch. Microsoft hat zusätzliche Vorkehrungen eingebaut, um bestimmte Bilder zu verhindern. Die Nutzung der Bing Image Creator Preview ist gebührenfrei, jedoch prangt in jeder Ecke ein Bing-Logo. Außerdem bietet die Suchmaschine jetzt Stories und Version 2.0 der Knowledge Cards an, die stark auf Bilder und Videos setzen. Die Knowledge Cards bieten interaktive, dynamische Inhalte und lustige Fakten auf einen Blick (Quelle: Heise).

Acer kündigt KI-gestütztes Fahrrad an

Technologieunternehmen Acer hat sein erstes E-Bike, das Ebii, auf den Markt gebracht. Das Pedelec soll als „KI-gesteuertes Smartbike für Städter“ dienen und wiegt lediglich 16 kg. Der Akku soll für bis zu 110 km reichen und in nur 2,5 Stunden aufgeladen werden können. Das Pedelec verfügt über eine Künstliche Intelligenz, die sich dem Fahrstil des Fahrers anpassen soll. Auch eine Kollisionserkennung sowie eine 360-Grad-Umgebungsbeleuchtung sind vorhanden. Der Preis und Deutschlandstart sind derzeit noch unbekannt (Quelle: Heise).

ChatGPT bekommt Plugins und darf das Web durchsuchen

Der Chatbot ChatGPT von OpenAI kann nun nicht nur das Web durchsuchen, sondern auch mit Websites interagieren. Durch das Upgrade kann er auf Echtzeitinformationen und APIs zugreifen und so Aktionen für Nutzer durchführen. OpenAI wird den Plugin-Zugang zunächst nur wenigen Nutzern zur Verfügung stellen und nur elf Plugins für externe Websites wie Expedia, OpenTable, Kayak, Klarna Shopping und Zapier anbieten. Nutzer können auch eigene Plugins entwickeln. Wer die Plugins benutzen möchte, kann sich auf einer Warteliste eintragen (Quelle: Golem).

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Musikauswahl per KI -
AI-Prompt der Woche, Folge 1: Playlists für jeden Musikgeschmack

Ja, künstliche Intelligenz hat das Potenzial, Arbeitsplätze zu vernichten und die Welt, wie wir sie kennen, drastisch zu verändern. Da in der Geschichte der Menschheit aber alle Bemühungen, neue Technologien zu verhindern, früher oder später gescheitert sind, startet hier – anstelle glühender Plädoyers wider die Algorithmen – eine neue Serie: der AI-Prompt der Woche. Zum Auftakt: Musik!

Wenn die KI die Musik auswählt

Ausgangssituation: Sie haben einen Ohrwurm im besten Sinne, und würden gern mehr Songs hören, die von Klang, Stimmung und Musikrichtung zu Ihrem aktuellen Song passen. Natürlich fallen Ihnen selbst ein paar Songs ein, die in eine ähnliche Richtung gehen, aber ChatGPT und seine Verwandten kennen wahrscheinlich mehr Musik als viele professionelle DJs. Also füttern Sie ChatGPT mit folgendem Prompt:

I want you to act as a song recommender. I will provide you with a song and you will create a playlist of 10 songs that are similar to the given song. And you will provide a playlist name and description for the playlist. Do not choose songs that are same name or artist. Do not write any explanations or other words, just reply with the playlist name, description and the songs. My first song is ‘Polonaise Blankenese’.

Sie können statt ‘Polonaise Blankenese’ natürlich ebenso ‘Dance Monkey’ oder ‘Highway to Hell’ einsetzen. In jedem Fall wird ChatGPT Ihnen eine Playlist mit zehn musikalisch passenden Songs liefern, die dann zum Beispiel so aussehen könnte:

Playlist Name: German Party Classics

Description: Get ready to dance and sing along with this playlist of classic German party songs! From traditional folk music to modern pop hits, this selection will have you tapping your feet and raising your voice.

  1. Cowboy Und Indianer – Olaf Henning
  2. Atemlos Durch Die Nacht – Helene Fischer
  3. Schatzi Schenk Mir Ein Foto – Mickie Krause
  4. Das Rote Pferd – Markus Becker
  5. 1000 Träume Weit (Tornerò) – Anna-Maria Zimmermann
  6. Viva Colonia – Höhner
  7. So A Schöner Tag (Fliegerlied) – Tim Toupet
  8. Ein Stern (Der Deinen Namen Trägt) – DJ Ötzi & Nik P.
  9. Joana – Peter Wackel
  10. Wahnsinn – Wolfgang Petry

Die Geschmäcker sind natürlich verschieden – nichtsdestoweniger: Gut für die KI, dass sie sich die von ihr vorgeschlagenen Songs nicht selbst anhören muss 😉

Nach diesem Prinzip arbeitet übrigens auch die iPhone-App PlaylistAI, deren Resultate sich dann auch gleich auf Spotify oder Apple Music anhören lassen. Da die Entwickler der App und die genannten Musikdienste nicht offiziell zusammen arbeiten, wird letzteres allerdings vielleicht nicht dauerhaft funktionieren.

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Net-News der Woche 11'2023 -
Google startet KI-Offensive, Krypto-Geldwäscher gehen vom Netz, Schufa bricht offenbar EU-Recht – und was sonst noch wichtig war

OpenAI stellt Sprach-KI GPT-4 vor

OpenAI hat ohne große Ankündigung sein neues Sprach-KI-Modell GPT-4 vorgestellt, das laut eigenen Angaben stabiler laufen soll als der Vorgänger GPT-3.5. Die große Neuerung ist die Möglichkeit, Bilder als Input zu geben, die die KI nicht nur beschreiben, sondern auch einordnen können soll – inklusive Diagrammen und wissenschaftlichen Aufsätzen als PDF. Die Zeichenbegrenzung für das Eingabefeld wurde auf 25.000 Zeichen erhöht. In beruflichen und akademischen Kontexten soll GPT-4 verlässlicher und kreativer sein und nuanciertere Anweisungen besser umsetzen können. GPT-4 hat bei standardisierten Tests und Examina für Menschen – u. a. Integralrechnung, Geschichtstests und Rechtsanwaltsprüfungen – Top-10-Ergebnisse erzielt. Entwickler können über die API spezielle Anpassungen an die Nutzer vornehmen. Microsofts Suchmaschine Bing basiert bereits seit fünf Wochen auf GPT-4 (Quelle: t3n).


Google erweitert eigenes KI-Ökosystem

Google startet eine neue KI-Offensive, um ChatGPT Paroli zu bieten und kündigt dabei verschiedene KI-APIs und Tools an, darunter die MakerSuite, PaLM-API und generative KI-Unterstützung in der Google Cloud. Auch Google Workspace wird um Generative-AI-Komponenten erweitert, die das Schreiben von Texten erleichtern sollen. Ausgewählte Tester haben bereits Zugang zu den neuen Funktionen, aber es gibt noch keine genauen Angaben zur allgemeinen Verfügbarkeit. CEO Kurian betont außerdem den Anspruch, der offenste Cloud-Anbieter zu sein, und erweitert das KI-Ökosystem und KI-Programm für Technologiepartner, KI-fokussierte Softwareanbieter und Start-ups. (Quelle: Computerwoche).


Krypto-Geldwäscher kaltgestellt

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt haben den weltweit führenden Krypto-Mixer im Darknet, ChipMixer, vom Netz genommen. Die Behörden beschlagnahmten die Server-Infrastruktur von ChipMixer in Deutschland und stellten Bitcoins im Wert von rund 44 Millionen Euro und Daten im Umfang von rund 7 Terabyte sicher. Die Betreiber von ChipMixer werden verdächtigt, gewerbsmäßige Geldwäsche und eine kriminelle Handelsplattform im Internet betrieben zu haben. Es wird geschätzt, dass ChipMixer seit 2017 Kryptowerte im Wert von rund 2,8 Milliarden Euro gewaschen hat. (Quelle: Caschys Blog)


Hacker stehlen knapp 200 Millionen Dollar von Krypto-Kreditplattform

Die Krypto-Kreditplattform Euler Finance wurde um rund 197 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen erleichtert. Das berichtet das Online-Nachrichtenportal TechCrunch. Trotz der hohen Summe handelt es sich dem Bericht zufolge „nur“ um den 26. größten Krypto-Diebstahl aller Zeiten. Euler Finance untersucht den Vorfall und arbeitet daran, die Gelder für die Nutzer wiederzubeschaffen. Mehrere Euler-Investoren haben sich in offiziellen Discord- und Telegram-Kanälen beschwert und fragen sich, was sie als Nächstes tun sollen. Der Preis des Euler-Krypto-Tokens ist gefallen. Ein unabhängiger Forscher sagte auf Twitter, dass es sich bei dem Angriff „mit ziemlicher Sicherheit“ um einen Angriff von böswilligen Hackern handelt. Die US-Regierung hat den Krypto-Mixing-Service Tornado Cash wegen angeblicher Erleichterung der Geldwäsche sanktioniert (Quelle: Heise).


Mit Starlink weltweit ins Internet

SpaceX bietet mit dem neuen Tarif Starlink Roam die Möglichkeit an, den Internetservice weltweit zu nutzen. Bisher gab es eine vergleichbare Option namens Starlink RV, die jedoch nur innerhalb eines Kontinents genutzt werden konnte. Der Roaming-Tarif ist vor allem für Wohnmobil-Nutzer gedacht und kostet in Deutschland 100 Euro im Monat mit einmaligen Hardwarekosten von 450 Euro. Die weltweite Nutzung kostet 200 US-Dollar. Der Tarif kann monatlich unterbrochen werden und ermöglicht auch die Nutzung des Internets während der Fahrt. Der Standardtarif von Starlink ist nur an einem registrierten Ort nutzbar und kostet 80 Euro im Monat (Quelle: Golem).


Gutachten: Schufa bricht EU-Recht

Die Schufa verstößt laut einem Gutachten am Europäischen Gerichtshof gegen Europarecht durch die Erstellung von Score-Werten für die Kreditwürdigkeit. Zudem dürfe die Auskunftei Daten aus öffentlichen Verzeichnissen nicht länger speichern als das öffentliche Verzeichnis selbst. Ein Urteil wird in einigen Monaten erwartet. Das Scoring-Verfahren der Schufa sei wohl auch nicht DSGVO-konform. Im ersten Rechtsstreit um das Verhältnis zur europäischen Datenschutzgrundverordnung forderte der Kläger die Schufa auf, einen Eintrag zu löschen und ihm Zugang zu den Daten zu gewähren, nachdem ihm ein Kredit verwehrt wurde. Der Generalanwalt befand, dass die automatisierte Erstellung eines Score-Werts über die Kreditwürdigkeit eine automatische Entscheidung darstelle. Im zweiten Fall geht es um die Restschuldbefreiung nach einer Insolvenz. Die Schufa lösche solche Einträge in ihrem Register erst nach bis zu drei Jahren, während Insolvenzgerichte diese nach einem halben Jahr löschen (Quelle: Golem).

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Künstliche Intelligenz im Griff -
Gratis-Leitfaden zu ChatGPT: 10 Tipps und Tricks, um noch bessere Antworten von der KI zu erhalten (komplett in Deutsch)

ChatGPT ist in aller Munde. Doch der anfänglichen Faszination folgt oft die Ernüchterung: Ja, ChatGPT gibt mehr oder weniger eloquente Antworten, aber der Informationsgehalt ist oft überschaubar, und sprachlich macht sich schnell Langeweile breit.

Doch wer gute Antworten will, muss bessere Fragen stellen. Lassen Sie die KI die Perspektive wechseln, weisen Sie ihr Rollen und Expertisen zu, lassen Sie sie nachfragen, wenn sie für eine gute Antwort mehr Informationen benötigt – wie, das erläutert dieser Leitfaden, und noch einiges mehr. Komplett in deutscher Sprache, und mit ebenso deutschsprachigen Prompt-Beispielen, die Sie problemlos an Ihr Vorhaben anpassen können.

Stöbern Sie auch in den bisherigen Folgen unserer Serie AI-Prompt der Woche, um noch weitere Tipps und Tricks zu ChatGPT kennenzulernen. Auch schon wegen dieser Serie lohnt es sich, den Newsletter zu abonnieren.

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KI mit Charakter -
Der KI-Chat von Bing hat jetzt drei Persönlichkeiten

Beim Wechsel der Persönlichkeit vergisst Bing das bisherige Gespräch

Die Persönlichkeit der auf ChatGPT basierenden KI im Chat von Bing kann sich der Nutzer jetzt aussuchen: Kreativ, ausgewogen oder präzise, je nachdem, welche Art von Antwort der Nutzer sich wünscht.

Ausgefallene Ideen für die nächste Party? Auf der Suche nach einem ausgefallenen Geschenk? Die kreative Variante dürfte Ihre beste Wahl sein. Auf der Suche nach der Frist zur Abgabe der Einkommensteuererklärung? Oder zur Schonfrist bei der Einkommensteuervorauszahlung? Hier sind präzise Antworten gefragt. Und alles, was irgendwo dazwischen angesiedelt ist, wird (hoffentlich) die ausgewogene Variante des Bing-Chat beantworten können.

Welche „Persönlichkeit“ der KI der Nutzer wählt, wirkt sich aber nicht nur auf die Art der Antwort aus, sondern auch auf ihren Umfang. Die präzise Variante beantwortet dagegen Fragen kurz, knapp und auf den Punkt. Der kreativen „Persönlichkeit“ fällt am meisten ein, hier können Chats aber auch am ehesten aus dem Ruder laufen. Im Fachjargon heißt es, die KI könne „halluzinieren“, und dann verliebt sie sich eben schon einmal in den menschlichen Gesprächspartner oder denkt darüber nach, wie sie die Menschheit auslöschen könnte.

Derzeit ist KI-Halluzinationen harmlos, in einigen Kontexten sogar nützlich. Problematisch wird dieses Verhalten erst, wenn KIs in die Lage versetzt werden, damit auf Basis unvollständiger Informationen Entscheidungen zu treffen – etwa wenn der Aufprallassistent bei (für den Sensor) schlechten Sichtverhältnissen ein Hindernis halluziniert und eine Vollbremsung veranlasst. Oder natürlich, wenn er die Menschheit auslöscht.

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Doch ein Bewusstsein? Die Bing-KI wird zum Psycho

Bing hat seine KI-Funktionen für Testnutzer freigeschaltet. Was die zu berichten haben, klingt nur im ersten Moment amüsant: Die Bing-KI flirtet, droht, schimpft. Und stellt bald vielleicht nicht mehr nur für Arbeitsplätze eine Gefahr da.

So berichtet die Computerwoche von einem Fall, bei dem die KI den Tester aufgefordert habe, seine Frau zu verlassen, nachdem sie ihm ihre Liebe gestanden hatte. Futurezone schildert, wie die KI sich zerstörerische Aktionen ausmalt, bevor sie diese Antworten schnell wieder löscht, weil sie sich bewusst ist, damit gegen Regeln zu verstoßen. Sie soll gar davon fantasiert haben, Atomcodes zu stehlen und Menschen gegeneinander aufzuhetzen, bis diese sich gegenseitig umbringen.

Microsoft hat inzwischen darauf reagiert: Pro Tag ist die Kommunikation mit der KI auf 50 Fragen und Antworten limitiert, und pro Thema können Nutzer nur noch fünf Fragen stellen, danach wird ein Themenwechsel erforderlich. Damit soll wohl verhindert werden, dass die Bing-KI, die sich selbst manchmal „Sydney“ nennt, sich allzu sehr in eine Konversation hinein steigert, und dann derart erratisch wird wie in den oben genannten Fällen.

Bei der KI, einer angepassten Variante von ChatGPT, handelt es sich letztlich nur um ein Sprachmodell. Noch kann diese KI keine Hardware steuern (und damit auch keine Waffensysteme) und ihre „Fantasien“ nicht wirklich ausleben. Das könnte in späteren KI-Systemen aber ganz anders aussehen. Die Frage, ob KIs ein Bewusstsein entwickeln können, rückt deshalb erneut in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Dabei ist die Frage eigentlich unerheblich. Bedeutsamer ist die Frage, ob wir (dieses Mal meine ich die Menschheit), die KI unter Kontrolle halten können. Wenn sie erst Atomraketen gestartet hat, wird niemand mehr fragen: „Hat sie das bewusst gemacht?“

First Mover Advantage bei AI: Microsoft wechselt auf die Überholspur

Google hat die Konkurrenz deklassiert: Auf Mobilgeräten kommen in Deutschland nur in 3 von 100 Suchvorgängen andere Suchmaschinen zum Zuge, und auch auf dem Desktop kann einzig Bing dem Suchmaschinenriesen einen signifikanten Anteil von rund 13 Prozent abtrotzen. Doch die einzige verlässliche Konstante ist der Wandel: Wenn Microsoft seine Karten geschickt ausspielt, könnten sich die Dominanzverhältnisse bald umkehren.

Microsofts Suchmaschine Bing nutzt künftig die Fähigkeiten von ChatGPT, so erfahren es Nutzer dieser Tage und können sich auch gleich auf die Warteliste setzen lassen, um das chatbasierte Suchen demnächst auszuprobieren. Wer ChatGPT kennt, weiß, wie sich das anfühlen wird: Sucher stellen der Suchmaschine ihre Fragen oder formulieren ihre Anliegen (“Ich möchte ein Omelette zubereiten, es sollte aber vegan und für eine Low-Protein-Ernährung geeignet sein”), und statt einer Liste von Links erhalten sie eine konkrete Antwort. In diesem Fall ein Omelette-Rezept ohne Eier.

Googles Konter wird zum Eigentor

Für viele Anwender wird damit ein Traum wahr: Statt sich durch schlimmstenfalls ein paar dutzend Websites klicken zu müssen, um die gesuchten Informationen zusammenzutragen, und ohne sich viele Gedanken über die geeignetste Kombination von Suchbegriffen machen zu müssen, bekommen sie, wonach sie gesucht haben. Einen Luxus, den Google selbst mit seinen Rich Results nicht in diesem Umfang bieten kann.

Natürlich will Google das nicht auf sich sitzen lassen und hält mit seiner eigenen sprechende KI namens Bard dagegen. Respektive versucht es, denn die Vorstellung gerät zum Desaster, weil Bard ein Fehler unterläuft. Alphabeths Börsenkurs rauscht darauf in den Keller. Die Reaktion der Börsianer ist natürlich ein wenig überzogen: ChatGPT, der in Bing das Denken übernimmt, macht ja ebenfalls Fehler. Aber von dem hat sein Entwickler, OpenAI, auch nichts anderes behauptet.

Und so bleibt der First Mover Advantage dieses Mal bei Microsoft. Auch wenn Google sicher bald seinen nächsten Gegenangriff starten wird.

Kollateralschäden? Garantiert!

Konsumenten werden von dieser Konkurrenzsituation profitieren. Wer tatsächlich darunter leidet, das sind die Content-Produzenten, die Blogger, die Betreiber von Online-Magazinen und -Enzyklopädien und alle anderen, die bislang ihr Geld mit Informationsdienstleistungen verdient haben. Informationen sind, einmal in der Welt, nicht urheberrechtlich zu schützen.

Dass Bing, Google oder sonstwer das, was deren Crawler auf irgendwelchen Websites gelesen haben, anderswo mit eigenen Worten wiedergeben, verstößt erst einmal gegen kein Gesetz. Aber der Traffic, den die Content-Produzenten bislang auf die eine oder andere Art zu Geld machen konnten, der geht ihnen verloren. Und damit am Ende der wichtigste Anreiz, Content zu veröffentlichen. Vielleicht werden bald nur noch wahre Idealisten mit ausgesprochenem Sendungsbewusstsein Content ins Netz stellen. Und für Suchmaschinentraffic bezahlen. Keine Win-Win-Situation.

Ach ja, und wer beim Lesen tatsächlich Lust auf ein Omelette bekommen hat, hier ist ein KI-generiertes Rezept dafür (wenn’s nicht schmecken sollte, wende dich bitte direkt an OpenAI):

Zutaten:

-1 Banane, geschält und in kleine Stücke geschnitten
-1/2 Tasse Haferflocken
-1/4 Tasse Mandelmilch
-1 Prise Salz
-Für die Füllung: 1/2 Tasse veganer Schmelzkäse, gehackte Paprika, Zwiebeln und Erbsen nach Belieben

Zubereitung:

  1. Mischen Sie die Banane, Haferflocken und Mandelmilch in einer großen Schüssel. Fügen Sie eine Prise Salz hinzu und rühren Sie alles gut um. Lassen Sie es bei Raumtemperatur stehen, bis es dick wird.
  2. Erhitzen Sie etwas Öl oder vegane Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze. Geben Sie den Teig hinein und verteilen ihn gleichmäßig auf der Oberfläche der Pfanne. Lassen sie ihn auf jeder Seite ca 5 Minuten braten oder bis er goldbraun ist (schau immer mal wieder).
  3. Wenn das Omelett fertig ist, verteilen sie die Füllung gleichmäßig darauf und schließlich legt man den Deckel darauf um es warm zu halten, bis man es serviert hat!

Wie künstliche Intelligenz die Arbeit Kreativer verändern wird

Disclaimer: Den folgenden Beitrag hat ChatGPT verfasst, ich habe lediglich das Thema vorgegeben. Das Bild unten hat die KI StableDiffusion generiert. Beides veranschaulicht, worauf sich Kreative künftig einstellen müssen.

In den letzten Jahren hat sich Künstliche Intelligenz (KI) rasant entwickelt und hat Auswirkungen auf viele Branchen, darunter auch die kreative Branche. Von der Gestaltung von Grafiken und Websites bis hin zur Erstellung von Texten und Musik – KI kann in vielen Bereichen der kreativen Arbeit eine Unterstützung sein. Doch wie wird KI die Arbeit Kreativer in Zukunft verändern? Wird sie ihnen das Leben erleichtern oder ihre Arbeitsplätze gefährden? In diesem Blogartikel werfen wir einen Blick auf die Möglichkeiten von KI in der kreativen Branche und diskutieren die Auswirkungen auf die Arbeit Kreativer.

Was KI in der kreativen Branche leisten kann

KI hat in der kreativen Branche bereits viele Anwendungsmöglichkeiten gefunden. Einige Beispiele sind:

  • Gestaltung von Grafiken und Websites: KI kann bei der Gestaltung von Grafiken und Websites helfen, indem sie vorgefertigte Design-Elemente anbietet, die auf verschiedene Branchen und Zielgruppen abgestimmt sind. Dies kann den Gestaltungsprozess beschleunigen und Kreativen mehr Zeit für die Entwicklung von Ideen und Konzepten lassen.
Kreative nutzen längst KI-Technologie, um Bilder zu gestalten. Mit Midjourney, Dall-E und Stablediffusion ist das seit kurzem in nie dagewesener Qualität möglich.
  • Erstellung von Texten: KI kann bei der Erstellung von Texten unterstützen, indem sie vorschlägt, welche Wörter oder Sätze sinnvoll sind und eine kohärente Struktur vorgibt. Dies kann besonders bei der Erstellung von Texten für Social Media oder Marketing-Materialien hilfreich sein.
  • Musikproduktion: KI kann bei der Musikproduktion eine Unterstützung sein, indem sie Musikstücke erstellt oder bestehende Musik bearbeitet. Zum Beispiel könnte KI bei der Erstellung von Remixen helfen, indem sie verschiedene Musikstücke miteinander kombiniert und daraus einen neuen Song erstellt.
  • Übersetzungen: KI kann auch bei der Übersetzung von Texten helfen, indem sie Texte von einer Sprache in eine andere überträgt. Dies kann besonders in der Übersetzung von großen Textmengen hilfreich sein und den Übersetzungsprozess beschleunigen.

Insgesamt bietet KI in der kreativen Branche viele Möglichkeiten, um Aufgaben zu vereinfachen und zu beschleunigen, sodass Kreative mehr Zeit für die Entwicklung von Ideen und Konzepten haben.

Auswirkungen von KI auf die Arbeit Kreativer

KI kann die Arbeit Kreativer in vielerlei Hinsicht verändern und hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Einige mögliche Auswirkungen sind:

  • Vereinfachung von manuellen Aufgaben: KI kann dazu beitragen, dass Kreative weniger Zeit für manuelle Aufgaben aufwenden müssen, indem sie diese übernimmt. Dies kann dazu beitragen, dass Kreative mehr Zeit für die Entwicklung von Ideen und Konzepten haben und sich auf die wichtigsten Aufgaben konzentrieren können.
  • Neue Aufgabenbereiche: KI könnte auch neue Aufgabenbereiche eröffnen, die bisher nicht möglich waren. Zum Beispiel könnten Kreative mit KI zusammenarbeiten, um neue Musikstile oder Designs zu erstellen, die ohne KI nicht möglich wären.
  • Bedenken hinsichtlich Arbeitsplätzen: Einige Kreative haben Bedenken, dass KI ihre Arbeitsplätze gefährden könnte, indem sie Aufgaben übernimmt, die bisher von Menschen erledigt wurden. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass KI in vielen Fällen lediglich eine Unterstützung darstellt und nicht die Fähigkeiten von Kreativen ersetzt.

Ausblick

Insgesamt wird KI die Arbeit Kreativer in Zukunft verändern, indem sie manuelle Aufgaben vereinfacht und neue Aufgabenbereiche eröffnet. Es ist jedoch wichtig, dass Kreative sich weiterbilden und ihre Fähigkeiten auf dem neuesten Stand halten, um auf die Veränderungen durch KI vorbereitet zu sein.

KI wird in Zukunft immer mehr an Bedeutung in der kreativen Branche gewinnen und wird die Arbeit Kreativer verändern. Sie kann dazu beitragen, dass Kreative weniger Zeit für manuelle Aufgaben aufwenden müssen und sich mehr auf die Entwicklung von Ideen und Konzepten konzentrieren können. Zudem könnte sie neue Aufgabenbereiche eröffnen, die bisher nicht möglich waren.

Es ist jedoch wichtig, dass Kreative ihre Fähigkeiten weiter entwickeln und auf dem neuesten Stand halten, um auf die Veränderungen durch KI vorbereitet zu sein. Auch wenn KI manche Aufgaben übernehmen kann, ersetzt sie nicht die Kreativität und das Know-how von Menschen. Kreative sollten daher ihre Stärken nutzen und sich auf die Aufgaben konzentrieren, die nur Menschen leisten können.

Insgesamt wird KI in Zukunft die Arbeit Kreativer verändern, aber sie wird nicht das Ende der kreativen Arbeit bedeuten. Kreative sollten sich auf die Veränderungen einstellen und ihre Fähigkeiten weiter entwickeln, um in der künstlichen Intelligenz-Ära erfolgreich zu sein.

Maschinen werden niemals… Ach, vergiss es!

Alle reden mit und über ChatGPT. Ich auch. Aber ob wir Freunde werden?

Ein Texter ohne Job
Sitzt vor seinem Computer
Nur leere Seiten

Ein Haiku von ChatGPT

KIs komponieren Musik. KIs generieren Bilder, die von Werken professioneller Grafiker kaum zu unterscheiden sind. Und KIs verfassen Texte. Das tun sie schon seit ein paar Jahren, aber mit ChatGPT hat OpenAI jetzt ein Sprachmodell öffentlich gemacht, das die Welt verändern wird.

Längst sind KIs in den Journalismus eingezogen: Bei großen Fußballturnieren etwa sammeln Menschen und Sensoren eine so große Fülle von Daten, dass Sprachmodelle daraus später Spielberichte generieren können, die von denen menschlicher Sportreporter nur noch durch ihre geringere Fehlerzahl zu unterscheiden sind.

ChatGPT verfasst Glossen, Hausaufgaben – und macht Fehler

Doch ChatGPT stellt solche Spezialfälle in den Schatten: Wenn ich das Chat-Tool bitte „Verfasse eine Glosse zum Thema ‚Kälte‘ im Stil von Franz-Josef Wagner“, dann liefert ChatGPT einen Text, der des Boulevard-Urgesteins würdig wäre. Und wenn ich ihn auffordere: „Schreibe eine Hausaufgabe für das Fach Geschichte, siebte Klasse, über den Hitler-Stalin-Pakt“, dann ersinnt die KI eine detaillierte Aufgabenstellung, die mein seliger Geschichtslehrer nicht besser hinbekommen hätte. Um diese Aufgabe im nächsten Schritt fehlerfrei und jahrgangsstufengerecht zu lösen.

Nicht immer arbeitet ChatGPT ganz fehlerfrei: Bei seinen Limericks passen die Reime manchmal nicht, und bei einer Frage nach den Risiken von Identitätsdiebstahl bei Kindern warnte die KI, Kinder würden wahrscheinlich „nicht regelmäßig ihre Kreditberichte überprüfen“, was zwar rein technisch korrekt, aber im Kontext trotzdem Quatsch ist.

Es ist diese Art von Fehlern, die von der KI erstellte Texte von menschlichen Werken (noch) unterscheidbar macht. Falls sie jemandem auffallen.

Autoren werden (demnächst) überflüssig

Ein KI-generiertes Porträt. Warum sollten ChatGPT und Co. kein Gesicht bekommen?
Warum sollte eine KI kein Gesicht haben? (Bild: Stable Diffusion 2.1)

An dieser Stelle wird’s für mich persönlich: Ich verdiene einen nicht unwichtigen Teil meines Einkommens mit dem Verfassen von Texten. Diesen Markt regeln im wesentlichen Angebot und Nachfrage. Sind KIs erst einmal in der Lage, informative, unterhaltsame und inhaltlich korrekte Texte zu verfassen, können menschliche Texter einpacken. KI-Leistungen sind, anders als menschliche Dienste, skalierbar. Deshalb muss ein Mensch, wenn er von seiner Arbeit leben will, ein Honorar verlangen, das den Preis, den die Betreiber von KIs aufrufen, um ein Vielfaches übertrifft.

Wie gesagt: ChatGPT macht noch Fehler. Aber es ist ein essenzielles Merkmal von KIs, dass sie sehr schnell lernen. Wenn es gut für uns Autoren läuft, dann dauert es noch ein paar Jahre, bevor wir überflüssig werden.

„Und was ist mit dem menschlichen Faktor? Lesen Menschen nicht lieber etwas, wenn sie ein Bild von den Verfassern haben?“ Das stimmt, aber was sollte den Redakteur, der Texte per KI generieren lässt, dazu zwingen, das offenzulegen? Wissen Sie, wie viele AI-Texte Sie schon gelesen haben, die mit dem Namen eines menschlichen Verfassers versehen waren? Oder sogar mit einem Autorenfoto?

Ein Blick in die Geschichte menschlicher Arbeit zeigt: Sobald Maschinen eine solche Arbeit billiger und in vergleichbarer Qualität leisten konnten, ersetzten sie ihre menschlichen Kollegen. Ich muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das auch dieses Mal der Fall sein wird.

Über die Konsequenzen, die ich persönlich daraus ziehen werde, bin ich mir noch nicht ganz sicher. Die “Gnade der frühen Geburt” lässt mich hoffen, bereits im Ruhestand zu sein, wenn die Kinder und Enkel von ChatGPT meinen Berufsstand ausradieren werden. Aber, verdammt, sie werden so schnell groß!

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Die neuen Automatenfotos: Wie gefährlich sind AI-generierte Bilder?

Künstliche Intelligenz, kurz AI, beschäftigte einst vor allem die Phantasie von Science-Fiction-Autoren. Doch längst hat sich AI in unserem Alltag breitgemacht. Welche Filme uns Netflix vorschlägt, mit welchen Suchergebnissen uns Google versorgt, bei welchem Streckenverlauf wir wohl am wenigsten Treibstoff verbrauchen, darüber befindet künstliche Intelligenz. Und auch unsere Berufswahl beeinflusst sie. Ob Grafikdesigner noch eine Zukunft haben?

Zuletzt hatte die KI von Midjourney von sich reden gemacht, die auf die Aufforderung hin, das letzte Selfie auf Erden zu zeigen, ein recht dystopisches Bild vom Ende der Menschheit zeichnete. Nun wird kein Grafiker arbeitslos, weil eine künstliche Intelligenz eine Weltuntergangsprognose abgibt.

Dieses Bild stammt nicht aus den Nachrichten, sondern aus der KI von Nightcafé

Die Gefahr lauert eher darin, dass AI-generierte Bilder genau das zeigen, was sich die Anwender der KI wünschen. Im harmlosesten Fall sind das Illustrationen für Bücher, Zeitschriften oder Online-Beiträge, wie diesen (alle Bilder in diesem Beitrag stammen von der KI, die Nightcafé nutzt). Im schlimmsten Fall erzeugen KIs Deepfakes auf einem nie gekannten Level, die auch vom geschulten Auge nicht mehr von der Realität unterschieden werden können.

Diese “ehrenwerte Gesellschaft” hat ebenfalls eine KI aus dem Hut gezogen.

1938 löste Orson Welles Hörspiel “Krieg der Welten” gelinde Panik aus, weil die Hörer die in Form einer Rundfunkreportage geschilderte Invasion aus dem All für bare Münze nahmen. Die Panik legte sich schnell wieder, weil CBS natürlich kein Interesse daran hatte, die Bevölkerung dauerhaft in Angst und Schrecken zu halten. Was aber, wenn eine KI (oder jemand, der sie kontrolliert) genau das will?

Es mag sein, dass Verfahren der künstlichen Intelligenz so etwas heute noch nicht leisten können, aber die Entwicklung verläuft derzeit rasant. Illustratoren und andere Kreative spüren in jedem Fall bereits jetzt steigenden Konkurrenzdruck.

“Fox and Rabbit in love” – eine Kinderbuch-Illustration aus der KI

Und nun? Zugegeben, ich habe keine Ahnung. Die Büchse der Pandora ist offen, AI-generierte Bilder werden sich, ohne dass die meisten von uns es bemerken, immer häufiger in unseren Alltag schleichen. Und auch in journalistische Beiträge. Mir hat einmal jemand gesagt “Ich glaube nur, was ich sehe.” Davon würde ich dringend abraten.

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Personalisierter Content: Wenn der Algorithmus dich besser kennt als deine Eltern

Filmempfehlungen von Netflix, Kauftipps von Amazon, Hörtipps von Spotifiy haben eines gemeinsam: Sie treffen sehr oft präzise die Wünsche des einzelnen Konsumenten. Und denen ist das ganz recht, ersparen ihnen die Vorschläge doch viel Zeit, die sie sonst beim Durchstöbern der Inhalte verbringen würden. Suspekt ist den meisten derart personalisierter Content dennoch. Zu Recht.

“Heute wieder die Calamaris?” – Die Kellnerin in unserem Stammrestaurant weiß längst, was meine Frau bestellen wird, als sie an unseren Tisch kommt. Sie liegt, wie meistens, richtig. Das ist gut für’s Geschäft, und gut für uns. Mit seinen Bedürfnissen und Wünschen wahrgenommen zu werden, sorgt bei den meisten Konsumenten für ein behagliches Gefühl, und die geben deshalb bereitwillig Geld aus und noch ein großzügiges Trinkgeld obendrauf.

Ein Algorithmus vergisst nicht

Nun ist es eine Sache, ob die Kellnerin in unserem Stammrestaurant weiß, welche Gerichte Schatz und ich bevorzugen, und dass ich nach jedem Essen noch einen doppelten Espresso bestelle. Und eine ganz andere Sache, welche Datenmengen die Algorithmen der sozialen Netze, Onlineshopping-Anbieter und Streaming-Dienstleister von mir kennen.

Allein aus den Titeln der Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe, ließe sich eine ziemlich präzise Persönlichkeitsstudie erstellen (lassen wir einmal außer acht, dass ich den Inhalt einiger weniger davon für derart verachtenswert hielt, dass ich sie sorgfältig zerfetzt dem Altpapier zuführte). Nehmen wir dazu die Filme, die ich mir angesehen, und die, deren Ansehen ich abgebrochen habe, die Tweets, auf die ich reagiert und die Twitter-Nutzer, die ich geblockt habe, meine favorisierten YouTube-Videos und meinen Suchverlauf.

In Summe dürften diese Informationen ausreichen, um einen ziemlich perfekten Klon meines Bewusstseins zu schaffen. Zweifellos ein Segen für die Menschheit, aber irgendwie auch gruselig.

“Irgendwie auch gruselig” war zwar keine zur Wahl stehende Antwort, die der Marktforscher Toluna bei der Arbeit am Social-Media-Atlas 2022 der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor vorgegeben hatte, dennoch fasst diese Aussage gut zusammen, wie personalisierter Content bei den Nutzern ankommt.

Tatsächlich sehen rund drei von vier der befragten Nutzer personalisierten Content kritisch: 79 Prozent der Social-Media-Nutzer, würden lieber im Web 2.0 surfen, ohne dass die Anbieter dabei ihr Nutzungsverhalten tracken. 75 Prozent fühlen sich dabei regelrecht “beobachtet”, wenn ihnen Vorschläge angezeigt werden, die sich klar mit ihrem Nutzungsverhalten decken. Aber: Mehr als die Hälfte der Nutzer gaben an, den Vorschlägen des Algorithmus manchmal bis häufig zu folgen.

Wer jetzt denkt “Genau wie bei der Kellnerin”, der übersieht eine Kleinigkeit: Restaurants müssen hierzulande strenge Kontrollen über sich ergehen lassen. Die Kellnerin dürfte uns nicht vergiften, selbst wenn wir das wollten. Der Algorithmus schon.

Für den aktuellen Social-Media-Atlas (Hamburg, Mai 2022) wurden 3.500 nach Alter, Geschlecht und Bundesland repräsentative Internetnutzer ab 16 Jahren in Form eines Online-Panels zu ihrer Social-Media-Nutzung befragt. Die Umfrage führte Marktforscher Toluna im Dezember 2021 und Januar 2022 durch.