Pilotprojekt Drohnenjournalismus: CNN AIR nennt die CNN ihr neues journalistisches Programm, bei dem Drohnenbilder wesentliche Elemente der Berichterstattung bilden. AIR steht dabei für Aerial Imagery and Reporting, CNN hat dazu eine Sonderlizenz der Luftsicherheitsbehörde FAA erhalten. Das Nachrichtenunternehmen wird künftig eine eigens dieser Aufgabe gewidmete Drohne einsetzen, die von zwei in Vollzeit beschäftigten Operatoren gelenkt wird. Im vergangenen Jahr hatte die FAA als eine von drei industriellen “Pfadfinder”-Unternehmen ausgewählt, um den sicheren Einsatz von unbemannten Flugsystemen in der Berichterstattung zu erproben.
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Regionalzeitungen auch online wichtigste Quelle für lokale News
Mehr als jeder vierte Internetnutzer informiert sich über das lokale Geschehen aus den Online-Ablegern von Regionalzeitungen. Einer von fünf nutzt dazu aber auch lokale oder hyperlokale Blogs. Das geht aus einer repräsentativen Studie von Bitkom Research hervor, für die das Unternehmen 1.023 Internetnutzer ab 14 Jahren befragt hat.
Erstaunlichstes Ergebnis der Befragung dürfte die Zahl der Nutzer sein, die sich über lokales Geschehen überhaupt nicht online informieren: Mehr als vier von zehn Internetnutzern beschäftigen sich online nicht mit örtlichen Nachrichten. Auch deshalb sehen sich lokale Angebote großen wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber.
Lesestoff zur Radiosendung: Daniel Fiene und Herr Pähler verschicken jetzt Newsletter
Allwöchentlich plaudern Daniel Fiene und Herr Pähler mit illustren Studiogästen auf DRadio Wissen über Medien-Themen. Eine Stunde Was mit Medien heißt die Sendung, die sich auch als Podcast abonnieren lässt. Schon der Name macht deutlich, wo die Krux liegt:
Eine Stunde Muße zu finden, ist für viele nicht leicht, auch wenn sie grundsätzliches Interesse an den angesprochenen Themen haben. Außerdem meint Daniel Fiene: “Es gibt halt Hörtypen und Lesetypen.” Letzteren wollen die beiden Medienmacher jetzt ein Stück weit entgegen kommen: Mit einem Newsletter zur Sendung. Daniel Fiene verspricht “ein kleines Protokoll mit den wichtigsten Erkenntnissen und Zitaten des Abends”, räumt aber ein, dass der Newsletter zunächst ein Experiment ist. Nach ein paar Wochen “schauen wir mal, ob der Newsletter in Serie geht.”
Von Hulk Hogan niedergerungen: Klatschportal Gawker gibt auf
Gawker.com gibt auf. In der nächsten Woche geht die inzwischen vierzehn Jahre alte Klatsch- und Tratsch-Website vom Netz. Darüber informierte Gawkers Noch-Boss Nick Denton seine Mitarbeiter am Donnerstag nachmittag. Gawker war in finanzielle Schieflage geraten und schließlich in die Insolvenz gerutscht, nachdem ein Gericht in Florida das Unternehmen zu 140 Millionen US-Dollar Schadensersatz verurteilt hatte. Die Summe war Hulk Hogan zugesprochen worden, nachdem die Klatschwebsite Auszüge aus einem privaten Video veröffentlicht hatte, auf dem der Wrestler beim Sex zu sehen gewesen war.
They messed with the wrong guy brother HH
— Hulk Hogan (@HulkHogan) August 18, 2016
Die von der Schließung betroffenen Mitarbeiter sollen Denton zufolge von Univision übernommen und in anderen Redaktionen eingesetzt werden. Univision hat für die sechs anderen von Gawker betriebenen Websites insgesamt 135 Millionen US-Dollar geboten, der Verkauf muss aber noch vom Insolvenzgericht genehmigt werden.
Link-Check schon beim Tippen, einfachere Updates und mehr: WordPress 4.6 ist da!
“Pepper” haben die Entwickler die eben erschienene WordPress-Version 4.6 genannt. Die Aktualisierung bringt eine Reihe von Neuerungen im Editor, bei der Installation von Plugins und Themes sowie unter der Haube.
Google räumt auf: Live-Events bald nur noch via YouTube
Um einer breiten Öffentlichkeit Live-Events oder Live-Diskussionen zugänglich zu machen, eignen sich sowohl YouTube Live also auch die bislang unter Google+ verfügbaren Hangouts On Air. Das wird sich vom 12. September an ändern, wie Google mitteilt. Von da an stehen die Hangouts On Air als Übertragungsmodus für einen “schnellen” Livestreams unter YouTube Live zur Verfügung, aber nicht mehr unter Google+.
Wer Livestreams unter Google+ für Zeitpunkte ab dem 12. September geplant hat, muss sie zu YouTube Live verschieben. Nach der Übertragung eines Livestreams steht folgerichtig auch die Aufzeichnung künftig auf YouTube bereit. Wie bei anderen YouTube-Videos auch kann der Nutzer entscheiden, ob er sein Video als öffentlich deklariert, als “nicht gelistet” (wie es bei Hangouts on Air unter Google+ auch schon der Fall war), oder als privat. Die Maßnahme gehört zu einem größeren Umbau an Google Hangouts: Künftig soll der Dienst sich vor allem an geschäftliche Nutzer richten, während für private Eins-zu-Eins-Videochats in Zukunft der mobile Dienst Duo (für Android und iOS) bereitsteht.
Bald kann’s jeder: Meinungsvielfalt und gemeinsam erzählte Geschichten in Twitter Moments
Twitter öffnet seinen Kuratierdienst Twitter Moments für einen größeren Nutzerkreis. Bislang konnten nur ein zum Unternehmen gehörendes Redaktionsteam und wenige ausgewählte Medienpartner das Werkzeug nutzen. Jetzt hat Twitter weitere Medienpartner an Bord geholt und will das Werkzeug nach eigener Ankündigung in den nächsten Monaten für alle Nutzer freischalten.
In Moments lassen sich die Tweets verschiedener Nutzer verbinden – etwa um unterschiedliche Reaktionen auf eine aktuelle Meldung zu zeigen, eine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu erzählen oder den Fortgang eines Ereignisses in aufeinander folgenden Tweets zu dokumentieren. Bislang benötigen die meisten Twitterer für solche Vorhaben ein externes Kuratier-Werkzeug, zum Beispiel Storify.
Zu erkennen sind Moments in der Timeline an einem Blitzsymbol auf blauem Grund. Den kompletten Inhalt bekommt der Nutzer erst nach dem Anklicken zu sehen:
https://twitter.com/TwitterMoments/status/763164093133926400
Wenn du erfährst, wie Facebook gegen Clickbaits kämpft, wird es dich umhauen!
Facebook verschärft sein Vorgehen gegen Clickbaits. Das hat das Unternehmen in einem aktuellen Beitrag angekündigt. Schon vor einigen Jahren hat Facebook dazu den Algorithmus angepasst, der entscheidet, wie oft und wie prominent Beiträge im Newsfeed eines Nutzers erscheinen. Schon jetzt fließen in die Bewertung von Links neben der Klickrate Kriterien ein wie die Verweildauer und die Nutzerinteraktionen (Kommentare, Likes und Shares).
Künftig will Facebook einen Clickbait anhand des eigentlichen Textes identifizieren: Enthält der Linktext Phrasen, die typischerweise in Köder-Überschriften verwendet werden, erscheint ein solcher Beitrag seltener und weiter unten in den Newsfeeds. Ziel ist es der Mitteilung zufolge, das Aufkommen von Überschriften zu verhindern, die a) dem Leser wesentliche Informationen vorenthalten, und b) den Leser in die Irre führen.
Zum Informantenschutz gehört ein sicherer Briefkasten. Heise hat jetzt einen.
Chelsea Manning wurde zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt, Edward Snowden musste ins russische Asyl fliehen: Whistleblower gehen mit ihren Enthüllungen oft hohe Risiken ein. Der Heise-Verlag hat deshalb eine Enthüllungsplattform geschaffen, die es Tippgebern ermöglichen soll, Material im Schutz völliger Anonymität an Heises Investigativ-Team zu senden.
Enthüllungsplattform mit PGP-Formular und TOR-Briefkasten
Tippgebern stehen unter heise.de/tipps ein anonymes Kontaktformular und ein sicherer Briefkasten zur Verfügung. Die per Kontaktformular übermittelten Nachrichten werden PGP-verschlüsselt transportiert, der sichere Briefkasten ist als TOR Hidden Service eingerichtet. Wer den Briefkasten nutzen will, muss dazu auf seinem Gerät einen TOR-Client verwenden.
Als erstes deutsches Investigativ-Team bietet Heise einen elektronischen Briefkasten, der auf dem als äußerst sicher geltenden Open Source-Projekt Secure Drop basiert, das unter anderem auch der Guardian einsetzt.
Anders als etwa die Enthüllungsplattform Wikileaks legt das Heise-Investigativteam Wert auf hohe journalistische Standards. Die Journalisten veröffentlichen die erhaltenen Dokumente daher nicht ungefiltert, sondern prüfen alle Informationen zunächst ausgiebig und ergänzen sie durch weitere Recherchen. “Eine anschließende Veröffentlichung erfolgt dann im zugehörigen Kontext und angemessen bearbeitet”, heißt es in der entsprechenden Mitteilung.
Dass einige “Lügenpresse” schreien, ist kein Problem. Dass einige Millionen “Lügenpresse” denken, schon.
Lügenpresse? Es gab eine Zeit, da wollten die meisten mit Aussagen wie “Es stand in der Zeitung” oder “Es kam in den Nachrichten” zum Ausdruck bringen, es handle sich bei einem behaupteten Sachverhalt um eine gesicherte Tatsache. Dieses Vertrauen in die Wahrhaftigkeit medialer Berichterstattung ist verloren gegangen.
Die oben illustrierte Studie des Bayerischen Rundfunks zeigt: Selbst die Medien mit dem insgesamt höchsten Ansehen gelten nicht einmal bei jedem zweiten als unabhängig, und bei den am schlechtesten beleumundeten – den Boulevardzeitungen – glaubt nicht einmal jeder vierte an die Unabhängigkeit, und nur gut jeder achte hält sie inhaltlich für glaubwürdig.
Der Kampfbegriff „Lügenpresse“ markiert seit einigen Jahren das Extrem dieses Vertrauensverlusts. Der „Lügenpresse”-Diskurs wird vor allem im Netz geführt, er findet sich in Blogs und als Leserkommentar unter missliebigen Artikeln. Medienkritik hat sich zu einem politischen Breitensport entwickelt – was aber nicht bedeutet, dass es sportlich zuginge: Journalisten werden teils rabiat beschimpft, teils bedroht, mitunter körperlich attackiert.
Journalisten stellen sich dem Lügenpresse-Vorwurf
In der Ringvorlesung “Lügenpresse”, die den Auftakt zur neuen Reihe „Augstein Lectures“ bildet, will die Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Uni Hamburg den Ursachen dafür auf den Grund gehen. Am Ende sollen Antworten auf die Fragen stehen, was getan werden könnte, um die Akzeptanz von Journalismus als Institution gesellschaftlicher Selbstreflexion, als Frühwarnsystem, als kritische Instanz in einer freien Gesellschaft zu retten.
Die Vortragenden sind namhafte Journalistinnen und Journalisten wie Giovanni di Lorenzo (DIE ZEIT) und Jakob Augstein (der freitag) sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Kommunikationswissenschaft und anderen sozial- und geisteswissenschaftlichen Fächern wie beispielsweise Prof. Dr. Maria Löblich (FU Berlin) und Prof. Dr. Carsten Reinemann (LMU München). Die Veranstaltung findet vom 17.10.16–30.01.17 immer montags, 18–20 Uhr im Hauptgebäude der Universität Hamburg statt.
So unverschämt kopiert Instagram seinen schärfsten Konkurrenten
Instagram Stories: Das ist, wenig subtil, der Name einer neuen Funktion, mit der Instagram seinem erstarkenden Konkurrenten Snapchat Paroli bieten will.
Wie die Entwickler erklären, dient die neue Funktion dazu, Augenblicke mit seinen Freunden – oder der ganzen Welt – zu teilen, deren Aufnahmen nicht dauerhaft auf dem Instagram-Profil bleiben sollen. Um eine Instagram Story zu erstellen, reiht der Nutzer beliebig viele Videos und Fotos aneinander, hübscht sie mit Stickern und ähnlichem auf – und 24 Stunden später verschwinden die Inhalte wieder. Instagram Stories sind gewöhnlich für die Nutzer sichtbar, die auch die übrigen Fotos des Urhebers sehen dürfen. Sie lassen sich aber auch gezielt vor einzelnen Nutzern verbergen. Likes oder Kommentare können Nutzer zu den Stories nicht abgeben, aber sie können dem Fotografen/Filmer private Nachrichten senden.
Datendiebe, Dealer, Dissidenten: Was im Darknet wirklich abgeht
Die Waffe, mit der der Attentäter in München am 22.Juli neun unschuldige Menschen und sich selbst tötete, hatte er sich im Darknet beschafft. In nur innerhalb des TOR-Netzwerks erreichbaren Onlineshops sind tatsächlich Waffen, Drogen und Co. zu bekommen. Doch die wesentlichen Inhalte des Darknet sind andere:
Weitere technische Hintergründe zum Darknet liefert ein Beitrag der Deutschen Welle vom 9. Juli 2012, der auch heute, vier Jahre nach Veröffentlichung, die Fakten korrekt zusammenfasst:

