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Wer wirklich scharf auf Nachrichtenvideos im Netz ist (die Nutzer schon mal nicht)

Das Angebot an Nachrichtenvideos im Netz ist explosionsartig gewachsen. Anders das Interesse der Konsumenten: Wie eine aktuelle Studie des Reuters Institute ergab, verbringen Nachrichtenkonsumenten im Netz rund 97,5 Prozent ihrer Zeit mit textbasierten Inhalten. Drei von vier Befragten gaben an, sich selten oder nie online mit Nachrichtenvideos zu beschäftigen. Das Interesse an Nachrichtenvideos steigt allerdings sprunghaft an bei erschütternden Ereignissen wie etwa den Terroranschlägen von Paris.

Wenn sich Nutzer dann doch einmal Videos ansehen, profitieren die Verlage davon nur eingeschränkt: Befragte Publisher gaben an, der größere Teil ihrer Videos werde nicht auf der eigenen Website, sondern auf Facebook und Co. konsumiert. Der Reuters-Studie zufolge haben die dort erfolgreichsten Videos einige Eigenschaften gemein:

  • Sie nehmen weniger als eine Minute in Anspruch.
  • Die Videos funktionieren (dank Untertiteln) auch ohne Ton.
  • Die Videos enthalten ein starkes emotionales Element.

Selbst in seriösen Medien sorgen Tiervideos auf Facebook für die meisten Reaktionen.

Verlage wollen in Nachrichtenvideos investieren

Knapp acht von zehn Medienunternehmen, die der Reuters-Bericht als “senior digital news leaders” bezeichnet, wollen im laufenden Jahr 2016 mehr in ihr Video-Angebot investieren. Sorge bereiten den Verantwortlichen die möglicherweise hohen erforderlichen Investionen, die schwierige Skalierbarkeit und unsichere Erlösmodelle. Dennoch sehen sie in einem wachsenden Videoangebot einen möglichen Weg aus der bislang schwierigen Finanzierbarkeit von Online-Angeboten.

Jeder dritte Surfer blockiert Werbung – im Durchschnitt jedenfalls

Einer von drei Internetnutzern verwendet einen Adblocker. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Studie von YouGov hervor, für die 8.600 Internetnutzer befragt wurden. Allerdings setzen nur rund die Hälfte dieser Nutzer ihren Adblocker unterschiedslos auf jeder Website ein. Rund ein Drittel der Werbemuffel deaktivieren den Werbeblocker auf ausgewählten Websites. Weitere elf Prozent gehen den umgekehrten Weg und aktivieren die Software gezielt nur für einzelne Websites, deren Werbung sie als unzumutbar aufdringlich empfinden.

Wie sehr auf Werbung angewiesene Publisher unter Werbeblockern leiden, hängt aber nicht nur davon ab, wie aggressiv die eingesetzte Werbung empfunden wird, sondern auch von ihrer angepeilten Zielgruppe: Unter 18- bis 29-Jährigen nutzt mehr als jeder zweite einen Werbeblocker, unter den Surfen in der Altersgruppe ab 55 aufwärts gab nur jeder vierte an, eine solche Software verwenden.

Grafik: YouGov