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Bezahlschranken: 123 deutsche Zeitungen bieten Online-Inhalte gegen Geld

123 deutsche Zeitungen bieten zumindest einen Teil ihrer Online-Inhalte hinter einer Bezahlschranke an. Die Zahl ist damit gegenüber der letzten Zählung des BDZV vor rund einem Jahr nur leicht gestiegen. Das nach wie vor am häufigsten nutzen Zeitungen online das “Freemium”-Modell, bei dem sie einen Teil ihrer Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen, einen Teil – meist in Inhalt und Aufmachung herausgehoben – aber nur gegen Bezahlung zugänglich machen.

[aesop_image imgwidth=”content” img=”https://netknowhow.de/wp-content/uploads/2017/03/deutsche_zeitungen_mit_paywall.jpg” alt=”Inhalte hinter einer Bezahlschranke” align=”center” lightbox=”on” caption=”Grafik: Statista auf Basis einer Zählung des BDZV” captionposition=”left” revealfx=”inplace”]

Ein weiterer bedeutender Teil der im Netz vertretenen Zeitungen nutzt das “Metered Model”: Bei diesem Modell dürfen die Leser in einem bestimmten Zeitraum (meist innerhalb eines Monats) nur eine festgelegte Anzahl von Beiträgen kostenlos lesen. Weitere Beiträge sind dann bis zum Ablauf des Zeitraums nur noch gegen Bezahlung zugänglich.

Aus dem Rahmen fällt bei dieser Zählung das “PaidTime” genannte Abrechnungsmodell der Westdeutschen Zeitung: Leser können hier für die Dauer eines zuvor erworbenen Minutenpakets auf die Inhalte zugreifen.

TAZ: Einnahmenrekord bei freiwilligen Zahlungen

Das TAZ.zahl ich-Team zieht Bilanz: Das freiwillige Bezahlmodell hat der TAZ 2016, in seinem fünften Jahr, die Kassen mit Einnahmen in Höhe von 612.622,41 Euro gefüllt. Im Jahr 2012 – dem ersten Jahr, in dem das Bezahlmodell über das ganze Jahr bestand – lagen die Einnahmen bei gerade einmal 56.302,61 Euro.

Die Zahl der freiwilligen Unterstützer ist im abgelaufenen Jahr auf 8.960 Personen angestiegen, von denen jeder also im Schnitt knapp 70 Euro beigetragen hat. “Mittlerweile unterstützen uns 93 Prozent der UnterstützerInnen unbefristet”, hält Nicolai Kühling fest.

Anders als andere Online-Medien bietet die TAZ sämtliche ihrer Online-Inhalte kostenlos und unlimitiert an.

[aesop_quote type=”block” background=”#c0c0c0″ text=”#000000″ width=”content” align=”left” size=”1″ quote=”Wenn man den öffentlichen Auftrag wegdenkt und Journalismus lediglich als Ware behandelt, mag dies (eine Bezahlschranke auf nicht-freiwilliger Basis, Anm. d. Red.) die richtige Strategie sein. Für die taz kommt sie nicht in Frage. Die taz will kritische Blickwinkel auf Zustände der Gesellschaft ermöglichen – für so viele Leute wie möglich.” cite=”Ilija Matusko, Sitemanagement taz.de” parallax=”off” direction=”left” revealfx=”off”]

Die TAZ beschränkt sich auf gelegentliche, leicht wegklickbare Hinweise auf die Möglichkeit freiwilliger Zahlungen. Im vergangenen Jahr konnten so im Durchschnitt jeden Tag 5,3 freiwillige Zahler hinzu gewonnen werden.

120 Zeitungen bitten (einige) ihre(r) Online-Leser zur Kasse

120 deutsche Zeitungen haben der Kostenloskultur im Internet – zumindest teilweise – abgeschworen. Nach einer Zählung des BDZV setzt diese Zahl von Zeitungen bei ihren Internetangeboten auf mehr oder weniger strenge Bezahlschranken. Nur jede zwanzigste dieser Publikationen versteckt allerdings das gesamte Angebot hinter einer Paywall:

Die verbreitetsten Typen von Paywall sind das Freemium- und das Metered Model. Bei der Freemium-Variante steht dem Leser ein großer Teil des Angebots kostenlos zur Verfügung, ausgewählte Beiträge bleiben aber zahlenden Kunden vorbehalten. Spiegel Online und Bild Online vermarkten so ihre “Plus”-Artikel. Beim Metered Model darf der Leser pro Zeitraum eine begrenzte Anzahl von Artikeln kostenlos lesen, danach wird er zur Kasse gebeten. Aus dem Online-Angebot der Welt etwa darf ein Nutzer pro Monat kostenlos zwanzig Beiträge lesen, will er mehr, zahlt er dafür ab 4,49 € pro Monat.