Instagram setzt auf Themen statt Accounts

Instagram erweitert die Personalisierung des Algorithmus für den Hauptfeed. Nutzer können jetzt Themen festlegen, die sie in ihren Empfehlungen sehen möchten. CEO Adam Mosseri betont mehr Kontrolle für die Nutzer, doch die Änderungen stoßen auf Kritik.

  • Nutzer können Themen wie „Rettungshunde“ oder „Elternhumor“ auswählen, aber nicht gezielt Accounts priorisieren.
  • Ersteller und Unternehmen kritisieren, dass ihre Posts trotz Followern oft nicht angezeigt werden.
  • KI-gestützte Personalisierung ermöglicht neue Optionen, etwa die Auswahl von Stimmungen.
  • Instagram bleibt bei algorithmischen Empfehlungen, bietet aber einen separaten „Following“-Feed an.

Quelle: Engadget

Mehr Kontrolle oder mehr Werbung – Instagrams Algorithmus-Update

Instagram wirbt mit mehr Nutzerkontrolle, doch die Realität ist komplexer. Die neue Personalisierungsfunktion klingt erstmal nach einem Schritt in die richtige Richtung. Endlich können Nutzer selbst bestimmen, welche Themen sie sehen möchten. Doch der Teufel steckt im Detail.

Wer mehr Posts von bestimmten Accounts sehen will, hat weiterhin das Nachsehen. Statt „Von wem willst du mehr sehen?“ fragt Instagram (wenn auch durch die Blume): „Welche Werbung interessiert dich am meisten?“

Das ist kein Zufall. Die Plattform bleibt ein werbefinanziertes System, das Nutzer möglichst lange auf der App halten will. Themenbasierte Empfehlungen lenken die Aufmerksamkeit auf Inhalte, die hohe Interaktionsraten versprechen – nicht unbedingt auf die, die Nutzer wirklich sehen wollen. Für Ersteller und Unternehmen ist das ein Problem. Ihre Reichweite hängt weiterhin vom Algorithmus ab, nicht von der Loyalität ihrer Follower.

Positiv ist, dass Instagram zumindest einen „Following“-Feed anbietet. Wer gezielt Posts von abonnierten Accounts sehen will, hat damit eine Alternative. Doch wie viele Nutzer werden diesen Feed überhaupt nutzen? Die meisten bleiben wohl beim algorithmisch kuratierten Hauptfeed hängen.

Die neuen KI-gestützten Optionen könnten die Personalisierung weiter verfeinern. Stimmungen oder „Vibes“ auszuwählen, klingt nach einer spannenden Idee. Doch ob das wirklich mehr Vielfalt bringt oder nur eine weitere Filterblase schafft, bleibt fraglich.

In der Debatte um soziale Medien geht es längst um mehr als nur Nutzererlebnis. Algorithmen prägen unsere Informationswelt, unsere Meinungen, sogar unsere Wahrnehmung. Instagrams Update zeigt, wie schwer es ist, Kontrolle und Kommerz unter einen Hut zu bringen.

Die Plattform gibt vor, Nutzer in den Mittelpunkt zu stellen. Doch am Ende geht es darum, Werbeeinnahmen zu maximieren. Das ist kein Vorwurf – es ist das Geschäftsmodell.

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