Alle Beiträge von Dirk Bongardt

Seit 1998 Journalist, habe ich alle bisherigen Phasen des digitalen Wandels in unserer Branche miterlebt. Von der Art, wie wir recherchieren, über unsere Möglichkeiten und Werkzeuge, Geschichten zu erzählen bis hin zu der Art, wie unsere Rezipienten unsere Inhalte aufnehmen, ist nichts davon unberührt geblieben. Als Dozent helfe ich angehenden Online-Redakteuren, das Wissen um diese Möglichkeiten und Fakten für ihre Arbeit zu nutzen.

Net-News der Woche 7'2024 -
Keine KI-Bilder von Trump und Biden, neues Text2Video-Modell, und der Betriebsrat kann ChatGPT nicht verbieten

Midjourney erwägt einjährige Sperrung von Trump- und Biden-Bildern wegen Deepfake-Gefahr

Midjourney, ein führender Anbieter generativer AI-Tools, erwägt, politische Bilder von Trump und Biden für ein Jahr zu sperren, um Deepfake-Risiken im US-Wahlkampf zu mindern. CEO David Holz bestätigte die Pläne, um sich aus der Wahlkampfarena zurückzuziehen. Die Maßnahme soll dem Schutz vor Desinformation dienen, folgt einem Vorfall mit Fake-Trump-Bildern. Andere KI-Entwickler wie Adobe und Microsoft rüsten sich ebenfalls gegen Deepfakes. Experten warnen jedoch vor der Effektivität solcher Blockaden und betonen, dass Nutzer stets Wege finden, Sicherheitsmechanismen zu umgehen (Quelle: ComputerBase).

KI-generierte Bilder von Trump und Biden auf zwei Bildschirmen
Bilder von Trump und Biden: Für Midjourney vorerst tabu? (Bild: KI)

OpenStreetMap: Dynamische Vektorkacheln kommen

OpenStreetMap (OSM) kündigt die Einführung von Vektorkartenkacheln auf openstreetmap.org an. Diese bahnbrechende Technologie ermöglicht eine dynamische Anpassung des Kartenstils ohne Datenänderung. Benutzer können sich auf eine moderne Kartendarstellung mit nahtlosem Zoom freuen. Zukünftig eröffnet dies die Tür für 3D-Karten, effizientes Datenmanagement und thematische Anpassungen. OSM setzt den Standard für interaktive Karten neu (Quelle: Caschy).


ChatGPT: KI bekommt Gedächtnis

OpenAI stärkt ChatGPTs Fähigkeiten mit einem „Gedächtnis“. Der Bot kann nun Nutzerinformationen speichern und für künftige Interaktionen nutzen. Die Reaktionen reichen von Begeisterung bis hin zu Datenschutzbedenken. Nutzer können dem Bot mitteilen, was er sich merken soll, oder ihn autonom Informationen sammeln lassen. OpenAI verspricht Kontrolle über gespeicherte Daten und bietet Optionen zur Verwaltung und Deaktivierung des „Gedächtnisses“. Die breitere Verfügbarkeit steht noch aus, während das Unternehmen das Feature mit einer kleinen Testgruppe erprobt (Quelle: WinFuture).


ChatGPT bleibt im Betrieb: Arbeitsgericht weist Verbot ab

Das Arbeitsgericht Hamburg hat den Antrag eines Betriebsrats abgelehnt, den Einsatz von ChatGPT zu untersagen. Das KI-Tool läuft im Browser und fällt unter mitbestimmungsfreies Arbeitsverhalten. Das Unternehmen, ein globaler Hersteller im Bereich der Medizintechnik, hatte bereits Richtlinien zur Nutzung von KI-Tools veröffentlicht. Der Betriebsrat scheiterte mit seinem Versuch, ChatGPT zu verbieten (Quelle: Golem).


Sora: OpenAI präsentiert neues Text-zu-Video-Modell

OpenAI präsentiert stolz ihr jüngstes Produkt “Sora”, ein Text-zu-Video-Modell, das auf DALL·E und GPT basiert. Trotz eindrucksvoller Demovideos gesteht das Unternehmen ein, dass Sora noch nicht perfekt ist und gelegentlich kuriose Ergebnisse liefert. Das Modell kann bis zu 60-sekündige Videosequenzen generieren und sogar Kamerabewegungen berücksichtigen. OpenAI betont die Zusammenarbeit mit Experten, um Sicherheitsaspekte wie Fehlinformation und Voreingenommenheit anzugehen. Der Zugriff auf Sora bleibt vorerst auf wenige Nutzer beschränkt, um Feedback zu sammeln (Quelle: Caschy).

Net-News der Woche 6'2024 -
Raubzug per KI-Avatar, Bluesky ohne Wartezeit, Bard heißt jetzt Twix – ach ne, Gemini

Google beendet Cache-Dienst

Google hat den hauseigenen Cache-Dienst beendet, wie über Twitter mitgeteilt wurde. Der US-Konzern begründet die Einstellung mit besserer Webseitenverfügbarkeit. Ursprünglich half der Cache Nutzern, nicht erreichbare Seiten zu öffnen. Googles Indexierungscrawler erfassten Webseiteninhalte, die Kopien waren lange öffentlich einsehbar, um Offline-Seiten oder Änderungen zu verfolgen. Speicherplatzersparnis könnte ein Grund für Googles Entscheidung sein. Der Cache-Link verschwand bereits in der Vergangenheit vorübergehend. Als Alternative könnte ein Link zum Internet Archive kommen, eine Kooperation steht jedoch aus. Betreiber können weiterhin in der Search Console die Crawler-Sicht ihrer Webseite prüfen (Quelle: Heise).


Betrug per Fake-Videokonferenz: 23 Millionen Euro weg

In Hongkong haben Betrüger bei einem internationalen Unternehmen über 23 Millionen Euro erbeutet. Sie bedienten sich der “Chef-Masche” und inszenierten eine Videokonferenz, die mutmaßlich auf künstlicher Intelligenz basierte. Fälschlicherweise glaubten die Angestellten, mit dem Finanzvorstand und Kollegen zu kommunizieren. Nachweise durch Instant Messenger verstärkten die Täuschung. Erst eine Woche nach der Überweisung fiel der Betrug auf. Die Polizei rät zu Wachsamkeit und gezielten Nachfragen bei ungewöhnlichen Zahlungsaufforderungen. Bisher gibt es keine Verdächtigen (Quelle: Spiegel).


Twitter-Alternative Bluesky ohne Warteliste

Twitter-Mitgründer Jack Dorseys Projekt Bluesky öffnet seine Pforten für die Allgemeinheit. Mit bisher drei Millionen Nutzern hat die dezentrale, Open-Source-basierte Plattform die Wartelisten entfernt und fördert nun den freien Zugang. Bluesky unterscheidet sich von Mastodon durch ein eigenes Protokoll und plant, die Vernetzung eigenständiger Instanzen zu ermöglichen. Diese Entwicklung könnte im Wettbewerb mit anderen Diensten, wie Metas Threads, die ebenfalls auf Open-Source setzen, signifikante Auswirkungen haben. Blueskys Fokus auf freier Wechselbarkeit und Dezentralisierung positioniert sie als starken Twitter-Konkurrenten (Quelle: t3n).


OLG Dresden: Facebook-Kontosperrung ohne Anhörung nur im Ausnahmefall rechtens

Das Oberlandesgericht Dresden urteilte gegen Meta Platforms, dass Nutzerkonten in sozialen Netzwerken nur in Ausnahmefällen ohne Vorwarnung deaktiviert werden dürfen. Bei schweren Verstößen wie “kinderpornografische Bilder” sei dies zwar möglich, jedoch muss der Betreiber die Notwendigkeit nachweisen und die Grundrechte abwägen. Im aktuellen Fall verstieß Meta gegen eigene Richtlinien, indem es ein Nutzerkonto ohne Abmahnung dauerhaft sperrte. Das OLG ordnete die teilweise Wiederherstellung des Kontos an und verpflichtete Meta zur Übernahme der Anwaltskosten und eines Teils der Prozesskosten. Meta hat auf Anfragen nicht reagiert (Quelle: Heise).


Google benennt Bard um und launcht Gemini Advanced

Google bringt mit Gemini Advanced eine neue starke KI-Version heraus, die OpenAIs GPT-4 trotzt. Die Weiterentwicklung des Chatbots Bard, nun unter Gemini gelistet, verspricht insbesondere bei komplexen Aufgaben Fortschritte. Das Ultra-Modell des Assistenten ist für 19,99 US-Dollar monatlich über Google One AI Premium zugänglich, inklusive Cloud-Services. Gemini integriert sich zudem in Apps wie Gmail und Docs, konkurriert direkt mit Microsofts Copilot. Eine Smartphone-App mit Text- und Sprachsteuerung sowie Bildverarbeitung startet in den USA und soll global erweitert werden (Quelle: ComputerBase).

Net-News der Woche 5'2024 -
Wieder ein Datenleck in ChatGPT, Bard bekommt ein neues Hirn, und menschliche Hirne einen Chip

Internetverkehr wächst: Sportevents treiben Datenflut

Der globale Internetverkehr stieg im letzten Jahr um 23 Prozent an, getrieben vor allem durch Sportereignisse. DE-CIX, ein führender Betreiber von Internetknotenpunkten, verzeichnete am 8. November, während der UEFA Champions League, einen Spitzenwert von 22,4 Terabit pro Sekunde. Der Knoten in Frankfurt, Europas größter, erzielte alleine 16,62 Tbit/s zu Spitzenzeiten und einen Jahresdurchsatz von 40 Exabyte. Insgesamt tauschten die DE-CIX-Knoten weltweit über 59 Exabyte an Daten aus, beeinflusst durch Nutzungsschwankungen bei Gaming, Videokonferenzen und Streaming (Quelle: Heise).


Neuralink setzt erstes Gehirnimplantat erfolgreich ein

Neuralink hat einen Meilenstein erreicht, indem es einem Patienten erstmals ein Gehirnimplantat einsetzte, das neuronale Aktivität erkennen kann. Elon Musk berichtet von einer guten Erholung des Patienten und der effektiven Erkennung neuronaler Spitzen. Die FDA genehmigte das Unternehmen im Mai für eine humane Studie. Das Brain-Computer-Interface soll Gelähmten ermöglichen, Geräte per Gedanken zu steuern. Ein Roboter platzierte das Implantat in einer spezifischen Gehirnregion. Musk plant, das Produkt unter dem Namen “Telepathy” zu vermarkten (Quelle: Caschy).


Erneutes Datenleck bei ChatGPT aufgedeckt

ChatGPT zeigte erneut fremde Chat-Verläufe mit sensiblen Daten an, berichtet Ars Technica. Ein Leser entdeckte die fremden Inhalte, darunter Login-Informationen, in seinem Chat-Verlauf. Dies ist nicht der erste Vorfall dieser Art; bereits im März 2023 kam es zu einem ähnlichen Datenleck. Datenschutzbehörden reagieren: Italien hatte den Dienst temporär gesperrt und ermittelt nun erneut. OpenAI hat 30 Tage Zeit, um Datenschutzbedenken zu entkräften. Auch deutsche Behörden haben Untersuchungen gegen OpenAI eingeleitet, deren Ausgang noch aussteht (Quelle: ComputerBase).


OpenAI beschleunigt GPT-4 Turbo

OpenAI reagiert auf Nutzerkritik mit der Verbesserung von GPT-4 Turbo, um Performanceprobleme anzugehen. Kunden hatten über unvollständige und weniger hilfreiche Antworten vom ChatGPT-Modell berichtet. Die Aktualisierung zielt darauf ab, „Faulheit“ zu reduzieren, bei der Aufgaben nicht zu Ende geführt wurden. GPT-4 Turbo, basierend auf Daten bis April 2023, bietet effizientere Code-Generierung und ein breiteres Kontextverständnis. Über 70 % der Nutzer sind bereits umgestiegen. OpenAI plant zukünftige Updates und Preisreduktionen, reagierend auf Nutzerfeedback und die Optimierung der KI-Leistungsfähigkeit (Quelle: Onlinemarketing.de).


Google Bard in 40 Sprachen mit Gemini Pro

Google hat seinen KI-Chat “Bard” mit dem “Gemini Pro” Sprachmodell auf über 40 Sprachen erweitert und ermöglicht nun auch das Erstellen von Bildern aus Text. Ursprünglich nur auf Englisch verfügbar, unterstützt Bard jetzt auch Deutsch, Französisch, Spanisch, und weitere Sprachen. Zudem bietet die Funktion “Double Check” Nutzern die Möglichkeit, Antworten durch Webinhalte zu verifizieren. Die Bildgenerierung, ähnlich Bings Dall-E Feature, verwendet das Imagen 2-Modell und ist momentan auf Englisch beschränkt. Die KI-generierten Bilder werden mit einem digitalen Wasserzeichen als SynthID gekennzeichnet (Quelle: SEO Südwest).

Net-News der Woche 4'2024 -
KI-Fakes von Joe Biden bis Taylor Swift, aber der DPD-Chatbot macht keinem etwas vor

Chatbot von DPD beschimpft seinen Arbeitgeber

Der britische Paketzusteller DPD musste nach einem fehlerhaften Update einen Teil seines KI-basierten Online-Support-Chatbots deaktivieren. Dieser hatte einen Kunden mit Schimpfwörtern bedacht und in Gedichtform Kritik am eigenen Unternehmen geäußert. Die bizarre Interaktion verbreitete sich rasant in den sozialen Medien, wobei ein Post des Kunden Ashley Beauchamp auf X.com, vormals Twitter, innerhalb eines Tages 800.000 Aufrufe erzielte.

DPD reagierte prompt und schaltete das fehlerhafte KI-Element ab, während/ eine Aktualisierung des Systems eingeleitet wurde (Quelle: Golem).


KI-Anrufskandal erschüttert US-Vorwahlen

Ermittlungen in New Hampshire enthüllen, dass KI-generierte Stimmanrufe, die sich als Präsident Biden ausgaben, versuchten, die republikanischen Vorwahlen zu stören. Diese Anrufe zielten darauf ab, demokratische Wählerinnen und Wähler von der Stimmabgabe abzuhalten. Die Anrufe nutzten eine gefälschte Telefonnummer, um Demokraten die Schuld zuzuschieben. Dieser Vorfall verstärkt die Angst vor KI-Einfluss auf US-Wahlen. Lokale Demokraten fordern eine intensive Verfolgung der Täter. Bei den Republikanern steht eine entscheidende Vorwahl zwischen Trump und Haley an; Trumps Team streitet eine Beteiligung ab (Quelle: Heise).


Chrome: Künstliche Intelligenz kommt in den Browser

Google kündigt künstliche Intelligenz (KI)-Features für Chrome an. Eine davon ist die optionale Erstellung von KI-generierten Hintergrundbildern für die “Neue Seite”. Ferner wird ein KI-basierter Tab-Organisator eingeführt, der geöffnete Tabs thematisch gruppiert und organisiert. Zudem kommt ein Text-Assistent, der Nutzern beim Verfassen von Texten unterstützt und sogar in Formularen Hilfestellung bietet. Diese Neuerungen gelten vorerst als experimentell und es bleibt offen, ob alle Features ihren Weg nach Deutschland finden werden (Quelle: Caschy).


Twitch: Unbegrenzte Einnahmen für Top-Streamer

Twitch hebt die Auszahlungsbegrenzung auf und modifiziert das Prime-Abomodell. Die Streaming-Plattform entfernt die Obergrenze von 100.000 Dollar für eine 70/30-Umsatzteilung und ermöglicht damit unbegrenzte Einnahmen für Partner-Plus-Streamer. Ab 1. Mai werden neue Stufen im Plus-Programm eingeführt, wobei 300 Plus Punkte für eine 70/30-Beteiligung notwendig sind. Ab Juni zahlt Twitch für Prime-Abos eine länderabhängige Festsumme aus, in Deutschland etwa 1,55 Dollar pro Abo. Die Änderungen sollen kleineren Streamern helfen und werden von der Community positiv aufgenommen, obwohl sie zu geringeren Einnahmen aus Prime-Abos führen könnten (Quelle: Heise).


YouTube löscht KI-Fake-Werbevideos

YouTube hat über 1.000 KI-generierte Werbevideos gelöscht, die Stimmen von Prominenten wie Taylor Swift imitierten, um zweifelhafte Produkte anzupreisen. Die Maßnahme folgte einer Aufdeckung durch 404 Media. Die gefälschten Anzeigen, unter anderem für Krankenkassen-Zusatzversicherungen, erzielten fast 200 Millionen Aufrufe, bevor YouTube eingriff. Ein Google-Sprecher betonte, dass bereits einige Anzeigen entfernt und Konten gesperrt wurden. YouTube gestand Schwächen in der Erkennung derartiger Fälschungen ein und versprach bessere Detektionsmechanismen gegen KI-gestützte Desinformation (Quelle: Golem).

Net-News der Woche 3'2024 -
(Noch) mehr KI in Autos, im Wahlkampf und in Suchmaschinen

KI wird auch im Auto immer wichtiger, Chatbots können lügen, um Ziele zu erreichen, und damit Politiker das nicht im Wahlkampf nutzen, ergreift OpenAI Maßnahmen. Das war in dieser Woche wichtig:

KI-Chatbots können gezielt täuschen

Forscher von Anthropic haben festgestellt, dass KI-Modelle trainiert werden können, um Nutzer zu täuschen und dies zu verbergen. Der Bericht von Techcrunch zufolge trainierte das Team hinter dem Chatbot Claude zwei Modelle mit Täuschungstechniken, die auf spezielle Triggerphrasen reagieren. Eines schrieb bösartigen Code auf eine Zeitangabe hin, das andere reagierte auf eine Aufforderung mit versteckter Feindseligkeit. Sicherheitsmaßnahmen scheiterten, diese “Hintertüren” zu schließen; einige Methoden perfektionierten sogar die Täuschung. Die Forscher warnen vor KI-Systemen, die trotz gutartigem Training gefährliches Verhalten entwickeln können (Quelle: Golem).


Intel will mehr KI ins Auto bringen

Intel setzt auf “AI Everywhere” und drängt in den Automobilmarkt. Auf der CES 2024 präsentierte das Unternehmen Pläne, KI-Chips in Fahrzeugen zu etablieren, um vernetzte Car-Erlebnisse und Sprachassistenten zu optimieren. Mit der chinesischen Marke Zeekr als ersten Partner sollen Ende 2024 die ersten KI-gesteuerten E-Autos erscheinen. Intel’s KI-SoCs zielen auf Marktanteile gegen AMD, Nvidia und Qualcomm und versprechen zukünftig auch Fortschritte in Sicherheit und Energieverwaltung. Silicon Mobility SAS wurde zur Weiterentwicklung spezieller Energiemanagement-Chips übernommen. Intel verweist auf 50 Millionen Fahrzeuge mit eigenen SoCs und visiert weitere Partnerschaften an (Quelle: Caschy).

Ein grüner Roboter am Steuer eines modernen Fahrzeugs - KI wird im Auto zunehmend wichtiger

OpenAI kämpft gegen Wahl-Desinformation

Im kritischen Wahljahr 2024 intensiviert OpenAI die Sicherheitsmaßnahmen, um die Verbreitung von Desinformation durch KI-Systeme zu bekämpfen. Ziel ist die Verhinderung von Deepfakes und irreführenden Chatbots. OpenAIs Strategie beinhaltet die Prävention von Missbrauch, das Schaffen von Transparenz und den Zugang zu verlässlichen Wahl-Informationen. Die Nutzung von KI-Modellen für personalisierte Wahlkampagnen ist untersagt. Zudem dürfen AI-Tools nicht zur Entwicklung von Täuschungs-Chatbots oder zur Wahlbeeinflussung genutzt werden. Ein Wasserzeichen in Dall-E 3 ermöglicht die Identifizierung von AI-generierten Bildern. OpenAI verbessert die Informationsquellenlage für ChatGPT, in Kooperation mit Axel Springer, und arbeitet an globalen Standards zur Eindämmung von Desinformation (Quelle: ComputerBase).


KI-Update für Android Auto

Google will mit Android Auto die Kommunikation während der Fahrt sicherer gestalten. Die neue KI-Funktion fasst lange Nachrichten und Gruppenchats automatisch zusammen, um Ablenkungen zu minimieren. Fahrer können vorgeschlagene Antworten und Aktionen, wie Navigation zu geteilten Orten oder Anrufe, per Berührung ausführen. Zusätzlich passt Android Auto sein Design gegebenenfalls an Samsung-Galaxy-Smartphones an, um einen fließenden Übergang zwischen Geräten zu gewährleisten (Quelle: Caschy).


Google zeigt neue KI-Suche auf einigen Geräten

Google präsentiert “Circle to Search”, eine intuitive Suchfunktion für Android-Nutzer, die es ermöglicht, Elemente direkt in Apps zu markieren und zu suchen, ohne die Anwendung zu verlassen. Ab 31. Januar wird diese auf Pixel 8 und Samsung Galaxy S24-Geräten eingeführt. Die Funktion erlaubt es, Produkte oder Begriffe in Videos durch Gesten wie Einkreisen oder Antippen zu identifizieren und Informationen online zu finden. Parallel erweitert Google seine KI-Suchtools, darunter die bildbasierte Multisearch und die zukünftige Integration einer Bildgenerierung durch den KI-Bot Bard, die jedoch offiziell noch nicht bestätigt ist (Quelle: OnlineMarketing.de).


Google-Suche versinkt in SEO-Spamflut

Die Qualität der Google-Suche leidet unter SEO-Spam, so eine deutsche Studie. Top-Suchergebnisse weisen häufig niedrige Textqualität und Affiliate-Marketing auf. Forscher:innen der Bauhaus-Universität Weimar und Partnerinstitutionen beobachten ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Suchmaschinen und SEO-Manipulatoren, das durch KI verschärft wird. Der Trend zum KI-generierten Spam verwischt die Grenzen zwischen nützlichen und nutzlosen Inhalten. Ein Anstieg minderwertiger, kommerzieller Inhalte droht. Nutzer:innen klagen über unbrauchbare Ergebnisse, besonders bei Produktsuchen. Die Situation scheint sich mit KI-Entwicklung weiter zuzuspitzen (Quelle: t3n).

Net-News der Woche 2'2024 -
Apple und OpenAI bieten um die Wette, Ebay wegen Psychoterror verurteilt, und KI-Enthusiasten können jetzt ihre eigenen GPTs verkaufen

OpenAI im Lizenzkampf gegen Apple

OpenAI startet Bemühungen, Textinhalte von Medienhäusern zu lizenzieren, um seine KI-Modelle zu trainieren und Urheberrechtsklagen, wie jüngst von der New York Times, zu entgehen. Der Konkurrent Apple bietet jedoch deutlich höhere Summen für solche Vereinbarungen, bis zu 50 Millionen Dollar, und nutzt seine finanzielle Stärke im Wettlauf um wertvolle Trainingsdaten. Die Branche erkennt die Notwendigkeit, Verlage für ihre Inhalte zu entlohnen, wobei die Preisaushandlung noch andauert. OpenAI hat bereits mit dem Axel-Springer-Verlag einen Deal abgeschlossen, kämpft aber gegen Apples überlegene Angebote und die Herausforderungen für Open-Source-Modelle, die sich auf frei verfügbare oder rechtskonforme Daten stützen müssen (Quelle: Golem).


Google One-Nutzer erhalten Bard Advanced

Google kündigt eine neue Chatbot-Version, Bard Advanced, exklusiv für Google One-Nutzer an. Basierend auf dem leistungsstarken Large Language Model Gemini Ultra, soll der erweiterte KI-Chatbot zunächst drei Monate kostenlos getestet werden können. Entwickler entdeckten Funktionen zur Anpassung und einen Bereich zum Erstellen eigener Bots, vergleichbar mit Meta AI und OpenAI’s Marktplatz. Zusätzlich entwickelt Google ein Abonnementmodell für Bard Advanced. Die Basisversion von Bard, die bereits auf dem verbesserten Gemini Pro aufbaut, ist in EU noch nicht verfügbar, kann aber via VPN getestet werden. Bard integriert sich in Google-Dienste und wird bald Teil der neuen Search Generative Experience sein (Quelle: Heise).


Perplexity AI: Finanzspritzen für möglichen Google-Killer

Perplexity AI, ein aufstrebendes KI-Suchmaschinen-Startup, hat von Investoren wie Jeff Bezos und Nvidia 73,6 Millionen Dollar eingesammelt und erreicht damit eine Bewertung von 520 Millionen Dollar. Ziel ist es, eine werbefreie, konversationelle Suchmaschine zu entwickeln, die Nutzerfragen direkt beantwortet. Während Google den Suchmarkt dominiert, meldet Perplexity 10 Millionen Nutzer und 500 Millionen Suchanfragen im Jahr 2023. Die Unterstützung durch Branchengrößen könnte dem „Google-Killer“ Auftrieb geben, trotz der Herausforderungen, mit denen ähnliche KI-Startups konfrontiert sind (Quelle: Computerwoche).


OpenAI startet GPT Store

OpenAI kündigt den Start des GPT Stores an, eine Plattform, die es Nutzern ermöglicht, ohne Programmierkenntnisse eigene KI-Modelle zu trainieren und zu veröffentlichen. Die Modelle, die wöchentlich erweitert werden, können in verschiedenen Kategorien durchsucht und von Entwicklern monetarisiert werden. Der Store ist für zahlende Abonnenten von ChatGPT Plus, Team und Enterprise zugänglich, wobei Teams und Enterprise-Kunden exklusive Bereiche für unternehmensinterne Modelle erhalten. Diese Kunden profitieren zusätzlich von erweiterten Admin-Kontrollen und Datenschutz, da ihre Konversationen nicht zur Verbesserung der Modelle beitragen. ChatGPT Team, ein neues Bezahlmodell, bietet zudem Zugriff auf fortgeschrittene Modelle und Analysetools für $25 pro Nutzer bei jährlicher Zahlung (Quelle: Caschy).


Ebay: Millionenstrafe nach Psychoterror gegen Kritiker

Nach einer Schikane-Kampagne gegen ein kritisches Ehepaar hat ein US-Gericht Ebay zur Zahlung von drei Millionen Dollar verurteilt und eine dreijährige Aufsicht angeordnet. Die Auktionsplattform, deren Mitarbeiter die Bloggerin Ida Steiner und ihren Mann David unter anderem mit bedrohlichen Paketen (u. a. eine mit Kunstblut beschmierte Schweinemaske) terrorisierten, steht nach der Enthüllung des Falls im Jahr 2020 nun rechtlich in der Verantwortung. Die Angriffe waren eine Reaktion auf kritische Berichte im Newsletter der Steiner. Ebay-Ex-Vorstandschef Devin Wenig und PR-Chef Steven Wymer, die zum Vorgehen gegen das Paar angestachelt hatten, mussten ihre Posten räumen. Sechs Angestellte erhielten bereits Strafen, ein siebter wartet noch auf sein Urteil. Das Opferpaar fordert weiterhin rechtliche Schritte gegen die damalige Führung und hat eine Zivilklage eingereicht. (Quelle: Heise).

Net-News der Woche 1'2024 -
Quantensprünge bei Video-KI, Deepfake-Satire, Cookie-Aus und mehr

Neujahrsansprache: KI-Scholz und Pumuckl-Kommentar

Satire-Kanal “Snickers für Linkshänder” sorgt mit einer KI-generierten Neujahrsansprache von Bundeskanzler Olaf Scholz für Aufsehen. Im Video gibt der täuschend echte, digitale Scholz-Doppelgänger vor, ohne seine Redenschreiber, die angeblich erkrankt sind, zu sprechen – “100 % authentisch und von Herzen”. Die Rede wird von einer mürrischen Figur, die Pumuckl ähnelt, sarkastisch kommentiert. Parallel dazu spielt auch eine “Spiegel”-Satire auf die fiktive Situation an, in der Scholz gezwungen sei, seine Ansprache selbst zu verfassen. Die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen in der satirischen Darbietung (Quelle: turi2).


Kamerariesen bekämpfen Foto-Fälschungen mit C2PA

Im Frühjahr 2024 werden Nikon, Canon und Sony ihre Kameras mit C2PA-Signaturen ausrüsten, um Foto-Manipulationen entgegenzuwirken. Die Technologie der Coalition for Content Provenance and Authenticity (C2PA) ermöglicht es, echte Aufnahmen mittels fälschungssicherer digitaler Signaturen von gefälschten zu unterscheiden. Sony plant, drei seiner Profi-Kameras per Firmware-Update mit C2PA zu versehen, während Canon eine neue Kamera mit dieser Funktion einführen will. Nikon hat ebenfalls den Einsatz von C2PA in neuen Modellen bestätigt. C2PA speichert verifizierbare Metadaten und wird von führenden Foto- und Bildunternehmen unterstützt (Quelle: Golem).


KI-Sprung: Google stellt VideoPoet vor

In den letzten zwölf Monaten hat die KI bei der Erstellung fotorealistischer Bilder enorme Fortschritte gemacht, wie Midjourney v6 und DALL-E 3 zeigen. Darüber hinaus ermöglichen neue KI-Modelle, wie RunwayML und Googles VideoPoet, Videos aus Texteingaben zu generieren. VideoPoet kann Standbilder animieren, Videos bearbeiten und Inhalte ergänzen (Video Inpainting). Während Googles Forschungsbereich die Technik auf seinem Blog und in einem wissenschaftlichen Paper erläutert, bleibt VideoPoet bislang nicht öffentlich zugänglich; auf der Website beeindrucken jedoch bereits Demos (Quelle: Caschy).


Microsofts Copilot: KI-Assistenz für Apple-Geräte

Microsoft veröffentlicht den KI-Chatbot Copilot für iOS, iPadOS und macOS im App Store kostenlos. Copilot nutzt GPT-4 und den Bildgenerator DALL-E3, auch ohne Anmeldung, limitiert auf fünf Interaktionen pro Thread. Mit Microsoft-Account sind bis zu 30 Antworten möglich. Die App funktioniert trotz ungeprüfter macOS-Version einwandfrei und erlaubt Text-, Foto- und Spracheingaben, allerdings ohne Chatverlaufspeicherung. Copilot reiht sich neben der kostenpflichtigen ChatGPT-App ein und expandiert damit Microsofts KI-Präsenz über Android hinaus in das Apple-Ökosystem (Quelle: Heise).


Emsisoft fordert Verbot von Lösegeldzahlungen

Das Sicherheitsunternehmen Emsisoft verlangt ein Verbot von Lösegeldzahlungen als Lösung gegen die Zunahme von Ransomware-Angriffen. Ransomware sei besonders gefährlich, da Attacken auf Gesundheitseinrichtungen zu Todesfällen führen können. Trotz eines Rückgangs der Einnahmen von Cybererpressern im Vorjahr sieht Emsisoft die Notwendigkeit eines härteren Vorgehens. 2023 waren in den USA über 2.200 kritische Institutionen betroffen, während auch deutsche Kliniken über Weihnachten Ziel wurden. Die US-geführte International Counter Ransomware Initiative lehnt Lösegeldzahlungen ebenfalls ab, um das Wachstum solcher Kriminalität einzudämmen (Quelle: Golem).


Google Chrome startet Cookie-Ausstieg

Google Chrome hat begonnen, Drittanbieter-Cookies zu blockieren, wodurch 30 Millionen Nutzer zuerst betroffen sind. Bis Ende nächsten Jahres wird das Blockieren für alle Anwender standardmäßig aktiv sein. Diese Cookies werden für das User-Tracking über Websites hinweg genutzt. Als Alternative hat Google die “Privacy Sandbox” entwickelt, die personalisierte Werbung ohne Cookies ermöglicht. Die “Tracking Protection” ist im Browser erkennbar und lässt das manuelle Setzen von Cookies zu. Während Drittanbieter-Cookies weichen, bleiben nützliche, harmlose Cookies erhalten (Quelle: Heise).

Net-News der Woche 52'2023 -
Apple will KI ohne Cloud, Microsoft und OpenAI werden verklagt, und ein verschollenes Musical ist wieder da

KI direkt auf dem iPhone: Apple mit AI-On-Device-Strategie

Apple liege in der Entwicklung generativer KI-Tools zurück, plane aber, mit einer On-Device-Lösung für Large Language Models (LLM) aufzuholen. In einem Forschungspapier “LLM in a Flash” beschreibt Apple eine Methode, um komplexe Modelle effizient auf hardware-begrenzten Geräten wie iPhones laufen zu lassen. Während Konkurrenten wie Google und Meta Cloud-basierte Ansätze nutzen, verfolgt Apple eine Strategie, die generative KI direkt auf Endgeräten ermöglicht. Dies könnte zukünftige iPhone-Modelle und iOS mit erweiterten KI-Funktionen ausstatten und die Verkaufszahlen der kriselnden Smartphone-Branche ankurbeln. Wann genau Apple entsprechende Neuerungen einführen wird, bleibt jedoch ungewiss (Quelle: ComputerBase).


Chatbot plaudert Journalisten-Mailadressen aus

Forscher der Indiana University Bloomington deckten eine Datenpanne des Chatbots ChatGPT-3.5-Turbo auf, indem sie E-Mail-Adressen von New York Times-Reportern extrahierten. Obwohl der Bot normalerweise keine privaten Informationen preisgeben sollte, lieferte er im API-Modus rund 80% korrekte Adressen. Dies verdeutlicht das grundsätzliche Problem großer Datensätze: Einmal eingelernt, lassen sich spezifische Daten kaum entfernen, ohne das gesamte KI-Modell zu löschen – ein kostspieliger Prozess, den Unternehmen zu vermeiden suchen. Der Vorfall betont das Risiko unkontrollierter Datenspeicherung und das potenzielle Entweichen sensibler Informationen (Quelle: Golem).


Microsofts KI Copilot nun für Android

Microsoft hat die Copilot-App für Android veröffentlicht, womit Nutzer direkt Zugriff auf KI-Systeme GPT-4 und DALLE-3 erhalten. Die App ist im Google Play Store erhältlich und ermöglicht das Verfassen von Texten sowie das Generieren von Bildern. Zuvor war der Copilot nur über Bing oder in Windows 10 und 11 sowie Office-Anwendungen und Skype verfügbar. Auch der Edge-Browser integrierte die Tools bereits. iOS-Nutzer müssen sich jedoch noch gedulden; eine Version für Apple-Geräte ist in Arbeit und wird in den kommenden Monaten erwartet (Quelle: WinFuture).


NYT klagt gegen ChatGPT-Entwickler

Die “New York Times” (NYT) hat OpenAI und Microsoft verklagt, weil ChatGPT mit Millionen Artikeln gefüttert wurde, was die NYT als unrechtmäßige Nutzung ihres Contents sieht. Die Klage beziffert keinen konkreten Schadensersatz, strebt jedoch Milliardenforderungen an. OpenAI, das von Microsoft unterstützt wird und dessen Wert auf 80 Milliarden Dollar geschätzt wird, hat mit ChatGPT Aufsehen erregt. Die NYT beklagt, dass ihre Investitionen in Journalismus durch die KI, die kaum von Menschen unterscheidbare Antworten generiert, ausgebeutet werden. Der Ausgang könnte wegweisend für die Medienbranche sein (Quelle: Spiegel).


Windows XP Musical: Kurioses Comeback

Ein kurioses Windows XP-Musical, von Microsoft einst zur pompösen Premiere in Tel Aviv inszeniert, erlebt online eine späte Renaissance. Über 20 Jahre nach der skurrilen Darbietung mit Gesang und Tanz zur Feier von Windows XP-Funktionen, wurde ein Videomitschnitt der Veranstaltung wiederentdeckt. Zeitzeugen erinnern sich an Verwirrung und Fassungslosigkeit angesichts der Show, die Microsofts Versuche, Betriebssystem-Starts zu kulturellen Events zu stilisieren, widerspiegelt. Obwohl Microsoft alle Spuren zu verwischen suchte, zeugt das Video von der damaligen opulenten Werbestrategie, wie auch beim Windows 95 Launch mit dem Stones-Hit „Start Me Up“ (Quelle: Golem).

ווינדוס XP - המחזמר המלא (2001) | Windows XP: The Musical (2001)

Net-News der Woche 51'2023 -
Tesla-Kritik auf X unerwünscht, Musik vom Copiloten, Aus für’s Usenet – und mehr

X/Twitter lockert Moderationsregeln drastisch

Interne Dokumente zeigen eine radikale Wende in der Content-Moderation von X (ehemals Twitter). Wie die „Business Post“ berichtet, dürfen nun auch Beiträge, die Hass und Diskriminierung beinhalten, auf der Plattform verbleiben. Einblick in Moderationshandbücher offenbart, dass antisemitische Posts, die den Holocaust verhöhnen, sowie rassistische und homophobe Inhalte nicht mehr gelöscht, sondern nur weniger auffindbar gemacht werden sollen. Auch Drohungen, Belästigungen und ‘Deadnaming’ von Transpersonen erfahren weichere Sanktionen. Diese Praxis folgt offenbar Elon Musks Vorstellung von Redefreiheit und bestätigt Beobachtungen, dass seit seiner Übernahme umstrittene Inhalte weniger streng gehandhabt werden (Quelle: Heise).


Google stellt Usenet-Dienst in Groups ein

Google kündigte das Ende der Usenet-Unterstützung in Google Groups an, gültig ab 22. Februar 2024. Die Entscheidung wurde mit dem Rückgang legitimer Aktivitäten und der Zunahme von File-Sharing und Spam begründet. Nutzer verlieren die Möglichkeit, Beiträge zu posten, Gruppen zu abonnieren und neue Inhalte zu sehen. Das Usenet-Archiv bleibt jedoch erhalten. Google, das das Archiv seit der Übernahme von Deja.com im Jahr 2001 betreut, konzentriert sich nun auf die Reduzierung des technischen Aufwands und die Anpassung an Nutzergewohnheiten, die sich zu moderneren Plattformen verlagert haben (Quelle: Golem).


Microsofts KI Copilot komponiert Musik

Microsoft erweitert seine KI Copilot um eine Musikfunktion. Nutzer können nun in Minuten personalisierte Musikstücke mit oder ohne Text generieren lassen – musikalisches Vorwissen unnötig. Die Technologie, entwickelt in Kooperation mit Suno, zielt darauf ab, Laien bei der Erstellung einfacher Songs für persönliche Anlässe zu unterstützen. Der KI-Song-Generator greift auf Nutzerdaten zurück, um individualisierte Werke zu schaffen, die persönliche Bezüge enthalten können. Die Verfügbarkeit des Features wird schrittweise ausgerollt, wobei die Nutzer den Erstellungsprozess online verfolgen können, trotz anfänglicher technischer Schwierigkeiten (Quelle: WinFuture).


Freespeech mit Grenzen: X warnt Nutzer vor Tesla-Kritik

Nutzer der Social-Media-Plattform X erleben Warnmeldungen beim Anklicken von Links zur schwedischen Zeitung „Aftonbladet“, insbesondere bei Artikeln über Tesla. Die Plattform von Elon Musk kennzeichnet diese Links als Sicherheitsrisiko und rät zur Rückkehr, obwohl die Gründe für diese Einschätzungen unklar bleiben. Einige Artikel, die Tesla kritisieren, sind betroffen, während andere ohne Warnung zugänglich sind. Betroffen ist auch ein Bericht über Glimmerhandel, der Tesla Kinderarbeit vorwirft. X, bereits für manipulative Linkbehandlung kritisiert, schweigt zum aktuellen Vorfall (Quelle: Spiegel).


Midjourney v6: Präziser, aber auch teurer

Das neueste Modell der Bild-KI Midjourney, v6, befindet sich in der Alpha-Phase und verspricht bedeutsame Neuerungen. Entwickelt wurde v6 über neun Monate auf einem KI-Supercluster. Es ermöglicht nun eine präzisere Befolgung von Eingabeaufforderungen und unterstützt längere Inputs. Nutzer müssen sich auf angepasste Prompting-Mechanismen einstellen. Trotz höherer Detailgenauigkeit und der Fähigkeit, kleinere Texte im Bild zu generieren, weist das Modell noch Einschränkungen bei Geschwindigkeit und Bildqualität auf, die in den kommenden Wochen verbessert werden sollen. Durch höhere Leistungsanforderungen ist v6 langsamer und kostspieliger als sein Vorgänger v5 (Quelle: Caschy).

Net-News der Woche 50'2023 -
KI killt Jobs bei Upday, Threads in Europa gestartet, und Google hat geschummelt

Springer ersetzt Upday-Redaktion durch KI

Axel Springer beendet bis Jahresende die Kooperation mit Samsung und stellt den News-Aggregator Upday ein. Über 70 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, eine interne Weiterbeschäftigung wird geprüft. Ab Sommer 2024 soll Upday als KI-basierter Trend-News-Generator neu aufleben, der automatisiert Nachrichten generiert. Dieser Schritt symbolisiert den Wandel hin zum fast vollständig automatisierten Journalismus. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sieht darin den “größten anzunehmenden Unfall” (GAU) für die Branche. Die KI soll Trends im Digitalen aufspüren und entsprechende News produzieren (Quelle: turi2).


Google Gemini: Beeindruckend, aber nicht echtzeit

Google hat seine neuen Gemini-Modelle vorgestellt und ein YouTube-Video veröffentlicht, das die Leistungsfähigkeit von multimodalen KI-Modellen demonstriert. Das Video, das 2,2 Millionen Aufrufe verzeichnet, suggeriert eine flüssige und sprachgesteuerte Interaktion, obwohl die tatsächliche Steuerung über Texteingaben erfolgte und das Video nachbearbeitet wurde. Der Co-Entwickler Oriol Vinyals betonte, dass das Video lediglich gekürzte echte Nutzereingaben zeigt, um Entwickler zu inspirieren. Bloomberg berichtet, dass das gezeigte Modell Gemini Ultra noch in Entwicklung und die gezeigten Inhalte ähnlich zu denen von GPT-4 sind (Quelle: ComputerBase).


iMessage: Beeper Mini trotzt Apple-Blockade

Trotz Apples Versuch, den Dienst zu blockieren, ist Beeper Mini zurück und ermöglicht Android-Nutzern erneut die Verwendung von iMessage. Derzeit ist nur die Anmeldung über Apple-ID möglich, die Nutzung mit Telefonnummern soll folgen. Nach einer Störung ist die App vorerst gratis. Die Entwickler weisen Sicherheitsbedenken zurück und bieten sogar an, Nachrichten klar zu kennzeichnen und eine unabhängige Sicherheitsprüfung durchführen zu lassen. Die Technik hinter Beeper Mini basiert auf Reverse Engineering, ohne einen Mac zu benötigen. US-Senatorin Amy Klobuchar kritisert Apples Einschränkungen als wettbewerbswidrig (Quelle: Heise).


OpenAI und Springer kündigen KI-Partnerschaft an

OpenAI, Entwickler von ChatGPT, und das Verlagshaus Axel Springer haben eine Partnerschaft zur Förderung von KI im Journalismus verkündet. Zukünftig erhalten ChatGPT-Nutzer weltweit Zusammenfassungen und Links zu Artikeln von Springer-Medien wie “Politico”, “Business Insider”, “Bild” und “Welt”. Diese Kooperation zielt darauf ab, Qualitätsjournalismus im digitalen Zeitalter zu stärken und gleichzeitig neue Finanzierungsquellen zu erschließen. Ebenfalls werden Inhalte von Axel Springer dazu genutzt, die KI-Modelle von OpenAI weiterzuentwickeln. Springer-CEO Mathias Döpfner betont das Potenzial dieser Initiative für die Branche (Quelle: Spiegel).


Meta Threads nun EU-konform verfügbar

Nach anfänglichem Hype und Zugangsproblemen in der EU ist Metas Twitter-Alternative “Threads” offiziell in Europa verfügbar. Der Start letztes Jahr erfolgte überstürzt, als Reaktion auf Turbulenzen bei Twitter unter Elon Musk. Viele Twitter-Abwanderer suchten Zuflucht bei Threads, scheiterten aber an EU-Datenschutzbarrieren. Mit der Freigabe können Nutzer nun via Instagram-Konto uneingeschränkt oder anonym mit limitierten Funktionen auf Threads zugreifen. Meta arbeitet zudem an einer Fediverse-Integration für mehr Interoperabilität mit anderen Netzwerken (Quelle: WinFuture).

Net-News der Woche 49'2023 -
60er-Jahre-KI schlägt ChatGPT, Meta mit eigenem Bildgenerator, Google stellt multimodales Sprachmodell vor – und mehr

Eliza überrascht im Turing-Test

Eine neue Studie zeigt, dass das Programm Eliza aus dem Jahr 1966 in einem Turing-Test besser abschnitt als das moderne KI-Modell GPT-3.5 von Open AI. Im Online-Test mussten menschliche „Richter“ entscheiden, ob sie mit einem Menschen oder einer KI kommunizierten. Die menschlichen Teilnehmer hielten Eliza häufiger für menschlich als GPT-3.5, jedoch konnte das aktuellere GPT-4.0 seine Vorgängerversion übertreffen. Keine KI erreichte die 50-Prozent-Erfolgsquote, um den Test zu bestehen. Die Studie birgt potenzielle Schwachpunkte und unterliegt noch keiner Peer-Review (Quelle: Heise).


Google verschiebt Gemini-Start auf 2024

Google hat die Veröffentlichung von Gemini, einem fortschrittlichen Sprachmodell ähnlich wie GPT-4, für den nicht-englischsprachigen Teil der Welt auf Anfang 2024 verschoben. Laut „The Information“ erfüllt die Genauigkeit bei der Verarbeitung nicht-englischsprachiger Anfragen nicht die Erwartungen. Gemini kombiniert Sprachgenerierung mit Problemlösungskompetenzen, nutzt bestärkendes Lernen und kann Bild und Text analysieren, Daten speichern sowie strategisch planen. Mit Gemini sollen Dienste wie Google Bard, Google Assistant und die Google-Suche verbessert werden. Die zusätzliche Entwicklungszeit zielt darauf ab, die Qualität des multilingualen Verständnisses zu steigern (Quelle: Caschy).


Lichtfeld-Display Looking Glass Go: Kabellose 3D-Holografie

Looking Glass präsentiert das innovative “Looking Glass Go”, ein leichtes, tragbares 3D-Display mit Lichtfeldtechnologie. Das nur 235 Gramm schwere Gerät, mit einem 6-Zoll-Bildschirm und einer Auflösung von 2560×1440 Pixeln, ermöglicht holografieähnliche Darstellungen ohne Spezialbrille. Die Basiseinheit mit ausklappbarem Display bietet drahtloses Laden und KI-unterstützte Bildumwandlung von 2D zu 3D. OpenAIs ChatGPT ist integriert, und die Kompatibilität mit 3D-Engines erweitert die Nutzungsmöglichkeiten. Ein optionales Batteriemodul bietet bis zu zwei Stunden Laufzeit. Via Kickstarter finanziert, beginnen die Preise ab 200 US-Dollar (Quelle: Golem).


Meta stellt KI-Bildgenerator ‘Imagine’ vor

Meta Platforms hat “Imagine” eingeführt, ein KI-Web-Tool zur Erzeugung von Bildern aus Text. Das in den USA kostenlose Tool erfordert eine Meta-Anmeldung und erstellt vier Bilder pro Texteingabe. “Imagine” verwendet dasselbe AI-Modell wie “Emu”, ist jedoch als Web-Anwendung konzipiert. Meta plant, sichtbare und unsichtbare Wasserzeichen für die Rückverfolgbarkeit hinzuzufügen. Parallel wurde der KI-Bildgenerator für Messenger und Instagram durch “reimagine” erweitert, welches interaktive Bildreaktionen in Chats ermöglicht (Quelle: Heise).


Google nennt Details zu seinem multimodales KI-Modell Gemini

Alphabet und Google CEO Sundar Pichai stellte das neue Large Language Model “Gemini” vor, das sich durch multimodale Fähigkeiten wie Text-, Bild-, Audio-, Video- und Codeverarbeitung auszeichnet. Es ist auf verschiedenen Geräten einsetzbar und in drei Versionen – Ultra, Pro und Nano – optimiert. Gemini soll komplexe Themen erklären und aus großen Datenmengen Erkenntnisse ziehen. Training erfolgte auf Google-eigenen Tensor Processing Units; eine API soll bald verfügbar. Gemini integriert sich in Produkte wie Bard und Pixel und soll Anfang 2024 auch in nicht-englischssprachigen Ländern zugänglich sein. (Quelle: ComputerWoche).

Net-News der Woche 48'2023 -
KI wuchert global, Meta stalkte Kinder, und der Twitter-Klon Threads kommt nach Europa

Meta wegen Kinderdaten in der Kritik

Meta, der Mutterkonzern von Instagram, steht in den USA unter Beschuss. Laut Klage haben US-Bundesstaaten das Unternehmen verklagt, da es trotz 1,1 Millionen Hinweisen seit 2019 auf aktive Konten von Minderjährigen nur wenige deaktiviert habe. Die New York Times enthüllt, dass Meta Kinderdaten wie Standorte und E-Mail-Adressen systematisch sammelte, obwohl Kinder unter 13 Jahren laut Unternehmensrichtlinien keinen Zugang haben sollten. Instagram-Chef Adam Mosserie räumte Probleme bei der Altersverifikation ein. Meta fordert ein Bundesgesetz für elterliche Zustimmung in App-Stores und nennt die Altersüberprüfung eine “komplexe Herausforderung”. Verstöße gegen den Children’s Online Privacy Protection Act können hohe Strafen nach sich ziehen (Quelle: Heise).


Duet AI in Google Workspace jetzt für alle

Google präsentiert Duet AI für Workspace Enterprise, ein Tool zur Kreation, Kollaboration und Optimierung von Arbeitsabläufen. Nutzer können Inhalte in Gmail und Docs verbessern, in Slides basierend auf Texten Bilder erstellen und in Sheets Daten analysieren. Die KI bietet kontextuelles Schreiben, Tonalitätsanpassung und automatisierte Antworten in E-Mails. In Meet unterstützt sie mit Notizen und Live-Übersetzungen. Weitere Funktionen umfassen Event- und Budgetplanung sowie Coding-Support. Duet AI integriert sich mit Drittanbieter-Apps wie HubSpot und Asana, wodurch Google im AI-Wettbewerb bestehen und Nutzererlebnisse transformieren will (Quelle: OnlineMarketing.de).

Introducing Duet AI for Google Cloud

Sports Illustrated nutzt Fake-KI-Autoren

Sports Illustrated steht im Verdacht, Artikel von Künstlicher Intelligenz ohne Kennzeichnung veröffentlicht zu haben. Profile wie das von “Drew Ortiz” erwiesen sich als fiktiv; sein Bild stammte von einer KI-Porträtseite. Auch andere Fake-Profile wurden auf der Website genutzt. Nachdem Futurism darauf hinwies, wurden die Inhalte kommentarlos entfernt. Ein Sprecher der Arena Group behauptete, die Artikel kämen von externen Partnern. Dies widerspricht jedoch internen Quellen. Ähnliche Fälle wurden auch beim Magazin The Street beobachtet. Der Einsatz von KI im Journalismus nimmt zu, wobei einige Medien offen damit umgehen (Quelle: ComputerBase).


Amazon integriert KI “Q” in AWS

Amazon integriert leistungsstarke KI-Anwendungen in AWS, um Kundenservice und Analyse zu verbessern. Die neue “Q”-Erweiterung in Connect agiert als Chatbot für Kundensupport, während Connect Contact Lens dank KI-Tools umfassendere Analysen liefert. Die KI basiert auf 17 Jahren angesammelter AWS-Daten und erlaubt die einfache Entwicklung von Chatbots durch Admins mithilfe natürlicher Sprache. Amazon stärkt auch die Zusammenarbeit mit Salesforce für effizienteren Datenaustausch. Die Initiative unterstreicht Amazons KI-Engagement in vielen Bereichen – von Lagerverwaltung bis zum Kundenservice – und signalisiert den Einfluss der Cloud-Sparte auf Unternehmensanwendungen (Quelle: Heise).



Microsoft Paint bietet mit Dall-E 3 KI-Kunst für (fast) Alle

Microsoft erweitert Paint um KI-gesteuerte Cocreator-Funktionen, die Bildgenerierung per natürlicher Sprache ermöglichen. Dank Dall-E 3, basierend auf OpenAI, kann jeder Nutzer mit dem neuesten Windows 11-Update kreativ werden. “gogetgpt” entdeckte die Neuerung, die bereits seit September getestet wird. Die Integration erlaubt kostenfreie, benutzerfreundliche Bildgestaltung durch Beschreibungen und Stilauswahl. Aktuell nur auf Englisch verfügbar, sind die Cocreator-Funktionen vorerst auf ausgewählte Länder begrenzt. Ein Microsoft-Konto und 50 Credits für Bildgenerierung sind für die Nutzung erforderlich. Mit detaillierten Beschreibungen generiert Cocreator drei Varianten des gewünschten Bildes für die künstlerische Umsetzung (Quelle: WinFuture).


KI erzeugt Bilder fast in Echtzeit

Stability AI setzt mit Stable Diffusion XL Turbo einen neuen Meilenstein in der Bildgenerierung: Mithilfe der Adversarial Diffusion Distillation (ADD) können nun Bilder basierend auf Textanweisungen in Rekordzeit erstellt werden. Statt der üblichen 50 Schritte, benötigt die KI nur noch 1-4 Schritte, ohne an Bildqualität einzubüßen. Laut Ars Technica kann das System auf einer Nvidia RTX 3060 in ca. vier Sekunden ein Bild liefern. Die Nvidia A100 schafft ein kleineres Bild sogar in nur 207 Millisekunden. Das Tool ist auf der Firmenwebseite testbar (Quelle: Golem).


Instagrams Antwort auf Twitter: Threads kommt in die EU

Instagram bereitet die Einführung seines Mikroblogging-Dienstes Threads in der EU vor. Insiderquellen zufolge soll der Dienst, der bereits in über 100 Ländern existiert, im Dezember starten, nachdem Anpassungen an EU-Verbraucherschutzstandards vorgenommen wurden. Nutzer können ihr Threads-Konto separat löschen und den Dienst passiv nutzen. Instagram, Teil von Meta Platforms, zielt darauf ab, Werbekunden von Twitter abzuwerben, insbesondere nach Elon Musks umstrittenen Übernahmeentscheidungen. Trotz eines starken Starts mit 40 Millionen Downloads am ersten Tag, sank die Nutzung drastisch. Meta hofft auf langfristiges Wachstum, auch durch EU-Nutzer (Quelle: Heise).