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Videokonferenzen schlecht für kreatives Teamwork

Die Zusammenarbeit per Videokonferenz ist seit dem Coronajahr 2020 von der Ausnahme zur Regel geworden. Für kreatives Teamwork hat diese Art der Zusammenarbeit aber deutliche Nachteile. Das zeigt eine Studie von Melanie S. Brucks (Columbia University) und Jonathan Levav (Stanford University).

Die beiden Forscher haben ihre These zunächst in einem Laborexperiment mit 602 Probanden auf den Prüfstand gestellt. Die Probanden wurden nach dem Zufallsprinzip zu zweiköpfigen Teams zusammengestellt. Sie hatten die Aufgabe, innerhalb von fünf Minuten möglichst viele kreative Ideen zu einem Produkt zu entwickeln, und dann eine weitere Minute, um die beste dieser Ideen auszuwählen. Etwa die Hälfte der Teams arbeiteten in Präsenz an der Aufgabe, die andere Hälfte waren per Videokonferenz miteinander verbunden.

Dabei, und bei einem nachfolgenden Experiment mit 1.490 Probanden, zeigte sich, dass die virtuellen Teams im Durchschnitt deutlich weniger Ideen hervorbrachten als jene, die sich physisch im selben Raum befanden. Die Forscher sehen als einen Grund, dass der gemeinsame Raum in Videokonferenzen auf die Breite des Bildschirms begrenzt ist. Das führe zu einer stärkeren mentalen Fokussierung, die speziell für kreatives Teamwork nicht förderlich sei, so die Annahme. Die weiteren Ergebnisse scheinen den Forschern recht zu geben: Sie konnten keine Unterschiede in der Qualität der Ergebnisse feststellen, wenn es um die Auswahl der jeweils besten Ideen ging. Für Entscheidungsprozesse scheint ein enger Fokus nicht von Nachteil zu sein.

Zoom: Blieb das Mikrofon nach dem Meeting offen?

Auch nach dem Ende eines Video-Meetings hielt der beliebte Videokonferenz-Dienst Zoom das Mikrofon mancher Nutzer weiterhin offen. Das war zumindest der Eindruck vieler Nutzer, die über einen Mac an einer Zoom-Konferenz teilgenommen hatten. Seit macOS 12 Monterey macht der Mac über einen orangenen Punkt in der Menüleiste darauf aufmerksam, wenn Anwendungen auf das interne oder ein angeschlossenes Mikrofon zugreifen. Im Kontrollzentrum können die Nutzer die entsprechende Anwendung dann identifizieren.

Genau das war beim Zoom-Client auf dem Mac der Fall und wurde vom Hersteller erst mit der Ende Januar veröffentlichten Version 5.9.3 behoben. Gegenüber The Verge bestätigte ein Unternehmenssprecher das Problem, versicherte aber, dass trotz des Zugriffs von Zoom auf das Mikrofon keinerlei Audiodaten der Nutzer an die Videokonferenz-Plattform übertragen worden seien.

Das Videokonferenz-System, dessen Popularität mit Beginn der Covid-19-Pandemie einen enormen Schub erhielt, ist mehrfach wegen Sicherheitsproblemen ins Gerede gekommen. Einige davon kann der Nutzer selbst beheben. Im oben erwähnten Gespräche empfahl der Sprecher des Unternehmens Anwendern, grundsätzlich mit der jeweils aktuellsten Version des Zoom-Clients zu arbeiten.