Google plant mit Gemini eine KI-Funktion, die Nutzern erlaubt, digitale Avatare von sich selbst zu erstellen. Die sogenannte „Likeness-Funktion“ soll persönliche Vorlieben und Eigenschaften abbilden. Damit will der Konzern die Interaktion mit seiner KI noch individueller gestalten.
Wichtige Aspekte:
- Google erweitert Gemini um eine „Likeness-Funktion“, die Nutzer virtuell klont.
- Der digitale Avatar soll Aussehen, Kleidung und Persönlichkeit imitieren.
- Ziel ist eine tiefere Personalisierung, die über klassische KI-Anpassungen hinausgeht.
- Die Technologie steht im Wettbewerb mit bestehenden KI-Klon-Diensten.
Quelle: GoogleWatchBlog
Warum Google jetzt auf digitale Avatare setzt

Googles Vorstoß in die Welt der KI-Klone überrascht nicht, folgt aber einer klaren Logik. Spezialisierte Dienste wie Replika oder Character.AI zeigen seit Jahren, dass Nutzer bereit sind, sich mit virtuellen Abbildern zu umgeben. Der Unterschied: Google integriert diese Funktion direkt in sein Ökosystem – und macht sie damit massentauglich.
Die Personalisierung von KI ist kein neues Konzept. Doch während andere Anbieter vor allem auf Unterhaltung setzen, will Google Gemini als Alltagsassistenten etablieren. Ein digitaler Klon könnte hier den entscheidenden Vorteil bringen. Er kennt die Vorlieben des Nutzers, passt sich an und agiert fast wie ein zweites Ich. Das klingt praktisch – wirft aber Fragen auf.
Kritisch ist vor allem der Umgang mit Daten. Ein Avatar, der Persönlichkeit und Gewohnheiten imitiert, braucht tiefe Einblicke in das Leben des Nutzers. Google sammelt bereits jetzt Unmengen an Informationen. Die „Likeness-Funktion“ könnte diese Praxis auf ein neues Level heben. Wer garantiert, dass die Daten nicht missbraucht werden? Und wie viel Kontrolle behält der Nutzer über sein digitales Ebenbild?
Positiv lässt sich argumentieren, dass solche Avatare auch nützlich sein können. Sie könnten in Meetings vertreten, Nachrichten beantworten oder sogar Therapiegespräche führen. Für Menschen mit sozialen Ängsten oder Zeitmangel wäre das ein Gewinn. Doch wo liegt die Grenze? Wird der digitale Klon irgendwann so gut, dass er den echten Menschen ersetzt – zumindest in bestimmten Bereichen?
Die gesellschaftlichen Folgen sind schwer abzuschätzen. Einerseits könnte die Technologie Barrieren abbauen und neue Formen der Interaktion ermöglichen. Andererseits droht eine weitere Entfremdung. Wenn KI-Avatare immer mehr Aufgaben übernehmen, verlieren wir vielleicht den Anreiz, selbst aktiv zu werden. Die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt.
Im Kontext der aktuellen KI-Entwicklung ist Googles Schritt konsequent. Microsoft, Meta und Co. arbeiten ebenfalls an immer persönlicheren Assistenten. Die Branche setzt auf Hyper-Personalisierung – und der digitale Klon ist der nächste logische Schritt. Ob die Nutzer das wollen, bleibt abzuwarten. Die ersten Reaktionen werden zeigen, ob Google hier einen Nerv trifft oder zu weit geht.





