<span style='font-weight:normal;font-size:smaller;'>Net-News der Woche 11'2023 - </span><br/>Google startet KI-Offensive, Krypto-Geldwäscher gehen vom Netz, Schufa bricht offenbar EU-Recht – und was sonst noch wichtig war

Net-News der Woche 11'2023 -
Google startet KI-Offensive, Krypto-Geldwäscher gehen vom Netz, Schufa bricht offenbar EU-Recht – und was sonst noch wichtig war

OpenAI stellt Sprach-KI GPT-4 vor

OpenAI hat ohne große Ankündigung sein neues Sprach-KI-Modell GPT-4 vorgestellt, das laut eigenen Angaben stabiler laufen soll als der Vorgänger GPT-3.5. Die große Neuerung ist die Möglichkeit, Bilder als Input zu geben, die die KI nicht nur beschreiben, sondern auch einordnen können soll – inklusive Diagrammen und wissenschaftlichen Aufsätzen als PDF. Die Zeichenbegrenzung für das Eingabefeld wurde auf 25.000 Zeichen erhöht. In beruflichen und akademischen Kontexten soll GPT-4 verlässlicher und kreativer sein und nuanciertere Anweisungen besser umsetzen können. GPT-4 hat bei standardisierten Tests und Examina für Menschen – u. a. Integralrechnung, Geschichtstests und Rechtsanwaltsprüfungen – Top-10-Ergebnisse erzielt. Entwickler können über die API spezielle Anpassungen an die Nutzer vornehmen. Microsofts Suchmaschine Bing basiert bereits seit fünf Wochen auf GPT-4 (Quelle: t3n).


Google erweitert eigenes KI-Ökosystem

Google startet eine neue KI-Offensive, um ChatGPT Paroli zu bieten und kündigt dabei verschiedene KI-APIs und Tools an, darunter die MakerSuite, PaLM-API und generative KI-Unterstützung in der Google Cloud. Auch Google Workspace wird um Generative-AI-Komponenten erweitert, die das Schreiben von Texten erleichtern sollen. Ausgewählte Tester haben bereits Zugang zu den neuen Funktionen, aber es gibt noch keine genauen Angaben zur allgemeinen Verfügbarkeit. CEO Kurian betont außerdem den Anspruch, der offenste Cloud-Anbieter zu sein, und erweitert das KI-Ökosystem und KI-Programm für Technologiepartner, KI-fokussierte Softwareanbieter und Start-ups. (Quelle: Computerwoche).


Krypto-Geldwäscher kaltgestellt

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt haben den weltweit führenden Krypto-Mixer im Darknet, ChipMixer, vom Netz genommen. Die Behörden beschlagnahmten die Server-Infrastruktur von ChipMixer in Deutschland und stellten Bitcoins im Wert von rund 44 Millionen Euro und Daten im Umfang von rund 7 Terabyte sicher. Die Betreiber von ChipMixer werden verdächtigt, gewerbsmäßige Geldwäsche und eine kriminelle Handelsplattform im Internet betrieben zu haben. Es wird geschätzt, dass ChipMixer seit 2017 Kryptowerte im Wert von rund 2,8 Milliarden Euro gewaschen hat. (Quelle: Caschys Blog)


Hacker stehlen knapp 200 Millionen Dollar von Krypto-Kreditplattform

Die Krypto-Kreditplattform Euler Finance wurde um rund 197 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen erleichtert. Das berichtet das Online-Nachrichtenportal TechCrunch. Trotz der hohen Summe handelt es sich dem Bericht zufolge „nur“ um den 26. größten Krypto-Diebstahl aller Zeiten. Euler Finance untersucht den Vorfall und arbeitet daran, die Gelder für die Nutzer wiederzubeschaffen. Mehrere Euler-Investoren haben sich in offiziellen Discord- und Telegram-Kanälen beschwert und fragen sich, was sie als Nächstes tun sollen. Der Preis des Euler-Krypto-Tokens ist gefallen. Ein unabhängiger Forscher sagte auf Twitter, dass es sich bei dem Angriff „mit ziemlicher Sicherheit“ um einen Angriff von böswilligen Hackern handelt. Die US-Regierung hat den Krypto-Mixing-Service Tornado Cash wegen angeblicher Erleichterung der Geldwäsche sanktioniert (Quelle: Heise).


Mit Starlink weltweit ins Internet

SpaceX bietet mit dem neuen Tarif Starlink Roam die Möglichkeit an, den Internetservice weltweit zu nutzen. Bisher gab es eine vergleichbare Option namens Starlink RV, die jedoch nur innerhalb eines Kontinents genutzt werden konnte. Der Roaming-Tarif ist vor allem für Wohnmobil-Nutzer gedacht und kostet in Deutschland 100 Euro im Monat mit einmaligen Hardwarekosten von 450 Euro. Die weltweite Nutzung kostet 200 US-Dollar. Der Tarif kann monatlich unterbrochen werden und ermöglicht auch die Nutzung des Internets während der Fahrt. Der Standardtarif von Starlink ist nur an einem registrierten Ort nutzbar und kostet 80 Euro im Monat (Quelle: Golem).


Gutachten: Schufa bricht EU-Recht

Die Schufa verstößt laut einem Gutachten am Europäischen Gerichtshof gegen Europarecht durch die Erstellung von Score-Werten für die Kreditwürdigkeit. Zudem dürfe die Auskunftei Daten aus öffentlichen Verzeichnissen nicht länger speichern als das öffentliche Verzeichnis selbst. Ein Urteil wird in einigen Monaten erwartet. Das Scoring-Verfahren der Schufa sei wohl auch nicht DSGVO-konform. Im ersten Rechtsstreit um das Verhältnis zur europäischen Datenschutzgrundverordnung forderte der Kläger die Schufa auf, einen Eintrag zu löschen und ihm Zugang zu den Daten zu gewähren, nachdem ihm ein Kredit verwehrt wurde. Der Generalanwalt befand, dass die automatisierte Erstellung eines Score-Werts über die Kreditwürdigkeit eine automatische Entscheidung darstelle. Im zweiten Fall geht es um die Restschuldbefreiung nach einer Insolvenz. Die Schufa lösche solche Einträge in ihrem Register erst nach bis zu drei Jahren, während Insolvenzgerichte diese nach einem halben Jahr löschen (Quelle: Golem).

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