Alle Beiträge von Dirk Bongardt

Seit 1998 Journalist, habe ich alle bisherigen Phasen des digitalen Wandels in unserer Branche miterlebt. Von der Art, wie wir recherchieren, über unsere Möglichkeiten und Werkzeuge, Geschichten zu erzählen bis hin zu der Art, wie unsere Rezipienten unsere Inhalte aufnehmen, ist nichts davon unberührt geblieben. Als Dozent helfe ich angehenden Online-Redakteuren, das Wissen um diese Möglichkeiten und Fakten für ihre Arbeit zu nutzen.

Meta AI: EU-Start im Juni bestätigt

Meta AI wird im Juni in der EU eingeführt. (Update vom 19.06.2024: Meta verschiebt die Einführung vorerst, nachdem europäische Datenschutzbehörden gegen die Modalitäten, unter denen die KI trainiert werden soll, interveniert habe). Das Update bringt neue Funktionen und Verbesserungen, die auf die Bedürfnisse europäischer Nutzer zugeschnitten sind. Meta zielt darauf ab, die Interaktion und Effizienz seiner KI-Dienste zu steigern. Die Einführung erfolgt in mehreren Phasen, um eine reibungslose Integration zu gewährleisten (Quelle: Onlinemarketing.de).

Dirk meint: Für Big Tech ist die EU ein teures Pflaster geworden. Auch wenn die Unternehmen dank cleverer Steuerkonstrukte pro Million Euro Gewinn weniger Steuern zahlen als ein durchschnittlicher Angestellter pro Tausender, bitten die Gerichte sie doch immer mal wieder zur Kasse. Zum Beispiel, weil sie den Digital Services Act, die DSGVO oder eine andere EU-Regel missachtet haben. Deshalb lassen sich Meta, Google und Co. inzwischen Zeit, bevor sie ihre neuesten Errungenschaften auf den europäischen Markt bringen.

Das muss kein Nachteil sein. Nerds (wie ich), die unbedingt schon vorher mit den neuesten Spielzeugen hantieren wollen, finden immer einen Weg. Und die breite Nutzerschicht? Behilft sich vielleicht inzwischen mit Lösungen, die originär auf europäischem Boden entstanden sind. Heimische Tech-Unternehmen können die Verzögerung, mit der die US-Unternehmen ihr KI- und anderes Zeug nach Europa bringen, durchaus als Schonfrist betrachten. „Unsere“ Tekkies mögen nicht die frühesten Vögel sein, aber so haben sie dennoch die Chance auf den einen oder anderen Wurm, den sonst die Riesen aus Übersee verspeist hätten.

Amazon in Geldnot? Neue Alexa-Funktionen demnächst gegen Aufpreis

Amazon plant, kostenpflichtige Funktionen für seinen digitalen Assistenten Alexa einzuführen, die nicht bereits mit dem Prime-Abo abgegolten sind. Stattdessen müssen Nutzer für bestimmte KI-gestützte Dienste zusätzlich zahlen. Amazon möchte damit nach eigenen Angaben die Entwicklung und Bereitstellung neuer, fortschrittlicher Funktionen finanzieren. Die genauen Preise und der Umfang der kostenpflichtigen Dienste sind noch nicht bekannt. Diese Entscheidung könnte die Nutzung von Alexa beeinflussen und stellt eine bedeutende Änderung in Amazons Geschäftsmodell dar (Quelle: Golem).

Dirk meint: Steckt Amazon in der Klemme? Erst das werbefinanzierte Videoangebot Freevee, dann Werbeunterbrechungen auch im Prime-Video-Angebot, und jetzt sollen Alexa-Nutzer zusätzlich zur Kasse gebeten werden? Klar ist Amazon kein Sozialkaufhaus, sondern ein turbokapitalistisches, auf Gewinnmaximierung getrimmtes Unternehmen. Aber anders als Energieversorger oder Lebensmittelhandel bietet Amazon Produkte noch diesseits der Unverzichtbarkeitsgrenze. Der Verbraucher hat hier die Wahl, ob er murrend zahlt, oder murrend verzichtet. Tut er überwiegend letzteres, war’s das mit der Gewinnmaximierung. Alexa, mach das Licht aus!

Nachrichtenflut überfordert: Vertrauen in Online-News schwindet

Eine repräsentative Umfrage unter 1.002 deutschen Internetnutzern zeigt, dass 50 Prozent sich von der Nachrichtenflut im Netz überfordert fühlen. 58 Prozent wissen oft nicht, welchen Nachrichten sie vertrauen können, und 62 Prozent reduzieren bewusst ihren Nachrichtenkonsum. 90 Prozent der Nutzer informieren sich online über aktuelle Ereignisse, wobei 78 Prozent Nachrichten-Webseiten oder Apps und 44 Prozent soziale Medien nutzen. Mehr als die Hälfte liest nur die Überschriften, die oft als reißerisch empfunden werden. 86 Prozent kritisieren, dass Überschriften mehr versprechen, als die Artikel halten (Quelle: Bitkom).

Dirk meint: Wen wundert’s? Mich hat die Bitkom zwar nicht explizit gefragt, aber ich finde mich unter den 62 Prozent wieder, die ihren Nachrichtenkonsum bewusst reduziert haben. Ich will nicht in allen Details darüber informiert sein, was Menschen anderen Menschen antun (denn ziemlich oft geht’s in den Nachrichten darum), denn früher oder später büße ich dadurch entweder meine Empathie oder meine Lebensfreude ein.

Dabei gäbe es ja durchaus gelegentlich auch Gutes zu berichten. Aber das Böse klickt eben besser. Und wenn die Realität mal nicht böse genug ist, wird sie in der Überschrift eben etwas „zugespitzt“ dargestellt (das ist Journalisten-Jargon für „verkürzt und maßlos übertrieben“). Nur die Überschriften lesen, wie es mehr als die Hälfte der Befragten tun, ist also auch keine Lösung. Für mich habe ich eine Lösung gefunden: Ich beschränke meinen bewussten Nachrichtenkonsum auf für mich wichtige Fachgebiete. Wenn Nachrichten aus anderen Ressorts wichtig genug sind, dann werden sie mich finden.

Deepfakes: Unbekannte Gefahr für viele Deutsche

Laut einer aktuellen Umfrage hat jeder dritte Deutsche noch nie von Deepfakes gehört – gefälschten Videos oder Bildern, die durch KI-Technologie nahezu echt wirken. Dabei stellen Deepfakes eine wachsende Bedrohung für die Gesellschaft dar, da sie zur Verbreitung von Desinformation und Manipulation eingesetzt werden können. Experten warnen, dass die Technologie in den falschen Händen enormen Schaden anrichten kann, indem sie das Vertrauen in digitale Medien und Fakten untergräbt. Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung sind daher dringend erforderlich, um dieser Gefahr entgegenzuwirken (Quelle: IT-Times).

Dirk meint: „Nicht vertrauenswürdig“ ist ein Prädikat, das in unserer Gesellschaft inzwischen inflationär vergeben wird. Das Vertrauen in Medien, Politiker, Institutionen, auch und gerade in Wissenschaftler ist erodiert. Und das, obwohl ein Drittel der Deutschen noch gar keinen Begriff von den modernsten Werkzeugen der Lüge haben. Das größere Problem ist aber, dass viele sich bei der Entscheidung, welchen Informationen sie vertrauen sollen, eher von dumpfen Gefühlen leiten lassen, als von klassischen Glaubwürdigkeitskriterien. Ich bin ziemlich sicher, wir alle könnten kompetenter entscheiden, wem wir vertrauen, stünden „Ockhams Rasiermesser“ und „Hitchens Rasiermesser“ ab der Grundschule auf dem Lehrplan. Und, unbedingt, “Medienkompetenz”.

Venezuela kappt Strom für Krypto-Mining-Farmen

Venezuela plant, alle Krypto-Mining-Farmen vom Stromnetz zu trennen. Diese drastische Maßnahme soll die Energiekrise im Land lindern. Die Regierung argumentiert, dass der hohe Stromverbrauch der Mining-Farmen das nationale Netz überlastet. Betroffene Betreiber und Investoren sind alarmiert und befürchten massive finanzielle Verluste. Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für die Krypto-Industrie in Venezuela haben, die bisher als Zufluchtsort für Miner galt (Quelle: Heise).

Dirk meint: Schnecken, Salz, Äxte, Spaten, Silberklumpen – all das und noch vieles mehr diente im Lauf unserer Geschichte als Währung. Aber auf die dusselige Idee, Währungen zu schaffen, die fortwährend Energie benötigen, kamen wir zum Glück erst im 21. Jahrhundert. Das Bitcoin-Netzwerk verbraucht derzeit schätzungsweise 120 Terawattstunden pro Jahr, was in etwa dem Stromverbrauch der Niederlande entspricht. Schätzungen zufolge verursacht das Mining jährlich rund 22 Millionen Tonnen CO2, vergleichbar mit den Emissionen von Ländern wie Jordanien. Wenn im krisengeschüttelten Venezuela nun die Krypto-Farmen vom Netz gehen sollen, dann allerdings vor allem, weil sonst dort bald noch viel mehr Lichter ausgehen.

OpenAI löst Team auf, das KI-Gefahren in Schach halten sollte

OpenAI hat sein Superalignment-Team aufgelöst, das sich mit den technischen Folgen der Künstlichen Intelligenz (KI) beschäftigt hat. Dieses Team war speziell eingerichtet, um die Risiken der KI zu überwachen und zu minimieren. Die Entscheidung wird als ein Schritt zur wirtschaftlichen Optimierung interpretiert, da OpenAI sich auf die kommerzielle Nutzung seiner KI-Modelle konzentriert. Dieser Schritt könnte jedoch auch negative Auswirkungen auf die Transparenz und die Kontrolle über die KI-Entwicklung haben (Quelle: Golem).

Dirk meint: Niemand mag Miesmacher. Und mies zu machen gäbe es beim Thema KI durchaus ein paar Dinge. Dass KI bei internationalen Konflikten bevorzugt die Atombomben-Karte ausspielen würde, ist da noch das kleinste Problem. Dass unsere Schulsysteme zu träge sind, den durch KI veränderten Bildungsanforderungen in absehbarer Zeit Rechnung zu tragen, oder dass die Anforderungen an viele Tätigkeiten sich so drastisch ändern, dass viele Beschäftigte damit schlicht überfordert sein werden, ist eine greifbarere Gefahr.

Was das Superalignment-Team von OpenAI daran hätte ändern können, weiß ich auch nicht – auf die Bremse treten vielleicht. Aber dann wären Anthropic, Google, xAI und etliche weitere Player eben vorbeigezogen. Ethische Überlegenheit zahlt keine Rechnungen und wirkt sich auf den Börsenkurs allenfalls dämpfend aus. Haben die Mineralöl-, Pharma-, Textil- oder Nahrungsmittel-Industrie eigentlich Technikfolgen-Teams in ihren Unternehmen? Bitte nicht falsch verstehen, ich schätze und nutze deren Produkte (ebenso wie seit einiger Zeit auch die eine oder andere KI-Anwendung). Aber dass wir (alle) dafür einen Preis bezahlen, der sich nicht bloß in Euro bemisst, ist mir durchaus bewusst. Bloß: Niemand mag Miesmacher.

Googles KI Gemini: Verleger warnen vor „katastrophalen“ Folgen

Googles neue KI-Suche Gemini sorgt für Unruhe unter Verlegern. Diese warnen vor “katastrophalen” Folgen, da Gemini Suchergebnisse zusammenfasst und Nutzer weniger Anreize hat, auf Originalinhalte zuzugreifen. Verleger befürchten, dass dies zu weniger Traffic und Einnahmen führen wird. Google widerspricht und behauptet, dass die Links in den KI-Übersichten sogar mehr Klicks erhalte (Quelle: WinFuture).

Dirk meint: Dass Verleger den Welt- und persönlichen Untergang heraufbeschwören, weil Google irgendwas mit ihren Inhalten macht (etwa, sie über die Google-Suche auffindbar macht, oder sie nicht über die Google-Suche auffindbar macht), ist keine Neuigkeit.

Dieses Mal haben sie allerdings recht. Und die letzten Male zuvor zumindest teilweise: Es ist mir ein paar wenige Male gelungen, einen Inhalt von Netknowhow.de unter relevanten Suchbegriffen auf die vordersten Plätze der Google-Suche zu hieven. Doch der daraus resultierende Traffic bleibt überschaubar, weil Google aus meinen Inhalten „Rich Snippets“ gemacht hat, und damit den Informationsbedarf der Suchenden stillt, ohne dass diese sich dazu meine Website ansehen müssten.

Mit KI-generierten Zusammenfassungen wird sich diese Situation verschärfen. Trotzdem ist die Reaktion der Verleger nicht frei von Heuchelei, setzen sie doch selbst auf KI, und das zulasten etlicher (jetzt Un-) Beschäftigter. Indes: Google braucht die Inhalte der Verlage, und wird ihnen deshalb schon aus Eigeninteresse nicht den ganzen Kuchen wegnehmen. Über die Größe des verbleibenden Stücks wird man sich einig werden müssen.

Meta bringt Faktencheck auf Threads

Meta hat entschieden, Faktenchecks auf seiner Microblogging-Plattform, Threads, einzuführen. Diese Maßnahme soll helfen, die Verbreitung von Falschinformationen auf der Plattform zu reduzieren. Die Faktenchecks werden von Dritten durchgeführt und werden auf Threads sichtbar gemacht, um Nutzern zu helfen, zwischen wahren und falschen Informationen zu unterscheiden. Diese Initiative ist Teil von Meta’s Bemühungen, die Integrität des Informationsaustauschs auf seinen Plattformen zu schützen (Quelle: Onlinemarketing.de)

Dirk meint: Äh, die gibt’s noch nicht? In Zeiten, in denen praktisch alle Social-Media-Plattformen mit mehr als drei Nutzern zu Propagandazwecken missbraucht werden, und mehr oder weniger dusselige KIs aus echten Nachrichten groben Unfug interpolieren, sind Faktenchecks eine unbequeme Notwendigkeit.

Und ja, ich weiß, eigentlich gibt’s die bei Threads auch schon länger, aber tatsächlich waren das bislang mittelbare Faktenchecks auf Basis von Facebook- und Instagram-Faktenchecks. Jetzt sollen auch originär bei Threads veröffentlichte Informationen unter die Lupe genommen werden. Hoffentlich bald, und hoffentlich bringt’s was. Weil: Es twittert auf Threads bereits ganz gewaltig.

OpenAI macht ChatGPT stärker, schlauer und menschlicher

OpenAI hat eine Reihe von Veränderungen bei ChatGPT angekündigt. Die kostenlose Version erhält Zugriff auf GPT-4o, das Gespräche in Echtzeit und Unterstützung für über 50 Sprachen bietet, Emotionen erkennen und auch zum Ausdruck bringen kann. Auch Web-Browsing für aktuelle Informationen, Bildverarbeitung und Daten-Upload sind nun verfügbar. Eine Desktop-App für macOS mit dem neuen Sprachmodus startet heute für Plus-Nutzer, eine Windows-Version folgt. Damit wird ChatGPT für alle Nutzer deutlich leistungsfähiger und bietet mehr Funktionen, ohne dass Zusatzkosten anfallen (Quelle: ComputerBase).

Dirk meint: Endlich kann ich mal andere als meine Kinder mit dem Spruch nerven: „Ich hab’s euch ja gleich gesagt!“ OpenAI ist nicht angetreten, um Google zu zerstören. Allenfalls Gemini – aber was KI-Chatbots angeht, war OpenAI Google ja auch eine Nasenlänge voraus, und ist es noch.

Aber ein Frontalangriff auf Googles Websuche, wie viele ihn erwartet haben, wäre ein kompletter Bruch mit der bisherigen Strategie gewesen. Was von GPT-4o bislang zu sehen gewesen ist, das ist indes in einer Linie mit der Strategie der konsequenten Weiterentwicklung hin zu einer AGI (auch wenn die nach wie vor Zukunftsmusik ist).

Was ich sehr hoffe, ist, dass OpenAI auch mit seiner Art, seine Innovationen vorzustellen, nicht auf die Schiene von Google (und übrigens auch Tesla) abgezweigt ist, und der Öffentlichkeit ein gnadenlos zurechtgeschwindeltes Video gezeigt hat. Bei einem Produkt, das von hunderten Millionen Nutzern verwendet wird, wären solche Lügen extrem kurzbeinig.

TikTok setzt neue Maßstäbe für KI-Inhalte

TikTok hat ein neues Tool zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten vorgestellt. Dieses Werkzeug soll sicherstellen, dass Nutzer klar erkennen können, ob Inhalte von Künstlicher Intelligenz bearbeitet wurden oder nicht. Die Plattform will so Verwirrung und Irreführung vermeiden und die Transparenz in der Community erhöhen. Das neue Tool ist ein wichtiger Schritt hin zu einer transparenteren und verantwortungsvolleren Produktion von Inhalten auf TikTok (Quelle: t3n – https://netknowhow.de/t3n-tiktok-ai )

Dirk meint: Damit ein Teelöffel an meinem Oberarm klebt, brauche ich nur ein wenig Spucke. Die Lüge ist so alt wie die Kommunikation. Ob Lügen geglaubt werden, hängt aber nicht nur davon ab, wie glaubwürdig sie vorgetragen werden, sondern wie sehr sie sich mit dem Weltbild und den vorgefassten Meinungen ihres Publikums decken.

Die während der Covid-19-Pandemie verbreiteten Verschwörungstheorien brauchten keine KI, sondern fanden fruchtbaren Boden bei den (gewiss in vielen Fällen zurecht) Unzufriedenen, die sich als von der Mehrheitsgesellschaft benachteiligt empfanden. TikTok war damals und ist heute ein Kanal, den Propagandisten entsprechend nutzen.

Wenn TikTok künftig darauf aufmerksam macht, dass ein Inhalt per KI generiert wurde, ist das löblich, vor allem aber ist es für TikTok mit technischen Mitteln relativ einfach zu entdecken. Viel einfacher, als festzustellen, ob ein Teelöffel mit Spucke an einen angeblich magnetisierten Oberarm geklebt wurde. Die Maßnahme dürfte sich aber nicht signifikant auf die Zahl der verbreiteten und geglaubten Lügen auswirken.

BKA nutzte Millionen Polizeifotos, um Gesichtserkennung zu testen

Das Bundeskriminalamt nutzte Millionen Polizeifotos, um die Effizienz seiner Gesichtserkennungssoftware zu testen. Laut einem Bericht der Heise Online wurden diese Bilder aus einer Datenbank von über einer Million Polizeifotos verwendet. Der Test zeigte, dass die Software in 13,6 Prozent der Fälle falsche Ergebnisse lieferte. Dies könnte bedeutende Auswirkungen auf die Verwendung dieser Technologie in der Praxis haben, insbesondere bei der Identifizierung von Verdächtigen (Quelle: Heise).

Dirk meint: Der schöne alte Begriff ‘Gesetzeshüter’ gibt sehr gut wieder, was die Bürger eines demokratischen Rechtsstaats zurecht von der Exekutive erwarten dürfen – nämlich, so gut es ihr möglich ist, die Einhaltung von Gesetzen zu überwachen. Zweifellos trägt eine verbesserte Gesichtserkennung dazu bei, ihr diese Arbeit zu erleichtern.

Nicht ganz über jeden Zweifel erhaben ist allerdings, ob “Softwaretests” in den Aufgabenbereich des BKA fallen. Falls nicht, hätte es sich bei diesem Test mit Fotos echter Menschen eventuell um einen Verstoß gegen die DSGVO gehandelt. So lästig diese Verordnung in der Praxis manchmal ist, Gesetzeshüter sollten sich nicht aussuchen dürfen, welche Gesetze sie hüten, und welche sie lieber ignorieren.

Alpha Fold 3: KI errechnet Bausteine des Lebens

Die neueste Version von AlphaFold, AlphaFold 3, markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz (KI) und ihrer Anwendung in der Biologie. Diese Technologie ermöglicht es, die Struktur und Interaktion aller Moleküle des Lebens, einschließlich Proteinen, mit bisher unerreichter Genauigkeit vorherzusagen. Diese Vorhersagen können entscheidend für die Erforschung biologischer Abläufe und die Entwicklung neuer Medikamente sein. AlphaFold 3 liefert genaue Vorhersagen für die Interaktionen von Proteinen mit anderen Biomolekülen in den menschlichen Zellen. Diese Verbesserungen werden von Forschern erwartet, dass sie die Verständigung biologischer Prozesse und die Behandlung von Krankheiten verbessern werden (Quelle: Toolify – https://netknowhow.de/toolify-alphafold3).

Dirk meint: Massenkompatible KI schreibt Romane und E-Mails, malt Bilder, dreht Videos, komponiert Musik und steuert eventuell auch noch Roboter. Deshalb bestimmen ChatGPT und seine unehelichen Geschwister die Schlagzeilen. Und es ist wahr, diese Art generativer KI verändert unser Leben, und es fällt von Medizin und Co. weitgehend unbeleckten Journalisten wie mir relativ leicht, über sie zu berichten.

Aber auch Typen wie mir ist klar: Alpha Fold 3 und Co. haben das Zeug, unser aller Leben noch weit tiefgreifender zu verändern – im Guten (durch Medikamente und medizinische Verfahren, die Leben retten und Leiden lindern) wie im Bösen (etwa durch Gifte, Laborviren und andere biologische Kampfstoffe). Diese Variante der KI hat viel mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie derzeit bekommt. Ich für meinen Teil werde in Zukunft genauer hinsehen.