Alle Beiträge von Dirk Bongardt

Seit 1998 Journalist, habe ich alle bisherigen Phasen des digitalen Wandels in unserer Branche miterlebt. Von der Art, wie wir recherchieren, über unsere Möglichkeiten und Werkzeuge, Geschichten zu erzählen bis hin zu der Art, wie unsere Rezipienten unsere Inhalte aufnehmen, ist nichts davon unberührt geblieben. Als Dozent helfe ich angehenden Online-Redakteuren, das Wissen um diese Möglichkeiten und Fakten für ihre Arbeit zu nutzen.

OpenAI löst Team auf, das KI-Gefahren in Schach halten sollte

OpenAI hat sein Superalignment-Team aufgelöst, das sich mit den technischen Folgen der Künstlichen Intelligenz (KI) beschäftigt hat. Dieses Team war speziell eingerichtet, um die Risiken der KI zu überwachen und zu minimieren. Die Entscheidung wird als ein Schritt zur wirtschaftlichen Optimierung interpretiert, da OpenAI sich auf die kommerzielle Nutzung seiner KI-Modelle konzentriert. Dieser Schritt könnte jedoch auch negative Auswirkungen auf die Transparenz und die Kontrolle über die KI-Entwicklung haben (Quelle: Golem).

Dirk meint: Niemand mag Miesmacher. Und mies zu machen gäbe es beim Thema KI durchaus ein paar Dinge. Dass KI bei internationalen Konflikten bevorzugt die Atombomben-Karte ausspielen würde, ist da noch das kleinste Problem. Dass unsere Schulsysteme zu träge sind, den durch KI veränderten Bildungsanforderungen in absehbarer Zeit Rechnung zu tragen, oder dass die Anforderungen an viele Tätigkeiten sich so drastisch ändern, dass viele Beschäftigte damit schlicht überfordert sein werden, ist eine greifbarere Gefahr.

Was das Superalignment-Team von OpenAI daran hätte ändern können, weiß ich auch nicht – auf die Bremse treten vielleicht. Aber dann wären Anthropic, Google, xAI und etliche weitere Player eben vorbeigezogen. Ethische Überlegenheit zahlt keine Rechnungen und wirkt sich auf den Börsenkurs allenfalls dämpfend aus. Haben die Mineralöl-, Pharma-, Textil- oder Nahrungsmittel-Industrie eigentlich Technikfolgen-Teams in ihren Unternehmen? Bitte nicht falsch verstehen, ich schätze und nutze deren Produkte (ebenso wie seit einiger Zeit auch die eine oder andere KI-Anwendung). Aber dass wir (alle) dafür einen Preis bezahlen, der sich nicht bloß in Euro bemisst, ist mir durchaus bewusst. Bloß: Niemand mag Miesmacher.

Googles KI Gemini: Verleger warnen vor „katastrophalen“ Folgen

Googles neue KI-Suche Gemini sorgt für Unruhe unter Verlegern. Diese warnen vor “katastrophalen” Folgen, da Gemini Suchergebnisse zusammenfasst und Nutzer weniger Anreize hat, auf Originalinhalte zuzugreifen. Verleger befürchten, dass dies zu weniger Traffic und Einnahmen führen wird. Google widerspricht und behauptet, dass die Links in den KI-Übersichten sogar mehr Klicks erhalte (Quelle: WinFuture).

Dirk meint: Dass Verleger den Welt- und persönlichen Untergang heraufbeschwören, weil Google irgendwas mit ihren Inhalten macht (etwa, sie über die Google-Suche auffindbar macht, oder sie nicht über die Google-Suche auffindbar macht), ist keine Neuigkeit.

Dieses Mal haben sie allerdings recht. Und die letzten Male zuvor zumindest teilweise: Es ist mir ein paar wenige Male gelungen, einen Inhalt von Netknowhow.de unter relevanten Suchbegriffen auf die vordersten Plätze der Google-Suche zu hieven. Doch der daraus resultierende Traffic bleibt überschaubar, weil Google aus meinen Inhalten „Rich Snippets“ gemacht hat, und damit den Informationsbedarf der Suchenden stillt, ohne dass diese sich dazu meine Website ansehen müssten.

Mit KI-generierten Zusammenfassungen wird sich diese Situation verschärfen. Trotzdem ist die Reaktion der Verleger nicht frei von Heuchelei, setzen sie doch selbst auf KI, und das zulasten etlicher (jetzt Un-) Beschäftigter. Indes: Google braucht die Inhalte der Verlage, und wird ihnen deshalb schon aus Eigeninteresse nicht den ganzen Kuchen wegnehmen. Über die Größe des verbleibenden Stücks wird man sich einig werden müssen.

Meta bringt Faktencheck auf Threads

Meta hat entschieden, Faktenchecks auf seiner Microblogging-Plattform, Threads, einzuführen. Diese Maßnahme soll helfen, die Verbreitung von Falschinformationen auf der Plattform zu reduzieren. Die Faktenchecks werden von Dritten durchgeführt und werden auf Threads sichtbar gemacht, um Nutzern zu helfen, zwischen wahren und falschen Informationen zu unterscheiden. Diese Initiative ist Teil von Meta’s Bemühungen, die Integrität des Informationsaustauschs auf seinen Plattformen zu schützen (Quelle: Onlinemarketing.de)

Dirk meint: Äh, die gibt’s noch nicht? In Zeiten, in denen praktisch alle Social-Media-Plattformen mit mehr als drei Nutzern zu Propagandazwecken missbraucht werden, und mehr oder weniger dusselige KIs aus echten Nachrichten groben Unfug interpolieren, sind Faktenchecks eine unbequeme Notwendigkeit.

Und ja, ich weiß, eigentlich gibt’s die bei Threads auch schon länger, aber tatsächlich waren das bislang mittelbare Faktenchecks auf Basis von Facebook- und Instagram-Faktenchecks. Jetzt sollen auch originär bei Threads veröffentlichte Informationen unter die Lupe genommen werden. Hoffentlich bald, und hoffentlich bringt’s was. Weil: Es twittert auf Threads bereits ganz gewaltig.

OpenAI macht ChatGPT stärker, schlauer und menschlicher

OpenAI hat eine Reihe von Veränderungen bei ChatGPT angekündigt. Die kostenlose Version erhält Zugriff auf GPT-4o, das Gespräche in Echtzeit und Unterstützung für über 50 Sprachen bietet, Emotionen erkennen und auch zum Ausdruck bringen kann. Auch Web-Browsing für aktuelle Informationen, Bildverarbeitung und Daten-Upload sind nun verfügbar. Eine Desktop-App für macOS mit dem neuen Sprachmodus startet heute für Plus-Nutzer, eine Windows-Version folgt. Damit wird ChatGPT für alle Nutzer deutlich leistungsfähiger und bietet mehr Funktionen, ohne dass Zusatzkosten anfallen (Quelle: ComputerBase).

Dirk meint: Endlich kann ich mal andere als meine Kinder mit dem Spruch nerven: „Ich hab’s euch ja gleich gesagt!“ OpenAI ist nicht angetreten, um Google zu zerstören. Allenfalls Gemini – aber was KI-Chatbots angeht, war OpenAI Google ja auch eine Nasenlänge voraus, und ist es noch.

Aber ein Frontalangriff auf Googles Websuche, wie viele ihn erwartet haben, wäre ein kompletter Bruch mit der bisherigen Strategie gewesen. Was von GPT-4o bislang zu sehen gewesen ist, das ist indes in einer Linie mit der Strategie der konsequenten Weiterentwicklung hin zu einer AGI (auch wenn die nach wie vor Zukunftsmusik ist).

Was ich sehr hoffe, ist, dass OpenAI auch mit seiner Art, seine Innovationen vorzustellen, nicht auf die Schiene von Google (und übrigens auch Tesla) abgezweigt ist, und der Öffentlichkeit ein gnadenlos zurechtgeschwindeltes Video gezeigt hat. Bei einem Produkt, das von hunderten Millionen Nutzern verwendet wird, wären solche Lügen extrem kurzbeinig.

TikTok setzt neue Maßstäbe für KI-Inhalte

TikTok hat ein neues Tool zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten vorgestellt. Dieses Werkzeug soll sicherstellen, dass Nutzer klar erkennen können, ob Inhalte von Künstlicher Intelligenz bearbeitet wurden oder nicht. Die Plattform will so Verwirrung und Irreführung vermeiden und die Transparenz in der Community erhöhen. Das neue Tool ist ein wichtiger Schritt hin zu einer transparenteren und verantwortungsvolleren Produktion von Inhalten auf TikTok (Quelle: t3nhttps://netknowhow.de/t3n-tiktok-ai )

Dirk meint: Damit ein Teelöffel an meinem Oberarm klebt, brauche ich nur ein wenig Spucke. Die Lüge ist so alt wie die Kommunikation. Ob Lügen geglaubt werden, hängt aber nicht nur davon ab, wie glaubwürdig sie vorgetragen werden, sondern wie sehr sie sich mit dem Weltbild und den vorgefassten Meinungen ihres Publikums decken.

Die während der Covid-19-Pandemie verbreiteten Verschwörungstheorien brauchten keine KI, sondern fanden fruchtbaren Boden bei den (gewiss in vielen Fällen zurecht) Unzufriedenen, die sich als von der Mehrheitsgesellschaft benachteiligt empfanden. TikTok war damals und ist heute ein Kanal, den Propagandisten entsprechend nutzen.

Wenn TikTok künftig darauf aufmerksam macht, dass ein Inhalt per KI generiert wurde, ist das löblich, vor allem aber ist es für TikTok mit technischen Mitteln relativ einfach zu entdecken. Viel einfacher, als festzustellen, ob ein Teelöffel mit Spucke an einen angeblich magnetisierten Oberarm geklebt wurde. Die Maßnahme dürfte sich aber nicht signifikant auf die Zahl der verbreiteten und geglaubten Lügen auswirken.

BKA nutzte Millionen Polizeifotos, um Gesichtserkennung zu testen

Das Bundeskriminalamt nutzte Millionen Polizeifotos, um die Effizienz seiner Gesichtserkennungssoftware zu testen. Laut einem Bericht der Heise Online wurden diese Bilder aus einer Datenbank von über einer Million Polizeifotos verwendet. Der Test zeigte, dass die Software in 13,6 Prozent der Fälle falsche Ergebnisse lieferte. Dies könnte bedeutende Auswirkungen auf die Verwendung dieser Technologie in der Praxis haben, insbesondere bei der Identifizierung von Verdächtigen (Quelle: Heise).

Dirk meint: Der schöne alte Begriff ‘Gesetzeshüter’ gibt sehr gut wieder, was die Bürger eines demokratischen Rechtsstaats zurecht von der Exekutive erwarten dürfen – nämlich, so gut es ihr möglich ist, die Einhaltung von Gesetzen zu überwachen. Zweifellos trägt eine verbesserte Gesichtserkennung dazu bei, ihr diese Arbeit zu erleichtern.

Nicht ganz über jeden Zweifel erhaben ist allerdings, ob “Softwaretests” in den Aufgabenbereich des BKA fallen. Falls nicht, hätte es sich bei diesem Test mit Fotos echter Menschen eventuell um einen Verstoß gegen die DSGVO gehandelt. So lästig diese Verordnung in der Praxis manchmal ist, Gesetzeshüter sollten sich nicht aussuchen dürfen, welche Gesetze sie hüten, und welche sie lieber ignorieren.

Alpha Fold 3: KI errechnet Bausteine des Lebens

Die neueste Version von AlphaFold, AlphaFold 3, markiert einen bedeutenden Fortschritt in der Künstlichen Intelligenz (KI) und ihrer Anwendung in der Biologie. Diese Technologie ermöglicht es, die Struktur und Interaktion aller Moleküle des Lebens, einschließlich Proteinen, mit bisher unerreichter Genauigkeit vorherzusagen. Diese Vorhersagen können entscheidend für die Erforschung biologischer Abläufe und die Entwicklung neuer Medikamente sein. AlphaFold 3 liefert genaue Vorhersagen für die Interaktionen von Proteinen mit anderen Biomolekülen in den menschlichen Zellen. Diese Verbesserungen werden von Forschern erwartet, dass sie die Verständigung biologischer Prozesse und die Behandlung von Krankheiten verbessern werden (Quelle: Toolifyhttps://netknowhow.de/toolify-alphafold3).

Dirk meint: Massenkompatible KI schreibt Romane und E-Mails, malt Bilder, dreht Videos, komponiert Musik und steuert eventuell auch noch Roboter. Deshalb bestimmen ChatGPT und seine unehelichen Geschwister die Schlagzeilen. Und es ist wahr, diese Art generativer KI verändert unser Leben, und es fällt von Medizin und Co. weitgehend unbeleckten Journalisten wie mir relativ leicht, über sie zu berichten.

Aber auch Typen wie mir ist klar: Alpha Fold 3 und Co. haben das Zeug, unser aller Leben noch weit tiefgreifender zu verändern – im Guten (durch Medikamente und medizinische Verfahren, die Leben retten und Leiden lindern) wie im Bösen (etwa durch Gifte, Laborviren und andere biologische Kampfstoffe). Diese Variante der KI hat viel mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie derzeit bekommt. Ich für meinen Teil werde in Zukunft genauer hinsehen.

Microsoft entwickelt KI-Modell für US-Geheimdienste

Microsoft hat ein Top-Secret-Generative-AI-Modell für die US-Geheimdienste entwickelt, das ohne Internetanschluss funktioniert und auch sonst von der Außenwelt isoliert ist. Dieses Modell ermöglicht es den Geheimdiensten, vertrauliche Informationen sicher zu analysieren. Microsofts neues Modell ist das erste seiner Art, das komplett von der Internetverbindung getrennt ist. Es wird in einem “air-gapped” Umfeld betrieben, das nur von US-Regierungsbehörden zugänglich ist. Dieser Schritt markiert einen wichtigen Fortschritt in der Entwicklung von AI-Technologien für Geheimdienste (Quelle: Bloomberghttps://netknowhow.de/bloomberg-cia-ki).

Dirk meint: Einerseits ergibt das Sinn: US-Geheimdienste wissen wohl mit am besten, auf wie vielen Wegen sich Informationen von fremden Rechnern – mit oder ohne Internetverbindung – gewinnen lassen. Dass sie von einer der größten heimischen IT-Schmieden eine sichere KI bauen lassen, die diesen Möglichkeiten Rechnung trägt, ist naheliegend. Andererseits: Warum eine solche Information via Bloomberg verbreiten? Hoffen CIA und Co. darauf, dass sich jetzt vermehrt Spione im chinesischen, russischen oder iranischen Auftrag bei Microsoft bewerben? Oder sehe ich bloß zu viele Spionagethriller?

Instagram-Algorithmus: Update für mehr Originalinhalte und größere Chancen für kleine Creator

Instagram hat Änderungen an seinem Algorithmus vorgenommen, um Originalinhalte und kleinere Creator zu fördern. Serielle Reposter werden nun aus den Empfehlungen entfernt, um die Urheber der Inhalte stärker in den Fokus zu rücken. Außerdem sollen Reposts durch Originalinhalte ersetzt werden, um die Reichweite der Ersteller zu erhöhen. Besonders kleinere Creator sollen so mehr Aufmerksamkeit erhalten, da bisher größere Kanäle und Reposter bevorzugt wurden (Quelle: t3nhttps://netknowhow.de/t3n-instagram-repost)

Dirk meint: Nach dem Update ist vor dem Update. Wer als „kleiner“ Instagrammer hofft, jetzt werde endlich alles besser, sollte sich nicht allzu sehr freuen. Außer vielleicht darüber, in Zukunft ein klein wenig weniger unverschämt beklaut zu werden.

Alles andere bleibt schwierig, denn die „großen“ Instagram-Influencer, die aus ihrem Social-Media-Auftritt ein lukratives Geschäftsmodell gemacht haben, werden sicher nicht tatenlos zusehen, wie ihre kleine Konkurrenz ihnen Kuchen vom Teller nimmt (denn darauf läuft es hinaus, da die Gesamtzeit, die Menschen auf Instagram verbringen, endlich ist). Wer ein Team im Rücken und dazu noch größere finanzielle Ressourcen hat, wird schnell in der Lage sein, sich dem geänderten Algorithmus anzupassen.

Allerdings: Erfolgsentscheidend auf Instagram wie auf den meisten anderen Social-Media-Plattformen bleibt Anpassungsfähigkeit. Die Zahl der Follower kann ein Indikator für die bisherige Anpassungsfähigkeit sein. Aber: Nach dem Update ist vor dem Update. Wenn Instagram dein Ding ist, bleib dran!

Youtube: KI soll Blabla in Videos überspringen

Youtube testet eine neue KI-Funktion namens “Jump Ahead”, die Nutzern dabei helfen soll, in Videos direkt zu interessanten Sequenzen zu springen. Die Funktion kombiniert Daten über bisheriges Zuschauerverhalten mit KI-Algorithmen, um zu erraten, wo Nutzer eigentlich hinwollen. Derzeit ist “Jump Ahead” nur für US-Nutzer mit Youtube Premium-Abo in der Android-App verfügbar und wird zunächst in einem größeren Test erprobt (Quelle: Heisehttps://netknowhow.de/heise-youtube-jumpahead).

Dirk meint: So eine KI dürfte vielen YouTubern zunächst nicht besonders gefallen, gilt doch die prozentuale Watchtime als wichtiger Rankingfaktor für die Videoplattform. Und die sinkt, wenn diese KI-Funktion erstmal flächendeckend im Einsatz ist, abhängig vom Schwafel-Anteil. Sie ist aber auch eine echte Chance für viele Creator, macht sie doch schonungslos die inhaltlichen Schwächen, und insbesondere die zwischenzeitlichen Längen, der Videos sichtbar. Wer daraus lernt, wird in künftigen Videos dann entweder mehr Substanz bieten, oder bei gleicher Substanz weniger heiße Luft. Und das ist für alle ein Gewinn.

Psychologen warnen vor KI-Einsatz als Lügendetektor

Psychologen schlagen Alarm vor dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Lügenerkennung. Die Verwendung von KI-Systemen könnte die Fähigkeit zur Wahrheitserkennung beeinträchtigen, so die Warnung. Experten betonen die potenziellen Risiken und ethischen Bedenken, die mit dem Einsatz von KI in diesem Bereich einhergehen. Die Diskussion über die Auswirkungen von KI auf die menschliche Fähigkeit, Lügen zu erkennen, gewinnt an Bedeutung und wirft wichtige Fragen zur Vertrauenswürdigkeit von Technologie in der Gesellschaft auf (Quelle: Golem).

Dirk meint: Serien wie “Lie To Me” (von der ich mich übrigens bestens unterhalten gefühlt habe) suggerieren, wer nur genau genug hinsehe, könne jedem Menschen an der Augenpartie, den Stirnfalten, den Mundwinkeln und den Ohrläppchen ansehen, wie hoch der Wahrheitsgehalt seiner Äußerungen ist. Wäre das so, könnte KI – weil sehr gut darin, Muster zu erkennen – tatsächlich als Wahrheitsfinder dienen. Nur sind Menschen nicht derart berechenbar. Manche haben das Zeug zum Gebrauchtwagenhändler oder Spitzenpolitiker und tischen anderen noch die dreisteste Unwahrheit auf, ohne dass man es ihnen je ansähe. Andere sind sich ihrer selbst so unsicher, dass sie ins Stottern geraten, wenn sie die Anzahl ihrer Finger benennen sollen. Muster zu erkennen, um Lügner zu entlarven, reicht ganz sicher nicht. Ist KI das Ende aller Lügen? Sicher nicht.

Mögliche Websuche via ChatGPT in Kürze?

OpenAI und Microsoft könnten schon bald eine Websuche über ChatGPT anbieten. Gerüchten zufolge könnte dies bereits am 9. Mai der Fall sein. Ein Reddit-Nutzer hat SSL-Zertifikate für die Domäne search.chatgpt.com entdeckt, was auf diese Pläne hindeutet. Außerdem gibt es einen Tweet, der diese Informationen bestätigt. Die Unternehmen treiben das KI-Rennen weiter voran und wollen ihre Technologie für die Websuche nutzbar machen (Quelle: Caschyhttps://netknowhow.de/caschy-chatgptwebsuche ).

Dirk meint: Eine vom übrigen Chat abgegrenzte KI-gestützte Suche? Ich weiß nicht, ob das Sinn ergibt. In die Antworten wahlweise Online-Quellen aufzunehmen, wie es Perplexity oder Bing ja schon tun, wäre eher logisch. Die Zeit bis zum 9. Mai ist nicht mehr lang, deshalb lege ich mich jetzt einfach mal fest: Da kommt nix. Sich ein paar Thirdlevel-Domains anzulegen und dafür auch schon mal SSL-Zertifikate anzuschaffen, ist kein unvertretbarer Aufwand, auch wenn die Pläne, was damit passieren soll, noch im Entwurfsstadium sind. Da gab’s schon plausiblere Gerüchte.