Alle Beiträge von Dirk Bongardt

Seit 1998 Journalist, habe ich alle bisherigen Phasen des digitalen Wandels in unserer Branche miterlebt. Von der Art, wie wir recherchieren, über unsere Möglichkeiten und Werkzeuge, Geschichten zu erzählen bis hin zu der Art, wie unsere Rezipienten unsere Inhalte aufnehmen, ist nichts davon unberührt geblieben. Als Dozent helfe ich angehenden Online-Redakteuren, das Wissen um diese Möglichkeiten und Fakten für ihre Arbeit zu nutzen.

Österreich: Wer sich an Shitstorm beteiligt, kann auf die volle Schadenssumme verklagt werden

Das Urteil wird Hatern nicht gefallen: In Österreich können Personen, die unter einem Shitstorm zu leiden hatten, einen einzelnen Beteiligten auf vollen Schadenersatz verklagen – und sie können sich aussuchen, wen. Richtig so. Dass einzelne Täter sich ihrer Verantwortung im Schutz der Menge entziehen, hat eine lange Tradition: Schon im Jahr 44 vor Christus beteiligten sich ungefähr 60 römische Senatoren an der Ermordung von Julius Cäsar, damit keinem von ihnen die volle Schuld angelastet werden konnte. Die heutigen Shitstorms in sozialen Netzen mögen damit auf den ersten Blick nur bedingt vergleichbar sein – aber Tote hat es auch da schon gegeben, etwa die engagierte Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die von Impfgegnern in den Suizid getrieben wurde. Das jetzt ergangene Urteil bezog sich zwar auf einen weitaus harmloseren Fall. Aber es sorgt dafür, dass keiner, der sich an einer solchen Hetze beteiligt hat, seine Hände in Unschuld waschen kann. Zumindest in Österreich.

Hater-Urteil in Österreich

Zum Hintergrund: Der Oberste Gerichtshof in Österreich hat entschieden, dass Einzelne für Schäden durch Shitstorms haften. Ein Geschädigter kann den gesamten Schaden von einem einzigen Beteiligten ersetzen lassen. Dies betrifft auch hohe Entschädigungen. Das Urteil soll Geschädigten eine einfachere Rechtsdurchsetzung ermöglichen. Zu Schadenersatz Verurteilten bleibt die Möglichkeit, andere am Shitstorm Beteiligte zu verklagen, um sich von ihnen einen Teil der Summe ersetzen zu lassen (Quelle: Heise).

Musk droht mit Apple-Verbot wegen OpenAI-Integration

Elon Musk will iPhone & Co. in seinen Unternehmen Hausverbot erteilen, wenn Apple OpenAI-Technologie einsetzt.

Dass Du paranoid bist, heißt noch lange nicht, dass sie nicht hinter Dir her sind. Dass Elon Musk OpenAI nicht mehr über den Weg traut, hat natürlich Gründe. Einer davon: OpenAI ist auch sein Baby, und wenn es deshalb auch nur ein klein wenig von Elons DNA mitbekommen hat, dann ist Wachsamkeit angesagt. Jetzt hat OpenAI es also mit seiner KI aufs iPhone geschafft, und in der Logik von Elon Musk steckt dahinter der Plan, die Geheimnisse von X, Tesla, SpaceX und Co. zu stehlen. Immerhin ist das noch eine der plausibleren Verschwörungstheorien, die auf X kursieren. Vor allem sagt Elons Statement zu Apple Intelligence allerdings viel darüber aus, wie er selbst tickt. Immerhin daraus macht er ja absolut kein Geheimnis.

KI-Streit: Elon Musk droht mit Apple-Verbot

Zum Hintergrund: Elon Musk hat angekündigt, Apple-Produkte in seinen Unternehmen zu verbieten, falls Apple OpenAI in sein Betriebssystem integriert. Musk bezeichnete dies als „inakzeptable Sicherheitsverletzung“ und forderte Besucher auf, ihre Apple-Geräte in Faraday-Käfigen zu deponieren. Apple plant, ChatGPT in iPhones zu integrieren, wobei Datenschutzmaßnahmen versprochen werden. Musk äußerte Zweifel an Apples Fähigkeit, die Sicherheit von OpenAI-Anwendungen zu gewährleisten, und warf dem Unternehmen vor, Nutzerdaten an OpenAI weiterzugeben. Angekündigt hat Apple die “Apple Intelligence” genannte KI-Integration im Rahmen der Worldwide Developers Conference (Quelle: Heise).

Quietschen und Klimpern: Stability AI macht jetzt auch Geräusche

Urheberrechtlich sind Geräusche so eine Sache: Gehört das Quietschen der Reifen dem Fahrer, dem Fahrzeughersteller oder den Bauarbeitern, die den Asphalt auf die Straße gebracht haben? Die gute Nachricht: Wahrscheinlich niemandem, denn das Urheberrecht schützt nur etwas, das als „persönliche geistige Schöpfung“ gelten kann. Deshalb dürfte die Debatte um KI-generierte Geräusche auch entspannter verlaufen als die um ebensolche Bilder oder Videos. Gleichwohl dürfte eine solche KI zu Umsatzeinbußen bei den Betreibern kostenpflichtiger Sound-Bibliotheken führen. Die finanziellen Gewinner sind dieses Mal Podcaster, Videocreator, Hörspiel-Gestalter. Endlich profitieren Kreative also einmal von den Fortschritten auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz.

Quietschen, Klimpern und mehr: Stability AI macht jetzt auch Geräusche

Zum Hintergrund: Stability AI hat einen Open-Source-Audiogenerator veröffentlicht, der Musik, Sprache und andere Klänge aus Text erzeugen kann. Stability Audio Open nutzt große Sprachmodelle und Diffusionsmodelle, um hochwertige Audiodaten zu generieren. Anwender können einfach einen Text eingeben und das Modell erstellt daraus realistisch klingende Audioclips. Die Technologie könnte Anwendungen in Bereichen wie Musik, Podcasts und Sprachassistenten finden. Stability AI plant, den Quellcode und Modelle öffentlich zugänglich zu machen, um Entwicklern die Erstellung eigener Audio-Anwendungen zu ermöglichen (Quelle: Onlinemarketing.de).

Anonym und ohne Training: DuckDuckGo ermöglicht KI-Chats

Keine Anmeldung, keine Aufzeichnung, kein Training: DuckDuckGo will KI-Chats und die Wahrung der Privatsphäre gleichzeitig möglich machen.

DuckDuckGo hat ein neues KI-Chat-Tool (https://duckduckgo.com/chat) eingeführt, das anonym und kostenlos genutzt werden kann. Nutzer können zwischen verschiedenen Modellen wie OpenAI’s GPT 3.5 Turbo und Anthropic’s Claude 3 Haiku wählen. Das Tool bietet generative Funktionen wie das Schreiben von E-Mails, Code und Reiseplänen. Es ergänzt die traditionelle Suche, indem es schnelle, direkte Antworten liefert und die Privatsphäre der Nutzer schützt. Ein „Fire Button“ ermöglicht das Löschen von Gesprächen, um die Anonymität zu wahren (Quelle: DuckDuckGo).

DuckDuckGo: Blinddates mit KI-Chatbots
Eine junge Frau sitzt an einem Tisch und blickt lächelnd auf ihr Smartphone. Sie nutzt KI per DuckDuckGo.

Update vom 6.3.2025: DuckDuckGo integriert KI-Chatbots (GPT-4o mini, Meta Llama 3.3, Mistral Small 3, Claude 3 Haiku) über Duck.ai, ohne Anmeldung und anonymisiert. KI-gestützte Antworten in Suchergebnissen (vorerst nur auf Englisch) sind ebenfalls neu. Der Datenschutz wird großgeschrieben: Anfragen werden über DuckDuckGo geleitet, IP-Adressen verborgen, Chatverläufe lokal gespeichert. Nutzer können Häufigkeit der KI-Antworten wählen und Quellen einsehen. Qualitätskontrolle filtert Spam. Nutzung ist kostenlos mit täglichem Limit, kostenpflichtige Angebote sind geplant.

Dirk meint: Kennst Du den Film „50 erste Dates“? Die Grundidee: Er trifft sie, sie flirten, es funkt, und bei der nächsten Begegnung weiß sie nicht mehr, wer er ist. Jedes Mal wieder. So eine Beziehung hat auch ihre Vorteile. DuckDuckGo überträgt diese Grundidee jetzt vom Flirt auf den Chat mit einem KI-Chatbot. Die Betreiber des datenschutzfreundlichen Suchdienstes versprechen auch, dass die Modelle die Gesprächsverläufe nicht für das Training verwenden. Vorsichtshalber würde ich aber auch im DuckDuckGo-Chat meine Leichen im Keller unerwähnt lassen – von denen erzählt man ja auch sonst bei einem ersten Date nichts.

Totalrecall: Sicherheitsdesaster bei Microsofts umstrittenem KI-Feature

Ein neues Tool namens Totalrecall ermöglicht es, sensible Daten aus Microsofts Windows-KI-Feature „Recall“ auszulesen. Dieses Tool erlaubt potenziellen Angreifern den Zugriff auf aufgezeichnete Informationen wie Passwörter, E-Mail-Inhalte und Onlinebanking-Daten. Obwohl Recall noch nicht offiziell verfügbar ist, kann Totalrecall bereits getestet werden. Es handelt sich um ein Python-Skript, das die unverschlüsselten Daten aus der Recall-Funktion extrahiert (Quelle: Golem).

Sicherheits-Desaster "Recall" : Noch nicht gestartet, schon gehackt

Dirk meint: Ich weiß bis heute, wie das Rasierwasser meines ersten Deutschlehrers auf dem Gymnasium roch. Denn der hatte die Angewohnheit, sich bei Klassenarbeiten minutenlang über einen zu beugen und beim Schreiben zuzusehen. Ich habe das gehasst. Und jetzt ist wieder so einer im Anmarsch, nur ohne Rasierwasserwolke.

Die Produktivität erhöhen soll das KI-Feature „Recall“. Einerseits könnte das funktionieren, denn Beschäftigte werden kaum noch wagen, an ihren PCs etwas abseits ihrer eigentlichen Aufgabe zu tun. Schließlich müssen sie damit rechnen, dass Vorgesetzte mit ein paar unverfänglichen Fragen an die KI in Erfahrung bringen, ob sich ihre Untergebenen zwischendurch nach Urlaubsressorts oder gar einem neuen Job umgesehen haben.

Andererseits: Mich persönlich würde der digitale Blick über die Schulter allerdings eher lähmen. Ähnlich wie damals der Blick meines Deutschlehrers. Dass sich jetzt auch noch Passwörter aus der Recall-Funktion auslesen lassen – geschenkt. Das Problem ist viel größer.

Aktualisierung: Inzwischen hat Microsoft auf die Kritik an Recall reagiert. So soll das neue KI-Feature etwa nur dann tatsächlich aktiviert werden, wenn sich Anwender im Rahmen der Einrichtung ihres Systems „proaktiv dafür entscheiden“ (Quelle: Golem). Wie Microsoft die Möglichkeit, sensible Daten abzugreifen, unterbinden will, ist aktuell nicht bekannt.

SEO: Google wirft Mobil-Verweigerer aus dem Index

Google hat angekündigt, vom 5. Juli 2024 an keine Webseiten mehr zu indexieren, die nicht auf Mobilgeräten darstellbar sind. Diese Entscheidung folgt der Umstellung auf Mobile First, die Ende Oktober 2023 abgeschlossen wurde. Ab diesem Datum wird Google ausschließlich den Googlebot Smartphone zum Crawlen verwenden. Seiten, die auf Mobilgeräten nicht zugänglich sind, werden nicht mehr indexiert. Allerdings bedeutet dies nicht, dass nicht mobilfreundliche Seiten generell ausgeschlossen werden. Inhalte, die auf Mobilgeräten darstellbar, aber nicht optimiert sind, können weiterhin indexiert werden. Der Googlebot Desktop wird weiterhin für spezielle Suche-Features eingesetzt (Quelle: SEO Südwest).

SEO: Google wirft Mobil-Verweigerer aus dem Index

Dirk meint: endlich klare Kante. Und wenig Mitleid für die Betreiber reiner Desktop-Websites. Wir schreiben 2024, und Mobilgeräte sind die Technologie Nummer Eins, mit deren Hilfe sich Menschen informieren und unterhalten. Wer Inhalte ausschließlich für Desktop-Nutzer anbietet, zielt entweder auf eine eng umrissene, äußerst spitze Zielgruppe – die er dann eben anders erreicht als über eine Google-Suche – oder ist ein kompletter Ignorant. Und warum sollte sich jemand für das interessieren, was komplette Ignoranten zu sagen haben? Danke, Google!

KI-Drohne sucht vermisste Wanderer

Eine neue KI-gesteuerte Drohne soll vermisste Wanderer in unwegsamem Gelände aufspüren. Das Projekt der Universität Zürich kombiniert Drohnentechnologie mit Algorithmen für Gesichtserkennung und Wärmebildkameras. Die Drohne fliegt autonom und analysiert Bilder in Echtzeit, um Personen zu identifizieren. Bei Erfolg übermittelt sie die Koordinaten an Rettungskräfte. Forscher hoffen, die Überlebenschancen durch schnellere Ortung zu erhöhen. Erste Feldtests sind für diesen Sommer geplant (Quelle: Heise).

KI-Drohne soll verirrte Wanderer aufspüren

Dirk meint: Seit 2001 bringen Drohnen den Tod. 23 Jahre später kommen Forscher auf die Idee, mit Drohnen Leben zu retten. Was sagt das über uns als Spezies aus? Egal, nehmen wir die Meldung einfach als das, was sie ist: Eine gute Nachricht für Menschen mit unterentwickeltem Orientierungssinn. Den haben wir uns als Spezies allerdings mit GPS und Co. auch selbst abtrainiert. Ich nicht: In meiner Jugend gab’s keine Navigationssysteme. Phänomenal verlaufen habe ich mich trotzdem. Irgendwer hat mich am Ende immer gerettet. In Zukunft vielleicht eine KI-gesteuerte Drohne?

Microsoft fordert Gewinnanteil von OpenAI aus Apple-Deal

Microsoft will am Gewinn beteiligt werden, wenn OpenAI seine KI-Technologie an Apple lizenziert. Diese Forderung könnte die bestehende Kooperation zwischen Microsoft und OpenAI beeinflussen. Microsoft hat bereits erheblich in OpenAI investiert und will nun von deren kommerziellen Erfolgen profitieren (Quelle: Golem – https://netknowhow.de/golem-openai-apple-ms-deal).

Apple-Deal: Microsoft will von OpenAI ein Stück vom Kuchen

Dirk meint: Dass Risiko-Kapitalgeber etwas von den Gewinnen abhaben wollen, die aus ihren Investitionen resultieren, ist die normalste Sache der Welt. Wenn es um KI geht, hat Microsofts Forderung dennoch ein Geschmäckle. Tatsächlich wäre OpenAI ohne die Milliarden aus Redmond nie dorthin gekommen, wo sie heute sind. Aber OpenAI wäre auch ohne die ganz und gar unfreiwilligen Beiträge von Millionen Autoren, Grafikern und anderen Kreativen nicht einmal ansatzweise dort, wo sie heute sind. OpenAIs KI-Modelle basieren, wie die meisten anderen auch, auf Texten, Bildern und Videos, deren Urheber gar nicht erst gefragt wurden. Was bekommen die eigentlich?

OpenAI erweitert Gratisfunktionen für ChatGPT-Nutzer

OpenAI bietet ab sofort mehr Funktionen für Gratisnutzer von ChatGPT an. Neben dem neuen Modell GPT-4o können Nutzer nun auch Browsen, Bildanalyse (Vision), Datenanalyse, Dateiuploads und maßgeschneiderte GPTs kostenlos nutzen. Bezahlnutzer profitieren von erweiterten Limits, eigenen benutzerdefinierten GPTs und der Möglichkeit, Bilder zu erstellen. Die hochgeladenen Inhalte können durch einen Schieberegler von der Einbeziehung in die LLMs ausgeschlossen werden (Quelle: Caschy – https://netknowhow.de/caschy-gpt4o-gratis).

ChatGPT: CustomGPTs, Internetzugriff und mehr jetzt gratis!

Dirk meint: Verschenken, was man auch verkaufen könnte? Mit diesem Konzept hat Microsoft in der Frühzeit der PCs die marktbeherrschende Stellung erst von DOS, dann von Windows gesichert. Wenn auch nicht durch direktes Verschenken, sondern eher durch einen Verzicht auf allzu rigide Kopierschutzmaßnahmen und einen sehr entspannten Umgang mit privaten Raubkopierern.

ChatGPT könnte sich unter den KI-Sprachmodellen den Platz erobern, den Windows unter den Betriebssystemen einnimmt. Ich jedenfalls werde mir die neuen Möglichkeiten sehr genau ansehen (müssen): Meinem Online-Kurs “Content mit ChatGPT” (https://netknowhow.de/chatgpt-kurs) werde ich jedenfalls einige neue Lektionen hinzufügen müssen. Wer dort schon eingeschrieben ist, bekommt die Ergänzungen (ganz wie bei OpenAI) dann auch kostenlos.

Ein Versehen? Leak verrät 14.000 Google-Ranking-Faktoren

Ein mutmaßlich versehentlich geleaktes Dokument enthüllt rund 14.000 Google-Ranking-Faktoren und -Features. Besonders bemerkenswert ist die Verwendung der „Site Authority“, die Google anstelle der oft diskutierten Domain Authority nutzt. Nutzerinteraktionen wie Klicks beeinflussen die Rankings. Links von häufig aktualisierten Websites in oberen Index-Schichten sind besonders wertvoll. Die Dokumentation stammt aus der Google Search Content Warehouse API und wurde anscheinend versehentlich veröffentlicht. Die Gewichtung der Faktoren bleibt unklar, und die Informationen könnten sich bereits geändert haben (Quelle: SEO Südwest).

SEO: Google leakt 14.000 (!) Ranking-Faktoren! "Aus Versehen"?

Dirk meint: Wenn Du willst, dass sich etwas herumspricht, sag, es sei ein Geheimnis. Zu den bestgehüteten Geheimnissen der Gegenwart gehörten bislang die exakten Ranking-Faktoren des Google-Algorithmus. Dass die gerade jetzt ans Licht kommen, wo Googles Stern zu sinken scheint, kann natürlich reiner Zufall sein.

Es kann auch ein Indiz dafür sein, dass es im Bauch der Bestie ganz gewaltig grummelt. Oder es ist eine taktische Entscheidung, die Google zugleich öffentliche Aufmerksamkeit sichern und von den Missgeschicken der letzten Monate ablenken soll. Natürlich sind das alles nur Hypothesen, aber wer sich mit SEO beschäftigt, kommt um die Arbeit mit plausiblen Hypothesen nicht herum. Tatsache bleibt: Längst nicht jeder “Leak” hat diesen Namen verdient. Wenn Du willst, dass sich etwas herumspricht, sag, es sei ein Geheimnis.

Elon Musk sammelt Milliarden für „Computing-Gigafactory“

Den größten Supercomputer der Welt will Elon Musk für sein KI-Startup xAI bauen. Die sogenannte „Computing-Gigafabrik“ soll bis Herbst 2025 betriebsbereit sein und mindestens viermal so groß wie Metas Supercomputer für KI-Modelle werden. Der Supercomputer soll die nächste Generation des Chatbots Grok trainieren. Nach Musks Präsentation konnte xAI 6 Milliarden Dollar Investorengelder einsammeln. Musk war Mitbegründer von OpenAI, reichte aber 2023 Klage wegen dessen kommerzieller Ausrichtung ein (Quelle: Spiegel).

6 Milliarden für xAI: Elon Musk will Computing-Gigafactory bauen

Dirk meint: Jetzt wird’s persönlich: Ich hatte mal Tesla-Aktien. Mit anderen Worten: Ich hatte Elon Musk Geld geliehen. Wenn ich das so formuliere, hört sich das einigermaßen absurd an, stimmt’s? Ich hoffte, wie alle, die ihr Geld in Aktien anlegen, auf langfristig steigende Kurse, also darauf, dass Elon Musk mit meinem Geld vernünftig umgehen und gute Geschäfte machen würde. Ob er das tat, liegt natürlich im Auge des Betrachters.

Was er aber auf jeden Fall auch tat, war, Twitter zu kaufen und es von einer woken Schlechte-Laune-Plattform in eine reaktionäre Hassschleuder umzubauen. Das tat er zwar mit dem Geld anderer Leute, aber jede seiner Entscheidungen dort – und was er dort von sich gab – wirkte sich auch auf den Tesla-Kurs aus. Der Kurs erholte sich dann immer wieder, wenn er einmal ein oder zwei Wochen nichts anstellte. Irgendwann entschied ich, meinen Nerven etwas Gutes zu tun, wartete eine der Erholungsphasen ab, und trennte mich ganz knapp ohne Verlust wieder von den Tesla-Aktien. Liebe xAI-Investoren: Ich hoffe, ihr habt gute Nerven.

Googles AI Overview: Ein erwartetes Desaster

Googles neue KI-Suchmaschine, die einen “AI Overview” bietet, wurde auf der Entwicklerkonferenz I/O 2024 vorgestellt und in den USA schrittweise eingeführt. Der Start verlief katastrophal, da die generierten Antworten oft irreführend oder falsch waren. Ein Beispiel: Die Empfehlung, ungiftigen Klebstoff zu verwenden, um heißen Käse auf der Pizza zu halten. Diese Probleme sind bei Large Language Models bekannt, doch die Ergebnisse von AI Overview waren besonders abenteuerlich. Google steht nun vor der Herausforderung, diese Fehler zu beheben, sich möglichen rechtlichen Konsequenzen zu stellen, und den entstandenen Imageschaden zu beheben (Quelle: ComputerBase).

Googles AI Overview ist ein Desaster

Dirk meint: „Der Kaiser ist ja nackt!“ – so richtig wollte das kaum jemand wahrhaben, als Google seinen Chatbot „Bard“ vorstellte. Dass der dem Early Bird ChatGPT nicht das Wasser reichen konnte, sprach sich dennoch schnell herum. Um den Imageschaden auszubügeln, gab Google seinem Baby den neuen Namen „Gemini“, und versprach gleich ein paar neue Funktionen, die unglaublich beeindruckend gewesen wären, hätte Google sich dabei nicht ein paar nachweisbare Schummeleien erlaubt.

Und nun die nächste Peinlichkeit (die angesichts der Grenzen aktueller Sprachmodelle zu erwarten war). Mensch, liebe Google-Verantwortliche: „Underpromise and overdeliver“ predigen Marketingprofis rund um den Globus. Nicht umgekehrt! Kann ja sein, dass beim aktuellen Stand der Technik gerade nicht mehr möglich ist. Das würden die Nutzer euch aber sicher eher verzeihen, wenn Ihr ihnen nicht das Blaue vom Himmel versprochen hättet. „Der Kaiser ist ja nackt!“, heißt es jetzt, statt dass jemand eure neuen Kleider bewundert.