Alle Beiträge von Dirk Bongardt

Seit 1998 Journalist, habe ich alle bisherigen Phasen des digitalen Wandels in unserer Branche miterlebt. Von der Art, wie wir recherchieren, über unsere Möglichkeiten und Werkzeuge, Geschichten zu erzählen bis hin zu der Art, wie unsere Rezipienten unsere Inhalte aufnehmen, ist nichts davon unberührt geblieben. Als Dozent helfe ich angehenden Online-Redakteuren, das Wissen um diese Möglichkeiten und Fakten für ihre Arbeit zu nutzen.

SEO: Google wirft Mobil-Verweigerer aus dem Index

Google hat angekündigt, vom 5. Juli 2024 an keine Webseiten mehr zu indexieren, die nicht auf Mobilgeräten darstellbar sind. Diese Entscheidung folgt der Umstellung auf Mobile First, die Ende Oktober 2023 abgeschlossen wurde. Ab diesem Datum wird Google ausschließlich den Googlebot Smartphone zum Crawlen verwenden. Seiten, die auf Mobilgeräten nicht zugänglich sind, werden nicht mehr indexiert. Allerdings bedeutet dies nicht, dass nicht mobilfreundliche Seiten generell ausgeschlossen werden. Inhalte, die auf Mobilgeräten darstellbar, aber nicht optimiert sind, können weiterhin indexiert werden. Der Googlebot Desktop wird weiterhin für spezielle Suche-Features eingesetzt (Quelle: SEO Südwest).

SEO: Google wirft Mobil-Verweigerer aus dem Index

Dirk meint: endlich klare Kante. Und wenig Mitleid für die Betreiber reiner Desktop-Websites. Wir schreiben 2024, und Mobilgeräte sind die Technologie Nummer Eins, mit deren Hilfe sich Menschen informieren und unterhalten. Wer Inhalte ausschließlich für Desktop-Nutzer anbietet, zielt entweder auf eine eng umrissene, äußerst spitze Zielgruppe – die er dann eben anders erreicht als über eine Google-Suche – oder ist ein kompletter Ignorant. Und warum sollte sich jemand für das interessieren, was komplette Ignoranten zu sagen haben? Danke, Google!

KI-Drohne sucht vermisste Wanderer

Eine neue KI-gesteuerte Drohne soll vermisste Wanderer in unwegsamem Gelände aufspüren. Das Projekt der Universität Zürich kombiniert Drohnentechnologie mit Algorithmen für Gesichtserkennung und Wärmebildkameras. Die Drohne fliegt autonom und analysiert Bilder in Echtzeit, um Personen zu identifizieren. Bei Erfolg übermittelt sie die Koordinaten an Rettungskräfte. Forscher hoffen, die Überlebenschancen durch schnellere Ortung zu erhöhen. Erste Feldtests sind für diesen Sommer geplant (Quelle: Heise).

KI-Drohne soll verirrte Wanderer aufspüren

Dirk meint: Seit 2001 bringen Drohnen den Tod. 23 Jahre später kommen Forscher auf die Idee, mit Drohnen Leben zu retten. Was sagt das über uns als Spezies aus? Egal, nehmen wir die Meldung einfach als das, was sie ist: Eine gute Nachricht für Menschen mit unterentwickeltem Orientierungssinn. Den haben wir uns als Spezies allerdings mit GPS und Co. auch selbst abtrainiert. Ich nicht: In meiner Jugend gab’s keine Navigationssysteme. Phänomenal verlaufen habe ich mich trotzdem. Irgendwer hat mich am Ende immer gerettet. In Zukunft vielleicht eine KI-gesteuerte Drohne?

Microsoft fordert Gewinnanteil von OpenAI aus Apple-Deal

Microsoft will am Gewinn beteiligt werden, wenn OpenAI seine KI-Technologie an Apple lizenziert. Diese Forderung könnte die bestehende Kooperation zwischen Microsoft und OpenAI beeinflussen. Microsoft hat bereits erheblich in OpenAI investiert und will nun von deren kommerziellen Erfolgen profitieren (Quelle: Golemhttps://netknowhow.de/golem-openai-apple-ms-deal).

Apple-Deal: Microsoft will von OpenAI ein Stück vom Kuchen

Dirk meint: Dass Risiko-Kapitalgeber etwas von den Gewinnen abhaben wollen, die aus ihren Investitionen resultieren, ist die normalste Sache der Welt. Wenn es um KI geht, hat Microsofts Forderung dennoch ein Geschmäckle. Tatsächlich wäre OpenAI ohne die Milliarden aus Redmond nie dorthin gekommen, wo sie heute sind. Aber OpenAI wäre auch ohne die ganz und gar unfreiwilligen Beiträge von Millionen Autoren, Grafikern und anderen Kreativen nicht einmal ansatzweise dort, wo sie heute sind. OpenAIs KI-Modelle basieren, wie die meisten anderen auch, auf Texten, Bildern und Videos, deren Urheber gar nicht erst gefragt wurden. Was bekommen die eigentlich?

OpenAI erweitert Gratisfunktionen für ChatGPT-Nutzer

OpenAI bietet ab sofort mehr Funktionen für Gratisnutzer von ChatGPT an. Neben dem neuen Modell GPT-4o können Nutzer nun auch Browsen, Bildanalyse (Vision), Datenanalyse, Dateiuploads und maßgeschneiderte GPTs kostenlos nutzen. Bezahlnutzer profitieren von erweiterten Limits, eigenen benutzerdefinierten GPTs und der Möglichkeit, Bilder zu erstellen. Die hochgeladenen Inhalte können durch einen Schieberegler von der Einbeziehung in die LLMs ausgeschlossen werden (Quelle: Caschyhttps://netknowhow.de/caschy-gpt4o-gratis).

ChatGPT: CustomGPTs, Internetzugriff und mehr jetzt gratis!

Dirk meint: Verschenken, was man auch verkaufen könnte? Mit diesem Konzept hat Microsoft in der Frühzeit der PCs die marktbeherrschende Stellung erst von DOS, dann von Windows gesichert. Wenn auch nicht durch direktes Verschenken, sondern eher durch einen Verzicht auf allzu rigide Kopierschutzmaßnahmen und einen sehr entspannten Umgang mit privaten Raubkopierern.

ChatGPT könnte sich unter den KI-Sprachmodellen den Platz erobern, den Windows unter den Betriebssystemen einnimmt. Ich jedenfalls werde mir die neuen Möglichkeiten sehr genau ansehen (müssen): Meinem Online-Kurs “Content mit ChatGPT” (https://netknowhow.de/chatgpt-kurs) werde ich jedenfalls einige neue Lektionen hinzufügen müssen. Wer dort schon eingeschrieben ist, bekommt die Ergänzungen (ganz wie bei OpenAI) dann auch kostenlos.

Ein Versehen? Leak verrät 14.000 Google-Ranking-Faktoren

Ein mutmaßlich versehentlich geleaktes Dokument enthüllt rund 14.000 Google-Ranking-Faktoren und -Features. Besonders bemerkenswert ist die Verwendung der „Site Authority“, die Google anstelle der oft diskutierten Domain Authority nutzt. Nutzerinteraktionen wie Klicks beeinflussen die Rankings. Links von häufig aktualisierten Websites in oberen Index-Schichten sind besonders wertvoll. Die Dokumentation stammt aus der Google Search Content Warehouse API und wurde anscheinend versehentlich veröffentlicht. Die Gewichtung der Faktoren bleibt unklar, und die Informationen könnten sich bereits geändert haben (Quelle: SEO Südwest).

SEO: Google leakt 14.000 (!) Ranking-Faktoren! "Aus Versehen"?

Dirk meint: Wenn Du willst, dass sich etwas herumspricht, sag, es sei ein Geheimnis. Zu den bestgehüteten Geheimnissen der Gegenwart gehörten bislang die exakten Ranking-Faktoren des Google-Algorithmus. Dass die gerade jetzt ans Licht kommen, wo Googles Stern zu sinken scheint, kann natürlich reiner Zufall sein.

Es kann auch ein Indiz dafür sein, dass es im Bauch der Bestie ganz gewaltig grummelt. Oder es ist eine taktische Entscheidung, die Google zugleich öffentliche Aufmerksamkeit sichern und von den Missgeschicken der letzten Monate ablenken soll. Natürlich sind das alles nur Hypothesen, aber wer sich mit SEO beschäftigt, kommt um die Arbeit mit plausiblen Hypothesen nicht herum. Tatsache bleibt: Längst nicht jeder “Leak” hat diesen Namen verdient. Wenn Du willst, dass sich etwas herumspricht, sag, es sei ein Geheimnis.

Elon Musk sammelt Milliarden für „Computing-Gigafactory“

Den größten Supercomputer der Welt will Elon Musk für sein KI-Startup xAI bauen. Die sogenannte „Computing-Gigafabrik“ soll bis Herbst 2025 betriebsbereit sein und mindestens viermal so groß wie Metas Supercomputer für KI-Modelle werden. Der Supercomputer soll die nächste Generation des Chatbots Grok trainieren. Nach Musks Präsentation konnte xAI 6 Milliarden Dollar Investorengelder einsammeln. Musk war Mitbegründer von OpenAI, reichte aber 2023 Klage wegen dessen kommerzieller Ausrichtung ein (Quelle: Spiegel).

6 Milliarden für xAI: Elon Musk will Computing-Gigafactory bauen

Dirk meint: Jetzt wird’s persönlich: Ich hatte mal Tesla-Aktien. Mit anderen Worten: Ich hatte Elon Musk Geld geliehen. Wenn ich das so formuliere, hört sich das einigermaßen absurd an, stimmt’s? Ich hoffte, wie alle, die ihr Geld in Aktien anlegen, auf langfristig steigende Kurse, also darauf, dass Elon Musk mit meinem Geld vernünftig umgehen und gute Geschäfte machen würde. Ob er das tat, liegt natürlich im Auge des Betrachters.

Was er aber auf jeden Fall auch tat, war, Twitter zu kaufen und es von einer woken Schlechte-Laune-Plattform in eine reaktionäre Hassschleuder umzubauen. Das tat er zwar mit dem Geld anderer Leute, aber jede seiner Entscheidungen dort – und was er dort von sich gab – wirkte sich auch auf den Tesla-Kurs aus. Der Kurs erholte sich dann immer wieder, wenn er einmal ein oder zwei Wochen nichts anstellte. Irgendwann entschied ich, meinen Nerven etwas Gutes zu tun, wartete eine der Erholungsphasen ab, und trennte mich ganz knapp ohne Verlust wieder von den Tesla-Aktien. Liebe xAI-Investoren: Ich hoffe, ihr habt gute Nerven.

Googles AI Overview: Ein erwartetes Desaster

Googles neue KI-Suchmaschine, die einen “AI Overview” bietet, wurde auf der Entwicklerkonferenz I/O 2024 vorgestellt und in den USA schrittweise eingeführt. Der Start verlief katastrophal, da die generierten Antworten oft irreführend oder falsch waren. Ein Beispiel: Die Empfehlung, ungiftigen Klebstoff zu verwenden, um heißen Käse auf der Pizza zu halten. Diese Probleme sind bei Large Language Models bekannt, doch die Ergebnisse von AI Overview waren besonders abenteuerlich. Google steht nun vor der Herausforderung, diese Fehler zu beheben, sich möglichen rechtlichen Konsequenzen zu stellen, und den entstandenen Imageschaden zu beheben (Quelle: ComputerBase).

Googles AI Overview ist ein Desaster

Dirk meint: „Der Kaiser ist ja nackt!“ – so richtig wollte das kaum jemand wahrhaben, als Google seinen Chatbot „Bard“ vorstellte. Dass der dem Early Bird ChatGPT nicht das Wasser reichen konnte, sprach sich dennoch schnell herum. Um den Imageschaden auszubügeln, gab Google seinem Baby den neuen Namen „Gemini“, und versprach gleich ein paar neue Funktionen, die unglaublich beeindruckend gewesen wären, hätte Google sich dabei nicht ein paar nachweisbare Schummeleien erlaubt.

Und nun die nächste Peinlichkeit (die angesichts der Grenzen aktueller Sprachmodelle zu erwarten war). Mensch, liebe Google-Verantwortliche: „Underpromise and overdeliver“ predigen Marketingprofis rund um den Globus. Nicht umgekehrt! Kann ja sein, dass beim aktuellen Stand der Technik gerade nicht mehr möglich ist. Das würden die Nutzer euch aber sicher eher verzeihen, wenn Ihr ihnen nicht das Blaue vom Himmel versprochen hättet. „Der Kaiser ist ja nackt!“, heißt es jetzt, statt dass jemand eure neuen Kleider bewundert.

Meta AI: EU-Start im Juni bestätigt

Meta AI wird im Juni in der EU eingeführt. (Update vom 19.06.2024: Meta verschiebt die Einführung vorerst, nachdem europäische Datenschutzbehörden gegen die Modalitäten, unter denen die KI trainiert werden soll, interveniert habe). Das Update bringt neue Funktionen und Verbesserungen, die auf die Bedürfnisse europäischer Nutzer zugeschnitten sind. Meta zielt darauf ab, die Interaktion und Effizienz seiner KI-Dienste zu steigern. Die Einführung erfolgt in mehreren Phasen, um eine reibungslose Integration zu gewährleisten (Quelle: Onlinemarketing.de).

Dirk meint: Für Big Tech ist die EU ein teures Pflaster geworden. Auch wenn die Unternehmen dank cleverer Steuerkonstrukte pro Million Euro Gewinn weniger Steuern zahlen als ein durchschnittlicher Angestellter pro Tausender, bitten die Gerichte sie doch immer mal wieder zur Kasse. Zum Beispiel, weil sie den Digital Services Act, die DSGVO oder eine andere EU-Regel missachtet haben. Deshalb lassen sich Meta, Google und Co. inzwischen Zeit, bevor sie ihre neuesten Errungenschaften auf den europäischen Markt bringen.

Das muss kein Nachteil sein. Nerds (wie ich), die unbedingt schon vorher mit den neuesten Spielzeugen hantieren wollen, finden immer einen Weg. Und die breite Nutzerschicht? Behilft sich vielleicht inzwischen mit Lösungen, die originär auf europäischem Boden entstanden sind. Heimische Tech-Unternehmen können die Verzögerung, mit der die US-Unternehmen ihr KI- und anderes Zeug nach Europa bringen, durchaus als Schonfrist betrachten. „Unsere“ Tekkies mögen nicht die frühesten Vögel sein, aber so haben sie dennoch die Chance auf den einen oder anderen Wurm, den sonst die Riesen aus Übersee verspeist hätten.

Amazon in Geldnot? Neue Alexa-Funktionen demnächst gegen Aufpreis

Amazon plant, kostenpflichtige Funktionen für seinen digitalen Assistenten Alexa einzuführen, die nicht bereits mit dem Prime-Abo abgegolten sind. Stattdessen müssen Nutzer für bestimmte KI-gestützte Dienste zusätzlich zahlen. Amazon möchte damit nach eigenen Angaben die Entwicklung und Bereitstellung neuer, fortschrittlicher Funktionen finanzieren. Die genauen Preise und der Umfang der kostenpflichtigen Dienste sind noch nicht bekannt. Diese Entscheidung könnte die Nutzung von Alexa beeinflussen und stellt eine bedeutende Änderung in Amazons Geschäftsmodell dar (Quelle: Golem).

Dirk meint: Steckt Amazon in der Klemme? Erst das werbefinanzierte Videoangebot Freevee, dann Werbeunterbrechungen auch im Prime-Video-Angebot, und jetzt sollen Alexa-Nutzer zusätzlich zur Kasse gebeten werden? Klar ist Amazon kein Sozialkaufhaus, sondern ein turbokapitalistisches, auf Gewinnmaximierung getrimmtes Unternehmen. Aber anders als Energieversorger oder Lebensmittelhandel bietet Amazon Produkte noch diesseits der Unverzichtbarkeitsgrenze. Der Verbraucher hat hier die Wahl, ob er murrend zahlt, oder murrend verzichtet. Tut er überwiegend letzteres, war’s das mit der Gewinnmaximierung. Alexa, mach das Licht aus!

Nachrichtenflut überfordert: Vertrauen in Online-News schwindet

Eine repräsentative Umfrage unter 1.002 deutschen Internetnutzern zeigt, dass 50 Prozent sich von der Nachrichtenflut im Netz überfordert fühlen. 58 Prozent wissen oft nicht, welchen Nachrichten sie vertrauen können, und 62 Prozent reduzieren bewusst ihren Nachrichtenkonsum. 90 Prozent der Nutzer informieren sich online über aktuelle Ereignisse, wobei 78 Prozent Nachrichten-Webseiten oder Apps und 44 Prozent soziale Medien nutzen. Mehr als die Hälfte liest nur die Überschriften, die oft als reißerisch empfunden werden. 86 Prozent kritisieren, dass Überschriften mehr versprechen, als die Artikel halten (Quelle: Bitkom).

Dirk meint: Wen wundert’s? Mich hat die Bitkom zwar nicht explizit gefragt, aber ich finde mich unter den 62 Prozent wieder, die ihren Nachrichtenkonsum bewusst reduziert haben. Ich will nicht in allen Details darüber informiert sein, was Menschen anderen Menschen antun (denn ziemlich oft geht’s in den Nachrichten darum), denn früher oder später büße ich dadurch entweder meine Empathie oder meine Lebensfreude ein.

Dabei gäbe es ja durchaus gelegentlich auch Gutes zu berichten. Aber das Böse klickt eben besser. Und wenn die Realität mal nicht böse genug ist, wird sie in der Überschrift eben etwas „zugespitzt“ dargestellt (das ist Journalisten-Jargon für „verkürzt und maßlos übertrieben“). Nur die Überschriften lesen, wie es mehr als die Hälfte der Befragten tun, ist also auch keine Lösung. Für mich habe ich eine Lösung gefunden: Ich beschränke meinen bewussten Nachrichtenkonsum auf für mich wichtige Fachgebiete. Wenn Nachrichten aus anderen Ressorts wichtig genug sind, dann werden sie mich finden.

Deepfakes: Unbekannte Gefahr für viele Deutsche

Laut einer aktuellen Umfrage hat jeder dritte Deutsche noch nie von Deepfakes gehört – gefälschten Videos oder Bildern, die durch KI-Technologie nahezu echt wirken. Dabei stellen Deepfakes eine wachsende Bedrohung für die Gesellschaft dar, da sie zur Verbreitung von Desinformation und Manipulation eingesetzt werden können. Experten warnen, dass die Technologie in den falschen Händen enormen Schaden anrichten kann, indem sie das Vertrauen in digitale Medien und Fakten untergräbt. Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung sind daher dringend erforderlich, um dieser Gefahr entgegenzuwirken (Quelle: IT-Times).

Dirk meint: „Nicht vertrauenswürdig“ ist ein Prädikat, das in unserer Gesellschaft inzwischen inflationär vergeben wird. Das Vertrauen in Medien, Politiker, Institutionen, auch und gerade in Wissenschaftler ist erodiert. Und das, obwohl ein Drittel der Deutschen noch gar keinen Begriff von den modernsten Werkzeugen der Lüge haben. Das größere Problem ist aber, dass viele sich bei der Entscheidung, welchen Informationen sie vertrauen sollen, eher von dumpfen Gefühlen leiten lassen, als von klassischen Glaubwürdigkeitskriterien. Ich bin ziemlich sicher, wir alle könnten kompetenter entscheiden, wem wir vertrauen, stünden „Ockhams Rasiermesser“ und „Hitchens Rasiermesser“ ab der Grundschule auf dem Lehrplan. Und, unbedingt, “Medienkompetenz”.

Venezuela kappt Strom für Krypto-Mining-Farmen

Venezuela plant, alle Krypto-Mining-Farmen vom Stromnetz zu trennen. Diese drastische Maßnahme soll die Energiekrise im Land lindern. Die Regierung argumentiert, dass der hohe Stromverbrauch der Mining-Farmen das nationale Netz überlastet. Betroffene Betreiber und Investoren sind alarmiert und befürchten massive finanzielle Verluste. Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für die Krypto-Industrie in Venezuela haben, die bisher als Zufluchtsort für Miner galt (Quelle: Heise).

Dirk meint: Schnecken, Salz, Äxte, Spaten, Silberklumpen – all das und noch vieles mehr diente im Lauf unserer Geschichte als Währung. Aber auf die dusselige Idee, Währungen zu schaffen, die fortwährend Energie benötigen, kamen wir zum Glück erst im 21. Jahrhundert. Das Bitcoin-Netzwerk verbraucht derzeit schätzungsweise 120 Terawattstunden pro Jahr, was in etwa dem Stromverbrauch der Niederlande entspricht. Schätzungen zufolge verursacht das Mining jährlich rund 22 Millionen Tonnen CO2, vergleichbar mit den Emissionen von Ländern wie Jordanien. Wenn im krisengeschüttelten Venezuela nun die Krypto-Farmen vom Netz gehen sollen, dann allerdings vor allem, weil sonst dort bald noch viel mehr Lichter ausgehen.