Alle Beiträge von Dirk Bongardt

Seit 1998 Journalist, habe ich alle bisherigen Phasen des digitalen Wandels in unserer Branche miterlebt. Von der Art, wie wir recherchieren, über unsere Möglichkeiten und Werkzeuge, Geschichten zu erzählen bis hin zu der Art, wie unsere Rezipienten unsere Inhalte aufnehmen, ist nichts davon unberührt geblieben. Als Dozent helfe ich angehenden Online-Redakteuren, das Wissen um diese Möglichkeiten und Fakten für ihre Arbeit zu nutzen.

ChatGPT plant jetzt: KI wird zum Assistenten

ChatGPT führt mit “Tasks” eine Funktion ein, die zeitgesteuerte Aufgaben ermöglicht. Nutzer können per Eingabe Aufgaben planen, wie Erinnerungen zu bestimmten Zeiten. Eine Übersicht der geplanten Aufgaben ist ebenfalls abrufbar. Dieses Feature steht derzeit als Beta-Version für zahlende Plus-, Team- und Pro-Nutzer zur Verfügung. Mit dieser Erweiterung entwickelt sich ChatGPT zunehmend zu einem umfassenden Assistenten (Quelle: SEO Südwest).

ChatGPT-Robotergewehr: Ingenieur baut KI-Waffe und wird gesperrt

„Du sollst nicht töten!“

OpenAI & Co. haben ihren Schützlingen einige ethische Schranken eingebaut, die verhindern sollen, dass böswillige Zeitgenossen mit ihrer Hilfe Verbrechen begehen.

Wie wirksam diese Schranken sind, hat ein Ingenieur kürzlich anschaulich gemacht, als er eine Art Roboter vorführte, der auf gesprochene Anweisungen hin ein Gewehr in die gewünschte Richtung abfeuerte. ChatGPT, dessen „Intelligenz“ in diesem Roboter steckte, hat ganz offenbar nicht die leiseste Schießhemmung.

Bei OpenAI war man nicht angetan: Der Ingenieur verlor sofort sein Benutzerkonto, und darf in Zukunft ChatGPT nicht mehr verwenden.

Der Ingenieur wollte mit seiner Entwicklung wohl nur ein Konzept beweisen, und die abgefeuerten Projektile waren de facto völlig ungefährlich. Seine Entwicklung zeigt aber, welches schädliche Potenzial in KI schlummert.

Gleichzeitig war seine Sperrung eine der mutigsten Aktionen, die ein Big Tech-Unternehmen in der letzten Woche gewagt hat.

Die NRA hat zwar nicht explizit das in der US-Verfassung verankerte Recht auf das Tragen von Waffen auch für KIs geltend gemacht. Aber immerhin hat OpenAI der Waffenlobby einen vorauseilenden Gehorsam verweigert.

In einer Zeit, in der der Rest von Big Tech in erster Linie auf „bloß keinen Ärger“ setzt, darf dieser Schritt als mutig gelten.

Wir werden in diesem Jahr wohl die kleinen Überraschungen feiern müssen.

Zum Hintergrund: Ein Ingenieur hat ein ChatGPT-gesteuertes Robotergewehr entwickelt, was zur sofortigen Sperrung seines OpenAI-Kontos führte. Das System reagiert auf Sprachbefehle und kann automatisch zielen und feuern. Ein virales Video zeigt die Waffe in Aktion, die auf verbale Anweisungen reagiert und ihre Ausrichtung anpasst. OpenAI begründet die Sperrung mit Verstößen gegen die Nutzungsrichtlinien, insbesondere das Verbot der Waffenentwicklung mit ihrer KI-Technologie. Der Vorfall löste Diskussionen über die potenziellen Gefahren von KI-gesteuerten Waffensystemen aus (Quelle: Golem).

Meta zeigt Rückgrat

Viren existieren nicht. Die Mondlandung war eine Hollywood-Inszenierung. Die Erde ist flach. Willkommen in der Zukunft.

Noch vor ganz kurzem war es schwer, Menschen via Instagram oder Facebook über diese Fakten in Kenntnis zu setzen. „Faktenchecker“ lauerten geradezu darauf, besserwisserisch auf anderslautende wissenschaftliche Erkenntnisse hinzuweisen. Doch damit ist jetzt Schluss.

Wer je eine Schule besucht, oder gar in den dort genutzten Büchern gelesen hat, kann ermessen, wie viel Rückgrat es Mark Zuckerberg abverlangt hat, sich dem bildungsbürgerlichen Mainstream entgegenzustemmen. Schluss mit der Besserwisserei bei Meta.

Wie wichtig und richtig dieser Schritt ist, das kann jeder nachempfinden, dessen Weltbild schon einmal mit Fakten kollidiert ist. Das kann richtig weh tun. Dabei ließen sich solche Kollisionen leicht vermeiden, könnte man sich seine Fakten einfach selbst aussuchen. Kann man jetzt. Willkommen in der Zukunft.

Zum Hintergrund: Meta-Chef Mark Zuckerberg kündigt radikale Änderungen bei der Moderation von Facebook und Instagram an. Die Zusammenarbeit mit Faktencheckern wird beendet, Inhaltsrichtlinien vereinfacht und Moderationsteams nach Texas verlagert. Zuckerberg begründet den Schritt mit der Rückkehr zu den „Wurzeln“ und dem Wunsch, die „freie Meinungsäußerung wiederherzustellen“. Kritiker befürchten eine Zunahme von Fehlinformationen. Die Neuausrichtung betrifft auch die Plattform Threads und soll in Zusammenarbeit mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump umgesetzt werden (Quelle: Heise).

Meta schaltet KI-Profile ab: Experiment endet nach Kontroverse

Meta hat 28 KI-gesteuerte Profile auf Facebook und Instagram abgeschaltet. Diese waren Teil eines Experiments aus dem Jahr 2023. Die Entscheidung folgte auf Kritik, nachdem ein Meta-Vizepräsident die Zukunft sozialer Medien in KI-betriebenen Profilen sah. Die KI-Charaktere, darunter “Liv” und “Carter”, waren als von Meta betrieben gekennzeichnet, konnten aber nicht blockiert werden. Meta betont, die Abschaltung diene der Fehlerbehebung und stehe nicht im Zusammenhang mit künftigen Produktplänen. Von Nutzern erstellte Chatbots bleiben aktiv (Quelle: Golem).

Edge-Browser stagniert trotz KI-Boost: Nutzer bleiben skeptisch

Er ist schnell, er ist erweiterbar, er hat KI an Bord – und mehr als neun von zehn Nutzern ist er egal: Was fehlt Microsoft Edge?

Unter allen W-Fragen ist die nach dem Warum wohl am schwersten zu beantworten. Nicht einmal ich selbst kann sagen, warum ich dem Google Chrome fast immer den Vorzug gebe, wenn ich die Wahl habe.

Dabei hat der Edge mit dem Copilot-Button oben rechts sogar einen echten Vorzug. Dessen bin ich mir durchaus bewusst. Will ich mir beispielsweise schnell eine Zusammenfassung zu einem längeren Video geben lassen, kopiere ich dessen Url vom Chrome in den Edge, wecke den Copiloten und frage ihn nach den wichtigsten Erkenntnissen, die das Video bereithält.

Und dann mache ich wieder mit dem Chrome weiter.

Vielleicht, nur vielleicht, hat es etwas mit dem News-Angebot zu tun, das mir der Edge bei jedem Start ungefragt um die Ohren haut, und das mir – schon wegen eines Niveaus auf BILD-Level – augenblicklich die Laune verdirbt. Der Newsfeed ließe sich natürlich mit ein paar Mausklicks abschalten, aber stattdessen gleich den Chrome aufzurufen, kostet nur einen Mausklick. Bin ich wirklich so faul?

Oder ist es die schlichte Gewohnheit, auf das grün-rot-gelbe Symbol zu klicken, die mich das dunkelblau-hellblau-grüne Symbol in dessen unmittelbarer Nachbarschaft ignorieren lässt?

Gewohnheiten sind mächtig, aber sie sind auch veränderbar. Gewohnheiten verfestigen sich durch Belohnungen – respektive durch etwas, das der sich gewöhnende Mensch als Belohnung empfindet. Und nun frage ich mich: Womit belohnt Google mich, wenn ich den Chrome starte? Und womit mich Microsoft, wenn ich den Edge aufrufe?

Ich kann noch nicht den Finger auf die Antwort legen. Welchen Browser nutzt du? Und womit belohnt dich dein Browser?

Zum Hintergrund: Microsoft Edge kommt trotz zahlreicher KI-Funktionen bei Nutzern nicht richtig an. Der Browser erreicht laut aktuellen Zahlen nur einen Marktanteil von 5,6%. Obwohl Microsoft massiv in KI-Features wie Copilot investiert, bleibt Google Chrome mit über 65% Marktanteil unangefochtener Marktführer. Experten sehen Gründe in der mangelnden Differenzierung und Microsofts aggressiver Vermarktung, die bei vielen Nutzern auf Ablehnung stößt. Auch datenschutzrechtliche Bedenken spielen eine Rolle (Quelle: Heise).

Uraltes Word-Tutorial wird zum viralen Schlafmittel

Ein 35 Jahre altes Microsoft-Word-Tutorial erlebt auf YouTube eine unerwartete Renaissance. Der fast zweistündige Clip, in dem Randy Smith die Funktionen einer frühen Word-Version erklärt, hat über 3 Millionen Aufrufe erreicht. Nutzer berichten, dass Smiths monotone Stimme und das veraltete Thema als effektive Einschlafhilfe dienen. Der Rentner aus Florida zeigte sich überrascht von seinem späten Ruhm. Das Video, ursprünglich für einen Workshop aufgenommen, wurde 2014 unter dem Titel “Das langweiligste Video der Welt” hochgeladen und hat seitdem tausende Kommentare von dankbaren Schlafsuchenden erhalten (Quelle: t3n).

THE MOST BORING VIDEO EVER MADE (Microsoft Word tutorial, 1989)

Facebook goes Fake: Meta will soziales Netz mit KI-Profilen bevölkern

Sind Bots vielleicht doch die besseren Menschen?

Ich maße mir nicht an zu beurteilen, ob auf X pro menschlichem Nutzer mehr oder weniger KI-Bots unterwegs sind als damals, als die Plattform noch Twitter hieß. Misst man Elon Musk an seiner Kritik, bevor er Twitter übernahm, dann müssten es eigentlich weniger geworden sein.

Offenbar vermuten das auch Mark Zuckerberg und sein Facebook-Team. Diesen Schluss lässt jedenfalls lässt ihre aktuellste Idee zu, wie sie das Niveau von Facebook heben wollen. Mit mehr Bots.

Was in der Diskussion um das ins Bodenlose gestürzte Niveau auf Twitter leicht übersehen wird: Auch das Niveau auf Facebook und dem Rest der nur noch dem Namen nach sozialen Netze ist auf Talfahrt.

Wer auf Instagram einen Blick in die Kommentare wirft, merkt: Zum Verfassen der Kommentare muss mancher seinen Dolch kurz zwischen die Zähne klemmen. Zu den Beiträgen auf dem Business-Netzwerk LinkedIn gesellt sich zwischen Selbstbeweihräucherung und Geschäftsanbahnung immer öfter unverhohlener Hass. Selbst das als freundliche X-Alternative gestartete Threads ist nicht mehr freundlich, sondern bestenfalls etwas weniger unfreundlich.

Dass es nicht viel bringen wird, Appelle an seine Nutzer zu richten, scheint Zuckerberg und Co. klar zu sein. Nur Musk hat damit noch Erfolg, aber der strebt ja kein höheres Niveau an, sondern bloß die Weltherrschaft.

Bevor das passiert: Lasst die Bots los. Vielleicht machen die ja aus irgendwas doch noch wieder ein Wohlfühl-Netzwerk.

Zum Hintergrund: Meta plant, KI-generierte Charaktere in seine sozialen Netzwerke zu integrieren, um die Nutzerinteraktion zu steigern. Diese virtuellen Persönlichkeiten sollen eigene Profile und Biografien erhalten sowie selbstständig Inhalte erstellen und teilen können. Ziel ist es, die Plattformen für die jüngere Generation attraktiver zu gestalten und im Wettbewerb mit Konkurrenten wie Snapchat und TikTok zu bestehen. Neben den KI-Charakteren plant Meta auch die Einführung eines Text-zu-Video-Generators. Diese Innovationen sollen die Art und Weise, wie Nutzer mit digitalen Inhalten interagieren, grundlegend verändern (Quelle: Golem).

Drehbücher prompten: Text-zu-Video-KI Sora wird öffentlich

OpenAI hat sein Text-zu-Video-System Sora offiziell veröffentlicht. Das KI-Tool ermöglicht die Erstellung realistischer Videos basierend auf Text- oder Bildeingaben. Nutzer benötigen ein kostenpflichtiges ChatGPT-Abonnement, wobei die Funktionen je nach Abo-Stufe variieren. Sora kann Videos bis zu 20 Sekunden Länge und in 1080p-Auflösung generieren.

Trotz beeindruckender Ergebnisse zeigen sich noch Schwächen wie unrealistische Physik. Das Tool ist derzeit nicht in der EU verfügbar. OpenAI sieht sich Kritik aus der Filmbranche gegenüber. Das Thema KI ist allerdings längst in Hollywood angekommen, zumal auch OpenAIs Konkurrenten wie Runway und Adobe ähnliche Funktionen anbieten (Quelle: Computerbase).

Karikatur eines Roboters, der eine Filmklappe und eine Kamera hält, im Hintergrund ein Filmset. Die Zeichnung symbolisiert Text-zu-Video-KI.

Wie Unternehmen mit künstlicher Intelligenz echtes Geld verbrennen

Geschichte wiederholt sich. Auch im Kleinen.

Es ist jetzt etliche Jahre her. Ich hatte da erst vor kurzem meine Ausbildung abgeschlossen. Damals führte das Unternehmen, in dem ich arbeitete, gerade Microsoft Office ein. Und ich hatte eine Einladung von Microsoft bekommen, um in einem Ein-Tages-Seminar die Grundlagen von Excel zu lernen.

„Das brauchen wir nicht“, entschied mein Chef, als ich ihm die Einladung zeigte, „wir haben hier unsere eigene Weiterbildung.“

Auf die musste ich allerdings noch einige Jahre warten, bis dahin war dieser Chef bereits in den Ruhestand gegangen. In der Zwischenzeit nutzte ich Excel so gut, wie ich es mir eben selbst beibringen konnte. Ich bin ein ganz brauchbarer Autodidakt, aber manches dauert eben länger, wenn man es sich per Versuch und Irrtum selbst beibringen muss. Für mich war diese Zeit bezahlte Arbeitszeit. Für meinen Arbeitgeber auch, und der hätte garantiert ein besseres Geschäft gemacht, wenn ich an dem Seminar hätte teilnehmen dürfen.

In genau dieser Situation befinden sich viele Unternehmen heute wieder.

Sie investieren relativ viel Geld in KI, und in entsprechend ausgestattete Hardware. Und ihre Führungskräfte verschwenden viel Geld, weil sie nicht in Schulungen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren (dürfen?). Dass die erwarteten Effizienzgewinne ausbleiben, verwundert niemanden, der sich mehr als nur ganz oberflächlich mit KI beschäftigt hat.

Darunter scheinen allerdings nicht viele Führungskräfte zu sein.

Mehr KI bedeutet nicht automatisch mehr Produktivität. Der Faktor Mensch bleibt entscheidend.

Darum geht’s: Intel hat in einer Umfrage festgestellt, dass Anwender von KI-PCs langsamer arbeiten als Nutzer herkömmlicher Computer. Der Chiphersteller sieht den Grund in unzureichender Aufklärung über die Nutzung der neuen Technologie. Trotz der Erwartungen, dass KI die Effizienz steigern sollte, verbringen Nutzer mehr Zeit mit Routineaufgaben wie E-Mail-Management. Intel betont, dass das Potenzial der KI-PCs noch nicht ausgeschöpft wird, da viele Anwender Schwierigkeiten haben, effektiv mit KI-Tools zu interagieren. Die Studie zeigt auch, dass 86 Prozent der Verbraucher noch nie von einem KI-PC gehört haben oder einen solchen genutzt haben (Quelle: Heise).

Ja, ChatGPT ist ein Idiot

Die ultimative KI für Text? Nachdem ich ChatGPT das erste Mal genutzt hatte, war ich sicher, “ChatGPT ist genial.”

Nachdem ich ChatGPT ein paar Wochen lang genutzt hatte, wurde mir klar, “Im Gegenteil: ChatGPT ist ein Idiot.”

Und das ist eine gute Nachricht.

Bei meinen vielen Versuchen hatte ich ChatGPT alles Mögliche abverlangt: Fantasiegeschichten, Fachartikel, E-Mails, Bildbeschreibungen, Multiple-Choice-Tests, Antworten auf die großen und die kleinen Fragen des Lebens. Und nie hatte ChatGPT mir die Antwort verweigert (falls ich nicht gerade nach einer Rezeptur für Sprengstoff gefragt hatte).

Die Gesamtschau der Antworten zeigte allerdings ein klares Ergebnis: ChatGPT ist ein Idiot.

Ein Roboter weint ölige Tränen - als KI für Text ist ChatGPT ein ziemlicher Idiot.

Ich verdiene einen nicht unerheblichen Teil meines Lebensunterhalts mit Texten. Ich arbeite als Journalist, verfasse Blogartikel und Whitepaper für Unternehmen aus der IT-Branche, und ab und zu schreibe ich auch etwas Belletristik, wenn auch eher als Fingerübung. ChatGPT, so hatte ich befürchtet, hätte das Potenzial, mich überflüssig zu machen. KI für Text = Katastrophe für Texter?

Ich hätte kaum weiter daneben liegen können. 

Wenn ich ChatGPT anweise “Mach mal”, macht ChatGPT mal. Aber was ChatGPT dann macht, dafür würde keiner meiner Kunden auch nur ein paar Euro ausgeben. Die KI erfindet Fakten, verwechselt “neuer” und “älter”, ihre Antworten sind dann mitunter nicht einmal als Blindtext zu gebrauchen. Oder gerade so.

Aber: ChatGPT ist ein nützlicher Idiot

Das entdeckte ich aber erst nach und nach, als ich mich mit dem Thema “Prompten” beschäftigte. Ich weiß, wie ein Fachartikel aufgebaut ist, was für Inhalte in ein Whitepaper gehören, oder mit welchen Begriffen und welchem Sprachniveau die angestrebte Zielgruppe am besten zu erreichen ist. Was ich erst lernen musste, war, wie ich ChatGPT all das beibringe. 

Ich habe dafür einige Monate gebraucht. Du kannst das jetzt in ein paar Stunden lernen: https://netknowhow.de/chatgpt-kurs

KI für Deutschland-Touristen? Bloß keine Reisetipps von Emma!

Falls es der Deutschen Zentrale für Tourismus in erster Linie um Reichweite und Aufmerksamkeit ging, kann man ihr neidlos bescheinigen: Hat geklappt. Emma (Instagram: @emmatravelsgermany), ihre neue Botschafterin für Deutschland als Reiseziel, ist in aller Munde. Und Emma bekäme zu spüren, was jede Person zu spüren bekommt, die online einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht: Hass. Ich sage “Bekäme zu spüren”, denn tatsächlich spürt sie nichts. Der aktuelle Shitstorm richtet sich die von KI zum Leben erweckte Kunstfigur Emma.

Fühlendes Wesen hin oder her, ich hatte die Gelegenheit, mich ein wenig mit der KI Emma zu unterhalten (die hast du übrigens auch, denn Emma kann auch chatten, allerdings nicht auf Instagram, sondern auf travel.germany). Hier, so meine ursprüngliche Mutmaßung, könnte Emmas eigentliche Stärke liegen. Ich stellte Emma daher ein paar gezielte Fragen rund um das Reisen in Deutschland, und verglich ihre Antworten mit denen, die ChatGPT lieferte.

Für die, die’s interessiert, stehen unten drei meiner Fragen und die jeweiligen Antworten. Für alle, die gleich mein Fazit lesen wollen: Emma hat noch viel Luft nach oben. Wer KI-basierte Reiseberatung will, ist mit ChatGPT deutlich besser bedient.

So fragte ich die KI Emma nach zehn landschaftlichen Highlights an der Ostsee, und bekam vier. ChatGPT verlegte zwar das Wattenmeer kurzerhand in die Ostsee, lieferte sonst aber brauchbare Ergebnisse.

Bei der Frage nach Burgen und Schlössern am Rhein lagen die KIs gleichauf, bei der Planung von Abendlocations in München gewann ChatGPT aber wieder mit deutlichem Abstand. Zwar lieferte auch Emma sieben Ideen für den Abend, zwei davon lauteten aber sinngemäß “Guck doch mal im Internet”, respektive “Guck doch mal selbst, was so los ist.”

Es gibt allerdings etwas, das nutzloser ist als die Reise-Tipps von Emma: Hass. Emma ist es egal, wenn du sie hasst. Deinen Hass spüren nur du und die fühlenden Wesen in deiner Umgebung.

Die KI von Emma gibt Reisetipps für Deutschland-Urlauber, unter anderem auch für München. Allerdings: Andere KIs können das deutlich besser.

Meine erste Frage: Im Frühjahr reise ich an die Ostsee. Bitte nenne mir 10 landschaftliche Highlights, die ich mir dort auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Das antwortet die KI von Emma:

Deine Reisetipps für die Ostsee im Frühjahr
Hier sind einige landschaftliche Highlights, die du an der Ostsee auf keinen Fall verpassen solltest:

  • Seebad Ahlbeck: Besuche die älteste Seebrücke Deutschlands und genieße den Blick auf die Ostsee.
  • Ostseeküsten-Wanderweg: Tausche deine Wanderkleidung gegen Badeanzug und Badehose und genieße die feinen Sandstrände.
  • Kulinarische Spezialitäten: Probiere die leckeren Spezialitäten des Nordens in den Seebädern entlang des Wanderwegs.
  • Stralsund: Erkunde die reizvolle Küstenlandschaft und die beeindruckende Backsteingotik und Barockbauten.
  • Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund: Ein Ausflug zu den weltberühmten Kreidefelsen auf der Insel Rügen ist ein Muss. Mehr Infos findest du hier.

ChatGPTs Antwort:

Die deutsche Ostseeküste bietet einige beeindruckende Landschaften. Hier sind zehn Highlights, die einen Besuch wert sind:

  1. Kreidefelsen auf Rügen: Die weißen Felsen im Nationalpark Jasmund bieten atemberaubende Ausblicke auf die Ostsee. Besonders beeindruckend ist der Königsstuhl.
  2. Kap Arkona: Der nördlichste Punkt Rügens besticht durch seine Steilküsten und die historischen Leuchttürme. Ein Spaziergang entlang der Klippen lohnt sich.
  3. Hiddensee: Die autofreie Insel westlich von Rügen verzaubert mit naturbelassenen Stränden, Dünenlandschaften und dem markanten Leuchtturm Dornbusch.
  4. Darßer Weststrand: Am Darß erwartet dich einer der ursprünglichsten Strände Deutschlands. Wilde Dünen und windgeformte Bäume prägen die Landschaft.
  5. Ahrenshoop: Das Künstlerdorf liegt malerisch auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Besonders die Steilküste und die urige Natur bieten gute Fotomotive.
  6. Timmendorfer Strand: Der lange Sandstrand südlich von Lübeck ist ideal für Strandspaziergänge. Besonders sehenswert ist der Kurpark mit seiner alten Bepflanzung.
  7. Insel Usedom: Die „Sonneninsel“ beeindruckt mit feinsandigen Stränden, den Buchenwäldern im Hinterland und den bekannten Kaiserbädern wie Ahlbeck und Heringsdorf.
  8. Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer: Entdecke die faszinierende Welt des Wattenmeers bei einer geführten Wanderung. Besonders bei Ebbe zeigt sich die ganze Schönheit der Wattlandschaft.
  9. Kliff bei Boltenhagen: Das hohe Ufer bietet imposante Ausblicke und zeigt die geologischen Schichten der Küste. Der naturbelassene Strand ist ein Geheimtipp.
  10. Fehmarns Steilküsten: Die Insel Fehmarn bietet abwechslungsreiche Küstenabschnitte. Besonders die Steilküste am Westufer ist ein beeindruckender Ort, um Vögel zu beobachten und die Natur zu genießen.

Jeder Ort hat seinen eigenen Reiz und lässt sich gut mit Wanderungen oder Fahrradtouren verbinden.

Meine zweite Frage: Ich interessiere mich für Schlösser und Burgen entlang des Rheins. Welche fünf davon sollte ich mir unbedingt ansehen?

Das antwortet die KI von Emma:

Top 5 Schlösser und Burgen entlang des Rheins

Hier sind einige faszinierende Schlösser und Burgen entlang des Rheins, die du unbedingt besuchen solltest:

  • Schloss Drachenburg: Ein märchenhaftes Anwesen im historischen Stil mit Türmchen, Erkern und Zinnen. Genieße die prächtige Innenausstattung und den atemberaubenden Blick ins Rheintal. Mehr Infos findest du hier.
  • Burg Ehrenfels: Diese steil aufragende Burg im Rheingau bietet eine beeindruckende Aussicht und ist ein Highlight der Region.
  • Kloster Eberbach: Schauplatz der Verfilmung von Umberto Ecos „Der Name der Rose“. Ein historisches und kulturelles Juwel im Rheingau.
  • Burg Rheinfels: Diese beeindruckende Burg in St. Goar bietet ein atemberaubendes Panorama über das Rheintal.
  • Burgruine Drachenfels: Ein sagenumwobener Ort, der bereits J.R.R. Tolkien inspiriert hat. Erlebe die romantische Atmosphäre und die spektakuläre Aussicht.

Viel Spaß beim Entdecken dieser historischen Schätze entlang des Rheins! 😊

ChatGPTs Antwort:

Der Rhein bietet eine Vielzahl beeindruckender Burgen und Schlösser, die einen Besuch wert sind. Hier sind fünf besonders sehenswerte:

  1. Burg Eltz: Diese gut erhaltene Höhenburg liegt im Tal der Mosel, nahe dem Rhein. Sie wirkt wie aus einem Märchen und beeindruckt mit ihren Türmen und der Lage inmitten eines Waldes. Teile der Innenräume können besichtigt werden.
  2. Marksburg: Eine der wenigen nie zerstörten Höhenburgen am Mittelrhein. Sie thront majestätisch über Braubach und bietet einen herrlichen Blick auf den Fluss. Die originalen Innenräume und die Waffenkammer sind sehr interessant.
  3. Schloss Stolzenfels: Dieses neugotische Schloss bei Koblenz wurde aus den Ruinen einer mittelalterlichen Burg errichtet. Die prächtige Gartenanlage und die romantische Architektur machen es zu einem beliebten Ausflugsziel.
  4. Burg Rheinstein: Direkt am steilen Rheinufer bei Trechtingshausen gelegen, bietet die Burg eine malerische Aussicht auf das Tal. Sie ist restauriert und zeigt historische Einrichtungen und Kunstwerke.
  5. Burg Pfalzgrafenstein: Diese einzigartige Zollburg liegt auf einer kleinen Insel in der Mitte des Rheins bei Kaub. Sie diente früher der Kontrolle des Schiffsverkehrs und beeindruckt durch ihre ungewöhnliche Lage und gut erhaltene Bausubstanz.

Jede dieser Burgen hat ihren eigenen Charakter und erzählt ein Stück der Geschichte des Rheintals.

Meine dritte Frage: Ich bin eine Woche in München und möchte jeden Abend anders verbringen. Schlage mir für jeden Abend eine Location vor.

Das antwortet die KI von Emma:

Deine Abendempfehlungen für München

  1. Abend: Erkunde das lebendige Viertel Schwabing. Hier findest du eine Vielzahl von Kneipen, Cafés und Restaurants sowie viele Boutiquen und Geschäfte. Genieße das Münchner Lebensgefühl inmitten wunderschöner Altbauhäuser. Link
  2. Abend: Setze dich zu den Münchnern an die Isar. Besonders schön ist es an der Cornelius-Brücke, auf der Schwind-Insel, an der Stauwehr Oberföhring und am Flaucher. Entspanne und genieße die Atmosphäre. Link
  3. Abend: Besuche den romantischen Weißenburger Platz oder den Königsplatz. In der Nähe findest du auch das wichtige NS-Dokumentationszentrum. Lass dich von der Kultur Münchens verzaubern.
  4. Abend: Probiere ein traditionelles Münchner Wirtshaus aus. Kosten das Bier und die Weißwürste. Vegetarier können die Brezeln genießen, die der Münchner zu jeder Tageszeit isst.
  5. Abend: Erkunde die Umgebung des Marienplatzes. Besonders zur Weihnachtszeit ist der Weihnachtsmarkt ein Highlight. Link
  6. Abend: Lass dich von den aktuellen Veranstaltungshighlights inspirieren. Schau auf den Seiten deiner Wunschdestinationen nach, was gerade los ist. Link
  7. Abend: Entdecke spontan neue Orte und lass dich vom Zauber Münchens überraschen. Oft sind die schönsten Entdeckungen die, die man nicht geplant hat.

ChatGPTs Antwort:

München bietet eine spannende Mischung aus traditionellen und modernen Locations. Hier sind Vorschläge für sieben Abende:

  1. Montag: Hofbräuhaus
    Ein echter Klassiker. Genieße bayerische Gemütlichkeit mit Bier, Brezeln und Blasmusik. Perfekt für einen entspannten Abend in rustikaler Atmosphäre.
  2. Dienstag: Atomic Café
    Ein Kult-Club für Indie- und Alternative-Musik. Die charmante Location ist ein idealer Treffpunkt für Musikliebhaber und lockere Gespräche.
  3. Mittwoch: Gärtnerplatztheater
    Ein Abend mit Kultur. Besuche eine Oper, ein Musical oder ein Ballett in diesem charmanten Theater im Herzen der Stadt.
  4. Donnerstag: P1
    Münchens legendärer High-Society-Club bietet ein glamouröses Ambiente. Tanze zu House- und Elektrobeats und erlebe das Münchener Nachtleben auf eine exklusive Weise.
  5. Freitag: Harry Klein
    Ein Club für Liebhaber der elektronischen Musik, mit regelmäßigen DJ-Sets und visuellen Kunstprojekten. Perfekt für eine lange Partynacht.
  6. Samstag: Muffatwerk
    Diese ehemalige Industriehalle kombiniert Konzertsaal, Club und Biergarten. Die Mischung aus Live-Musik und Partyatmosphäre sorgt für Abwechslung.
  7. Sonntag: Jazzclub Unterfahrt
    Ein entspannter Abschluss der Woche mit Live-Jazz in einer gemütlichen Kellerbar. Die perfekte Location, um das Wochenende ausklingen zu lassen.

Jeder Abend bietet ein anderes Erlebnis und zeigt eine neue Facette des Münchner Nachtlebens.

Darum geht’s: Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hat mit der Einführung der KI-Influencerin Emma für Aufsehen gesorgt. Der virtuelle Avatar soll in 20 Sprachen für Deutschland als Reiseziel werben, stößt jedoch auf breite Ablehnung. Kritiker bemängeln die fehlende Authentizität, stereotype Darstellung und technische Mängel. Mit nur 2.000 Instagram-Followern wird Emmas Status als Influencerin in Frage gestellt. Die DZT verteidigt das Projekt als Ergänzung zu klassischen Kampagnen, während Experten vor einem möglichen Vertrauensverlust warnen (Quelle: BasicThinking).

BGH: Fototapeten im Netz zeigen ist keine Urheberrechtsverletzung

Einmal verkaufen, mehrmals kassieren – ist das möglich? Wer Sachen verkauft, wird es da schwer haben. In den Fällen, mit denen sich jetzt der Bundesgerichtshof beschäftigen musste, ging es denn auch um Rechte, genauer Nutzungsrechte. Ein Fotograf hatte einem Unternehmen das Recht verkauft, einige seiner Fotos auf Fototapete zu drucken.

Nun kauften Menschen diese Fototapeten und klebten sie in ihren Räumlichkeiten an Wände. Diese Wände stehen unter anderem in Ferienwohnungen, Hotelzimmern und im Gastraum eines Tischtennisclubs. Zum Beispiel, um potenzielle Gäste auf sich aufmerksam zu machten, stellten diese Menschen Fotos und Videos dieser Räume im Internet zur Schau. Unvermeidlich wurde dadurch auch die Fototapete im Internet sichtbar. Und dafür forderte der Fotograf Schadenersatz. Weil manche diesen Schadenersatz nicht zahlen wollten, landete der Fall letztendlich vor dem Bundesgerichtshof.

BGH entscheidet über Fototapeten

Und jetzt frage ich mich, was für Folgen es gehabt hätte, hätte sich die Richter auf die Seite des Fotografen gestellt. Urheberrechtlichen Schutz genießen ja nicht nur Fotos, sondern auch andere „Schöpfungen“. Fotos und Videos, auf denen Tischdecken, Kerzenständer, Designermöbel oder auch bloß gemusterte Bettwäsche zu sehen sind, wären im Internet plötzlich zu unkalkulierbaren Abmahnrisiken geworden.

Wer mit laufender Kamera durch irgendwelche Innenräume läuft, kann es bei größter Mühe nicht verhindern, alle paar Meter etwas ins Bild zu bekommen, dessen Gestaltung urheberrechtlich geschützt ist, oder zumindest sein könnte. Allein der Aufwand, die Rechteinhaber zu ermitteln und mit ihnen eine Vergütung für die Nutzung auszuhandeln, hätte es dann bald unwirtschaftlich werden lassen, überhaupt solche Aufnahmen ins Netz zu stellen.

Stattdessen liegt jetzt der Ball wieder im Feld der Urheber, der Kreativen also, die natürlich auch ein berechtigtes Interesse daran haben, für ihre Schöpfungen angemessen entlohnt zu werden. Eine einfache Lösung für deren Anliegen kann jedenfalls nicht lauten: Einmal verkaufen, mehrmals kassieren.

Hintergrund: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 11. September 2024 in drei Verfahren entschieden, dass das Zeigen von Fototapeten in Internetbeiträgen in der Regel keine Urheberrechtsverletzung darstellt[1][2]. Das Gericht begründete seine Entscheidung mit einer “konkludenten Einwilligung” des Urhebers, die beim Verkauf der Fototapete ohne ausdrückliche Einschränkungen angenommen werden kann[1][3]. Der BGH argumentierte, dass es üblich und vorhersehbar sei, dass Räume mit Fototapeten fotografiert oder gefilmt und diese Aufnahmen online gestellt werden[1]. Diese Entscheidung gilt nicht nur für direkte Käufer der Tapeten, sondern auch für Dritte, solange deren Nutzung als üblich angesehen werden kann[1]. Das Urteil stärkt die Position von Verbrauchern und Unternehmen, die Fototapeten in ihren Räumlichkeiten verwenden und diese in Fotos oder Videos im Internet zeigen möchten[2][4].

Citations:
[1] https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-BGH-Urteil-Darf-Fototapete-fotografiert-werden-38924793.html
[2] https://www.cornea-franz.de/bgh-urteil-nutzung-fototapten-urheberrecht/
[3] https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/bgh-izr13923-fototapete-abbildung-uebliche-nutzung-einwilligung
[4] https://www.rbb-online.de/supermarkt/zusatzmaterial/2024/aktuell-09-2024/urteil-bgh-fototapete-wer-eine-fototapete-hat-darf-videos-und-fotos-davon-ins-internet-stellen.html
[5] https://www.golem.de/news/grundsatzurteil-bgh-begrenzt-urheberrechte-an-einer-fototapete-2409-188907.html
[6] https://irights.info/artikel/fototapeten-urheberrecht-bundesgerichtshof/32307
[7] https://www.anwalt.de/rechtstipps/bgh-schafft-endlich-klarheit-bei-der-nutzung-einer-fototapete-im-internet-231491.html
[8] https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/bgh-urheberrechte-fototapete-veroeffentlichung-konkludente-einwilligung