Alle Beiträge von Dirk Bongardt

Seit 1998 Journalist, habe ich alle bisherigen Phasen des digitalen Wandels in unserer Branche miterlebt. Von der Art, wie wir recherchieren, über unsere Möglichkeiten und Werkzeuge, Geschichten zu erzählen bis hin zu der Art, wie unsere Rezipienten unsere Inhalte aufnehmen, ist nichts davon unberührt geblieben. Als Dozent helfe ich angehenden Online-Redakteuren, das Wissen um diese Möglichkeiten und Fakten für ihre Arbeit zu nutzen.

Standardwerk für alle, die überzeugen wollen -
Cialdinis Psychologie des Überzeugens

Die Psychologie des Überzeugens * von Robert B. Cialdini gilt als ein Meilenstein in der Welt der Sozialpsychologie und der Überzeugungskunst. Dieses Werk hat sich zum Standardwerk für alle entwickelt, die verstehen wollen, wie Menschen beeinflusst werden können. Die Relevanz und Anwendungsmöglichkeiten der Überzeugungsstrategien, die in diesem Buch dargelegt werden, sind sowohl für den Alltag als auch für berufliche Kontexte immens. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die von Cialdini vorgestellten Strategien und wie diese die Kunst der Beeinflussung auf ein neues Level heben.

Einblick in Cialdinis Überzeugungsstrategien

Cialdini präsentiert in seinem Werk sechs grundlegende Prinzipien, die erklären, warum Menschen sich auf bestimmte Weise verhalten, wenn sie beeinflusst werden. Diese Prinzipien sind Reziprozität, Commitment und Konsistenz, soziale Bewährtheit, Sympathie, Autorität und Knappheit. Jedes dieser Prinzipien bietet einen tiefen Einblick in die menschliche Natur und zeigt auf, wie subtile psychologische Tricks und soziale Dynamiken genutzt werden können, um das Verhalten anderer zu lenken.

Das Prinzip der Reziprozität basiert auf der menschlichen Neigung, Gefälligkeiten zu erwidern. Cialdini zeigt, dass Menschen, wenn ihnen etwas angeboten wird, sich verpflichtet fühlen, dieses entgegenzukommen. Dies manifestiert sich nicht nur im sozialen Kontext, sondern auch im Marketing und Verkauf, wo kostenlose Proben oft zu Käufen führen. Dieses Prinzip ist besonders mächtig, da es tief in der menschlichen Kultur verwurzelt ist.

Ein weiteres bemerkenswertes Prinzip ist das der sozialen Bewährtheit. Menschen neigen dazu, sich an das Verhalten anderer zu orientieren, um in ungewissen Situationen Sicherheit zu gewinnen. Cialdini erläutert, dass dieses Verhalten sowohl in alltäglichen Situationen als auch in größeren sozialen Bewegungen beobachtet werden kann. Dieses Prinzip kann jedoch auch gefährlich sein, wenn es blindlings verfolgt wird, wie Cialdini anhand von Beispielen aus der Geschichte zeigt.

Die Kunst der Beeinflussung meisterhaft erklärt

Cialdini versteht es meisterhaft, komplexe psychologische Theorien in verständliche und anwendbare Konzepte zu übersetzen. Seine Erklärungen sind mit zahlreichen Beispielen aus dem realen Leben angereichert, die die Wirksamkeit seiner Prinzipien untermauern. Diese Herangehensweise macht das Buch nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für Laien interessant und zugänglich.

Ein weiterer Aspekt, der “Die Psychologie des Überzeugens” so wertvoll macht, ist die praktische Anwendung der Prinzipien. Cialdini gibt nicht nur theoretische Erklärungen, sondern zeigt auch auf, wie diese in verschiedenen Kontexten eingesetzt werden können, um erfolgreicher zu kommunizieren und zu überzeugen. Dies macht das Buch zu einem nützlichen Werkzeug für Manager, Verkäufer und Marketingexperten gleichermaßen.

Schließlich betont Cialdini auch die ethische Dimension der Beeinflussung. Obwohl seine Prinzipien starke Werkzeuge sind, warnt er vor deren missbräuchlichem Einsatz. Er plädiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Strategien und unterstreicht, dass die Macht der Überzeugung auch mit einer ethischen Verantwortung einhergeht. Dies verleiht dem Buch eine moralische Tiefe, die es von reinen Ratgebern unterscheidet.

“Die Psychologie des Überzeugens” ist ein Buch, das die Fähigkeit besitzt, nicht nur unser Verständnis von menschlichem Verhalten zu erweitern, sondern auch unsere Fähigkeiten zur Beeinflussung und Kommunikation erheblich zu verbessern. Durch Cialdinis klare und einprägsame Darstellungen der psychologischen Prinzipien wird der Leser befähigt, diese in verschiedenen Lebensbereichen anzuwenden. Gleichzeitig ruft das Buch dazu auf, diese Macht mit Bedacht und Verantwortung einzusetzen. In einer Welt, in der Kommunikation und Beeinflussung allgegenwärtig sind, bleibt Cialdinis Werk ein unverzichtbarer Leitfaden für alle, die die Kunst der Überzeugung meistern möchten.

*Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate Link. Wenn Sie ein Buch darüber kaufen, erhalte ich eine kleine Provision. Für Sie ändert sich der Preis jedoch nicht.

Erstes EU-Land sperrt DeepSeek

Die italienische Datenschutzbehörde Garante hat die Nutzung der KI-App Deepseek im Land untersagt. Grund sind unzureichende Antworten des chinesischen Unternehmens auf Fragen zur Verarbeitung personenbezogener Daten italienischer Nutzer:innen. Deepseek bestritt die Zuständigkeit der Behörde und lieferte Informationen, die laut Garante „völlig unzureichend“ waren.

Agostino Ghiglia, Vorstandsmitglied der Behörde, erklärte, dass die mangelnde Kooperation zur Sperrung geführt habe. Die App ist für italienische Nutzer:innen nicht mehr zugänglich; eine Untersuchung wurde eingeleitet. Auch Datenschutzbehörden in Irland und Frankreich nehmen Deepseek unter die Lupe.

ChatGPT erhält autonome Tiefenrecherche-Funktion “Deep Research”

OpenAI hat die Funktion “Deep Research” für ChatGPT vorgestellt. Sie ermöglicht autonome, mehrstufige Tiefenrecherchen und richtet sich an Nutzer in wissensintensiven Bereichen. Das System plant und führt komplexe Analysen durch, passt sich an Echtzeitinformationen an und zeigt den Prozess transparent in einer Seitenleiste. Die Bearbeitungszeit liegt zwischen 5 und 30 Minuten. Zunächst ist die Funktion nur für zahlende Pro-Nutzer verfügbar.

Diese fortschrittliche Funktion hebt sich deutlich von herkömmlichen Suchmaschinen ab, indem sie mehrstufige, komplexe Analysen vornimmt, statt nur einfache Suchanfragen zu bearbeiten. Der erhöhte Zeitaufwand rechtfertigt sich bei komplexen Fragestellungen schnell. Die neue Funktion verspricht Wissensarbeitern etliche Stunden Zeitersparnis.

“Human Written” – Schriftstellerverband führt Anti-KI-Siegel ein

Der US-Schriftstellerverband Authors Guild hat ein neues Label eingeführt, um von Menschen verfasste Werke von KI-generierten Inhalten zu unterscheiden. Das “Human-Written”-Siegel soll Lesern Orientierung bieten und die Arbeit menschlicher Autoren würdigen. Verlage und Autoren können das Label freiwillig nutzen. Die Initiative reagiert auf die zunehmende Verbreitung von KI-Texten und soll das Vertrauen in menschliche Kreativität stärken (Quelle: SEO Südwest).

WhatsApp-Sicherheitslücke: Spyware-Angriff auf Journalisten weltweit

Eine Sicherheitslücke in WhatsApp wurde für einen gezielten Spyware-Angriff auf rund 90 Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Regierungsmitarbeiter ausgenutzt. Die Angriffe, die mutmaßlich von staatlichen Akteuren initiiert wurden, erfolgten über manipulierte Nachrichten. Die Opfer wurden durch die Installation der Überwachungssoftware Pegasus ausgespäht.

Die Angreifer nutzten dazu manipulierte PDF-Dateien, die in Gruppenchats verschickt wurden. Diese infizierten die Smartphones der Nutzer automatisch, ohne dass eine Aktion erforderlich war.WhatsApp-Betreiber Meta bestätigte die Vorfälle und arbeitet an einer Lösung (Quelle: Heise).

Sichtbare Denkprozesse: Gratis-Upgrade für Microsoft Copilot

Microsoft integriert die neue Funktion “Think Deeper” in seinen KI-Assistenten Copilot. Basierend auf OpenAIs o1-Modell wird diese Erweiterung allen Nutzern kostenlos zur Verfügung gestellt. Think Deeper ermöglicht eine tiefgreifendere Analyse komplexer Fragestellungen und präsentiert Ergebnisse in strukturierter Form. Die Funktion, die zuvor nur für Copilot Pro Abonnenten verfügbar war, wird nun für alle Nutzer freigeschaltet. Einsatzmöglichkeiten reichen von Optionsvergleichen bis hin zur Reiseplanung (Quelle: Caschy).

Alles nur geklaut? OpenAI wirft DeepSeek Diebstahl vor

OpenAI erhebt schwere Vorwürfe gegen das chinesische KI-Unternehmen DeepSeek: Das Start-up soll eigene Modelle mithilfe von ChatGPT-generierten Inhalten trainiert haben – entgegen den Nutzungsbedingungen. Anhaltspunkte dafür lieferten Screenshots, in denen sich DeepSeek selbst als ChatGPT identifizierte. Hintergrund ist das Verfahren der „Destillation“, bei dem kleinere KI-Modelle durch Output größerer Systeme optimiert werden.

DeepSeek hatte zuletzt mit kostengünstigen Modellen auf sich aufmerksam gemacht, die laut Benchmarks OpenAI-Produkten ebenbürtig sein sollen. Ironischerweise steht OpenAI selbst in der Kritik, urheberrechtlich geschütztes Material ohne Genehmigung verwendet zu haben, beruft sich aber auf Fair-Use-Regelungen (Quelle: ComputerBase).

Besser und (viel) billiger: KI-Startup Deepseek fordert Tech-Giganten heraus

Das chinesische KI-Startup Deepseek hat mit seinem neuen Sprachmodell DeepSeek-R1 für Aufsehen gesorgt. Das Modell übertrifft in Benchmarks die Leistungen etablierter Modelle wie GPT-4 und Claude 2 bei einem Bruchteil von deren Trainingskosten. Das stellt eine ernsthafte Herausforderung für Tech-Giganten wie OpenAI und Anthropic dar. Auch die Aktien des Chipherstellers Nvidia haben nach der Veröffentlichung von Deepseek deutlich nachgegeben. DeepSeek-R1 ist vollständig Open Source und wird unter der MIT-Lizenz bereitgestellt, wodurch das Modell frei genutzt und sogar kommerziell weiterentwickelt werden kann (Quelle: Onlinemarketing.de).

Snap lockt AR-Entwickler mit Geldprämien

Snap will die Augmented-Reality-Community stärker einbinden. Mit monatlichen AR-Challenges motiviert das Unternehmen Entwickler, eigene Lenses im Lens Studio zu erstellen. Die besten Beiträge werden mit insgesamt 10.000 US-Dollar prämiert. Der aktuelle Challenge-Tag „Humor“ läuft bis Ende Januar, Gewinner werden am 14. Februar bekannt gegeben. Bewertet wird nach Originalität, technischer Exzellenz und thematischer Relevanz. Außerdem bietet Snap vergünstigte Abos für seine AR-Brille Spectacles im Bildungsbereich an, um Lehrer und Studenten anzusprechen (Quelle: Caschy).

Computersteuerung durch KI: OpenAI stellt „Operator“ vor

„Irgendwann kommst Du ins Büro, drückst ein paar Tasten und den Rest des Tages arbeitet nur noch Dein Computer.“

Es muss um 1995 herum gewesen sein, als meine Kollegin das mit einem leicht spöttischen Unterton zu mir sagte. Ich hatte damals gerade das Schreiben von Makros für mich entdeckt, und es war mir dadurch gelungen, meinen Arbeitsaufwand bei einigen Aufgaben signifikant zu reduzieren.

Aber Makros waren ziemlich unvollkommen: Ein um ein paar Zentimeter verschobenes Fenster, oder der Fokus auf der falschen Anwendung, und die programmierten Mausklicks und Tastenanschläge gingen ins Leere. Und den Hauptteil der Arbeit musste sowieso immer noch ich selbst erledigen.

Doch heute, 30 Jahre später, hat der Spott meiner damaligen Kollegin etwas Prophetisches. KI-Agenten sind das große Thema 2025, also Systeme, die nicht mehr nur einzelne Aufgaben bewältigen, sondern komplexe Arbeiten in Teilaufgaben zerlegen und nach und nach abarbeiten können.

Eine Computersteuerung durch KI übernimmt meine Arbeit dann aber wohl nicht nur für „den Rest des Tages“.

Die Karikatur eines Nutzers, der dank Computersteuerung durch KI seinen PC bedient, ohne die Hände zu benutzen.

Zum Hintergrund: OpenAI hat ein neues KI-Werkzeug in der Pipeline: „Operator“, einen KI-Agenten, der Computer selbstständig steuern und komplexe Aufgaben wie Codierung und Reisebuchungen durchführen soll. Die Veröffentlichung ist noch für Januar geplant. Trotz vielversprechender Leistungen in Benchmarks zeigt diese Computersteuerung durch KI Schwächen bei bestimmten webbasierten Tests. Der Markt für KI-Agenten könnte bis 2030 auf 47,1 Milliarden Dollar anwachsen (Quelle: SEO Südwest).

Wie ähnlich ist zu ähnlich? Gema nimmt sich KI-Musik von Suno vor

Jazz ist Jazz, Swing ist Swing, House ist House – dass Songs eines bestimmten Genres elementare Übereinstimmungen aufweisen, ist weder überraschend noch verwerflich. Problematisch wird es aber, wenn ein frisch komponierter Song einem bekannten Hit fast zum Verwechseln ähnlich ist. Noch problematischer wird das ganze, wenn eine KI den Song komponiert hat.

Die Verwertungsgesellschaft Gema hat eine Klage gegen das KI-Unternehmen Suno eingereicht. Suno bietet ein KI-Tool zur Erstellung von Musikstücken an, das laut Gema urheberrechtlich geschützte Werke ohne Erlaubnis verwendet. Die Gema behauptet, dass die generierten Stücke in Melodie, Harmonie und Rhythmus weltbekannten Werken ähneln. Sie wirft Suno vor, ihr Repertoire für das KI-Training genutzt zu haben, ohne die Urheber finanziell zu beteiligen (Quelle: Spiegel).

Google und AP: Aktuelle News für Gemini

Wer die Wahrheit sagt, macht sich nicht nur Freunde.

Das hat Mark Zuckerberg erkannt. Wahrheit hat für den Meta-Konzern keine Priorität mehr, in den USA wurden die Faktenchecker vor die Tür gesetzt.

Das hat auch OpenAI erkannt. Sein ChatGPT durchsucht das Netz nicht mehr neutral, sondern priorisiert oft Informationen, die der nicht gerade für Faktentreue bekannte Axel-Springer-Verlag beigesteuert hat.

Da erlaubt sich Google geradezu einen Anachronismus: Sein Gemini bekommt seine Infos künftig unter anderem von der Associated Press, kurz AP.

Die AP gilt als eine der wichtigsten und größten Nachrichtenagenturen weltweit. Sie versorgt über 12.000 Kunden in 94 Ländern mit Nachrichten und hat 59 Pulitzer-Preise gewonnen. AP-Inhalte sind faktengeprüft. Die Wahrscheinlichkeit, dass Gemini zu aktuellem Geschehen korrekte Informationen liefert, steigt damit immens.

Bleibt nur die Frage, ob sich das für Google lohnt. Denn wer die Wahrheit sagt, macht sich nicht nur Freunde.

Zum Hintergrund: Google kooperiert künftig mit Associated Press (AP), um die Gemini-App mit aktuellen Nachrichten zu versorgen. AP liefert einen Echtzeit-Newsfeed, der die KI-Antworten in Gemini mit tagesaktuellen Informationen anreichert. Diese Partnerschaft folgt ähnlichen Kooperationen bei anderen KI-Suchen und verspricht schnellere Verfügbarkeit aktueller Inhalte (Quelle: SEO Südwest).