Apple Music: KI-Transparenz – nur eine Fassade?

Apple Music führt „Transparency Tags“ ein – oder: Wie man mit halbgaren Lösungen so tut, als hätte man ein Gewissen.

Ab sofort dürfen Künstler auf Apple Music freiwillig angeben, ob ihre Songs mit KI generiert wurden. Und da ist auch schon der Haken: Die Kennzeichnung ist freiwillig. Künstler könnten also einfach lügen. Oder, noch eleganter, gar nichts sagen. Wer also unbedingt seinen KI-generierten Hit als „handgemacht“ verkaufen will, kann das weiterhin tun – und sich damit einen netten Marktvorteil verschaffen. Apple wirft also ein Feigenblatt in den Raum und tut so, als hätte man damit das Problem gelöst. Spoiler: Hat man nicht.

Interessant ist auch der Zeitpunkt: Gerade erst hat die Debatte um KI in der Musik wieder Fahrt aufgenommen, nachdem Künstler wie Billie Eilish und Nicki Minaj sich gegen die unkontrollierte Nutzung ihrer Stimmen in KI-Tools ausgesprochen haben. Apple springt also auf den Zug auf – aber nur so weit, dass es nach etwas aussieht, ohne wirklich etwas zu ändern.

Du als Nutzer kannst dich jetzt fragen: Hilft mir das überhaupt? Wahrscheinlich nicht. Denn selbst wenn ein Song als KI-generiert markiert ist, wird das die meisten nicht davon abhalten, ihn zu streamen. Die Musikindustrie hat längst bewiesen, dass sie sich einen Dreck um Transparenz schert, solange die Klicks stimmen. Und Apple? Die verdienen an jedem Stream mit – egal, ob er von einem Menschen oder einer Maschine stammt.

Am Ende bleibt die Frage: Wem nützt dieses System wirklich? Den Künstlern, die ihre KI-Musik als „echt“ verkaufen wollen? Den Plattformen, die sich als Vorreiter der Ethik inszenieren? Oder vielleicht doch nur Apple selbst, das mal wieder zeigen kann, wie innovativ es ist – ohne dabei wirklich etwas zu riskieren? Die Antwort liegt auf der Hand. Und sie klingt verdächtig nach dem Geräusch einer Münze, die in einen Automaten fällt.

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