Noch ein KI-Agent — die Industrie nennt’s Evolution, ich nenne es Produkt-Remix mit besserer Verpackung.
Perplexity hat am 25. Februar 2026 „Perplexity Computer“ (Quelle: The Decoder) vorgestellt: ein Browser-basiertes System, das große Modelle zu einer Art Orchester zusammenfügt und komplexe Arbeitsabläufe autonom abarbeitet. Nutzer beschreiben ein Ziel, das System zerlegt die Arbeit in Tasks und schickt spezialisierte Unter‑Agenten los — für Recherche, Text, Bild oder Video. Als Kernmodell dient Opus 4.6; daneben werden unter anderem Gemini, Grok, ChatGPT 5.2, Nano Banana (Bilder) und Veo 3.1 (Video) eingesetzt. Alles soll in separaten, abgesicherten Umgebungen laufen; verfügbar ist das Ganze zunächst für Perplexity‑Max‑Abonnenten.
Clever, aber nicht komplett neu
Die Idee, Modelle je nach Stärke für die jeweilige Subaufgabe zu verwenden, ist durchaus sinnvoll: nicht jedes Modell glänzt bei allem, und ein Orchestrator kann tatsächlich Zeit sparen. Perplexity verkauft das als pragmatische Antwort auf die zunehmende Spezialisierung der Modelle — logischer Gedanke, elegante Verpackung.
Aber jetzt die etwas nüchternere Perspektive: Das ist größtenteils Re‑Packaging. Andere Anbieter haben ähnliche Agent‑Ansätze, und die kritische Frage bleibt: Was genau bezahlt der Nutzer? Zugriff auf 19 Modelle, Sandbox‑Instanzen und stundenlange Autonomie klingen beeindruckend, bis Du die Rechnung siehst (Max‑Plan ~200 USD/Monat). Für Unternehmen mit konkreten, wiederkehrenden Workflows kann das Sinn machen; für den gelegentlichen Power‑User eher weniger. Und dann sind da noch juristische und wirtschaftliche Risiken — Copyright‑Streitigkeiten und die Gefahr, dass Modelle selbst zur Commodity werden, wodurch ein Orchestrator schnell an Mehrwert verliert.
Praktisch, solange die Modelle besser bleiben als das Marketing
Perplexity Computer ist kein technischer Quantensprung — eher ein cleverer Integrator, der vorhandene Stärken bündelt. Wenn Du Produktivität suchst, probiere es aus. Aber falls Du innerlich schon „noch ein Agent“ sagst: willkommen im Club — die KI‑Industrie serviert weiterhin Variationen desselben Menüs, nur mit neuen Toppings.





