Tante Emma ist jetzt ein Roboter: Zukunft des Einzelhandels oder bloß eine kuriose Schnapsidee?

Drei junge Gründer in Jena bauen unter dem Namen „Tante Zukunft“ einen kleinen Laden, in dem kein Mensch an der Kasse steht: Ein Hochregal‑Roboter sammelt Bestellungen ein und gibt die Waren durch eine Klappe aus — das Geschäft soll 24/7 geöffnet sein – geplanter Starttermin ist der 27 Februar 2026. Bestellt wird am Terminal, per App oder Website; bezahlt wird digital [heise.de].

Technik, Sortiment, Kosten – und wer zahlt?

Aktuell sind etwa 180 verschiedene Produkte hinterlegt, geplant ist eine Erweiterung auf 250 bis 300 Artikel, von Süßigkeiten über Tiefkühlware bis zu regionalen Erzeugnissen. Die Gründer nennen rund 120.000 Euro Anschaffungskosten für das Robotersystem, finanziert durch Kreditaufnahmen; das ist kein Schnäppchen, aber für eine automatisierte Lösung nicht unrealistisch.

Kuriosität oder Geschäftsmodell von morgen?

Kurz gesagt: Beides. Solche 24/7‑Roboterläden gibt’s auch andernorts, ähnliche Ansätze (etwa „Roberta“ in Ulm oder andere kassiererlose Konzepte) zeigen, dass Deutschland bereits ausprobiert, wo Personal knapp und Bedarf außerhalb üblicher Öffnungszeiten groß ist. In kleinen Orten oder an Uni‑Standorten können solche Läden tatsächlich Lücken schließen; ob sie das Flaggschiff des Lebensmittelhandels werden, ist jedoch fraglich. Hohe Anfangsinvestition, Wartung, Schnittstellen zu Zahlungsanbietern und die Frage nach Akzeptanz (Stichwort: Vertrauen in Technik, Wunsch nach Beratung) bleiben Bremser.

Fazit: „Tante Zukunft“ ist kein endzeitliches Ende der menschlichen Bedienung, sondern ein eleganter Beleg dafür, dass Retail sich modularisiert: Dort, wo Nachfrage, Standort und Preis stimmen, macht die Maschine Sinn. Und wo nicht, bleibt die gute alte Emma.

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