Prominentere Links, weniger Textklau: Google rudert zurück – aber nur ein Stückchen

Google hat sich wieder mutig an die Grenze des Zumutbaren geschoben — und ist prompt über sie gestolpert. Jetzt schiebt man ein halbes Entschuldigungslächeln nach: „Wir haben zu viel gezeigt, okay, wir zeigen ein bisschen weniger.“ Ein kleines Stück Rückzug, groß genug für PR, klein genug, um den Geschäftsmodell-Kern unangetastet zu lassen.

Die Überheblichkeit von Big G

Google dachte wohl, Nutzer und Publisher bräuchten keine Klicks mehr, nur noch hübsche KI‑Schnipsel. Die neuen Link‑Vorschauen in den KI‑Übersichten (siehe Caschys Bericht: https://stadt-bremerhaven.de/google-suche-neue-link-vorschauen-in-den-ki-uebersichten/) zeigten zu viel — zu lange Ausschnitte, zu freie Wiedergabe fremder Inhalte, und damit das Risiko, dass Traffic und Umsatz bei den Urhebern schlichtweg ausbleiben.

Kaum überraschend: Verlage und Content‑Creator beschwerten sich, Datenschützer und Geschäftspartner zeigten sich verärgert. Wenn Du eine Nachrichtenseite betreibst, ist das kein „Netter Service“, das ist Kannibalisierung im Geschäftsanzug.

Zögerliches Zurückrudern

Die Reaktion: ein kleiner Rückzieher. Google reduzierte offenbar die Länge der Vorschauen, schärfte die Darstellung von Quellen und betonte bessere Zitierpraktiken. Klingt gut, ist aber eher Kosmetik als Kurskorrektur. Das Problem bleibt strukturell: Wer eine qualitativ hochwertige Seite betreibt, sieht seine Inhalte weiter als Rohstoff für eine Plattform, die Klicks nach eigenem Gutdünken verteilt.

Google gibt vor, Nutzern zu helfen — während es gleichzeitig entscheidet, wie viel „Hilfe“ eigentlich noch monetarisierbar ist. Ein bisschen weniger Inhalt in der Vorschau ist kein echtes Zugeständnis, eher ein minimalinvasiver Pflasterverband.

Google wird nicht freiwillig an Einfluss abgeben. Wenn Du Inhalte betreibst, verwalte sie aktiv: klarere Meta‑Beschreibungen, striktere Lizenzhinweise, und vermehrt Mehrwert bieten, der sich nicht einfach in 300 Zeichen zusammenfassen lässt. Für Leser gilt: Kritisch bleiben und Quellen prüfen – „KI‑Überblick“ ist kein Ersatz für Originalquelle und Kontext. Und für Beobachter bleibt die Frage: Gedeiht das Web als gemeinsame Informationslandschaft, oder als Buffet für wenige Plattformgiganten?

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