OpenAI startet In-Chat-Werbung in den USA

Na, hast du es dir in deiner KI-Komfortzone gemütlich gemacht? Hast du dich daran gewöhnt, dass dir eine allwissende Entität deine E-Mails schreibt und den Code repariert, ohne dich mit profaner Produktwerbung zu belästigen? Tja, genieß die Stille, solange sie noch anhält. OpenAI hat in den USA den Schalter umgelegt: Ab sofort gibt es Werbung in ChatGPT. Und mach dir nichts vor – was heute im Land der unbegrenzten Werbemöglichkeiten startet, wird morgen auch auf deinem Bildschirm in Deutschland aufleuchten.

Zahlen bitte – auch wenn du schon zahlst

Die Nachricht ist so ernüchternd wie vorhersehbar, aber der eigentliche Witz liegt im Detail. Dass die Gratis-Nutzer (“Free-Tier”) früher oder später mit ihrer Aufmerksamkeit bezahlen müssen, war klar. Wer glaubt, dass Rechenzentren mit Luft und Liebe betrieben werden, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Aber der wahre Schlag ins Gesicht trifft die Abonnenten von “ChatGPT Go”.

Ja, du hast richtig gehört. Selbst wenn du OpenAI Geld überweist, bist du vor der Reklame nicht sicher, solange du das “billige” Abo hast. Nur die Elite in den Plus-, Pro- und Enterprise-Tarifen darf weiterhin werbefrei arbeiten. Das ist Kapitalismus im Endstadium: Du zahlst nicht mehr für Features, du zahlst Schutzgeld, um nicht belästigt zu werden.

“Wir wollen dir nur helfen” – Der PR-Sprech des Jahres

Die Begründung von OpenAI ist natürlich pures Marketing-Gold. Man wolle Nutzern helfen, “Produkte oder Dienstleistungen zu entdecken”, weil wir den Chatbot ja nutzen, um Entscheidungen zu treffen. Ach, wie rührend! Danke, Sam Altman, dass du mir beim Debuggen meines Python-Skripts helfen willst, indem du mir einen neuen Gaming-Stuhl anbietest.

Natürlich wird beteuert, dass die Werbekunden keinen Zugriff auf deine Chatverläufe haben und die Werbung die generierten Antworten “nicht beeinflusst”. Wer’s glaubt, wird selig. Anthropic und Google lachen sich derweil ins Fäustchen und werben (noch) mit Werbefreiheit – Anthropic hat OpenAI sogar im Super Bowl dafür gegrillt.

Fazit: Willkommen in der Realität

Die Party ist vorbei. Die KI ist im “Enshittification”-Zyklus angekommen, den wir von Google und Facebook kennen. Erst locken sie uns mit einem magischen, sauberen Produkt, und wenn wir abhängig sind, wird die Monetarisierungs-Keule geschwungen. Bereite dich darauf vor, dass dein KI-Assistent bald nicht mehr nur dein Freund und Helfer ist, sondern auch ein aufdringlicher Staubsaugervertreter. Willkommen im echten Internet.

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