Österreich: Wer sich an Shitstorm beteiligt, kann auf die volle Schadenssumme verklagt werden

Österreich: Wer sich an Shitstorm beteiligt, kann auf die volle Schadenssumme verklagt werden

Das Urteil wird Hatern nicht gefallen: In Österreich können Personen, die unter einem Shitstorm zu leiden hatten, einen einzelnen Beteiligten auf vollen Schadenersatz verklagen – und sie können sich aussuchen, wen. Richtig so. Dass einzelne Täter sich ihrer Verantwortung im Schutz der Menge entziehen, hat eine lange Tradition: Schon im Jahr 44 vor Christus beteiligten sich ungefähr 60 römische Senatoren an der Ermordung von Julius Cäsar, damit keinem von ihnen die volle Schuld angelastet werden konnte. Die heutigen Shitstorms in sozialen Netzen mögen damit auf den ersten Blick nur bedingt vergleichbar sein – aber Tote hat es auch da schon gegeben, etwa die engagierte Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die von Impfgegnern in den Suizid getrieben wurde. Das jetzt ergangene Urteil bezog sich zwar auf einen weitaus harmloseren Fall. Aber es sorgt dafür, dass keiner, der sich an einer solchen Hetze beteiligt hat, seine Hände in Unschuld waschen kann. Zumindest in Österreich.

Zum Hintergrund: Der Oberste Gerichtshof in Österreich hat entschieden, dass Einzelne für Schäden durch Shitstorms haften. Ein Geschädigter kann den gesamten Schaden von einem einzigen Beteiligten ersetzen lassen. Dies betrifft auch hohe Entschädigungen. Das Urteil soll Geschädigten eine einfachere Rechtsdurchsetzung ermöglichen. Zu Schadenersatz Verurteilten bleibt die Möglichkeit, andere am Shitstorm Beteiligte zu verklagen, um sich von ihnen einen Teil der Summe ersetzen zu lassen (Quelle: Heise).

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